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Wie geeigneten Psychotherapeuten finden? (D)

Spezielle Fragen zur Lage in Deutschland
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Wie geeigneten Psychotherapeuten finden? (D)

Beitrag Sa., 28.04.2012, 12:23

Hallo,

wie die Überschrift des Themas bereits vermuten lässt, bin ich auf der Suche einem einem(r) Psychotherapeuten. Die gibt es ja nun, ohne abwertend zu klingen, "wie Sand am Meer". Wie schafft man es also, den richtigen Psychotherapeuten zu finden? Konkret geht es um Zwangsgedanken mit sexuellem Hintergrund. Dazu noch ansatzweise Minderwertigkeitskomplexe.

Bei der Krankenkasse kann ich leider nicht nachfragen, da das ganze "privat" laufen soll, um eine spätere Berufswahl nicht zu gefährden. Sollte man einfach mal im Internet nachschauen, wen es da so gibt, und diejenigen dann "abklappern"? Da hätte ich wohl ein Problem damit, denn es ist schon schwer genug, mit einer Person über die Abgründe der eigenen Seele zu sprechen, da muss man das nicht 5 mal hintereinander tun.. :/

Des weiteren: Sollte man als männliche Person mit sexuellen Problemen eher einen männlichen oder weiblichen Therapeuten wählen? Gibt es da, vor dem Hintergrund dieser Problematik, Vor/Nachteile?

Danke!!

---
Hinweis Admin: viele dieser Fragen werden im Leitfaden dieser Website auf http://www.psychotherapiepraxis.at/gute_therapie.phtml behandelt.

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münchnerkindl
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Beitrag Sa., 28.04.2012, 13:56

Ich würde mir erst mal darüber im klaren werden welche Therapieform du wählen willst. Da du privat zahlst kommen ja auch noch Verfahren in Frage die die Kasse nicht finanziert.


Aber wegen privat zahlen, wenn das ganze tiefere Ursachen hat dann musst du dich auf mehr als nur ein, zwei Dutzend Stunden gefasst machen die du da finanzieren musst.

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Anne1997
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Beitrag Sa., 28.04.2012, 15:17

Hallo,

vielleicht können Dir diese Seiten helfen.
(Beim Runterscrollen findest Du Themen wie "Wie finde ich einen PT?", "PT-Methoden", "Leitfaden Sexualtherapie".

Alles Gute für die Suche wünscht Dir
Anne

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Stacheldraht
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Beitrag Sa., 28.04.2012, 15:25

Hi,
mir hat bei der Therapeutensuche diese Seite geholfen. Zum einen kannst Du nach Therapeuten in Deinem Umfeld suchen, siehst dabei, ungefähre Angaben zur Wartezeit bzw. ob freie Plätze vorhanden sind und zum anderen bekommt man auch einen Überblick über die angewandten Verfahren. Für mich war es zudem beruhigend mir vorher schon ein Bild von meinem Therapeuten machen zu können. Ist ja nunmal oft so, dass man mit bestimmten Aussehen auch bestimmtes assoziiert und ein Therapeut, der mich auch nur im Entferntesten an meinen Vater erinnert wäre für mich zB absolutes No-Go gewesen.
LG Stacheldraht
Lache und die ganze Welt wird mit dir lachen. Weine und du weinst allein.
Oldboy

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Beitrag Di., 01.05.2012, 13:30

Dazu noch eine Frage..

Ich habe jetzt einige Websites von Therapeuten angesehen und auch viel von "Coaching" gelesen. Das Problem ist nur, dass ich kein Coaching, keine Lebensberatung brauche, sondern zunächst erst mal Hilfe zur Bewältigung eines mich stark(!) belastenden psychischen Problems! Mein Problem ist nicht dass ich irgendwelche Ziele bisher im leben nicht erreicht habe oder meinen Typ verändern will, sondern handfeste psychische Probleme!

Kann man auch prinzipiell zu jedem Psychotherapeuten gehen?

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Erdbeermütze
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Beitrag Di., 01.05.2012, 17:15

PTSuche hat geschrieben:Des weiteren: Sollte man als männliche Person mit sexuellen Problemen eher einen männlichen oder weiblichen Therapeuten wählen? Gibt es da, vor dem Hintergrund dieser Problematik, Vor/Nachteile?
Da musst du dich selber fragen. Kannst du dir vorstellen deine Probleme besser mit einer Frau oder mit einen Mann zu besprechen. Es muss nicht gleich heißen Mann = Mann, Frau=Frau ich zum beispiel könnte nie mit einer Frau sprechen.

Warum befürchtest du bei einer Kassenfinanzierung berufliche Nachteile? Das bekommt bis auf wenigen ausnahmen doch keiner mit? Es sei denn es gehört dazu.
PTSuche hat geschrieben:Kann man auch prinzipiell zu jedem Psychotherapeuten gehen?
Ja, kann man. Würde da aber aufpassen, da gibt es wesentliche Unterschiede nicht nur bezogen auf Therapierichtung. Sondern auch Dipl. Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater, Heilpraktiker (http://www.therapie.de/psyche/info/frag ... sychiater/) (http://www.psychomeda.de/psychotherapie ... apeut.html)


Für die suche gib mal Psychotherapeutenkammer in Google ein und dort such dir deine in deinen Bundesland aus, die haben dort Therapeuten aufgelistet kannst auch da anrufen die helfen dir auch weiter. Ist auch anonüm. Oder http://www.psychotherapeutenliste.de/ptl.php auch eine gute Seite.

Würde schauen das der Therapeut auch Sexualtherapie macht. Einige Therapeuten kannst du evtl. auch telefonisch aussortieren. Aber dir mehrere anzuschauen wird dir wohl nicht erspart werden, es sei denn du hast Glück, sofort ein Volltreffer. Aber du musst nicht sofort in den ersten prov. Sitzungen alles sagen deine Seele ausziehen.

Ich wünche dir viel erfolg.

GLG Erdbeermütze

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Beitrag Di., 01.05.2012, 19:13

Hallo Erdbeermütze,

dir, und natürlich auch allen andere, vielen Dank für den Beitrag.

Tatsächlich handelt es sich bei meinem anvisierten Berufswunsch um eine Beamtenlaufbahn. Dort kann es meines Wissens schon Probleme geben, wenn eine Psychotherapie gemacht wurde. Natürlich gibt es für diese Gegebenheit einen Grund, so ist u.A. psychische Gesundheit für diesen Beruf eine (notwendige!) Vorraussetzung. Von daher werde ich meine weitere Berufsplanung auch von meiner geistigen "Genesung" abhängig machen. Nützt ja nichts, wenn man dann später mal in einem "Stressberuf" arbeitet und nach 2 Jahren wegen verdrängter psychischer Probleme ausfällt. D.h. wenn ich während oder nach der Psychotherapie merke, dass ich mit meinem Leiden für diesen Beruf untauglich bin, dann werde ich mich schweren Herzens umorientieren müssen. Von daher bin ich auch auf das Urteil des Therapeuten gespannt.

Vielen Dank für deinen letzt genannten Link. Dieser scheint sehr hilfreich zu sein, ich habe dort schon ein paar Psychotherapeuten "ins Auge gefasst".

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candle.
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Beitrag Di., 01.05.2012, 19:21

Hallo!

24 Jahre berufsuntauglich und was machst du jetzt? Die Zusammenhänge sind mir unklar. Wnn den Beruf lernst, dann feststellst er ist nichts für dich, würde ich vorher ausweichen.

Ansonsten steht dir an Therapie alles offen. Du mußt nur die Therapeuten aufsuchen und wählen. dann hast du sicher bald einen Platz!

Viele Grüße!
candle
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kaja
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Beitrag Do., 18.06.2015, 11:02

Erst am Tag der Reha etwas zu sagen würde ich auch mehr als ungünstig finden.
Du musst es ja wie bereits erwähnt nicht begründen oder rechtfertigen.
After all this time ? Always.

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Beitrag Do., 27.08.2015, 00:27

Hallo,

bin neu hier. Ich hatte vor ein paar Jahren schon mal eine Therapie (chronische Depressionen) begonnen, die ich wegen Umzugs aber nicht fortsetzen konnte. Wollte mir dann einen neuen Therapeuten suchen, aber nach ein paar Versuchen war mein Elan schnell aufgebraucht.

Nun habe ich mir einen Ruck gegeben und es wieder probiert. Zuerst hatte ich mir vorgenommen, einfach 5-6 Therapeuten mit Kassenzulassung anzuschreiben (per E-Mail), bei denen abzusehen ist, dass sie in den nächsten Monaten keine freien Plätze haben. Nicht aus Masochimus, sondern damit ich anschließend quasi die freie Wahl habe, mir einen Therapeuten auszusuchen, der das Kostenerstattungsverfahren anbietet. Meiner Erfahrung nach gibt es unter denen nämlich mehr Therapeuten, die sich fortbilden und auch andere Verfahren als nur 0815-Verhaltenstherapie drauf haben. Ich meine z.B. Schematherapie. Der Krankenkasse muss der Therapeut das ja nicht sooo genau erzählen, dürfte wohl das geringste Problem sein.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin von meiner Marschroute abgewichen und habe für meinen ersten Versuch eine Therapeutin ausgewählt, die zwar solche Therapie-Verfahren anbietet, bei der ich mir aber nicht sicher war, ob sie freie Plätze hat. Ergebnis: sie hat. Bald steht die erste probatorische Sitzung an.

Auch wenn es vielleicht überzogen klingt: Es macht mich stutzig, dass ein Therapeut mit Kassenzulassung umgehend freie Plätze hat. Kann natürlich ein Zufall sein. Aber genau das war der zweite Grund für mein ursprünglich geplantes Vorgehen (Ablehnungen sammeln): mein Vorurteil, dass mit denjenigen Therapeuten mit Kassenzulassung, die massig freie Termine haben, meist irgendwas nicht stimmt.
Dazu kommt, dass die Therapeutin auf einem Online-Bewertungsportal sehr viele Bewertungen hat, ausschließlich positive. Es soll ja Ärzte und Psychotherapeuten geben, die sich ihre Bewertungen von Bekannten schreiben lassen - meist dürften das welche sein, die ihre Praxis nicht voll bekommen, vermute ich mal.
Nun bin ich etwas skeptisch. Zur Not kann ich natürlich nach ein, zwei Sitzungen absagen, wenn es mir nicht geheuer ist. Was mir dabei allerdings ein wenig Sorgen bereitet: Funktioniert meine ursprüngliche Strategie dann noch? - falls ich absagen sollte. Ich meine: Wenn ich anschließend weitere Therapeuten mit Kassenzulasssung sammle, die lange Wartelisten haben, um mir dann einen mit Kostenerstattungsverfahren aussuchen zu können. Oder gibt's dann womöglich Probleme, so nach dem Motto: Sie hätten ja bei der ersten Therapeutin bleiben können?

Im Voraus schon mal danke an alle, denen was dazu einfällt!

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Sarana
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Beitrag Do., 27.08.2015, 13:31

Ich kann dir die Frage zum Kostenerstattungsverfahren zwar nicht beantworten, aber vielleicht doch was beitragen.

Dein Misstrauen gegenüber Therapeuten, die sofort freie Plätze haben, kann ich gut verstehen... Mein jetziger hatte nach einer Woche Zeit für die 1. probatorische Sitzung, und danach gings nahtlos weiter.

Und ich bin bis jetzt zufrieden. Er ist kein Wundertherapeut mit Röntgenblick, ist auch schon gehörig auf mir rumgetrampelt, obwohl er das so nicht wollte, aber er denkt nach, bevor er redet, gibt sich immer Mühe, mich auch wirklich zu verstehen, unterstützt mich darin, mir außerhalb der Therapie Hilfe zu holen, und wenn er anfängt zu "dozieren" und mal ein wenig darüber redet, was sein Verständnis von Therapie ist und wie er seine Rolle eigentlich sieht, bin ich innerlich oft froh, dass er die Dinge genau so oder ähnlich wie ich sieht. Er wusste zwar nicht, dass man Ammoniak als Anti-Dissoziationsskill verwenden kann, von Skills weiß er auch generell nichts, aber muss er das als Tiefenpsychologe denn, um ein guter Therapeut zu sein?

Ich würd dir vorschlagen, es mit dieser Therapeutin doch erstmal zu versuchen. Du kannst sie ja auch ruhig ausquetschen und nach Ausbildungen fragen, fragen, wie es kommt, dass sie so schnell Zeit für dich hatte, und ihr von deinen Befürchtungen erzählen. Mal gucken, wie sie reagiert, danach kannst du immer noch entscheiden.
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Beitrag Do., 27.08.2015, 13:56

@Sarana
Danke.
Was mein "Vorurteil" betrifft: Als ich vor meiner ersten Therapie gesucht habe, musste ich auf eine Liste von Therapeuten zurückgreifen, die gerade freie Plätze hatten. War damals zumindest in NRW so üblich, dass die Krankenkasse einen darauf verweist. Hier gibt's so etwas glücklicherweise nicht.
Als ich dann nach diesen Therapeuten gegoogelt habe, hatten fast alle auch Bewertungen bei Jameda oder ähnlichen Portalen. Und zwar ausschließlich schlechte. Daher mein Vorurteil ... Ich hatte mich dann entschieden, es mit einer Lehrpraxis zu probieren. Würde ich aber nicht mehr machen. Mag ja für manche Leute passen, für mich nicht. Ist ja kein Wunder, wenn Neulinge versuchen, sich möglichst strikt an die Therapie-Vorgaben zu halten (Verhaltenstherapie) und bloß kein Risiko eingehen wollen.
Tja, dann gehe ich da mal hin und lasse mich (vielleicht) überraschen. Letztlich hat mich auch das Telefonat mit der Therapeutin etwas skeptisch gemacht. Jedenfalls denke ich, es ist am besten, wenn ich in dem Fall schon ein wenig kritischer da rangehe. D.h., wenn ich das Gefühl habe, es passt nicht, dann lasse ich das mal lieber.
Normalerweise gehe ich davon aus, dass mir das Möglichkeit, hinterher doch per Kostenerstattung einen Therapeuten zu suchen, NICHT verhagelt. Wäre ja schon etwas unlogisch. Es sei denn, jemand hier weiß mehr und überzeugt mich vom Gegenteil. Dann würde ich den Termin für das Erstgespräch wohl besser canceln.

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pandas
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Beitrag Do., 27.08.2015, 14:06

Was das Ergebnis des Vorgespräches ist, unterliegt ja der Schweigepflicht.
Die KK kann nicht darauf bestehen, bei Therapeut X eine Therapie zu finanzieren.
Denn es besteht das Recht auf freie Arztwahl. Die KK kann folglich sagen, Therapeut X hat einen Platz frei, schauen sie sich den mal an. Wenn es dann aber interaktional nicht passt, kann man weitersuchen - findet man niemand, der passt, so kann man auf das Kostenerstattungsverfahren zurückgreifen.

Zudem: Ich denke, so genau verfolgt die KK das nicht. Sie wird nicht, wenn Du Kostenerstattung beantragst, über die Abrechnungsabteilung prüfen, bei welchen Therapeuten Du wie warum und wo probatorische Sitzungen hattest.

Dass sie generell Plätze frei hat, würde ich aber nicht als Minus ansehen.
Tatsächlich gibt es einige Therapeuten, die sind über-beliebt, oft welche die populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht haben. Möglicherweise sind die tatsächlich so voll, dass sie eine Warteliste von einem Jahr haben.
Möglicherweise brauchen sie aber auch Zeit zum Schreiben, Lesungen etc.
Auch ansonsten ist es wohl eher so, dass Therapeuten mit Warteliste halt nicht so viel Patienten annehmen, aus anderen Gründen. Es dürfte wohl relativ selten sein, dass sie tatsächlich dermaßen mit Nachfragen überhäuft werden.
Die Qualität der Therapie steht wohl nicht so sehr in Relation mit der Länge der Warteliste.
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Sarana
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Beitrag Do., 27.08.2015, 14:55

Einen Therapeuten zu bewerten ist etwas ganz anderes als einen Arzt zu bewerten. Wenn ein Therapeut ständig uninteressiert scheint, sich nicht kritisieren lässt, dem Patienten seine Deutungen überstülpt, selbst wenn diese nicht stimmen, kann man sagen, ja, der ist schlecht.

Aber sogar wenns so "eindeutig" scheint, heißt das nicht, dass dieser Therapeut für jeden (psychisch kranken) Menschen schlecht ist. Vielleicht hat der Patient das Gefühl, dass die gesamte Welt sich nicht für ihn interessiert, egal, was er macht, und kann inzwischen gar nicht mehr sehen, ob das im Einzelfall auch so stimmt. Vielleicht ist die "Kritik" des Patienten ein Versuch, den bösen, bösen Therapeuten davon abzuhalten, weiter rumzuwühlen, das tut ja schließlich weh. Vielleicht ist der Patient den ganzen Tag damit beschäftigt, sich einzureden, dass er in allem der Beste ist und wehrt sich mit Händen und Füßen, wenn der Therapeut sagt, dass das vielleicht von einem miesen Selbstwert kommt.

Also in kurz: Schlechte Bewertungen bei jameda solltest du eher mit Vorsicht genießen, du warst nämlich nicht dabei. Wer weiß, vielleicht ärgert sich da bloß jemand maßlos über diesen fürchterlichen Therapeuten, will ihm ordentlich eins reinwürgen und schreibt gleich 10 schlechte Bewertungen?

Warte erstmal den Termin ab, vergiss nicht, sie mit Zweifeln und Fragen zu beschießen und schau, ob ihr beide zurecht kommt.

Ansonsten weißt du ja jetzt durch pandas, dass du auch weiterhin freie Hand bei der Suche hast.
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Beitrag Do., 27.08.2015, 15:22

@pandas
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O.k., danke, dann mache ich das so.
Vielleicht bin ich da auch etwas übervorsichtig/skeptisch, weil ich keinen Nerv habe, noch mal so eine Sinnlos-Therapie anzufangen. Zumal ich befürchte, mich dann zu keiner dritten mehr aufraffen zu können. Ich kenne da so ein paar Leute, die sich schon seit zig Jahren therapieren lassen, mit offensichtlich äußerst bescheidenen Erfolgen. Ich erwarte jetzt bestimmt keine "Instant-Heilung", aber irgendwas sollte sich schon irgendwann mal bewegen. Im Grunde bin ich ganz optimistisch, dass ich das hinkriege. Wäre natürlich schön, wenn der Therapeut auch eine kleine Prise Optimismus ausstrahlt. Daran schien es mir aber etwas zu hapern bei dieser Therapeutin. Na ja, mal sehen ...
Nur noch kurz zu den schlechten Bewertungen: Ist mir schon klar, dass das subjektiv ist. Kommt aber schon auch drauf an, was genau die Leute so schreiben. Ähnlich wie bei Amazon oder sonst wo. Mit ein wenig Vorsicht kann man sich da schon ein Bild machen, finde ich. Aber vielleicht lässt man das besser gleich ganz, da es ja, wie gesagt, auch Fake-Bewertungen sein können.

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