Wie wichtig ist/ war Euch eine eigene Wohnung?

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Brighty
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Wie wichtig ist/ war Euch eine eigene Wohnung?

Beitrag Sa., 16.11.2013, 20:02

Hi zusammen,
mich interessiert gerade folgendes: Wie wichtig ist grundsätzlich eine eigene Wohnung?

Klar, die Frage erübrigt sich, wenn man sich bereits für einen Partner/ Familie entschieden hat.
Ich selber habe erst einmal in einer nicht betreuten WG gelebt, und mich überhaupt nicht gestört gefühlt.

Gesellschaftlich verbreitet ist ja bei uns die Ansicht, dass das "das Mindeste" sei, was einem gesetzlich zustünde, aber wenn man global denkt, ist für die meisten Menschen nicht mal ein eigenes Zimmer normal.
Muss man alleine wohnen, um sich wohl zu fühlen, oder reichen Absprachen, Toleranz, die Fähigkeit, auf andere einzugehen und aktiv Ruhe für sich selbst zu suchen etc. ?
Fördert wohnen in einer Gemeinschaft (Freiwilligkeit vorrausgesetzt) Wohlbefinden/ Gesundheit, neigt man alleine schneller dazu, in "realitätsfremden" Bahnen zu denken?

Wie seht ihr das und wie sind Eure Erfahrungen?
Was würdet Ihr momentan an Eurer Wohnsituation ändern?

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Sonnenschein007
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Beitrag Sa., 16.11.2013, 21:41


Ich selber habe erst einmal in einer nicht betreuten WG gelebt, und mich überhaupt nicht gestört gefühlt.
Eine eigene Wohnung kann sich m.M. nach für psychisch erkrankte Personen negativ und positiv auswirken. Betonen möchte ich, dass Wohnung nicht gleich Wohnung ist. Wir reden ja nicht vom Baumhaus in einem Nationalpark, sondern es kommen sehr viele Umweltfaktoren dazu. Wenn ich zum Beispiel 1x in 4 Monaten meine verbitterte alte Nachbarin treffen muss, und sie mir ihren Giftstachel reinjagt, dann ist mir das schon wieder ein Vorgeschmack, welche Hölle einem Nachbarn bereiten können. Bei mir nicht der Fall.

Also ich persönlich habe ganz schlimme Erfahrungen in Untermiete gemacht, und zwar innerhalb eines einzigen Jahres gleich mehrere grenzwertige Wohnungsbesitzerinnen im gleichen Wohnbereich. Kann nicht mal mehr 1 Nacht in einer Frühstückspension übernachten. Kein Scherz. Mal ganz abgesehen von den Kosten für Urlaube.

Brighty, hat Dir betreutes Wohnen bis jetzt uneingeschränkt getaugt ? Da lernt man sicherlich auch sehr viel soziale Kompetenz, weil man sich nicht so gehen lassen kann wie in den "eigenen 4 Wänden" ?

Meine Erfahrung ist halt, dass man alles so hinnehmen muss, wie es von den "Einrichtern" gemacht wurde. Nicht viel Freiraum für Individualität.


montagne
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Beitrag Sa., 16.11.2013, 22:16

Brighty,
ich habe den Eindruck du wertest bereits in eine bestimmte Richtung... kann das sein? Also wozu der Thread?

Ich weiß nicht so recht, was gesellschaftlich das Mindeste sein soll und was "man" braucht, um sich wohl zu fühlen und ob "man" realitätsfremder wird oder keine Kompromisse eingehen kann, wenn "man" alleine wohnt.

Ich persönlich denke, es kommt auf jeden einzelnen drauf an, je nach Persönlichkeit, aber auch je nach Alltagsbelastung und Jobsituation. Es muss also jeder für sich sehen, was passt, was pragmatisch ist und was gesundheitsförderlich ist.
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Hamna
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Beitrag Sa., 16.11.2013, 22:52

Also, einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigene Wohnung gibt's ja schon mal nicht.

Und klar ist das ganz individuell, ob man sich nun in einer WG oder in einer eigenen Wohnung wohler fühlt. Es gibt ja nunmal Menschen, die nicht gern allein leben und für die eine WG daher eine gute Alternative ist. Für mich wäre das mittlerweile nichts mehr, wäre viel mehr Einschränkung als Bereicherung.

Für mich ist eine 'eigene' Wohnung sowohl essentiell als auch Luxus. Ich brauche das Gefühl, für mich allein zu sein und ein gewisses Maß an Intimsphäre und Anonymität zu haben, und habe dafür schon immer einiges in Kauf genommen, um mir das auch zu ermöglichen, also z. B. schon immer einen (un-)verhältnismäßig großen Teil meines Einkommens in Wohnkosten investiert, um einen gewissen Wohnstandard zu halten und dafür auf Anderes (wie z. B. Urlaub) verzichtet.

Meine derzeitige Wohnsituation bietet mir das Gefühl des Alleinseins, der Intimsphäre und der Anonymität nur sehr unzureichend, darum arbeite ich darauf hin, mir möglichst bald eine andere Wohnung suchen zu können, die meinen Bedürfnissen besser gerecht wird. Zur Zeit habe ich es mit teilweise sehr dünnen Wänden, einer allgemein schlechten Bauweise und neugierigen Vermietern und Nachbarn zu tun, was mein allgemeines Befinden wirklich täglich spürbar stark beeinträchtigt. Darum hat der Thread mich auch gerade sehr angesprochen.

Montagne sprach noch die berufliche Situation an: die ist insofern bei mir von Bedeutung, weil ich seit längerer Zeit krankgeschrieben bzw. jetzt wieder gesund und arbeitssuchend bin. Wäre ich beruflich eingebunden und somit weniger zu Hause, würde mich die ganze Wohnsituation wahrscheinlich nicht so stark belasten, weil ich ihr einfach nicht den ganzen Tag so ausgesetzt wäre.
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pandas
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Beitrag So., 17.11.2013, 00:33

Doch, in Deutschland gibt es im Prinzip einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigene Wohnung.
Natürlich auch für behinderte Menschen, diese haben dann Anspruch auf Pflege in der eigenen Wohnung.
Muss halt alles durchgesetzt werden, leider hat nicht jeder dazu die Power.

Achja, das gilt nicht für junge Erwachsene unter 25 ohne Ausbildungsabschluss. Diese müssen ggfs. bei den Eltern wohnen, aber nur wenn die Eltern nicht zu labil etc. sind.
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Hamna
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Beitrag So., 17.11.2013, 00:58

Pandas, du magst recht haben. Ich habe nur gerade Schwierigkeiten, das zu glauben.

Mit behindert oder nicht behindert hat das ja erstmal nichts zu tun, vielleicht meinen wir aber gerade auch was ganz Unterschiedliches?

Wenn ich aus irgendwelchen Gründen meine Wohnung verliere, dann kümmert sich sicher kein Gesetz darum, dass ich wieder ein Dach über den Kopf kriege. Entweder finde ich eine Wohnung und kann sie auch bezahlen, oder ich finde keine Wohnung / mich nimmt kein Vermieter. Kann doch alles passieren, warum haben wir denn so viele Obdachlose? Sicher nicht, weil die das alle so toll finden, auf der Straße zu leben.

Oder... mir kommt da gerade ein Gedanke, wo hier das Missverständnis liegen könnte: meinst du, kein (behinderter) Mensch kann gezwungen werden, in einer betreuten Einrichtung zu wohnen statt in einer eigenen Wohnung?

Wie kommt das Missverständnis zustande?

Brighty schrieb:
Ich selber habe erst einmal in einer nicht betreuten WG gelebt, und mich überhaupt nicht gestört gefühlt.
(Hervorhebung von mir)
Kann es sein, dass sowohl du als auch Sonnenschein007 das Wörtchen "nicht" überlesen haben, vgl.:
Brighty, hat Dir betreutes Wohnen bis jetzt uneingeschränkt getaugt ?
oder habe ich das dahingehend falsch verstanden, dass Brighty bisher immer in betreuten WG's gewohnt hat, nur einmal nicht?

Ja, dann habe ich allerdings den ganzen Thread wohl falsch verstanden.

Ich dachte, es geht hier darum, ob man lieber für sich allein wohnt oder in einer WG. Das hat für mich überhaupt nichts mit Betreuung, Behinderung oder sonst etwas in der Richtung zu tun. Jetzt bin ich echt verwirrt.
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pandas
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Beitrag So., 17.11.2013, 01:18

Rilke hat geschrieben:Ich dachte, es geht hier darum, ob man lieber für sich allein wohnt oder in einer WG. Das hat für mich überhaupt nichts mit Betreuung, Behinderung oder sonst etwas in der Richtung zu tun. Jetzt bin ich echt verwirrt.
hallo rilke,

mein kleines Post bezog sich in der Tat auf die Behauptung in diesem Thread, dass es kein Recht auf eine eigene Wohnung in D gebe. Ich wollte darauf hinweisen, dass das falsch ist. Es ist natürlich in der Praxis nicht immer umsetzbar, bzw. derjenige muss darauf pochen und pochen.
So ist es auch oft bei körperlich behinderten Menschen, wo das teuer ist, wegen der notwendigen körperlichen Betreuung, gerade wo es auch keine Zivis mehr gibt. Es wird öfter versucht, dann den Menschen davon zu überzeugen, in einem betreuten Wohnheim zu leben, das ist aber nicht rechtens. Es gibt Fälle, wo das durchgesetzt wurde, das Recht auf eine eigene Wohnung.
Rilke hat geschrieben: Mit behindert oder nicht behindert hat das ja erstmal nichts zu tun, vielleicht meinen wir aber gerade auch was ganz Unterschiedliches?
Das war ein Beispiel von Vielen, wo das Recht ersichtlich wird.
Rilke hat geschrieben:Wenn ich aus irgendwelchen Gründen meine Wohnung verliere, dann kümmert sich sicher kein Gesetz darum, dass ich wieder ein Dach über den Kopf kriege. Entweder finde ich eine Wohnung und kann sie auch bezahlen, oder ich finde keine Wohnung / mich nimmt kein Vermieter. Kann doch alles passieren, warum haben wir denn so viele Obdachlose? Sicher nicht, weil die das alle so toll finden, auf der Straße zu leben.
Doch. Es ist Aufgabe der Betreuungseinrichtungen, darauf hinzuarbeiten, dass ein Obdachloser wieder in einer eigenen Wohnung lebt und eine bekommt. Dafür gibt es auch Kontigente. Wohnheime sollen heutzutage immer nur vorübergehend sein, wenn der Betroffene alleine wohnen kann, so soll ihm das auch ermöglicht werden.

In der Tat haben Obdachlose also ein Recht auf ein Dach über dem Kopf.
Ja, sie gehen dann in Obdachlosenwohnheime, wenn sie das denn wünschen.
Dort sollen sie dazu beraten werden, wie sie dauerhaft nicht-obdachlos werden.
Aber dazu sind nicht alle Obdachlose ansprechbar, denn damit sind auch Pflichten verbunden (wie arbeiten etc. oder zumindest dem Arbeitsmarkt zur Vefügung zu stehen). Somit nehmen diese Obdachlose das Recht dann in der Tat nicht in Anspruch ...
Rilke hat geschrieben:Oder... mir kommt da gerade ein Gedanke, wo hier das Missverständnis liegen könnte: meinst du, kein (behinderter) Mensch kann gezwungen werden, in einer betreuten Einrichtung zu wohnen statt in einer eigenen Wohnung?

Wie kommt das Missverständnis zustande?
Wie gesagt, das ist kein Missverständnis; das war ein Unterthema bzw. Beispiel für die Widerlegung der Behauptung, dass es kein Recht auf eine eigene Wohnung gebe. Dies gilt nicht nur für behinderte Menschen, sonder für alle in D gemeldete Menschen. Auch bei Asylbewerbern ist es mittlerweile umstritten, ob diese dazu gezwungen werden können, in Heimen zu leben.

Zu diesem Recht gehört auch, dass der Staat bzw. die Stadt dazu verpflichtet ist, wenn Wohnungsknappheit eintritt, sich darum zu kümmern und Bauprojekte anzuleiern.
Sieht man unter anderen (!) ja auch daran, dass neue Studentenwohnheime geplant sind etc.
Rilke hat geschrieben:Brighty schrieb:
Ich selber habe erst einmal in einer nicht betreuten WG gelebt, und mich überhaupt nicht gestört gefühlt.
(Hervorhebung von mir)
Kann es sein, dass sowohl du als auch Sonnenschein007 das Wörtchen "nicht" überlesen haben, vgl.:
Brighty, hat Dir betreutes Wohnen bis jetzt uneingeschränkt getaugt ?
oder habe ich das dahingehend falsch verstanden, dass Brighty bisher immer in betreuten WG's gewohnt hat, nur einmal nicht?
Ja, dann habe ich allerdings den ganzen Thread wohl falsch verstanden.
Ich habe mich doch gar nicht auf diese Zitate bezogen??

Sondern hierauf:
Rilke hat geschrieben:Also, einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigene Wohnung gibt's ja schon mal nicht.
Wie dargestellt, ist das falsch. In D gibt es einen solchen Anspruch. Wer das alleine nicht hinbekommt, dem wird eine Betreuung zur Seite gestellt, die mindestens bei der Wohnungssuche hilft. Im Extremfall bzw. wird nicht jeder auf eine solche Betreuung pochen.
Aber, wenn eine junge Frau sich z.b. an ein Obdachlosenheim wendet, dann gehen die Dinge ihren Gang.

Ob man das möchte oder nicht, ist in der Tat eine andere Frage.
Aber, dass es ein solches Recht gibt, ist dennoch ein wichtiger Unterpunkt dieser Frage und sollte deswegen nicht einfach so negiert werden, was eben nicht den Fakten entspricht ...
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Hamna
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Beitrag So., 17.11.2013, 01:25

pandas hat geschrieben:
Rilke hat geschrieben:Also, einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigene Wohnung gibt's ja schon mal nicht.
Wie dargestellt, ist das falsch. In D gibt es einen solchen Anspruch.
Ok, das habe ich tatsächlich nicht gewusst! Danke für die Klarstellung.
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Danica
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Beitrag So., 17.11.2013, 10:21

pandas hat geschrieben:
Wie dargestellt, ist das falsch. In D gibt es einen solchen Anspruch.
Rilke hat geschrieben:Ok, das habe ich tatsächlich nicht gewusst! Danke für die Klarstellung.
Ich wusste das auch nicht und wüsste auch nicht, wo das verankert sein sollte. Und aus der "Darstellung" konnte ich das auch nicht schlüßig entnehmen. Möglicherweise gibt's im Sozialrecht sowas, im Rahmen von Hartz IV o. Ä., aber danach war hier nach meiner Auffassung nicht gefragt, oder?

Hier ging es darum, ob es in D einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf eigenen Wohnraum gibt und den gibt's meines Wissens nicht.

Und die Fragestellung hab ich auch allgemein verstanden. Ist es grundsätzlich besser allein zu leben oder nicht. Dazu kann ich auch nur sagen: da kommt's auf den Einzelnen an und vielleicht noch auf die gesellschaftlichen Umstände, in denen ich lebe. Die Frage mag in Asien anders betrachtet werden, als in Europa.

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Brighty
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Beitrag So., 17.11.2013, 12:30

Sonnenschein007, uneingeschränkt kann man wirklich nicht gerade sagen. Ich schreibe Dir eine PM, wenn OK

montagne, ich werte nicht in eine bestimmte Richtung, um Deine Frage zu beantworten.
Ich habe mit Absicht provokativ gefragt (vielleicht weil ich nicht oft genug boxen gehe).

Ob es einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigene Wohnung gibt, weiss ich ehrlich gesagt auch nicht, auch wenn ich es vermute.
Spekulieren will ich aber auch nicht.

Für die Allgemeinheit:
das Thema beschäftigt mich, weil sich mir nach fast 4 Monaten in Wohnungen mit dünnen Wänden die Frage stellt, wie vernünftig diese Wohnform an sich eigentlich ist.
Und weil ich herausfinden möchte, wie ich, nachdem ich fast alle aller möglichen Wohnformen hinter mir habe, inzwischen jeweils dazu stehe.
Ich freue mich weiter über Erfahrungsberichte, auch per PM.


pandas
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Beitrag So., 17.11.2013, 20:39

Danica hat geschrieben: Ich wusste das auch nicht und wüsste auch nicht, wo das verankert sein sollte. Und aus der "Darstellung" konnte ich das auch nicht schlüßig entnehmen. Möglicherweise gibt's im Sozialrecht sowas, im Rahmen von Hartz IV o. Ä., aber danach war hier nach meiner Auffassung nicht gefragt, oder?

Hier ging es darum, ob es in D einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf eigenen Wohnraum gibt und den gibt's meines Wissens nicht.
Nun, dass es durch das Sozialrecht einen solchen gibt, ergibt sich ja daraus, dass es einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch durchaus gibt. Dass Gruppen wie körperlich behinderte Menschen einen Anspruch auf eine eigene Wohnung haben als auch dass das ALG II einen solchen vorsieht, basiert auf den Teilhabe-Gedanken: Es soll ein gesellschaftsübliches Leben ermöglicht werden. Und aus dem Grundgesetz von D geht hervor, dass ALLE angemessen leben sollen, dazu gehört eine Wohnung.

WO und WIE die Wohnung dann aussieht, ist eine andere Frage.
Aber auch wird deswegen nunmal in Ballungsgebieten stetig gebaut, Bauvorhaben stark staatlich gefördert etc.

Wer partout keine Wohnung findet, ist obdachlos, auch wenn er einen Mittelschichtsjob hat.
Theoretisch kann er dann bei den entsprechenden Stellen Hilfe suchen.
Dass die meisten Mittelschichtsarbeitenden dann lieber lange bei Freunden wohnen oder im Hotel, ist eine andere Sache ...

Jaaa, und dass diese Bauvorhaben dann auch öfter nicht so tolle sind wie dünne Wände, das kennen wohl auch viele.

Ich persönlich bin froh um meine eigene Wohnung, auch wenn ich mit ihr nicht 100 % zufrieden bin; aber sie hat auch Vorteile, z.b. ist sie zentral und ruhig.
Eine schöne Dusche hat sie auch und eine seperate Küche.

Ich habe auch längere Zeiten in WGs gelebt, aber das hat doch viel Konfliktpotential, auch wenn grössere Wohnungen von Schnitt und Lage im Vorderhaus oft insgesamt schöner und grösser sind.
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MissX
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Beitrag So., 17.11.2013, 22:44

Danica hat geschrieben:Ich wusste das auch nicht und wüsste auch nicht, wo das verankert sein sollte. Und aus der "Darstellung" konnte ich das auch nicht schlüßig entnehmen. Möglicherweise gibt's im Sozialrecht sowas, im Rahmen von Hartz IV o. Ä., aber danach war hier nach meiner Auffassung nicht gefragt, oder?
Jupp, nur zur Info.

§ 22 V SGB II

Solange die Wohnung "angemessen" ist (also quadratmeterzahl usw.), muss das Amt die Miete übernehmen (bei Personen, die über 25 Jahre alt sind [darunter nur in bestimmten Fällen]).
Daraus ergibt sich ein rechtsanspruch auf eine "angemessene Wohnung". Was da genau ist, ist auch noch mal extra geregelt.

Ansonsten denke ich, es gibt einfach gesellige Menschen und weniger gesellige Menschen.
Ich brauche zum Beispiel viel Raum und viel Rückzugsmöglichkeit, deshalb brauche ich unbedingt eine eigene Wohnung.

Andere Menschen können nicht allein sein, die sind dann besser in einer WG o. ä. aufgehoben vielleicht.

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Beitrag Mo., 18.11.2013, 10:22

ob es in D einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf eigenen Wohnraum gibt
Das SGB regelt Sozialleistungen für diejenigen, die auf die entsprechende Hilfe angewiesen sind.

Daraus lässt sich kein allgemeiner, rechtlich durchsetzbarer Anspruch für alle ableiten.

Das war die Frage. Und soweit ich sehe, ist auch nirgends explizit geregelt, dass angemessener Wohnraum gleichzusetzen sei mit eigenem Wohnraum.

Ist aber für die TE eh nicht interessant und damit OT.

Danke trotzdem für die interessanten Ausführungen.


montagne
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Beitrag Mi., 20.11.2013, 21:15

Vielleicht solltest du dann öfters Boxen gehen, Brighty?

Zum Thema:
Nach wie vor denke ich, jeder soll nach seiner Facon glücklich werden. Zwangsweise habe ich auch schon 2 mal in WGs gelebt und das war okay für mich, da ich wusste, es ist nur für eine begrente Zeit. Ansonsten würde ich lieber alleine wohnen, wenn ich nicht mit meinem Mann zusammen wohnen würde. Was natürlich etwas ganz anderes als in einer WG ist.
Ich brauche meine Privatsphäre, meine Rückzugsmöglichkeit. Ich will tun und lassen können, was ich will, will keine Kompromisse machen müssen. Vielleicht auch, weil ich im Alltag oft sehr für andere da sein muss, Kompromisse finden muss, mich anpassen muss. Das ist okay, braucht aber Ausgleich.


Was deine Wohnsituation angeht, so ist das ja wohl eher ein bauliches Problem, als ein Problem der Wohnform. Wenn dich das jetzt schon stört, wie wäre es dann in einer WG, in der man nicht nur Geräusche hinnehmen muss, sondern auch Gerüche, Verschutzungen, Aktivitäten anderer, ob man will oder nicht?

Nach meiner Erfahrung ist es eben auch etwas anderes, ob man jung ist und in einer WG lebt und dies eher eine, wnen auch anchmal über Jahre, Übergangslösung ist, bis man besser verdient oder mit dem Partner zusammenzieht, oder weil man es für einen Zweck tut oder ob man in der WG in eienr Situation lebt, die wenig Entwicklungsmöglichkeiten in Aussicht stellt.
amor fati

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Brighty
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Beitrag Do., 21.11.2013, 17:46

montagne hat geschrieben: wie wäre es dann in einer WG, in der man nicht nur Geräusche hinnehmen muss, sondern auch Gerüche, Verschutzungen, Aktivitäten anderer, ob man will oder nicht?
Man müsste sich dann nicht mehr dauernd fragen, ob man denn nun alleine ist oder nicht.
Und könnte mitentscheiden, mit wem man wohnt, anstatt das nehmen zu müssen, was der Vermieter vorklatscht. Und bei Problemen mit Nachbarn hätte man seine Mitbewohner als Mitstreiter.

Im Moment habe ich keine andere Alternative, als in die Wohnung im Nachbarhaus zu ziehen.
Dort hätte ich nur über mir und auf einer Seite Nachbarn, und dort nur auf eine kleine Wandfläche beschränkt.
Ich bin davon abgekommen, mir schonmal Schallschutz für die Fläche zu besorgen, da die Wand zumindest etwas dicker ist und habe die Vermietungsfrau gebeten, aufzupassen, dass dort jmd Ruhiges einzieht.
Ich werde morgen zum 5. Mal dort anrufen und versuchen, einen Annahme-/ Übergabetermin auszumachen.
Gestern wurschtelte ein einzelner Handwerker 2 Türen weiter in Hobbymanier fröhlich vor sich hin, an anderen freien Wohnungen haben sie Gardinen angebracht, damit keiner den Stand der Renovierungsarbeiten verfolgen kann.
Das sind Maschinen, die denken nicht, scheint mir.
Mein Nachbar hat vorhin, als ich aus der Dusche stieg,
Bei mir geklingelt, vermutlich weil er wissen will, warum ich noch hier bin. Könnte gerade nur noch rennen.