Einige (Beziehungs-)Geschichten aus meinem Leben

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
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Wurstel
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Einige (Beziehungs-)Geschichten aus meinem Leben

Beitrag Mo., 30.11.2020, 11:43

Wurstel


Im Folgenden möchte ich einige Episoden aus meinem Leben berichten, die irgendwie mit Beziehungen zu tun haben. Dies soll mir zur Erinnerung dienen und anderen dazu, mich und meine Handlungsweise zu verstehen, denn schon meine Eltern waren sehr ungewöhnlche Menschen, woraus resultiert, daß ich offenbar anders als andere Kinder erzogen wurde und daher anders als meine Mitschüler geworden bin (was einer der Gründe dafür war, daß ich keine Freunde hatte und die anderen Schüler dauernd auf mich losgegangen sind).

Viele Menschen verstehen nicht, warum ich mich gewehrt habe und vor allem, warum ich nicht von zuhause abgehauen bin. Ganz einfach: Weil mir damals niemand gesagt hat, daß man sowas machen kann. Woher hätte ich das auch wissen sollen? Da ich von den anderen Kindern gemieden wurde, gab es auch keinen positiven Kontakt mit denen. Überhaupt keinen. Ich war isoliert, obwohl wir stets knapp 40 Schüler in der Klasse waren. Da ich als Störenfried (weil mich die anderen Kinder stets verprügelt haben) angesehen wurde, wurde ich in der ersten Klasse Gymnasium in eine psychiatrische Kinderklinik, welche eine geschlossene Anstalt war, verfrachtet, in der ich vier Monate bleiben mußte - meine Mutter hat sich durchgesetzt, daß ich dann wieder ins Gymnasium gehen konnte (die wollten mich nämlich schon in der ersten Klasse rausschmeißen, weil mich die anderen Kinder dauernd schlugen), aber nach Wiederholung der vierten Klasse (wegen Geometrisch Zeichnen) war dann endgültig Schluß, da konnte nichtmal der Unterrichtsminister etwas dagegen unternehmen.

Gut, das sollte mal als Einleitung reichen.


Wurstel

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Beitrag Mo., 30.11.2020, 11:52

Wurstel


Ich habe zuhause noch diverse alte Computerzeitschriften herumkugeln. Die habe ich mir gekauft, weil da oft Ausdrucke von Basic-Programmen drin waren. In diesen Heften wurden immer verschiedene Heimcomputer mit deren Zubehör besprochen, und da gab es dann meistens einen Teil für jeden Heimcomputer, in dem dann Listings für irgendwelche Videospiele abgedruckt wurden, aber auch Informationen für neue Hardware standen.

So habe ich viele Folgen von "CK - Computer-Kontakt" und von "Homecomputer" und auch einige Folgen vom "PM - Computer" auf dem Dachboden herumliegen.

Zeitschriften für meinen Heimcomputer gab es in unseren Trafiken überhaupt nicht, die konnte man nur in manchen Heimcomputershops in Wien bekommen.

Das steht allerdings alles in einem Kasten auf dem Dachboden. Das wurde von meinem Vater so verlangt - die Alternative wäre gewesen, die Hefte alle zu verbrennen, und das wollte ich nicht.

Tja, mein Vater war ja so ein Stoffel. Der hat ja auch den Bösendorfer-Klavierflügel, den meine Oma mütterlicherseits geerbt hat und der auf dem Vorkeller gestanden ist (und auf dem ich als Kind gerne herumgeklimpert habe), zerhackt und die Trümmer im Ofen verbrannt, weil er ihm im Weg gestanden ist, da er dort seine Hobelmaschine (die er aber eh nur selten brauchte) dauerhaft aufstellen wollte.

So hat mich einmal eine damalige Arbeitskollegin besucht, weil ich ihr sagte, daß in einem Kasten auf dem Dachboden viele alte Bücher stehen. Als sie diese Bücher sah, schlug sie die Hände zusammen und meinte: "Wenn du mal Geld brauchst, dann weißt du, daß es hier steht. Diese Bücher sind uralt und daher sehr wertvoll. Da sind ja Bücher aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und auch Künstlerbücher dabei. Das ist doch Millionen wert!" Als ich das dann meinen Eltern erzählt habe, lachten mich diese aus. Mein Vater sagte: "Na, dann ist meine Hobelbank aber 200 Milliarden wert, denn mit der kann man viel mehr machen als mit den Büchern."

Aufgrund meiner schon damals vorhandenen leichten Gehbehinderung bin ich nur selten auf den Dachboden gegangen. Irgendwann habe ich festgestellt, daß der Kasten, in dem diese Bücher waren, leer ist. Ich habe meinen Vater gefragt, und der sagte mir, daß er sie in den Ofen gesteckt hat, denn da waren sie wenigstens noch ein bißchen was wert.

Naja, was soll man von einem Menschen halten, für den der Brennweert eines Bildes der einzige Wert desselben darstellt? Und der mich, als ich ihm erklärte, daß der Oskar Kokoschka ein Maler war, allen Ernstes fragte, wieviel der Kokoschka für das Ausmalen eines Zimmers verlangt?

Was meint Ihr zu dieser Sache?
Welchen Eindruck habe Ihr nach dieser Schilderung von meinem Vater?

(Da ich nicht will, daß dieses Thema in "Lange Postings" verschoben wird, werde ich hier erst wieder reinschreiben, wenn es konstruktive Meinungen zu dem von mir Geschriebenem gibt.)


Wurstel

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 30.11.2020, 14:36

Diese Zeitschriften sind nurnoch für eine sehr geringe Zielgruppe irgendetwas wert, wenn du Glück hast 3-10 Euronen je nach Zustand und dann braucht es immernoch einen Käufer, also das war einfach quark was deine Arbeitskollegin erzählt hat. Da mich das Gebiet interessiert, kenne ich die Szene etwas.

Dein Vater wirkt wie ein höchst unempathischer und egomaner Mensch, der sich nicht um andere schert, jedoch sich selbst gerne narzistsich in Szene setzt mit einem Haufen an Dramatik und Machtausübung.
Das wäre die Art Mensch (egal ob Familie oder nicht) die ich aus meinem Umfeld entfernen würde, schlicht weil dieser Mensch pures Gift für einen selbst ist.

Dein Geschriebenes wirkt auf mich zerstreut und teilweise etwas wirr (subjektive Einschätzung, nicht wertend gemeint), geht es dir gut oder hast du konkret ein Problem?
..:..

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Wurstel
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Beitrag Mo., 21.12.2020, 10:04

Wurstel

Sinarellas hat geschrieben:
Mo., 30.11.2020, 14:36
Diese Zeitschriften sind nurnoch für eine sehr geringe Zielgruppe irgendetwas wert, wenn du Glück hast 3-10 Euronen je nach Zustand und dann braucht es immernoch einen Käufer, also das war einfach quark was deine Arbeitskollegin erzählt hat. Da mich das Gebiet interessiert, kenne ich die Szene etwas.
Meine Arbeitskollegin hat nicht die Computerhefte gemeint (die habe ich ihr auch gar nicht gezeigt), sondern die Bücher, die aus der Zeit von ca. 1700 bis ca. 1930 gewesen sind. Das waren handgebundene Bücher, die meine Großmutter geerbt hatte. Und da hat meine Arbeitskollegin gemeint, daß diese Bücher ein Vermögen wert sind. Nur leider waren sie eines Tages weg. Als ich meinen Vater danach fragte, sagte der mir, daß er sie in den Ofen gesteckt hat, da sind sie wenigstens noch zum Heizen gut.
Sinarellas hat geschrieben:
Mo., 30.11.2020, 14:36
Dein Vater wirkt wie ein höchst unempathischer und egomaner Mensch, der sich nicht um andere schert, jedoch sich selbst gerne narzistsich in Szene setzt mit einem Haufen an Dramatik und Machtausübung.
Das kann man wohl so sagen.

Die Probleme, die ich habe, resultieren zu einem sehr großen Teil daraus, daß meine Eltern schon lange vor meiner Geburt beschlossen haben, daß ich in Vaters Fußstapfen treten und zusammen mit meiner Frau Haus und Hof weitererhalten muß. Jedoch wurde zuerst meine Schwester geboren, erst zehn Jahre später kam ich auf die Welt. Ich hatte von Anfang an körperliche Probleme, sodaß schon in der Schule die anderen Schulkollegen dauernd auf mich losgegangen sind. Erst als ich 40 Jahre alt war, lernte ich eine Frau näher kennen, mit der ich dann um die Häuser zog. Leider kam es nicht zu der von meinem Vater angestrebten Heirat zwischen mir und dieser Frau (die ich "meine Freundin" nenne), sondern zum Kontaktabbruch ihrerseits, obwohl mir mein Vater 40.000 Euro Mitgift bezahlt hat, damit ich diese Frau heiraten kann; dieses Geld habe ich in Unternehmungen mit ihr und in unsere gemeinsame Fernsehsendung investiert. Mein Vater verlangte dann von mir, daß ich zu dieser Frau hinfahre und das Geld mit Gewalt von ihr zurückhole - er sagte, daß diese Frau die Ehre unserer Familie beschädigt hat und es meine Pflicht bei den Gräbern unserer Ahnen wäre, diese Ehrverletzung zu sühnen. Das habe ich selbstverständlich nicht gemacht, aber von der Frau jene Geldbeträge zurückverlangt, die ich ihr geborgt hatte. Daraufhin drohte sie mir an, mich wegen Stalking anzuzeigen, wenn ich das geborgte Geld zurückverlange. Das Ergebnis waren dann drei Gerichtsverhandlungen:
- Klage wegen Geldforderungen gegen sie (wegen Einspruch gegen den gerichtlichen Zahlungsbefehl)
- Strafverfahren wegen "Beharrlicher Verfolgung" (= Nachstellung, Stalking) gegen mich (Freispruch)
- Schadenersatzklage meiner Verteidigerkosten gegen sie (sie hatte mich ja verleumdet)

Der Umstand, daß ich nicht fähig war, das ihr geborgte Geld zurückzuholen, war einer der Gründe, weshalb meine Familie immer wieder beim zuständigen Gericht Entmündigungsanträge (gemeint ist Besachwaltung bzw. jetzt Erwachsenenvertretung) gestellt hat, die letztlich erfolgreich waren. (Ein zweiter Grund für diese Anträge war meine Band, und ein dritter der Umstand, daß sehr viele Leute in mir eine Geldquelle sahen. Daß ich nur dann Freunde habe, wenn ich sie bezahle, ist auch so eine Sache...)
Sinarellas hat geschrieben:
Mo., 30.11.2020, 14:36
Das wäre die Art Mensch (egal ob Familie oder nicht) die ich aus meinem Umfeld entfernen würde, schlicht weil dieser Mensch pures Gift für einen selbst ist.
Schon mein erster Therapeut hat 1987 gesagt, daß ich SOFORT weg da von zuhause soll und hat auch eine Wohnung für mich gefunden, doch leider hat meine Mutter meinen Auszug erfolgreich verhindert. (Die genauen Umstände habe ich schon mehrmals im Psychotherapieforum geschrieben.) Das Ergebnis war, daß es statt besser deutlich schlechter geworden ist...
Sinarellas hat geschrieben:
Mo., 30.11.2020, 14:36
Dein Geschriebenes wirkt auf mich zerstreut und teilweise etwas wirr (subjektive Einschätzung, nicht wertend gemeint),
Das kommt daher, weil ich mich hier kurzfassen muß.
Sinarellas hat geschrieben:
Mo., 30.11.2020, 14:36
geht es dir gut oder hast du konkret ein Problem?
Nein, es geht mir gar nicht gut. Deshalb schreibe ich ja hier in diversen Unterforen. Aktuell beispielsweise hier:
viewtopic.php?f=40&t=44048


Wurstel

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chrysokoll
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Beitrag Mo., 21.12.2020, 22:15

du kannst nur jetzt alles dran setzen ein eigenes Leben zu führen, unabhängig von den Eltern.
Jetzt endlich ausziehen!

Die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern, auch wenn du das noch so sehr drehst und wendest.
Ob diese Bücher wirklich etwas wert waren, gar viel wert waren kann dir niemand sagen.
Keinesfalls alle alten Bücher sind etwas wert.
Das ist aber auch egal, sie sind weg. Schliess damit ab!

Auch die schwierige Geschichte mit der Frau: Bedauerlich, schlimm.
Aber auch hier gilt: Was willst du für DICH für die Zukunft ?