Montana hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:54
Ich würde nur bei jedem Teilnehmer bis zum Beweis des Gegenteils von einem VeränderungsWUNSCH ausgehen. Ansonsten möge derjenige seine Therapie beenden, denn dann braucht er ja keine.
Wenn ich die "Probleme" aber im Außen sehe und nicht bei mir dann habe ich zwar einen Veränderungswunsch dieser bezieht sich aber nicht auf den "Bereich" denn ich sicher verändern kann (= mich und mein Verhalten) sondern auf etwas dass außerhalb meiner Macht liegt (= die anderen und ihr Verhalten).
Wenn ich zB. das Problem habe dass ich nicht zu Wort komme dann kann ich daran arbeiten dass ich besser zu Wort komme. Entweder indem ich beharrlicher dran bleibe oder indem ich versuche auf den anderen einzugehen und zu klären warum dieser mich überhaupt unterbricht etc. pp.. Dann würde ich an MIR arbeiten.
Wenn ich aber den Therapeuten auffordere das für mich bei den anderen zu regeln und die für mich "zurechtzuweisen" dann lerne ich diesbezüglich rein gar nix und schicke andere los die für mich "an den Umständen" arbeiten sollen. So wird man aber nicht selbstständiger und fähiger sondern bleibt abhängig.
Und das eigene Glück/Wohlbefinden von äußeren Umständen abhängig zu machen ist keine sonderlich zielführende Strategie sondern macht spätestens dann unglücklich wenn diese Umstände mal nicht so sind wie ich sie mir wünschen würde.
Dieses Problem haben doch viele "abhängige" Menschen: Sie leiden nicht "unter sich" sondern "unter den Umständen". Damit geben sie ihre eigene Macht aus der Hand und fühlen sich den "unglücklich machenden Umständen" ausgeliefert anstatt daran zu arbeiten diese Umstände selbst aktiv zu verändern und die Probleme anzupacken. Das ist ja genau dieses "der böse Andere" Denken dass sich mühsam am anderen und dessen Veränderung abarbeitet anstatt einfach gut für sich selbst zu sorgen und entsprechend zu handeln.