Gruppentherapie - hat schlecht angefangen

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:29

münchnerkindl hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:10
Es ist nicht gerade einfach eine Therapie zu finden. Wenn man zB ländlich lebt hat man überhaupt nicht die große Auswahl. Dann ist es so, dass gerade die guten Therapeuten häufig lange Wartelisten haben und man da nicht so einfach reinkommt.
nein, es ist nicht einfach eine Therapie zu finden. Nirgendwo.
Wobei der TE nun nicht geschrieben hat ob er ländlich wohnt oder bereit und in der Lage ist auch zu fahren.

Die Alternative kann dann aber nicht sein in einer völlig unpassende Therapie zu bleiben

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Montana
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:39

Was geht denn hier ab?

Die Therapiegruppe muss wohl eine Art Parallelgesellschaft sein, in der ganz normale Umgangsregeln einfach nicht gelten. Wer die aber gerne hätte, der ist ein Narzisst und sollte die Gruppe lieber nicht mit seiner Anwesenheit behelligen. Denn schließlich sind die Teilnehmer der Gruppe alle sowieso nicht daran interessiert, sich zu verändern. Das von ihnen zu erwarten wäre quasi schon eine Gewalttat.
Komisch nur, dass die dann in eine Therapiegruppe kommen. Und auch komisch, dass in der Gruppe schon vor der Teilnahme der TE Kämpfe ausgetragen wurden. Offenbar fühlen sich auch die anderen in ihrer grenzenlosen Freiheit, sich auszudrücken, gar nicht richtig wohl. Denn sie treten sich dabei permanent gegenseitig auf die Füße.

Was mir übrigens ganz sauer aufstößt an dem Verlauf dieses Threads hier, sind die Parallelen zu Mobbing im Real Life. Da ist es ganz klassisch, dass das Opfer die Schuld an der Situation zugeschoben bekommt. Nach dem Motto: "Keiner hier hat ein Problem. NUR DU. Also stimmt mit DIR etwas nicht."

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:44

Moment, ich sehe da nun überhaupt kein Mobbing.

Der TE kommt in eine Gruppe und der dortige Umgang und die Vorgehensweise des Therapeuten sind nichts für ihn.
Ja, kann vorkommen.

Er findet dass alle in der Gruppe sich falsch verhalten, nur er nicht.
Bei sowas werde ich tatsächlich immer hellhörig. Das ist ein bisschen wie der Witz mit dem Geisterfahrer.

Ganz unabhängig davon ist aber einfach sonnenklar:
Der TE wird weder den Therapeuten noch die Gruppe ändern können
Er kann sich entscheiden dort zu bleiben. Oder zu gehen. Mehr ist nicht.


mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:45

Montana hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:39 Denn schließlich sind die Teilnehmer der Gruppe alle sowieso nicht daran interessiert, sich zu verändern. Das von ihnen zu erwarten wäre quasi schon eine Gewalttat.
Wenn sie nicht daran interessiert sind eindeutig JA. Kein Therapeut - oder Mitpatient - der Welt darf einen Patienten zu Veränderungen ZWINGEN, die müssen immer aus dem Patienten selbst kommen. Er kann allenfalls die Therapie beenden wenn er da keine Aussicht auf "Erfolg" sieht.

Für meine Begriffe hast Du eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon wo Übergriffigkeit anfängt und wo sie aufhört.

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Montana
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:50

In der Gruppe sehe ich auch kein Mobbing. Aber hier in diesem Thread sehr wohl, nämlich gegen die TE. Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, wie man meine Aussagen so falsch interpretieren kann, wie das hier die ganze Zeit passiert. Allerdings nur von genau zwei Personen. Alle anderen leben scheinbar in der gleichen Welt wie ich.


mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:51

Montana hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:50 Alle anderen leben scheinbar in der gleichen Welt wie ich.
Dann würde ich mir einfach eine Gruppe suchen die diesbezüglich homogen ist. ;-)

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Montana
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:54

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:45 Für meine Begriffe hast Du eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon wo Übergriffigkeit anfängt und wo sie aufhört.
So etwas verbitte ich mir. Ich greife dich schließlich auch nicht persönlich an.
Im Übrigen wüsste ich auch nicht, wo ich etwas vom Erzwingen einer Veränderung geschrieben hätte. Ich würde nur bei jedem Teilnehmer bis zum Beweis des Gegenteils von einem VeränderungsWUNSCH ausgehen. Ansonsten möge derjenige seine Therapie beenden, denn dann braucht er ja keine.

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Montana
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Beitrag Di., 07.07.2020, 13:55

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:51
Montana hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:50 Alle anderen leben scheinbar in der gleichen Welt wie ich.
Dann würde ich mir einfach eine Gruppe suchen die diesbezüglich homogen ist. ;-)
Danke, aber ich bin nicht auf der Suche nach einer passenden Gruppentherapie.

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Mie
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Beitrag Di., 07.07.2020, 14:06

"Ganz unabhängig davon ist aber einfach sonnenklar:
Der TE wird weder den Therapeuten noch die Gruppe ändern können
Er kann sich entscheiden dort zu bleiben. Oder zu gehen. Mehr ist nicht."

gehen oder bleiben... das klingt mir ein bisschen zu sehr nach friss oder stirb.

Der TE könnte ja auch einfach einmal in die Gruppe fragen, ob es denn wirklich so ist wie er die Gruppe erlebt. Realitätsüberprüfung machen :). Wenn die Thera einigermaßen kompetent ist wird sie schon darauf achten, dass er anschließend nicht zu stark gegenkonfrontiert wird :).

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 14:10

Mie hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 14:06
gehen oder bleiben... das klingt mir ein bisschen zu sehr nach friss oder stirb.

Der TE könnte ja auch einfach einmal in die Gruppe fragen, ob es denn wirklich so ist wie er die Gruppe erlebt. Realitätsüberprüfung machen :). Wenn die Thera einigermaßen kompetent ist wird sie schon darauf achten, dass er anschließend nicht zu stark gegenkonfrontiert wird :).
letztlich läuft es aber darauf hinaus: Gehen oder bleiben

Und ja klar könnte der TE eine Menge machen, eben auch wie von dir vorgeschlagen das mal in der Gruppe ansprechen.
Ob er das will, ob er das kann... das wissen wir nicht. Ist aber ein guter Vorschlag.

Und natürlich kann (KANN !) es sein dass er das in der Gruppe anspricht und dann drei Gruppenmitglieder erleichtert sagen dass es ihnen auch zu viel und zu heftig ist. Kann sein. Oder auch nicht.

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Beitrag Di., 07.07.2020, 14:22

chrysokoll hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 14:10 Und natürlich kann (KANN !) es sein dass er das in der Gruppe anspricht und dann drei Gruppenmitglieder erleichtert sagen dass es ihnen auch zu viel und zu heftig ist. Kann sein. Oder auch nicht.
Ist aber ein guter Gedanke. Danke dafür.

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münchnerkindl
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Beitrag Di., 07.07.2020, 16:57

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:18 Und deshalb tut man sich was an dass dazu führt dass es einem schlechter geht als ohne? Weil man ja nicht "anders kann"? Sorry, das Argument zieht nicht. Das ist typischer "Opfersprech".


Und was soll man dann machen wenn man zB enweder sofort diese schlechte Therapie die einem nicht gut tut oder aber erst in 2 Jahren eine gute bekommen kann.

Ja, da ist man dann ganz real Opfer dieser Umstände. Das ist Fakt.

Eigentlich hat man als Kassenpatient Anspruch auf zeitnahe adäquate Behandlung einer Krankheit. Das ist aber real so bei psychischen Krankheiten oft nicht gegeben. Selbst Fachleute beklagen, dass die ambulante Versorgung von psychisch kranken Menschen in D in weiten Bereichen unzureichend ausgestattet ist.

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münchnerkindl
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Beitrag Di., 07.07.2020, 17:04

chrysokoll hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:44
Er findet dass alle in der Gruppe sich falsch verhalten, nur er nicht.
Bei sowas werde ich tatsächlich immer hellhörig. Das ist ein bisschen wie der Witz mit dem Geisterfahrer.


Alle werden in der Gruppe nicht die Aggroheimer sein. In der eskalierenden Gruppe bei mir in der Klinik waren es 3 von 7 Leuten, von denen 2 echt aggressiv waren. Aber das hat gelangt, dass allgemein die Stimmung in der Gruppe schlecht war und immer wieder Konflikte eskaliert sind. Die 2 sind dann auch aus der Klinik rausgeworfen worden, die sind irgendwann ausserhalb der Gruppen so aggressiv ausgerastet dass sie gehen mussten.

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münchnerkindl
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Beitrag Di., 07.07.2020, 17:07

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:45
Für meine Begriffe hast Du eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon wo Übergriffigkeit anfängt und wo sie aufhört.

Wenn jemand beharrlich andere Leute unterbricht und nicth ausreden lässt fängt auf jeden Fall die Übergrifflichkeit schon an.


mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 17:22

Montana hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 13:54 Ich würde nur bei jedem Teilnehmer bis zum Beweis des Gegenteils von einem VeränderungsWUNSCH ausgehen. Ansonsten möge derjenige seine Therapie beenden, denn dann braucht er ja keine.
Wenn ich die "Probleme" aber im Außen sehe und nicht bei mir dann habe ich zwar einen Veränderungswunsch dieser bezieht sich aber nicht auf den "Bereich" denn ich sicher verändern kann (= mich und mein Verhalten) sondern auf etwas dass außerhalb meiner Macht liegt (= die anderen und ihr Verhalten).

Wenn ich zB. das Problem habe dass ich nicht zu Wort komme dann kann ich daran arbeiten dass ich besser zu Wort komme. Entweder indem ich beharrlicher dran bleibe oder indem ich versuche auf den anderen einzugehen und zu klären warum dieser mich überhaupt unterbricht etc. pp.. Dann würde ich an MIR arbeiten.

Wenn ich aber den Therapeuten auffordere das für mich bei den anderen zu regeln und die für mich "zurechtzuweisen" dann lerne ich diesbezüglich rein gar nix und schicke andere los die für mich "an den Umständen" arbeiten sollen. So wird man aber nicht selbstständiger und fähiger sondern bleibt abhängig.

Und das eigene Glück/Wohlbefinden von äußeren Umständen abhängig zu machen ist keine sonderlich zielführende Strategie sondern macht spätestens dann unglücklich wenn diese Umstände mal nicht so sind wie ich sie mir wünschen würde.

Dieses Problem haben doch viele "abhängige" Menschen: Sie leiden nicht "unter sich" sondern "unter den Umständen". Damit geben sie ihre eigene Macht aus der Hand und fühlen sich den "unglücklich machenden Umständen" ausgeliefert anstatt daran zu arbeiten diese Umstände selbst aktiv zu verändern und die Probleme anzupacken. Das ist ja genau dieses "der böse Andere" Denken dass sich mühsam am anderen und dessen Veränderung abarbeitet anstatt einfach gut für sich selbst zu sorgen und entsprechend zu handeln.

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