Therapeutin hilft nicht bei SVV

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Amra
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Beitrag Mi., 13.02.2013, 14:40

@ anything

Hahaha jaa, das ist mir bekannt. Aber eher von meiner Familie als von meinen Freunden her, ich hab mir nur die Goldstücke bewart und die sind wahrlich Hoffnung für die angeblich so verkorkste Jugend von heute.

Ne, das finde ich schon heftig. Besonders wenns die Mama ist, die schreien weggefahren wird. Das ist eine Dauerbelastung, also musst du dich eigentlich gar nicht wundern. Dann ist auch klar warum sich deine Mama Vorwürfe macht, weil sie ja irgendwo weiß dass es nicht einfach für dich war und ihre Anfälle (die gewiss auch nicht aus Spaß waren) mit an der Situation Schuld sind. Wenn es so früh war ist es übrigends ein großes Ding, weil du überfordert warst und auch nicht gewusst hättest wie du ihr hättest helfen können.

Ja. Seit meinem 13. oder 14. Lebensjahr ungefähr, mit Mitte 19 war ich dann aus dem gröbsten raus. Ist nicht so als wäre ich nicht immer noch oft ziemlich labil, aber ich möchte mich weder umbringen noch kurzfristig alles hinwerfen. Ich hab wieder Pläne und fange langsam an mich zu mögen. (Hatte so einen extremen Selbsthass aufgebaut. Unglaublich.)
Meine Familie mütterlicherseits fährt die Alkohol- und Psychoschiene, die Familie väterlicherseits hisst dazu die Drogen- und Arbeitslosigkeitsflagge. Hört sich schlimmer an, als es vermutlich ist. :'D
Jedenfalls mache ich jetzt mein Abi nach, jobbe, will bald ausziehen und freu mich total darüber, wenn ich nicht grade voll unter- oder überfordert bin.
"Kennst du das, wenn du lieber Drachen töten und in der Wüste leben würdest, als noch einen Tag länger in dieser Gesellschaft gefangen zu sein?"

"Bestens!"

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anything
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Beitrag Mi., 13.02.2013, 15:14

@Launebär

Hmm, also das war so, dass ich vom Hausarzt direkt überwiesen wurde. Mir wurde aber gesagt, falls es mir nicht passen würde, dass ich jeder Zeit die Therapeutin wechseln könnte.

Du hast natürlich recht. Ich kann im Moment wirklich nicht sagen, was denn genau dazu führt, dass ich den Drang verspüre, mich selbst zu verletzen.

Ich habe glaube ich mal von Skills gehört. Ist das nicht dann, wenn man autoagressive Patienten zum Beispiel barfuss durch Schnee laufen lässt? Also halt, dass man die Schmerzen, die man möchte bekommt, allerdings keine Schäden davon trägt? Oder ist das was anderes?

@Ambra

Versteh mich nicht falsch, ich habe tolle Freunde, jedenfalls ein paar davon. Mit den anderen bin ich halt einfach ‚befreundet’, ich würde ihnen mein Leben allerdings nicht anvertrauen. Und die Jugend von heute ist mehr als verkorkst. Ich gehöre wahrscheinlich auch dazu, leider

Okay… Bei dir hat das echt ziemlich früh angefangen, aber freut mich, dass es langsam wieder bergauf geht. Bin leider noch ganz am Anfang vom Weg. Ich fange leider auch an, jeden Fehler immer auf mich zurückzuführen. An manchen Tagen kann ich mich nicht einmal mehr im Spiegel ansehen.
Ich kann mir vorstellen, wie schlimm das ist, das hört sich nicht nur so an! In meiner Familie gibt’s auch zahlreiche so schwarze Schafe.

Das hört sich wirklich toll an Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft und alles Gute!

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anything
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Beitrag Mo., 18.02.2013, 10:56

Ich war jetzt letzte Woche wieder bei der Therapeutin und hatte einen 'Anfall'? Jedenfalls bin ich auf dem Behandlungsbett wieder aufgewacht, habe eine Infusion bekommen weil ich zu wenig gegessen und getrunken hatte. Und das war wohl das peinlichste, das mir im ganzen Leben passiert ist, da meine Arme entblösst waren und Blicke auf sich zogen. Meine Eltern hat sie auf meinen Wunsch nicht benachrichtigt... Jedenfalls haben wir uns dann gezielt über das svV unterhalten und sie meinte, sie hätte dem mehr Beachtung schenken sollen. Sie habe vor allem nach dem Grund, der mich dazu bewegt mich selbst zu verletzen gesucht.

Danach war die Schule an der Reihe. Wir hatten Sportunterricht am Donnerstag und haben Tennis gespielt, ich hatte wie immer einen Pullover an und frische Schnitte darunter (ein paar Stunden alt). Beim Spiel gegen einen Schüler hat der zu fest aufgezogen und der Ball hat mich ziemlich fest am Unterarm getroffen. Ich habe wirklich das Gefühl alles war gegen mich, weil einer der Schnitte angefangen hat zu bluten. Der Kerl hat gemeint, dass es seine Schuld war, ist zu mir rübergerannt, meine Proteste ignoriert und den Ärmel hochgezogen um zu gucken, ob alles in Ordnung ist. Er ist kreidebleich geworden hat nichts mehr gesagt und den Ärmel wieder runtergezogen und mich die folgenden Tage nicht einmal angesehen. So wie es aussieht hat er es auch niemandem weitererzählt ausser meiner besten Freundin. Ich wusste dass so was passieren würde und bin jetzt grundlos wütend auf die Therapeutin, weil sie mich nicht vom Sport entschuldigen lassen wollte.

Meine beste Freundin ist schliesslich zu mir gekommen und hat ihrer Wut freien Lauf gelassen. Dinge gesagt die mich richtig schockiert und verletzt haben. Ich habe in meinem Zustand sofort angefangen zu heulen weil ich einfach müde war und war und habe Dinge gesagt, die ich nicht meinte. Seitdem habe ich mit niemandem mehr geredet, jedenfalls nicht richtig.

Wahrscheinlich ergibt dieser Text nicht einmal richtig Sinn, aber mir ging es wirklich schon besser und den nächsten Termin habe ich zwar am Mittwoch aber ich bin einfach am Ende und habe das Gefühl zu platzen wenn mich noch mal jemand anspricht.

Ich habe alle Prüfungen in den letzten zwei Wochen vergeigt. Egal wie gut ich lerne, ich kann mich weder konzentrieren noch kann ich mir was merken. Im Unterricht schlafe ich die ganze Zeit über fast ein und es ist mir einfach egal. So schlimm war es noch nie... ich bin normalerweise eine gute und anständige Schülerin und wurde letzte Woche zudem noch aus dem Unterricht geworfen, weil ich den Lehrer beleidigt habe, als der mich darauf angesprochen hat, dass ich (mit zwei Stunden Schlaf) wie eine Leiche ausgesehen habe.

Alle um mich herum haben genug Probleme, ich versuche sie nicht zu belasten aber dann sind sie wütend, weil ich ihnen nichts erzähle. Und wenn ich es erzähle ist auch nicht gut. Zu Hause spiele ich immer noch heile Welt, meinen Eltern zu liebe und streite dafür nur noch mit meinem Bruder weil ich mich immer noch schneide. Ich habe ihm gestern vor Wut mein Handy an den Kopf geworfen weil er mich so sehr bedrängt hat. Er hat mein ganzes Zimmer nach Klingen durchsucht und wollte meine Arme sehen und dann habe ich irgendwie die Fassung verloren.

Es tut mir einfach leid, dass ich allen so eine Last bin und im Moment möchte ich einfach weg und nicht zurückkommen, bis ich wieder gesund bin. Ich kann mich nicht einmal mehr im Spiegel ansehen und habe gestern aus Frust alle meine Schminksachen in die Tasche gepackt und auf dem Weg zur Arbeit in den Müll geworfen.

Tut mir leid für den Roman... aber das musste jetzt irgendwie raus.

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Dampfnudel
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Beitrag Mo., 18.02.2013, 12:51

Hallo anything,

das klingt alles ganz schön schlimm, was Du da schreibst. Und verzweifelt Hast Du eine Ahnung, was Du gerade gebrauchen könntest, damit es Dir besser geht?
anything hat geschrieben: Ich habe glaube ich mal von Skills gehört. Ist das nicht dann, wenn man autoagressive Patienten zum Beispiel barfuss durch Schnee laufen lässt? Also halt, dass man die Schmerzen, die man möchte bekommt, allerdings keine Schäden davon trägt? Oder ist das was anderes?
Sowas kann auch dazugehören. Es muss dabei nicht unbedingt darum gehen, dass man anderweitige Schmerzen fühlt. Es kann auch darum gehen, sich selbst überhaupt wieder mehr zu spüren. Mir hat mal eine Therapeutin, die nicht so richtig überzeugt schien, was an den seltsamen Gefühlen des Abgetrenntseins und Drucks dran sein sollte (aus diesem Gefühl heraus kommen bei mir auch die svV-Impulse), von denen ich ihr erzählt habe, mich unter die kalte Dusche zu stellen. Das hat für den Moment geholfen, aber kurz danach kam das Gefühl wieder. Daraufhin habe ich mich richtig lange unters kalte Wasser gestellt, bis ich das Gefühl hatte, dass ich wieder richtig "da" bin, und das hat dann sogar für mehrere Tage geholfen. Die Therapeutin wirkte überrascht, als ich ihr davon erzählt habe, kannte sich damit anscheinend auch nicht besonders aus, aber ich habe dann angefangen, nach Skills zu googeln und in Büchern zu lesen.

Andere Therapeut haben mir mal geraten (auch, ohne ansonsten weiter auf das Thema Skills einzugehen), wenn es "losgeht", sehr bewusst drauf zu achten, wie ich den Boden unter den Füßen spüre, ggf. auch erst die Fußsohlen mit einem Igelball abzurollen und dann auf den Boden zu stellen, weil sie damit noch mehr spüren würden. Das klappt oft ganz gut, um mich wieder zurückzuholen, wenn ich sofort damit anfange. Im Sitzen funktioniert es auch, wenn ich den Druck gegehn Sitzfläche, Arm- oder Rückenlehnen verstärke, um sie besser zu spüren.

Vielleicht interessiert Dich dieser Artikel hier: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 47358.html , da wird ein Stück weit erklärt, was im Gehirn passiert und, wenn ich es richtig verstanden habe, dass sowohl svV als auch (manche?) Skills dazu dienen, eine Übererregung in der Amygdala zu dämpfen, und dazu scheinen sowohl Schmerz als auch andere Sinnesreize nützlich zu sein (in der Studie, die da zitiert wird, wurde der Einfluss von Wärmereizen untersucht). Die Amygdala ist im Gehirn eine wichtige "Schaltzentrale" für die Entstehung von Angst, emotionaler Bewertung von Ereignissen und Erregung.

Hier im Forum gibt es auch einen Thread, in dem ganz viele Skills gesammelt sind, schau mal hier:
viewtopic.php?f=4&t=9311

Liebe Grüße
Dampfnudel
Alles hat seine Zeit.

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anything
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Beitrag Mo., 18.02.2013, 17:34

Hallo Dampfnudel
Danke für deine Antwort und entschuldige, dass ich dich so zumülle.

Es ist fast zu viel, ich kann das nicht richtig erklären weil ich anscheinend die einzige in meinem Alter bin, die mit solchen Dingen schon überfordert ist.

Da ist die Ausbildung, die mir so viel abverlangt und ich bin total erschöpft, ich muss noch mehrere Präsentationen innerhalb 2 Wochen erstellen und diese vor Profis vortragen und ich meine die Bewertung hat grossen Einfluss auf die Abschlussprüfungen nächstes Jahr.

Ich bekomme Richtige Krämpfe wenn ich auch nur daran denke . Unzählige Tests in der Schule, Aufsätze und Projekte und ich habe noch keinen Finger gerührt weil ich nicht weiss wo ich anfangen soll.

Meine Mutter muss meinetwegen wieder zum Therapeuten und mein Vater hat mich kürzlich gebeten wieder ein bisschen 'fröhlicher zu sein'. Er hat Verständnis für mich aber er denkt nun mal, dass bei meiner Mutter das Risiko eines Rückfalls zu gross ist, womit er wohl recht hat. Ausserdem glauben sie mir ginge es schon viel besser. Aber das ist meine schuld nicht ihre.

Mein Bruder hat bald Abschlussprüfungen und er hat Ärger mit der Schule und seinem Chef weil seine Noten im Keller sind und das macht meinen Eltern zusätzlichen Stress, noch ein Grund mehr sie nicht mit meinen Problemchen zu belasten.

Meine Freunde erdrücken mich mit ihren Angelegenheiten und ich habe einfach keine Zeit und Geduld. Es herrscht so ein Chaos und ich weiss nicht mehr weiter, ich bin fertig und kann nicht mehr daran denken was alle noch von mir verlangen.

Und ich habe das Gefühl dass ich nie zur Ruhe komme, ich kann bis zum Sommer keine Ferien beziehen und auch dieser Gedanke macht mich fertig. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal mehr als vier Stunden geschlafen habe.

Ich wünschte mir jemand würde die Zeit anhalten damit ich alles ein wenig ordnen kann. Und schlafen kann.
Es mag verrückt klingen aber das schneiden fühlt sich so an als sei es das einzige das ich zurzeit noch unter Kontrolle habe. Der Rest passiert einfach, ohne dass ich was dagegen tun kann.

Zu den Skills... ich habe das mit dem Gummiband letzte Woche ein paar Tage ausprobiert. Vielleicht mache ich was falsch aber es nützt nichts. Das Verlangen nach schneiden ist immer noch da...

Ich werde mit meiner Therapeutin schauen ob wir vielleicht auch darüber reden könnten.. Danke aber für die Auskunft und den Link!

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Dampfnudel
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Beitrag Mo., 18.02.2013, 17:51

Liebe anything,

meiner Erfahrung nach helfen die Skills nicht, um das Verlangen nach Selbstbeschädigungen zu unterdrücken. Sie waren (inzwischen hab ich's ganz gut im Griff) allenfalls manchmal geeignet, um den allerschlimmsten Druck so weit zu senken, dass ich es gerade nicht direkt tun musste, sondern aufschieben konnte - wenn ich Glück hatte, bis der Druck etwas nachließ und ich es für diesmal sein lassen konnte. Eine Quälerei war es trotzdem, die ganze Zeit, und es hat Monate gedauert, bis der Druck so weit reduziert war, dass ich nicht mehr dagegen ankämpfen musste. SvV hat ja schon einen Suchtcharakter, und der Druck hat erst nachgelassen, als ich es eine ganze Weile nicht mehr getan hatte.

Davon abgesehen sind nicht alle Skills gleich hilfreich, und vor allem passen nicht alle Skills für jeden gleich gut. Jeder muss für sich herausfinden, was ihm hilft und was nicht. Ich habe für mich irgendwann eine Hierarchie verschiedener Skills aufgestellt, also welche, die noch geholfen haben, wenn der Druck noch leicht war und erst anfing, dann welche, die auch noch bei etwas größerem Druck geholfen haben, das Schneiden rauszuschieben, und sowas wie das mit der eiskalten Dusche hab ich nur gemacht, wenn gar nichts anderes mehr half.

Inzwischen bin ich so weit aus dem Teufelskreis raus, dass ich es meist rechtzeitig merke, wenn mein Körpergefühl sich so eigenartig verändert, dass ich weiß, dass daraus Sv-Druck entstehen könnte, und dann kann ich auch meist rechtzeitig gegensteuern. Hat aber gedauert.

Liebe Grüße
Dampfnudel
Alles hat seine Zeit.

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anything
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Beitrag Di., 19.02.2013, 09:25

Liebe Dampfnudel

Also ich bewundere dich, dass du es da raus geschafft hast. Und ich hoffe ich komme auch so schnell wie möglich damit klar, auch wenn ich weiss, dass es wahrscheinlich länger dauern wird als mir lieb ist.

Danke noch mal für die 'Erklärung' worum es sich bei Skills handelt.

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graue seifenblase
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Beitrag So., 24.02.2013, 21:37

Hallo anything!

Erst mal meinen Respekt, dass du in deinem Alter so weit bist, deine Situation so zu analysieren, dir Hilfe zukommen zu lassen und in einem gewissen Rahmen über deine Gefühle zu sprechen.
Ich habe zum zweiten mal eine Depression, wobei ich sagen muss, dass die Erste nie diagnostiziert wurde und ich damals in keine richtige Behandlung gegangen bin. Den Anfang hat bei mir damals das Ende der Schulausbildung und dann zwei Jahre später ein Umzug in ein anderes Bundesland gemacht. Damals als das angefangen hat war ich ca in deinem Alter und Umgezogen bin ich dann mit ca 22,5.
Jetzt im Nachhinein durch diverse Gespräche weiß ich, dass ich damals wie heute eine Depression habe. Ich habe mit Hilfe der Therapie ein paar Dinge gelernt (ich nehme seit ca 1,5 Jahren AD und habe es vor ca. einem Jahr, also über ein halbes Jahr später zu Psychotherapeutin geschafft) und diese Dinge waren/ sind nicht immer leicht.
SVV kenn ich nur zu gut, aber ich habe kein schlechtes Gewissen oder schäme mich dafür. Also was das angeht bin ich erst am Anfang von meinem Weg. Dann kommen noch andere Dinge hinzu, welche den Rahmen hier überschreiten würden.
Aber wichtig ist, dass du etwas machst, und es dauert seine Zeit, bis man selbst merkt das eine Therapie seine Früchte trägt, wenn man bereit ist an sich zu arbeiten. Ein wichtiger Schritt ist schon mal bei vielen Dingen reflektierter zu sein, sich und sein Verhalten in diversen Situationen besser zu verstehen bzw nachvollziehen zu können.
Wie du vorhin gelesen hast bin ich jetzt gut ein Jahr in Therapie, bin aber selbst noch am Weg der Erkenntnisse und AHA-Erlebnisse.
Was mir sehr geholfen hat meine unterschiedlichen Ichs (Gedanken, Handlungen,...) bewusst willkommen zu heißen, denn so kämpfe ich nicht primär dagegen an und diese Teile von mir müssen nicht noch lauter schreien und geben dadurch schneller "ruhe", weil ichs als ein teil von mir bewusst akzeptiert habe.
Und wenn es einmal ein Tief gibt trotz Therapie usw. nicht entmutigen lassen, weiter machen und gegebenen Falls weitere schritte überlegen.
An dem Punkt spreche ich aus Erfahrung, denn da stehe ich gerade.

Dass du denkst, dass es vielen noch schlechter geht als dir, das ist ganz in Ordnung, das kenne ich auch nur zu gut und das denke ich auch heute noch, aber es ist bei mir bei dem Satz noch etwas hinzugekommen. Ich mach das ja nicht, weil's mir so super geht, sondern weil ich wo drinnen bin, wo ich ohne Unterstützung nicht mehr hinaus komme und so wie jeder andere habe ich auch das Recht irgendwann wieder unbeschwerter zu sein. (das denk ich in den besseren Momenten )

Ich finde es auf jeden fall SUPER, dass du dich mit anderen über dich austauscht.

Lg graue seifenblase

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anything
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Beitrag Mi., 27.02.2013, 22:52

Hallo graue Seifenblase

Danke für deine Antwort!

Tut mir leid, dass du so was durchmachen musstest bzw. musst. Ich hoffe wirklich, dass du irgendwann das Leben wieder geniessen kannst!

Meine Antwort wird recht kurz ausfallen, da ich am Handy bin und gleich die ganze Nacht durch lernen muss, ach...

Zum letzten Teil deines Textes: Ich kann zwar nichts dafür, dass ich das habe, aber seither hasse ich mich nur noch, ich kann und will mich gar nicht mehr im Spiegel ansehen, weil ich wegen kleinsten Dingen das Gefühl habe die Welt würde untergehen. Ich finde das einfach falsch, dass ich eigentlich ein schönes Leben habe und so miserabel bin, während andere verhungern oder todkrank sind und dennoch einfach dankbar für irgendetwas sein können, selbst bei solchen Schicksalsschlägen.

Und ich würde in letzter Zeit einfach am liebsten gar nicht mehr sein. Mich nervt die Menscheit, und einfach das ganze Konzept vom Leben. Mir reicht einfach alles, und ich rege mich jeden Tag mehr über Menschen im Bus odr auf der Strasse auf, auch wenn sie gar nichts tun. Ich fühle mich draussen nicht mehr wohl une irgendwie staut sich alles was um mich herum passiert bei mir auf und es hört nicht auf. Es ist einfach ein konstanter Strom an Scham und Schuldgefühlen, der einfach auf mich herabkommt.

Ausserdem hat meine Therapeutin mich auf einen Klinikaufenthalt angesprochen und das hat mir recht zu schaffen gemacht, da meine Eltern völlig ausgeflippt sind. Die denken mir ginge es super, die armen wissen gar nicht, was für einen Mist ich vor ihnen verstecke :( Ich weiss nicht was ich tun soll, ich möchte mein Leben noch nicht aufgeben, aber eine klinik wäre für eine Weile eine lösung dafür, dass ich von allem fliehen kann. Trotzdem denke ich dann an das, was alle anderen denken werden und aach.. was weiss ich es ist grad alles zu viel.

Sorry, bin vom Thema abgekommen aber ich konnte diese Woche nicht zu meiner Therapeutin und das musste mal raus.

Danke noch mal für die Antwort!

Lg anything

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graue seifenblase
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Beitrag Do., 28.02.2013, 14:44

Hallo anything!

Ich muss jetzt kurz ein wenig etwas von meinen letzen 3 Wochen schreiben, damit du dich auskennst.
Also vorweg noch, mir ging es schon den ganzen Januar schlechter, ich habe meine Mitmenschen nicht mehr wahrgenommen, mich immer mehr zurückgezogen usw. Bis ich in der ersten Februarwoche wieder einmal extreme Selbstmordgedanken hatte und das Gefühl ich muss mich sv, aber es ging leider nicht, da ich mit meinem Vater auf Urlaub war und ich ihm das alles nicht antun wollte, denn er weiß nichts von meinen Problemen usw. Naja dann habe ich mich in meiner Beziehung geöffnet und von dem svv und sg erzählt. Das hat meine Beziehung auf eine enorme Belastungsprobe gestellt. Ich war dann auch ca. eine Woche alleine, weil Abstand von der anderen Seite her nötig war. Das hat mich dann noch tiefer ins Loch gehaut, sodass ich letzten Mittwoch zusammengebrochen bin. Das bei einer Supervisorin, wo meine Kollegen und ich gemeinsam von der Arbeit aus hingehen müssen, diese Person ist auch Psychologin und Psychotherapeutin. Sie hat dann gemeint ich muss undbedingt in Krankenstand und Ad erhöhen und zum Arzt und eine stationäre Therapie (st) andenken. Gesagt, getan ich zu meinem Arzt und zu meiner PT und hab von den Ereignissen erzählt ohne zu sagen, dass sie gemeint hat, das ich eine st machen soll. Und was haben Arzt und PT zu mir gemeint: Antwort liegt glaub ich auf der Hand. Krankenstand, Psychiaterin aufsuchen und über eine st nachdenken. Ich hoffe ich schaffe es morgen zur Psychiaterin und werd mir ihre Meinung anhören. Und dann überlege ich weiter.
Also du siehst wir haben da etwas gemeinsam und sind nicht alleine damit, mit dem kleinen unterschied, dass meine Familie gar nichts von meiner Situation weiß und deine Familie etwas weiß, aber beim Besten nicht alles!

Zur Klinik: Ich denk mir auch, dass die Klinik eine Lösung ist, aber fliehen kannst du dort nicht vor allem. Du gewinnst zwar enorm an räumliche Distanz und somit auch eine gewisse Distanz zu den Problemen mit deinen Mitmenschen, aber einfach ist so ein Klinikaufenthalt auch nicht, da du sehr intensiv an dir arbeitest, was sehr gut ist und sehr viel weiterhilft und es bei gutem Verlauf dir nachher besser geht, aber du musst anschließend weiterhin in ambulante Therapie gehen. Denn leider sind psychische Krankheiten wie wir es haben nicht so leicht zu heilen wie z.b. ein gebrochenes Bein und brauchen daher mehr Zeit und Ausdauer um zu heilen bzw. sich zu verbessern. Und anschließend noch eine Therapie damit sich der "gesunde" Zustand festigen kann, damit man nicht so schnell oder gar rückfällig wird. Ist ähnlich wie beim Fieber, wenn man zu früh wieder hinaus geht, wird man nochmal krank und das dauert dann gleich länger.

Ich find es sehr gut, dass du es hier rauslässt, wenn es nicht mehr anders geht, aber bitte auch in der Therapie besprechen, damit die PT weiß was gerade Sache ist.
Und soweit ich herausgelesn habe bist du wie ich auch eine Kämpferin, eine die nicht so schnell aufgibt, das ist gut und wichtig, aber gib dir dir zeit die du benötigst!!

Lg graue seifenblase

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Beitrag So., 03.03.2013, 20:47

@graue Seifenblase

Sorry, lies bitte im nächsten Beitrag weiter mein Handy spinnt grad einwenig..
Zuletzt geändert von anything am So., 03.03.2013, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag So., 03.03.2013, 20:53

@ graue Seifenblase

Es ist beruhigend zu wissen, dass ich nicht ganz die einzige bin, die gerade mit einem solchen 'Problem' zu kämpfen hat!

Leider habe ich das Gefühl, dass es bei mir mit jedem Tag bergab geht. Ich habe mich nicht mehr unter Kontrolle und habe langsam Angst, dass ich irgendwie anfange meine Gedanken in die Tat um zu setzen. Ich weiss, dass ich viel zu feige bin, mir selber WIRKLICH etwas anzutun. Ich überlege mir die ganze Zeit über wem ich alles einen Abschiedsbrief schreiben würde, was ich schreiben würde. Ich habe die ganze Wohnung nach den Schlaftabletten durchsucht, obwohl ich nicht die Absicht hatte, sie alle zu nehmen. Einfach für den Fall...

Ich hasse es, dass ich das habe, wo ich eigentlich fröhlich und dankbar sein sollte. Ich fühle mich so dumm, ich weiss, dass alle denken, ich sei ein dummes 17 jahre altes Mädchen das das Gefühl hat zu wissen, wie hart das Leben sein kann. Ich bin einfach nicht hierfür geschafft und ich wünsche mir
dass ich allen egal wäre damit es niemandem weh tun würde, wenn ich ginge...

Okay tut mir leid, dass ich hier so ein Drama mache. Ich möchte dich nicht auch noch mit meinen Problemen belasten, wo du doch selber so viel durchmachen musst.

Danke jedenfalls fürs Zuhören...

Lieber Gruss
anything

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