Kann man Psychiater / Psychologen/ Thera täuschen?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Joe-Cohen
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Beitrag So., 08.05.2016, 21:12

Du gehst also zu einem Fachmann,
damit er dir sagt, daß dein Umfeld irrt und mit dir alles in Ordnung ist?

Weil dem so ist, nimmst du Medikamente?

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Mustermaus
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Beitrag So., 08.05.2016, 21:27

Naja, die Medis helfen ja gegen meine ursprünglichen Probleme (Zwänge, Betäubungsmittelkonsum, Ängste, Alpträume, Pseudohalluzinationen, Dissoziationen, sozialer Rückzug, Trägheit, depressive Verstimmung, teilweise gegen SVV / da die Stimmung nicht so kippt, etc...). Die haben mich aber nicht alle unbedingt gestört.

Ich glaube einfach, dass all die Symptome mit meiner miesen Laune zusammenhängen und Sertralin die deshalb beseitigen kann.

Aber warum geht man denn sonst zur Therapie, wenn nicht um Halt zu finden? Ich will ja dort nicht weiter verunsichert werden.
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Fundevogel
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Beitrag So., 08.05.2016, 21:33

Mustermaus hat geschrieben:Ich glaube einfach, dass all die Symptome mit meiner miesen Laune zusammenhängen.
Ist das dein Ernst?

Warum machst du eigentlich Therapie, wenn dich die Symptome nicht stören und die Therapeuten deiner Meinung nach alle falsch liegen, was Diagnose und Behandlung anlangt?
Fundevogel

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Lockenkopf
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Beitrag So., 08.05.2016, 21:49

Mustermaus hat geschrieben:
Unpassend nur in dem Sinne, dass mich SVV nicht stört, es ergänzt mein Leben und ich komme gut damit klar. Die Therapeutin hat mich gefragt, ob ich es denn ertragen kann, wenn es mir gut geht...

Also ändern möchte ich grundsätzlich nichts - das fragen mich die beiden nämlich immer wieder. Ich bin eigentlich wegen meinen Zwängen dort gelandet, an denen wir nicht wirklich arbeiten. Aber Sertralin hilft mir erfreulicherweise recht viel...

Die Thera erwähnt die Diagnose nur, wenn ich anspreche, ob sie mittlerweile anderer Meinung ist... Weil mich das halt stört.
Wenn man sich wohl fühlt und alles Bestens ist, dann ist einen Psychotherapie überflüssig.
Warum suchst du deinen Psychotherapeutin auf?
Ist doch eigentlich Zeitverschwendung.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Mustermaus
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Beitrag So., 08.05.2016, 22:05

Warum kann mir nicht einer sagen, dass ich so passe, wie ich bin und Borderline einfach übertrieben ist? Mein Ex hat seinerzeit begonnen, mich damit zu nerven!

Meine vorherige Thera meinte sogar, ich hätte eine Psychose. Na das war aber nett... War ja damals drogeninduziert (Intoxikation), früher hatte ich das nur in abgeschwächter Form oder zumindest hat sich die begleitende Angst/ Verfolgungswahn / etc etwas anders angefühlt.

Aber das gehört alles zur Vergangenheit, jetzt heißt es wiederum BPS! Wie jemand auf diese Idee kommt, kapiere ich einfach nicht...
Zuletzt geändert von Mustermaus am So., 08.05.2016, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Lockenkopf
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Beitrag So., 08.05.2016, 22:27

Mustermaus hat geschrieben:... jetzt heißt es wiederum BPS! Wie jemand auf diese Idee kommt, kapiere ich einfach nicht...
Ich finde das diese Symptome, Betäubungsmittelkonsum, Ängste, Alpträume, Pseudohalluzinationen, Dissoziationen, sozialer Rückzug, Trägheit, depressive Verstimmung, teilweise gegen SVV / da die Stimmung nicht so kippt, etc...).
schon ein sehr deutlicher Hinweis auf BPS sind.
Liebe Grüße
Lockenkopf


mio
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Beitrag So., 08.05.2016, 22:31

Mustermaus hat geschrieben:Aber das gehört alles zur Vergangenheit, jetzt heißt es wiederum BPS! Wie jemand auf diese Idee kommt, kapiere ich einfach nicht...
Wirf mal nen Blick auf Deine Signatur und dann lies Dir noch mal das zur Diagnose gehörige "Beschwerdebild" durch....

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Mustermaus
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Beitrag So., 08.05.2016, 22:54

Aber eine auffällige Kontraindikation ist , dass ich keineswegs klammere. Schon ca seit 8 Jahren nicht mehr, da war ich 20... Das ist eine der Grundbedingungen, sofern ich richtig verstanden habe.

Außerdem kann ich zeitweise absolut selbstsicher wirken, wenn es drauf ankommt (für einen begrenzten Zeitraum mithilfe einer "Maske")... Keine Ahnung, ob das Bordies schaffen.
~ ~ ~ ~

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Lockenkopf
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Beitrag So., 08.05.2016, 22:57

Nein, klammern ist nur ein mögliches Symptom.

https://de.wikipedia.org/wiki/Borderlin ... %C3%B6rung
Liebe Grüße
Lockenkopf

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peppermint patty
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Beitrag Mo., 09.05.2016, 05:12

Mustermaus hat geschrieben: Wie jemand auf diese Idee kommt, kapiere ich einfach nicht...

Nun anhand dem was DU schilderst und mitbringst wird deine Disgnose erstellt. Und lies dir mal deine Symptome und BPS durch. Vielleicht geht dir da ein Lichtlein auf. Vermutlich aber nicht, denn irgendwie scheint der Kampf um die Diagnose für dich ein Vorwand zu sein dich nicht auf deine Therapie einzulassen zu müssen. Oder wie kann man dein Herumgeeiere (stört dich ja nichts von dem was du hast) verstehen?

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Noenergetik
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Beitrag Mo., 09.05.2016, 05:30

Die Bestätigung das alles in Ordnung ist, kannst Du Dir doch selber geben, wieso brauchst Du die von Fachleuten?


isabe
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Beitrag Mo., 09.05.2016, 07:19

Das ist genau der Grund, weswegen Diagnosen so problematisch sind: Anstatt sich auf den Menschen zu konzentrieren, werden Symptomlisten verglichen. Als ob es in einer Psychotherapie auch nur ansatzweise darum ginge!

@ Mustermaus:
Wenn du dein Verhalten und dein Wesen O.K. findest, dann darfst du das auch, und dann ist das wichtiger als das, was Andere dazu sagen. Psychisch gesund ist sowieso niemand, es kommt nur darauf an, mit den inneren Konflikten, die man hat, so umzugehen, dass man selbst zufrieden ist und in der Lage ist, zufriedenstellende Beziehungen zu führen. Wie du das tust, ist sekundär. Und es stimmt ja, dass BPS eine Waste-Paper-Basket-Diagnose ist für Patienten, mit denen man nicht gut arbeiten kann. Wobei es natürlich trotzdem Menschen mit einer BPS gibt, und es gibt auch Therapeuten, die sich auf diese Patienten einstellen können und mit ihnen umgehen können. Wenn du an einen solchen geraten wärest, dann würde er aber vermutlich so mit dir umgehen, dass du die Diagnose, wenn er sie dir überhaupt nennt, nicht wie einen Schlag ins Gesicht empfinden würdest, sondern du würdest spüren, dass er dich in deinem Leid sieht und nicht als einen Haufen lästiger Symptome.

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saffiatou
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Beitrag Mo., 09.05.2016, 10:45

Mustermaus hat geschrieben:Warum kann mir nicht einer sagen, dass ich so passe, wie ich bin und Borderline einfach übertrieben ist? Mein Ex hat seinerzeit begonnen, mich damit zu nerven!
das mache ich jetzt, liebe Mustermaus: bei DIr ist alles in Ordung!

Ist das nun gut und hilfreich!?

Also Du schreibst von
Mustermaus hat geschrieben: meine ursprünglichen Probleme (Zwänge, Betäubungsmittelkonsum, Ängste, Alpträume, Pseudohalluzinationen, Dissoziationen, sozialer Rückzug, Trägheit, depressive Verstimmung, teilweise gegen SVV / da die Stimmung nicht so kippt, etc...). Die haben mich aber nicht alle unbedingt gestört.
Deine Probleme: was zeigen sie Dir denn, daß alles ok ist? Das glaubst Du doch selbst nicht!
Mustermaus hat geschrieben:Meine vorherige Thera meinte sogar, ich hätte eine Psychose.
Du hattest schon vor dieser eine Therapie gemacht, bist also Thera erfahren.

Was hast Du genau gegen diese Diagnose?
Du musst nun ja kein Papier mit Dir herumtragen und es überall herumerzählen, es ist doch nur eine Bezeichnung für Deine Störungen und daraus erarbeitet die Thera einen Plan um Dir zu helfen - auch um die Zwänge zu reduzieren. Sie kann aus dem ICD10 doch nicht irgendetwas heraussuchen, was Dir gefällt und Dich danach behandeln.
Mustermaus hat geschrieben:Außerdem kann ich zeitweise absolut selbstsicher wirken, wenn es drauf ankommt (für einen begrenzten Zeitraum mithilfe einer "Maske")... Keine Ahnung, ob das Bordies schaffen.
Klar schafft das auch ein Borderliner!
Mustermaus hat geschrieben:Aber eine auffällige Kontraindikation ist , dass ich keineswegs klammere. Schon ca seit 8 Jahren nicht mehr, da war ich 20... Das ist eine der Grundbedingungen, sofern ich richtig verstanden habe.
Es müssen nicht alle Punkte bei BPS zutreffen, es gibt immer Ausnahmen.
Mustermaus hat geschrieben:Da stellt sie zb Drogenmissbrauch in den Vordergrund bzw dass ich "selbstzerstörerische Handlungen" unterlassen soll.
da stimem ich mit Deiner Thera überein!
Mustermaus hat geschrieben:musste mit einem Wisch zum Hausarzt,
warum wurde dem Hausarzt die Diagnose mitgeteilt, da gibt es doch Schweigepflicht, es sei denn Du hast den Thera/Psychiater davon entbunden.
Mustermaus hat geschrieben: Bis ich ihm kürzlich mitgeteilt habe, dass ich da nicht mehr herkommen will (warum auch?).
Warum?

Grüße,
Saffia
never know better than the natives. Kofi Annan

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Mustermaus
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Beitrag Mo., 09.05.2016, 11:54

Noenergetik hat geschrieben:Die Bestätigung das alles in Ordnung ist, kannst Du Dir doch selber geben, wieso brauchst Du die von Fachleuten?
Weil mich jeder verwirrt, sobald ich in einer Beziehung bin (egal welcher Art, sei es ein Arbeitskollege, Liebesbeziehung, Familie,...). Ich bin etwas empfindlich, was das betrifft bzw es macht mich wütend sowas zu hören.

An dieser Stelle bräuchte ich eine Unterstützung, die mir bestätigt, dass ich passe, so wie ich bin und mich von niemandem irritieren lassen soll... Ich werte mich selbst doch eh schon so ab.

Es ist prinzipiell der Druck der Gesellschaft, der mich daran hindert, mich selbst zu akzeptieren. Die Therapie läuft nicht so, wie ich es mir wünsche, denn ich werde permanent darauf hingewiesen, was alles nicht stimmt... Ich möchte aus diesem Grund wieder davonlaufen.
~ ~ ~ ~


candle.
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Beitrag Mo., 09.05.2016, 12:16

Hallo Mustermaus!
Mustermaus hat geschrieben:Nein, überhaupt nicht... Ich befürchte nur, dass mir eine falsche Diagnose an den Hals gehängt wurde und es ärgert mich.

Nur weil ich traumatische Erlebnisse hatte in der Kindheit, geht man gleich davon aus, ich hätte BPS. Zuerst hat es die Psychologin festgestellt mithilfe von diagnostischem Verfahren und irgendwann hat auch der Psychiater damit angefangen.
So wie ich mich an dein allererstes Post erinnere, hast du selber aber genau das vermutet. Was verärgert dich denn nun so?

Viele Grüße!
candle
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