Gruppentherapie - hat schlecht angefangen

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.

mio
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 12:56

Montana hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 11:00 Genau, wer bei einem prügelnden Partner bleibt, der tut das freiwillig, klar.
Solange der prügelnde Partner die Person nicht einsperrt etc. tut sie es freiwillig. Das ist ein Fakt.

Dass sie es deshalb nicht automatisch toll finden muss geprügelt zu werden ist auch ein Fakt, es kann auch einfach sein dass es für die Person das "kleinere Übel" ist. Das größere Übel wäre vielleicht die Angst davor dann allein zu sein. Oder die Angst davor finanziell schlechter dran zu sein. Oder die Angst davor allein gar nicht klar zu kommen. Sprich: Es muss keine persönliche "Vorliebe" dahinterstecken sondern es kann auch eine individuelle Schwäche dahinterstecken.

Und gerade wenn es um missbräuchliche Beziehungen geht braucht der eine den anderen meist für irgendetwas "eigenes", sonst würde er diese Beziehung so gar nicht führen. Nur fällt es den vermeintlichen "Opfern" in diesen Beziehungen meist sehr schwer sich einzugestehen, dass auch sie ihren Teil beitragen und sei es auch nur weil sie sich nicht in der Lage sehen zu gehen oder den anderen vor die Tür zu setzen obwohl sie es faktisch könnten.

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chrysokoll
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 13:05

Montana hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 11:00 Genau, wer bei einem prügelnden Partner bleibt, der tut das freiwillig, klar.
ja, letztlich tut ein erwachsener Mensch das freiwillig.
Wenn er nicht - wie mio anmerkt - eingesperrt wird

Wir leben in einem Land in dem niemand ganz zurück gelassen wird, in dem es Frauenhäuser gibt, Hartz 4 etc.
Die Frau (auch betroffene Männer natürlich !) KANN gehen

Dass es psychische Prozesse und Abhängigkeiten gibt und Gefühle und Liebe usw. das steht ausser Frage.
Das muss gerade hier in einem Forum niemand erklären, glaube ich.

Aber letztlich ist und bleibt es in der Verantwortung der betroffenen Person. Was denn sonst?

Und um den Bogen zur Gruppentherapie zu spannen:
Niemand kann sagen ob die Menschen die sich dort so benehmen wie geschildert einfach Rüpel sind, rücksichtslos, ob die Spaß dran haben, oder ob sie nicht doch aufgrund ihrer Störung, ihrer Diagnose, ihrer Vorgeschichte so handeln wie sie es tun


mio
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 13:05

Montana hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 12:23 In der Gruppe gibt es EIGENTLICH die Regel, dass es eine Anfangs- und eine Endrunde gibt, in denen jeder etwas sagen darf. Daran wird sich nicht gehalten. Und DIESES Verhalten wiederum erklärst DU jetzt zu einer Regel, an die sich neue Gruppenmitglieder zu halten hätten.
Es gibt aber doch nicht nur DIE EINE Gruppe? Und wenn der Therapeut in SEINER Gruppe andere Regeln aufstellt bzw. Dinge toleriert die woanders nicht toleriert werden würden dann gelten erstmal DIE.

Oder gibt es irgendeine übergeordnete gesetzliche Regelung in der steht dass es in jeder Gruppentherapie eine störungsfreie Anfangs- und Endrunde zu geben hat? Kann ich mir kaum vorstellen.

Es gibt vielleicht Empfehlungen dazu etc. aber dass das so VORGESCHRIEBEN ist dass das immer und überall so zu laufen hat kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren, wenn es da tatsächlich ein Gesetz dazu geben sollte.

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stern
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 13:14

Äh, umgekehrt wird ein Schuh draus:
Hält die Polizei eine Wohnungsverweisung für erforderlich, wird sie
der gewalttätigen Person in den meisten Fällen die Schlüssel zur
Wohnung abnehmen und das Packen der benötigten Gegenstände des
persönlichen Bedarfs abwarten. Wenn die gewalttätige Person nicht
freiwillig geht, kann die Polizei sie mit Gewalt entfernen.
https://www.google.com/url?q=https://ww ... lJFVNBre4j
Liebe Grüße
stern 🌈💫
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)

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chrysokoll
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 13:14

natürlich gibt es kein derartiges Gesetz. Auch kein "ungeschriebenes"

Und hier sind wir wieder am Anfang:
Wenn ich in eine Gruppe komme, deren Regeln mir nicht behagen, nicht gefallen, nicht passen, dann kann ich das ansprechen. In der Gruppe, beim Leiter.

Aber ich kann keine Änderung fordern oder herbeiführen
Ich kann nur entscheiden ob ich damit auch umgehen kann oder ob ich es lasse und mir was anderes suche


mio
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 13:20

Stern, dazu muss das "Opfer" das aber auch WOLLEN. Und ob ich jemanden aus der Wohnung schmeißen kann oder ob ich gehen muss hat etwas damit zu tun wem diese Wohnung offiziell gehört.

Bin ich zB. im Haus meines Partners und der schlägt mich dann kann ich ihn sicher nicht aus seinem Haus werfen. Bin ich in meinem Haus oder einem gemeinsamen dann sieht es anders aus. Das muss man schon ein bisschen differenzierter betrachten wer wann gehen muss und kann nicht einfach pauschal sagen dass der gehen muss der gewalttätig ist. Die Frage ist auch immer von WO der weggehen muss und er muss nunmal nirgends weggehen wo er das Recht hat zu sein.

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Montana
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 13:53

mio hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 13:05
Montana hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 12:23 In der Gruppe gibt es EIGENTLICH die Regel, dass es eine Anfangs- und eine Endrunde gibt, in denen jeder etwas sagen darf. Daran wird sich nicht gehalten. Und DIESES Verhalten wiederum erklärst DU jetzt zu einer Regel, an die sich neue Gruppenmitglieder zu halten hätten.
Es gibt aber doch nicht nur DIE EINE Gruppe? Und wenn der Therapeut in SEINER Gruppe andere Regeln aufstellt bzw. Dinge toleriert die woanders nicht toleriert werden würden dann gelten erstmal DIE.
Es geht um genau EINE ganz konkrete Gruppe. Die TE hat uns die geltenden Regeln genannt, die aber von den anderen nicht eingehalten werden. Obwohl IHR Therapeut sie aufgestellt hat. Siehe oben. Was ist daran so schwer zu verstehen?

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stern
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 14:32

mio hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 13:20 Und ob ich jemanden aus der Wohnung schmeißen kann oder ob ich gehen muss hat etwas damit zu tun wem diese Wohnung offiziell gehört.
Nein.. zudem sprach ich von der Polizei:
Die Wohnungsverweisung ist eine polizeiliche Standardmaßnahme zum Zweck der Gefahrenabwehr bei häuslicher Gewalt. Rechtsgrundlage sind (...)

Die Maßnahme richtet sich gegen die Person, von der eine gegenwärtige Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit für die gefährdete Person(en) ausgeht. Und das bei allen Arten von Lebens- und Wohngemeinschaften (Partner, Kinder, Eltern) – ungeachtet von Verwandtschaftsgrad, sexueller Orientierung oder Eigentumsverhältnissen. Die Gefahr stellt sich meist durch Körperverletzungssdelikten, Erpressungen oder Bedrohungen dar.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wohnungsverweisung

Ansonsten siehe Montana
Liebe Grüße
stern 🌈💫
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No Twist
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 14:41

Ich bin jetzt offtopic, aber das ist hier ja kein Problem. Es ist anstrengend, mio. Gibst du erst Ruhe, wenn man dich ignoriert? Bitte sehr. Ich bin nur genervt und damit raus hier.
Ich hab an Gestern nicht gedacht und nicht an Morgen
Es ist Nacht, ich steh am Fenster
Und für einen Augenblick leb ich im Jetzt

von: Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen

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Sadako
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 14:45

mio hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 13:20 Stern, dazu muss das "Opfer" das aber auch WOLLEN. kann nicht einfach pauschal sagen dass der gehen muss der gewalttätig ist. Die Frage ist auch immer von WO der weggehen muss und er muss nunmal nirgends weggehen wo er das Recht hat zu sein.
Nee, da liegst du falsch.
Das Kriterium hier ist nur, dass das Opfer in der Wohnung gewohnt hat. Auch wenn das Gewaltopfer weder im Mietvertrag steht noch die Wohnung oder das Haus besitzt, muss def Täter gehen und dem Opfer die Wohnung überlassen.
Allerdings gelten dann Fristen, in denen sich das Opfer eine neue Bleibe suchen muss. (6 Monate glaube Ich?)
Das Recht dort zu sein, hat derjenige, der häusliche Gewalt ausübt, durch seine Handlungen verloren.

@mio


Es irritiert mich, dass du immer wieder in die Bresche springst für Menschen, die ihre Freiheit auf Kosten anderer ausleben.
Woran liegt das? Findest du wirklich die Welt sollte den Stärkeren, den Rabiaten und den Rücksichtslosen überlassen werden?
Mir kommt fast der Gedanke, dass Menschen mit dir sehr rücksichtslos umgegangen sind und du diese Menschen verteidigen musst.


mio
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 14:48

Montana hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 13:53 Die TE hat uns die geltenden Regeln genannt
Also das habe ich anders verstanden.

Ich habe es so verstanden, dass die TE der MEINUNG ist dass diese (ihre) REGELN zu gelten haben und durchgesetzt werden sollen. Also dass SIE der Meinung ist dass sie ein Recht darauf hat während der Anfangs- und Schlussrunde störungsfrei zu sprechen und vor allem dass sie es als die Aufgabe des Therapeuten betrachtet dafür zu sorgen.

Dass der Therapeut selbst das so sieht habe ich bisher nirgends lesen können. Vielmehr scheint dieser sich ja zu weigern das so zuzusagen mit der Begründung dass sich in der Gruppe eine eigenständige Beziehungsdynamik zeigen soll mit deren Hilfe dann gearbeitet wird.

Für meine Begriffe liegt da auch der Knackpunkt: Es wird etwas erwartet und vorausgesetzt was so gar nicht gewollt ist oder angestrebt wird von Seiten des Therapeuten.

Der Therapeut möchte ja sozusagen mit den "Störungen" (und dem was die auslösen/ans Licht bringen) arbeiten und nicht "gegen sie". Und wenn man sich darauf einlassen will und kann dann kann das schon auch was bringen denke ich. Man muss es halt auch wollen. Will man das so nicht dann ist man an der Stelle schlicht falsch meiner Meinung nach.

Ich kann ja auch nicht zu einem Analytiker rennen und dann erwarten dass der jetzt Verhaltenstherapie mit mir macht weil ich mir das so vorgestellt habe und weil der Verhaltenstherapeut bei dem ich vorher war so gearbeitet hat. Der wird mir dann im Zweifel ja auch sagen: Tut mir leid, aber so arbeite ich nicht. Ich arbeite so und so.

Und was die Dynamik angeht so zeigt sich ja auch schon eine ganze Menge, kann man jetzt für sich nutzen oder bleiben lassen wenn es einem nicht taugt oder zuviel ist.

Was man nicht kann ist dem Therapeuten seine Arbeitsweise vorschreiben. Das könnte nur eine übergeordnete Instanz.

Der Konflikt mit der Gruppe ist ja nur ein Teilaspekt des Problems, viel wesentlicher scheint mir der Konflikt mit dem Therapeuten zu sein und den gäbe es nicht wenn man da von den gleichen "Regeln" ausgehen würde. Vielmehr scheint es so zu sein dass die Vorstellungen davon welche Regeln gelten sollen auseinandergehen.

Ein entscheidender Punkt dabei ist ja WER die Verantwortung dafür übernehmen soll dass man ungestört sprechen kann.

Die TE sagt: Der Therapeut muss das machen und da "für mich sorgen"! Der Therapeut sagt: So arbeite ich nicht, ich arbeite mit dem was sich in der Gruppe ergibt.

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lisbeth
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 14:54

@Poetry_Slam: Wie du sicherlich auch schon selbst gemerkt hast, geht es hier nicht viel anders zu als in deiner Gruppe.... Welche Schlüsse du nun daraus ziehst, das bleibt dir überlassen. Ich fänds trotzdem schön, bei Gelegenheit ein Update von dir zu bekommen, wenn sich was Neues ergibt. Alles Gute!
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
― Anne Lamott

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Montana
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 15:04

Mio, du hast überhaupt nichts verstanden. Und anstatt nachzufragen, wenn sich aus deinen Annahmen ein ganz merkwürdiges Bild der Situation ergibt, haust du massenweise böswillige Unterstellungen gegen die TE raus. Aber anstatt ihr zu erklären, sie würde alles falsch sehen und falsche Dinge sagen oder erwarten oder sich wünschen: pack dich doch mal an die eigene Nase und ziehe in Erwägung, dass DU etwas in diesem Thread nicht verstanden hast. Denn komischerweise stehen hier zwei User (einer davon du) gegen ALLE anderen. Und genau DAS hast DU als Kriterium dafür genannt, das man sich selbst hinterfragen sollte. Wenn man SO allein auf weiter Flur steht.


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Beitrag Mi., 08.07.2020, 15:04

@mio:

Oh manno, ich kann nicht mehr: Selbst wenn poetry slam den Anspruch hat, dass ein Therapeut in so eine Gruppe eingreift - was ist dabei eigentlich DEIN Problem. Warum darf man keine Ansprüche an andere Menschen haben? An einen Therapeuten? Muss man jeden Mist mitmachen? Darf man kein Missfallen äußern? Außerdem hat ps diesen Anspruch ja nicht mal.

Ich finde, man darf, man darf hier reflektieren und überlegen und fragen, bringt es mir was... Man darf sich doch auch einen Partner aussuchen, nach ganz eigenen Maßstäben und muss nicht jeden nehmen. Und genauso ist es mit Therapeuten und Gruppen (ok, vielleicht hinkt der Vergleich was die Ansprüche angeht, etwas...) aber man muss nicht alles gut finden und alles mitmachen und man darf auch mal fragen: ISt das so für andere ok? Und das war die Frage. Kann ich aus so einer Gruppe etwas für mich mitnehmen? Müsste mein Therapeut da nicht mehr eingreifen, weil selbst die Abschlussrunde nicht funktioniert?

Ich lese keine Ansprüche heraus. Und allgemein: Doch, man darf Ansprüche an andere Menschen haben. Man darf auch mal einen Therapeuten kritisieren. Irgendwie kannst du dir nicht vorstellen, dass Menschen in Therapie (außer dir, falls du ne Therapie machst) die Welt richtig sehen. Du hast deine Sicht und die vertrittst du gegen jeden Widerstand vehement, und liest dabei soviel anders, soviel mehr als ich. Ich weiß nicht, ob man das am Ende schon als fette Projektion bezeichnet. Weil du Probleme damit hast, Ansprüche an andere zu stellen? DArauf wirst du natürlich nicht eingehen, weil du einfach deinen Stiefel machst und nicht merkst, wie sehr du dich verrannt hast.

Ich hoffe, ich antworte jetzt hier nicht mehr. REminder für mich: Lass es.
Ich hab an Gestern nicht gedacht und nicht an Morgen
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mio
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Beitrag Mi., 08.07.2020, 15:20

Sadako hat geschrieben: Mi., 08.07.2020, 14:45 Es irritiert mich, dass du immer wieder in die Bresche springst für Menschen, die ihre Freiheit auf Kosten anderer ausleben.
Woran liegt das?
Das liegt wahrscheinlich daran dass ich eine andere Vorstellung von Freiheit habe als Du.

Für mich ist Freiheit = Eigenverantwortung. Dh. ich bin diejenige die sich ihre Freiheit erhalten DARF und KANN und brauche niemanden der mir diese Freiheit LÄSST. Lässt mir jemand meine Freiheit nicht dann kann ich mich dagegen wehren, im Zweifel indem ich die Person "verlasse" so ich keine anderen Möglichkeiten habe.

Der andere hat in meinen Augen auch das Recht zu versuchen mir meine Freiheit "streitig" zu machen, ob ich die dann aufgebe oder nicht ist ja meine Entscheidung, ich würde sie nicht aufgeben nur weil das jemand von mir VERLANGT, wenn ich einen Teil meiner Freiheit aufgebe dann FREIWILLIG. Und solange jemand keine körperliche Gewalt ausübt oder sonst wie reale Macht über mich hat kann die Person mir ja auch nix, die kann dann weiterhin gerne in ihren "Machtphantasien" schwelgen, nur halt ohne mich. Und gegen die anderen Fälle kann ich gerichtlich vorgehen so nötig.

Ich halte nichts von der Sichtweise dass mir etwas das mir bereits gehört von anderen überlassen werden muss damit es mir gehören kann. Damit würde ich nämlich zum ewigen Bittsteller werden dessen Freiheit davon abhängig ist ob sie ihm von außen gewährt wird.

Nehmen wir beispielsweise mal an jemand fällt mir ins Wort (was ich bei Weitem nicht für so ein riesen Problem halte wie einige hier es tun), dann kann ich entscheiden: Rede ich trotzdem weiter? Lasse ich es bleiben? Rege ich mich über den auf der mir ins Wort fällt? Lasse ich mich von dem beirren? Oder lasse ich mich nicht beirren und bleibe bei meinen Worten? Weise ich die Person darauf hin? Wende ich mich von der Person ab? WAS WILL ICH tun? Nicht: WAS TUT DER ANDERE. Ich bleibe ja weiterhin frei in meinem Handlungen und Reaktionen auch wenn jemand die zu "stören" versucht.

Für meine Begriffe verleiht man dem "Störer" mehr Macht und opfert ihm einen Teil der eigenen Freiheit wenn man sich zu sehr auf ihn und seine Handlungen fokussiert anstatt einfach bei der eigenen Linie zu bleiben.

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