Kann man Psychiater / Psychologen/ Thera täuschen?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.

kaja
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Beitrag Di., 10.05.2016, 10:58

Ich denke dein Beitrag zeigt eher wie stark du selbst wertest.
Betrachtet man einfach die Fakten, ist es so das die Symptome von BPS und Depression oft unterschiedlich sind und trotzdem gemeinsame Schnittpunkte existieren. Unterschiedliche Symptome verursachen auch unterschiedliche Auswirkungen.
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candle.
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Beitrag Di., 10.05.2016, 11:17

Noenergetik hat geschrieben:Genauso sehe ich das auch. Und deshalb ist diese Diagnose nun mal stigmatisierend, es können sich nicht alle Menschen von Vorurteilen und Wertungen frei machen. ( Wer kann das denn schon komplett? Der möge sich melden! )
Wer stigmatisiert denn? Irgendwelche Leute?
Also in Bezug auf einen Arbeitsplatz kann ich das als Problem schon sehr verstehen, aber denke gerade nicht, dass Mustermaus arbeitsfähig ist.

Und was heißt denn werten? Läufst du gleich weg, wenn du von dieser Diagnose hörst? Ich habe da sehr unterschiedliche Menschen kennengelernt.

candle
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Noenergetik
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Beitrag Di., 10.05.2016, 12:13

@kaja: Nein, ich meinte überhaupt nicht das Deine Aufzählung wertend war, tut mir echt leid, wenn das bei Dir so angekommen ist!

Es war ganz allgemein gemeint das der Diagnose "Borderline" nun mal ein gewisses Stigma anhaftet.


kaja
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Beitrag Di., 10.05.2016, 12:36

Noenergetik hat geschrieben:@kaja: Nein, ich meinte überhaupt nicht das Deine Aufzählung wertend war, tut mir echt leid, wenn das bei Dir so angekommen ist!
.
Alles gut. Ich wollte es nur nochmal erklären, falls es missverständlich formuliert war.
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Beitrag Di., 10.05.2016, 12:41

Meine Aufregung rührt daher, dass ich mit einem Wisch zum Hausarzt musste (Überweisung vom Psychiater zur Computertomographie). Das hat mich auch motiviert nachzufragen, ob das überhaupt richtig sein kann, wenn ich mich schon beim Hausarzt blamieren muss, weil ich diesen Blick bissl schwer ertragen konnte.

Der HA hat mich direkt niedergemacht, dass ich nicht schon längst meine Leukopenie untersuchen ließ, weil meine damit zusammenhängenden Werte bereits seit Jahren durchgehend abnormal sind und sich da offensichtlich nix ändert... Das gleiche wegen einer Mangelerscheinung, weil ich immer noch nix dagegen gemacht hab, usw.

Er hätte meines Erachtens anders reagiert, wenn er vorher nicht die Überweisung für CT umschreiben hätte müssen (danke an den Psychiater für diesen kreativen Auftrag).

Verstehe im Grunde nicht mal, weshalb ich zur CT muss... Ich bin vorher leider nicht auf die Idee gekommen, dass auf den Unterlagen meine (angebliche) Persönlichkeitsstörung dokumentiert ist, sonst hätte ich mir vlt was einfallen lassen können. So viel zum Thema...
~ ~ ~ ~

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Mustermaus
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Beitrag Di., 10.05.2016, 15:34

isabe hat geschrieben: Psychisch gesund ist sowieso niemand
So sehe ich das auch!
isabe hat geschrieben: dass man selbst zufrieden ist und in der Lage ist, zufriedenstellende Beziehungen zu führen
Ich habe so gut wie keine Beziehungen (Freund/innen, Partner, etc) höchstens ganz kurze. Nähe überfordert mich schneller, als ich schauen kann! Aber ich habe überhaupt kein Problem damit, ausschließlich mein Umfeld, aber dann hab ich wiederum keine Ruhe...

Da bräuchte ich jemanden, der mir beibringt, dass ich es nicht jedem recht machen und mich nicht um gesellschaftliche Normen kümmern muss. Ich habe leider stets Angst, jemanden zu verletzen mit meinem (impulsiven?) Verhalten. Das ist total falsch, jeder soll doch selbst auf sich aufpassen!
isabe hat geschrieben: es gibt auch Therapeuten, die sich auf diese Patienten einstellen können und mit ihnen umgehen können
Sie ist grundsätzlich eine wirklich hervorragende Therapeutin, das will ich nicht abstreiten! Aber ich bin halt empfindlich, wenn mir gleich Dinge unterstellt werden. Ich bekomme dann sofort Schuldgefühle und die Therapie soll ja keine zusätzliche Belastung sein...
~ ~ ~ ~


isabe
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Beitrag Di., 10.05.2016, 15:39

Die Kunst ist halt, die Interventionen nicht als Unterstellung zu äußern, sondern so, dass der Patient sie als Angebot annehmen kann. Das Motto ist ja Forschen statt Werten.


kaja
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Beitrag Di., 10.05.2016, 15:45

Ich denke schon das man auch Gefühle seiner Mitmenschen beachten und achten sollte.
Das bedeutet ja nicht zwangsläufig das man die eigenen Belange denen der anderen Menschen unterordnen muss.

So eine reine Ego-Mentalität in det man nur sich sieht wäre definitiv nicht meins.
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Jenny Doe
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Beitrag Di., 10.05.2016, 16:41

Hallo Mustermaus,
Ist doch jedermanns Sache wie man sein Leben gestaltet, mir passt es jedenfalls so!
ich persönlich trenne da etwas, was für meinen Geschmack häufig vermischt wird. Ein Problem haben oder eine Krankheit haben oder eine psychische Störung haben, ... bedeutet für mich nicht zwangsläufig "Leid" und "Behandlungsbedürftig". Ich selber habe eine Zwangsstörung, die mich jedoch in keinster Weise beeinträchtigt und auch kein Leid verursacht. Ich habe gut gelernt damit zu leben, ohne dass mich diese Problematik in meinem psychischen Wohlbefinden beeinträchtigt. Und dennoch habe ich per DSM und ICD Definition eine "Störung". Ich kann akzeptieren, wenn mir meine Therapeutin sagt "Sie haben eine Zwangsstörung". Ja, habe ich, die Symptome entsprechen dem, was per Definition eine Zwangsstörung ist. Aber, ich leide nicht drunter und deshalb besteht für mich auch kein Behandlungsbedarf. Ich persönlich gehe (nur) mit dem in Therapie, worunter ich leide, nicht mit den Problemen, die zwar bestehen, mit denen ich aber umgehen kann. Ich denke, dass ein gewisser Leidendruck bestehen muss, um die Bereitschaft zu entwickeln, etwas ändern zu wollen, sich auf eine Therapie einzulassen und vom Therapeuten etwas anzunehmen, ... ja, sich auch von ihm beeinflussen zu lassen, damit sich im eigenen Leben etwas ändern kann. Wenn Du mit Deinen Problemen und Deiner psychischen Störung klarkommst, nicht drunter leidest, dann ist das so. Wenn Du nicht leidest, dann fühlst du dich - verständlicherweise - auch nicht krank und auch nicht behandlungsbedürftig. Dann ist das, was per Definition "krank" ist für Dich normal, halt Probleme, die viele andere Menschen auch haben. Das Ziel und die Themen bestimmst Du in Deiner Therapie selber. Vielleicht ist es derzeit für dich auch einfach noch zu früh um an dem zu arbeiten, was zwar per Definition "krank" ist, worunter Du aber (noch nicht) leidest. Vielleicht sieht es in ein paar Jahren anders aus und Du bist dann offen, dich deiner Probelamtik zu stellen. Vielleicht wirst Du auch nie an den Punkt kommen an dem Du sagst "Jetzt leide ich, jetzt möchte ich was ändern". Vielleicht kannst Du mit Deinen Problemen bis zu Deinem Lebensende leidlos leben. Das ist einzig und alleine Deine Entscheidung, ob und wann Du Dich auf was einlassen möchtest, Dich behandeln lassen möchtest. Wenn Du derzeit (oder vielleicht auch nie) nicht offen bist für eine Behandlung, dann konzentrier dich in Deiner Therapie auf die Probleme, die du angehen möchtest. Auch Dein Therapeut sollte es akzeptieren wenn du sagst "Ich leide nicht drunter, also sehe ich keinen Behandlungsbedarf". Er kann dich nicht nötigen. Du bestimmst Dein Therapieziel.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.

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saffiatou
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Beitrag Di., 10.05.2016, 16:47

in diesem Thread habe ich eine Antwort von Dir gefunden, daß Du in einer Skilsgruppe für BL bist. Warum sperrst Du Dich so sehr gegen diese Diagnose und nimmst sie nicht als Chance für Hilfe und Möglichkeit der Änderung?

viewtopic.php?f=59&t=27377

Saffia
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Mustermaus
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Beitrag Di., 10.05.2016, 17:18

Gestehe, da hab ich mich vorerst geweigert hinzugehen... Dachte, ich wäre dort irgendwie fehl am Platz. Aber es hat sich letztendlich gelohnt... Warum, kann ich nicht genau definieren, aber ich denke sowas schadet auch "Gesunden" nicht. Da kann halt jeder neue Erfahrungen sammeln...
~ ~ ~ ~

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saffiatou
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Beitrag Di., 10.05.2016, 19:20

WOW!
Was für eine Ausrede!? warum machst Du Dir so sehr etwas vor - und uns auch??

Außerdem bist Du seit drei Monaten in der Gruppe! und erst jetzt schreibst Du, daß Dich die Diagnose BL stört....hmmm

Saffia
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peppermint patty
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Beitrag Di., 10.05.2016, 19:32

Ich glaube nach wie vor dein "Kampf gegen die Diagnose" - oder besser gesagt gegen die "Annahme deiner Diagnose" (und umso mehr ich hier von dir lese glaube ich an der Richtigkeit dieser Diagnose) - liegt darin begründet die Therapie - mit all ihren Folgen nicht aufnehmen zu müssen. ZB keine Beziehung mit deiner Thera eingehen zu müssen - Stichwort "Einlassen". Klar, dass dies bei einem Nähe-Distanz-Poblem nicht leicht ist, aber sicher lohnenswert wenn du Hilfe wirklich möchtest.
Zuletzt geändert von peppermint patty am Di., 10.05.2016, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Lockenkopf
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Beitrag Di., 10.05.2016, 19:46

Mustermaus hat geschrieben:Gestehe, da hab ich mich vorerst geweigert hinzugehen... Dachte, ich wäre dort irgendwie fehl am Platz. Aber es hat sich letztendlich gelohnt... Warum, kann ich nicht genau definieren, aber ich denke sowas schadet auch "Gesunden" nicht. Da kann halt jeder neue Erfahrungen sammeln...
Und was könnte ein Gesunder in der Skillgruppe lernen?
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Mustermaus
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Beitrag Di., 10.05.2016, 19:48

Die Gruppentherapie ist grad aus.

Es hat mich ja anfangs auch nicht sooo gestört, wie derzeit. Hab das erstmal hingenommen, wusste auch nicht dass die das ernst meinen oder was das jetzt genau heißt...

Aber wenn ich mit der Therapie aufhören will, weil ich mir denke es reicht jetzt, es geht mir gut und dann fängt die Psychologin / Psychiater an zu quasseln, dass ich das auf keinen Fall machen soll?! Und mich damit verunsichern?

Ich kann auch nicht außer Acht lassen, dass diese Infos über mich was weiß ich wo in der Welt zu finden sind. Das war ja anfangs nicht der Fall! Ich hab mittlerweile einen leichten Verfolgungswahn entwickelt und in meinem Kopf beginnt es wieder zu spinnen...
~ ~ ~ ~

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