Kann man Psychiater / Psychologen/ Thera täuschen?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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saffiatou
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Beitrag Di., 10.05.2016, 19:59

Mustermaus hat geschrieben:Es hat mich ja anfangs auch nicht sooo gestört, wie derzeit. Hab das erstmal hingenommen, wusste auch nicht dass die das ernst meinen oder was das jetzt genau heißt...
meinst Du die stellen eine Diagnose so zum Spaß? um Deine Reaktionen zu testen??
Mustermaus hat geschrieben: Aber wenn ich mit der Therapie aufhören will, weil ich mir denke es reicht jetzt, es geht mir gut und dann fängt die Psychologin / Psychiater an zu quasseln, dass ich das auf keinen Fall machen soll?! Und mich damit verunsichern?
Wenn Du so sicher bist, dann schreib ihnen, daß Du nicht mehr kommst. Aber ich sehe bei Dir großen Bedarf für Thera.
Mustermaus hat geschrieben:Ich kann auch nicht außer Acht lassen, dass diese Infos über mich was weiß ich wo in der Welt zu finden sind.
Sie haben Schweigepflicht. Deine Krankenkasse und Dein Hausarzt wissen allerdings Bescheid.
Mustermaus hat geschrieben:Ich hab mittlerweile einen leichten Verfolgungswahn entwickelt und in meinem Kopf beginnt es wieder zu spinnen...
Ok, hast Du mal überlegt, woher das kommen kann?

Saffia
never know better than the natives. Kofi Annan

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Mustermaus
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Beitrag Di., 10.05.2016, 19:59

peppermint patty hat geschrieben: Beziehung mit deiner Thera eingehen
Das macht bei mir persönlich aber mehr kaputt, als was es mir hilft. Beziehungen machen mich zerstörerisch und verstärken meine Stimmungsschwankungen. Ich glaub auch nicht, dass das meiner Therapeutin bewusst ist, sonst würde sie mich wohl nicht dazu drängen... Nachdem sie mir noch nicht nahe steht, hat sie keine Ahnung, was sie da erwartet.
~ ~ ~ ~

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Mustermaus
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Beitrag Di., 10.05.2016, 20:34

saffiatou hat geschrieben:
Mustermaus hat geschrieben:Ich hab mittlerweile einen leichten Verfolgungswahn entwickelt und in meinem Kopf beginnt es wieder zu spinnen...
Ok, hast Du mal überlegt, woher das kommen kann?
Das hatte ich eigentlich seit der Kindheit pausenlos, letzter Zeit war jedoch mal Ruhe bzw ich hatte immer wieder klare "Phasen"...

Keine Ahnung, vom Sertralin? Ich fühle mich halt bissl eigenartig, als würde ich häufig kurz vor einer Dissoziation / Derealisation stehen und eben dieses komische (leichte) Unwirklichkeitsgefühl bzw Verfolgungswahn.

Aber die kommen bei mir üblicherweise gepaart mit Alpträumen, die ich momentan so gut wie gar nicht habe und verfolgen mich sonst den ganzen Tag, als ob ich "im Traum weiterleben" würde. Das ist aber ein wesentlich stärkeres und realeres Gefühl, bei Sertralin hab ich das nur so oberflächlich...
~ ~ ~ ~

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stern
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Beitrag Mi., 11.05.2016, 05:41

Wie sehr jemand unter etwas leidet, halte ich nur eingeschränkt für einen Maßstab. Mind. 50% der magersüchtigen Patienten in der Klinik hätten das auch in Bezug auf ihr Gewicht gesagt... und empfanden vielmehr die anzustrebenden Gewichtszunahmen als erheblich belastend. Nur glaube ich, dass man Therapie auch wirklich wollen "muss" (wenn sie etwas bringen soll)... denn ja, das kann auch manchen Preis haben (und hat es i.d.R. auch). Insofern:
Aber wenn ich mit der Therapie aufhören will, weil ich mir denke es reicht jetzt, es geht mir gut und dann fängt die Psychologin / Psychiater an zu quasseln, dass ich das auf keinen Fall machen soll?! Und mich damit verunsichern?
Dich kann doch niemand festhalten. Vielleicht findest du ja einen Therapeuten, der sich nur auf deine Zwangsstörung stürzt und das isoliert betrachtet und alles andere ausblendet. Nur ist das wohl eher nicht so gut vertretbar, wenn man sieht, dass sich dauernd massiv Bl-Symptome entfalten. Und diverse Störungen wurden doch eh wieder von anderen abgelöst. Ich wage daher zu bezweifeln, dass eine alleinige Zwangsbehandlung, die Lösung deiner Probleme wäre, weil das -so wie es scheint- nicht der Kern ist.

Kann es sein, dass der Wind daher weht, dass die Diagnose auf einer Überweisung zu einem CT stand? Das empfinde ich auch als sehr unschön, zumal es für den Radiologen unerheblich ist.

Von Sertralin bekommt man eher keinen Verfolgungswahn... aber vielleicht wäre ein mehr dämpfendes Medikament besser für dich. Kann aber nur ein Arzt entscheiden.
Liebe Grüße
stern 🌈💫
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)

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Mustermaus
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 21:51

Jenny Doe hat geschrieben:Ein Problem haben oder eine Krankheit haben oder eine psychische Störung haben, ... bedeutet für mich nicht zwangsläufig "Leid" und "Behandlungsbedürftig".

Vielleicht ist es derzeit für dich auch einfach noch zu früh um an dem zu arbeiten, was zwar per Definition "krank" ist, worunter Du aber (noch nicht) leidest.
Dein Beitrag ist äußerst hilfreich, Du bringst es echt auf den Punkt... Danke nochmal

Ich finde, man kann ebenso Suizid begehen, ohne darunter zu leiden. Es kann für den Betroffenen gar eine Erleichterung bedeuten... Genau wie das Beispiel mit Anorexie - die Nahrungsmittel herunterzuzwingen trifft den Patienten wesentlich härter, als zu verhungern. Obwohl diese Logik für einen Normalsterblichen kaum nachvollziehbar ist...

Interessant finde ich allerdings, dass mir ein Haufen Leute konstant "einreden" wollen, dass ich leide. Bspw meine Familie, der Psychiater, die Therapeutin, mein Exfreund, etc.

Werfen sich die Menschen gegenseitig solch absurde Behauptungen an den Kopf, nehme ich die nur zu persönlich? Kann ja nicht mit allen ständig den Kontakt abbrechen deswegen.
~ ~ ~ ~


mio
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Beitrag Mo., 16.05.2016, 22:04

Mustermaus hat geschrieben:Werfen sich die Menschen gegenseitig solch absurde Behauptungen an den Kopf, nehme ich die nur zu persönlich? Kann ja nicht mit allen ständig den Kontakt abbrechen deswegen.
Es ist einfach schwer, jemandem den man mag beim leiden/sterben zuzusehen. Bei mir müsstest Du da nicht den Kontakt abbrechen, das würde ich für Dich übernehmen.


Jenny Doe
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Beitrag Mi., 18.05.2016, 11:07

Hallo Mustermaus
Interessant finde ich allerdings, dass mir ein Haufen Leute konstant "einreden" wollen, dass ich leide.
Die Kehrseite wäre, dass jemand tatsächlich unter etwas leidet und gesagt bekommt "Stell Dich nicht so an, so schlimm ist es doch gar nicht, anderen geht es schlechter als Dir, ..." Eigentlich ist es doch auch schön, wenn sich andere so um dich sorgen und dich sehen, oder?
Du wirst immer, Dein ganzes Leben lang, auf Menschen treffen, die die Welt mit anderen Augen sehen als Du. Die Frage ist: Wie gehst Du damit um. Du kannst natürlich zu allen den Kontakt abbrechen, Du könntest Dir alternativ aber auch überlegen, wie Du damit umgehen könntest, dass andere Menschen anders denken als Du, ... und vielleicht bei Dir auch etwas anderes wahrnehmen?
Wenn Dir so viele Leute sagen, dass Du leidest, ... hast Du sie mal gefragt, woran sie ihre Beurteilung festmachen und was sie bei Dir wahrnehmen? Möglich wäre ja auch, dass Du tatsächlich leidest, dein Leid jedoch nicht wahrnimmst oder wahrnehmen magst? Das kannst nur du beurteilen.
Wenn Du nicht leidest, dann überleg dir, wie Du mit der anderen Sichtweise anderer Menschen umgehen könntest. Man muss z.B. nicht (ständig) etwas thematsieren, von dem man weiß, dass es zu Kontroversen führt. Wenn Du nich leidest, dann sag klar "Ich kann damit umgehen". Man muss sich auch nicht ständig rechtfertigen und erklären. Ein einfaches "Ich komme klar", bringt zuweilen mehr als stundenlang erklären und den anderen damit zum Gegenargument ermuntern.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.

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