Gruppentherapie - hat schlecht angefangen

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Montana
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 20:52

Mio, da liegt ein grundlegendes Missverständnis vor. Das "unter sich klären", das ich erlebt habe und hier auch explizit meine, das schließt jegliche Hilfestellung durch Erwachsene vollkommen aus. Heißt, es gab KEINE Vorschläge, was man tun könnte.
Die "elterliche Gewalt", die sanktioniert, steht da noch mal eine große Stufe drunter. Das ist NOCH schlimmer. Und das kam immer dann, wenn das "unter sich klären" zu laut wurde. Da kam das elterliche "Machtwort", das die aktuelle Lage völlig ignorierte und ausschließlich den Zweck hatte, den Lärmpegel zu senken.

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mio
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 21:11

Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 20:52 Das ist NOCH schlimmer. Und das kam immer dann, wenn das "unter sich klären" zu laut wurde. Da kam das elterliche "Machtwort", das die aktuelle Lage völlig ignorierte und ausschließlich den Zweck hatte, den Lärmpegel zu senken.
Aber nach nichts anderem wird doch verlangt wenn man sagt dass der Therapeut gefälligst die andern in ihre Schranken zu weisen hat weil es einem selbst "zu laut" wird? Da geht es doch gerade um dieses "fehlende Machtwort" das vermisst wird.

Es wird sich ein "Erwachsener" gewünscht der die eigenen Grenzen verteidigt und der die anderen in "ihre Schranken" weisst. Nach Alternativen im Umgang wird ja nicht gefragt.

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Montana
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 21:42

Wieder ein Missverständnis. Wie wäre es gewesen, wenn nur entweder du ODER dein Cousin einen guten Rat zur Konfliktlösung bekommen hättest/hätte. Das wäre nicht halb so sinnvoll gewesen, denn was nützt die größte Einsicht und Kompromissbereitschaft, wenn der andere buchstäblich die Messer wetzt?
Und im Falle der hier diskutierten Gruppe fehlt genau das! Die Anfangs- und Schlussrunde können ja nicht nur dazu genutzt werden, das eigene Befinden der Gruppe mitzuteilen. Man kann auch z.B. gemeinsame Ziele für die Stunde formulieren wie z.B. "heute versuchen wir bewusst, Ich-Botschaften zu formulieren". Und in der Schlussrunde könnte man seine Beobachtungen teilen: "Ich finde, der XY ist das heute sehr gut gelungen." Auf die Art könnten Teilnehmer selbst ERFAHREN im wörtlichen Sinne, wie anders sich das anfühlt, so miteinander zu sprechen. Das kommt ohne Machtausübung oder Zurechtweisungen aus. Und wer sich trotzdem blöd verhalten will, der kann das tun, aber er wird damit zum Negativbeispiel für die ganze Gruppe.

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chrysokoll
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 21:45

Poetry_Slam hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 20:03
Ich stimme dir da zu. Andererseits hab ich auch noch nicht erlebt, dass ein Therapeut so richtig konkret wird. Dürfen die das überhaupt?
was meinst du mit "richtig konkret werden" ?
Was erwartest du da genau?

Ob und wie die aktiv sind und werden hängt zum einen von deren Stil, Persönlichkeit etc. ab.
Dann aber auch stark von der Therapierichtung.
Tiefenpsychologisch ist eben nicht so arg konkret
Es kann wie gesagt sein dass das auch einfach nicht die richtige Therapieform oder die richtige Methode ist

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Montana
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 21:47

PS: das muss gar nicht mal als eine Art "Anweisung" für vernünftige Kommunikation vermittelt werden. Man kann es auch einfach als Experiment bezeichnen und damit die Leute ein bisschen neugierig machen, sich und die anderen tatsächlich mal zu beobachten.

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münchnerkindl
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:10

mio hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 21:11
Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 20:52 Das ist NOCH schlimmer. Und das kam immer dann, wenn das "unter sich klären" zu laut wurde. Da kam das elterliche "Machtwort", das die aktuelle Lage völlig ignorierte und ausschließlich den Zweck hatte, den Lärmpegel zu senken.
Aber nach nichts anderem wird doch verlangt wenn man sagt dass der Therapeut gefälligst die andern in ihre Schranken zu weisen hat weil es einem selbst "zu laut" wird? Da geht es doch gerade um dieses "fehlende Machtwort" das vermisst wird.

Es wird sich ein "Erwachsener" gewünscht der die eigenen Grenzen verteidigt und der die anderen in "ihre Schranken" weisst. Nach Alternativen im Umgang wird ja nicht gefragt.

Es geht da doch nicht um ein Machtword von Eltern denen das Gezanke zu laut wird.

Es geht in einer Gruppentherapie wo Menschen verbal übergriffig werden darum, dass es Kommunikationsregeln gibt, die alle Teilnehmer vor verbaler Gewalt schützen. Ja, ein paar gesunde Kinder können sich mal kabbeln, ist kein Problem. Aber in eine Therapiegruppe kommen erstens auch Leute, die emotional angeschlagen sind und denen so ein Umgang schlicht und ergreifend nicht gut tut. Und zweitens sind gewisse Regeln wie zB dass man andere Gruppenteilnehmer ausreden lässt einfach nötig, damit alle zu Wort kommen und nicht stets die lautesten und aggressivsten sich die Bühne erobern und alle anderen untergehen.

Das ist ja nicht nur eine Frage von Therapiegruppen. Nimm zB Talkshows. Da sitzen in der Regel gesunde Menschen, und auch da kann es passieren dass bei zu lascher Führung die Diskussion total entgleist und eine Person die Diskussion auf Kosten der anderen Gäste völlig an sich reisst. Auch da braucht es Regeln und Moderation, oder es läuft nicht konstruktiv ab.


mio
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:17

Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 21:42 denn was nützt die größte Einsicht und Kompromissbereitschaft, wenn der andere buchstäblich die Messer wetzt?
Natürlich nutzt die dann nichts, dann kann man nur den anderen seine Messer allein wetzen lassen und das ignorieren oder gehen. Ich würde dann sicher nicht auf den einreden dass er das mal lassen soll wenn ich da null Bereitschaft dazu bemerke. Das fällt in meinem Beispiel übrigens unter "das musst Du dann akzeptieren", der Konflikt hätte ja durchaus trotz Rat an die andere Partei weiterbestehen können und das hätte ich dann akzeptieren müssen.

Abgesehen davon wäre mein Cousin in dem Fall ja noch nicht mal "feindselig" gewesen, er muss mir seinen Bagger ja nicht geben wenn er nicht will. Nur hätte ich ihm dann halt auch nix mehr gegeben im Gegenzug.

Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 21:42Und im Falle der hier diskutierten Gruppe fehlt genau das! Die Anfangs- und Schlussrunde können ja nicht nur dazu genutzt werden, das eigene Befinden der Gruppe mitzuteilen. Man kann auch z.B. gemeinsame Ziele für die Stunde formulieren wie z.B. "heute versuchen wir bewusst, Ich-Botschaften zu formulieren".
Ich kann nicht beurteilen OB das tatsächlich fehlt, es scheint ja mehr um die entstehenden Dynamiken und aufkommenden Gefühle mit denen gearbeitet werden soll zu gehen als darum Techniken wie "Ich-Botschaften" anzuwenden. Ich habe nicht das Gefühl dass dort "gute Kommunikation" im Sinne von Kommunikationstechniken erlernt werden soll so wie es beschrieben wird sondern da scheint es mehr darum zu gehen "unbewusste Blockaden" und "Verstrickungen" in den Raum zu holen mittels der Gruppendynamik. Das ist ja eine Frage der therapeutischen Herangehensweise und TfP arbeitet ja insgesamt stark auf die Beziehungsebene und eher aufdeckend ausgerichtet und zielt nicht so sehr auf die Verhaltensebene im Sinne von "Anleitungen" ab.

Und was das angeht "zeigt" sich ja auch durchaus schon etwas bei der TE wie ich finde, es ist halt momentan nicht unbedingt "befriedigend" was sich da zeigt. Aber nur weil etwas unangenehm ist oder schwer fällt bedeutet dass ja nicht dass es grundsätzlich nicht auch hilfreich sein könnte sich da stärker drauf einzulassen und das mal genauer zu reflektieren.

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münchnerkindl
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:29

No Twist hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 20:47 Das du überfordert bist, kann ich nachvollziehen und dann ist sowas nicht der richtige Ort. Man muss nicht mit jedem sch*** umgehen können- man muss auch lernen und begreifen, dass man sich schützen muss. Das solltest du aus meiner Sicht ganz dringend tun.



Ich hatte einen manisch-depressiven Bekannten über einen Verein. Als der in der Manie nur noch alle verbal ziemlich übergriffig zugetextet hat und auch nicht gehen wollte haben wir die Polizei gerufen und ihn da entfernen lassen. Es gibt einfach Grenzen, und auch eine Manie ist kein Grund sich sowas endlos reinziehen zu müssen.

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Montana
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:34

Es haben zunächst beide damit aufgehört, einander Sand ins Gesicht zu schmeißen. So lange man beim Sandschmeißen bleibt, ist die Situation unbefriedigend, egal ob mit oder ohne Bagger.

Die TE beobachtet das Wetzen der Messer. Und da hast du selbst gesagt, das dürfe doch der Messerwetzer gerne alleine machen, man bringt sich da besser außer Reichweite. Warum soll sie sich darauf "einlassen" und da irgendwas "reflektieren".

Ich sagte übrigens deutlich, dass "Anleitungen" auch gar nicht das sind, was ich persönlich sinnvoll fände. Aber Anregungen zur Beobachtung von sich selbst und anderen. Wo ginge gerade das besser als in einer Gruppe? Die TE macht das aber schon. Den anderen könnte es helfen, wenn sie es auch täten.

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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:34

mio hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:17
Und was das angeht "zeigt" sich ja auch durchaus schon etwas bei der TE wie ich finde, es ist halt momentan nicht unbedingt "befriedigend" was sich da zeigt. Aber nur weil etwas unangenehm ist oder schwer fällt bedeutet dass ja nicht dass es grundsätzlich nicht auch hilfreich sein könnte sich da stärker drauf einzulassen und das mal genauer zu reflektieren.


Naja, wenn das was man da erlebt wieder genau das selbe ist, wie in der Firma und Familie wo so ein Ton herrscht und die Gruppendynamik einfach so abläuft, was soll da der Lerneffekt sein, wenn da genau wie in Firma und Familie wieder keine Moderation und keine Lenkung stattfindet.

Ich meine, der Therapeut macht einfach nix, damit ist die Situation genau die selbe wie in destruktiven sozialen Settings ausserhalb der Therapie. Kein Unterschied. Kein Mehrwert.

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münchnerkindl
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:39

Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:34 Ich sagte übrigens deutlich, dass "Anleitungen" auch gar nicht das sind, was ich persönlich sinnvoll fände. Aber Anregungen zur Beobachtung von sich selbst und anderen. Wo ginge gerade das besser als in einer Gruppe? Die TE macht das aber schon. Den anderen könnte es helfen, wenn sie es auch täten.
Der Therapeut muss auf jeden Fall mit "stop" eingreifen und den Klienten zum Reflektieren über das gerade gezeigte Verhalten anregen wenn jemand gerade verbal übergriffig wird. Tiefenpsychologie bedeutet ja, wir schauen uns unsere Muster an und reflektieren darüber was wir tun, nicht wir agieren unsere Muster einfach so unreflektiert aus und hoffen auf irgendein Wunder dass das von alleine besser wird.

Wie soll jemand anfangen über gerade gezeigtes Verhalten und damit verbundene Emotionen zu reflektieren wenn da niemand ist der darauf aufmerksam macht und Anleitet sich selbst zu erkunden.


mio
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:44

münchnerkindl hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:10 Es geht in einer Gruppentherapie wo Menschen verbal übergriffig werden darum, dass es Kommunikationsregeln gibt, die alle Teilnehmer vor verbaler Gewalt schützen.
Was ein Mensch als "verbale Gewalt" erlebt ist aber ja sehr dehnbar. Für den einen ist es bereits verbale Gewalt wenn jemand eine kurze Bemerkung macht solange er spricht oder seine Meinung nicht teilt oder etwas nicht versteht und das laut ausspricht, am anderen prallen selbst wüste Beschimpfungen ab.

So gesehen ist die Frage wie die Regeln da überhaupt definiert sind und ob sie wirklich überschritten werden. Das kann aus der Ferne und ohne die Situation genauer zu kennen ja nicht klar beurteilt werden.

Nur weil es vielleicht nicht ganz so höflich zugeht oder aber darum gebeten wird frei heraus zu sagen was man denkt oder fühlt bedeutet das ja nicht automatisch dass da tatsächliche "verbale Gewalt" im Spiel ist. Wie man das erlebt hat ja auch viel mit einem selbst zu tun und wenn man selbst zB. jemand ist der sich immer sehr "korrekt" und "zurückhalten" äußert dann kommt einem jemand der frei Schnauze sagt was er denkt wahrscheinlich schon "gewalttätig" vor obwohl der einfach nur ehrlich ist und unverblümt ausspricht was ihm in den Sinn kommt ohne vorher ein rosa Schleifchen um seine Aussage zu binden. Der "Gehemmte" könnte sich an so jemandem dann zB. auch ein positives Beispiel nehmen weil es ihm selbst gut tun würde manchmal etwas freier zu sprechen.

Was ich herauslese ist, dass da ein großes Bedürfnis nach "Ordnung" und "Kontrolle" auf Seiten der TE ist das nicht erfüllt wird. Das sehe ich persönlich aber eher als Teil des Problems an und dessen Befriedigung deshalb auch weniger als die mögliche Lösung. Die Lösung könnte dann vielleicht sogar gerade in dem vermeintlichen "Chaos" liegen.


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Beitrag Mo., 06.07.2020, 22:51

Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:34 Warum soll sie sich darauf "einlassen" und da irgendwas "reflektieren".
Sie soll ihre eigene Reaktion darauf reflektieren, denn die ist interessant für sie weil die wahrscheinlich auch in anderen Kontexten auftaucht und darüber das Verständnis für eigene Probleme tiefer werden könnte und wenn Ursachen erkannt werden dann ist es leichter ein Verhalten bzw. eine Reaktion zu ändern.

Sie soll sich ja nicht auf den "Kampf" einlassen sondern auf ihr eigenes Gefühl das dadurch in ihr hochkommt bzw. ausgelöst wird und DAS reflektieren.

Wenn da zB. Angst hochkommt dann kann man sich fragen: Warum ist da jetzt Angst? Wenn da zB. Wut hochkommt dann kann man sich fragen: Warum ist da jetzt Wut? Wenn zB. Trauer hochkommt dann kann man sich fragen: Warum ist da jetzt Trauer? Wenn zB. Kälte hochkommt kann man sich fragen: Warum ist da jetzt Kälte? Usw. usf.. Und mit ein bisschen Glück kommt man drauf was da "dahinter" liegt und sich auf diese Art und Weise zeigt. Und damit wird das dann bearbeitbar.


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Beitrag Mo., 06.07.2020, 23:06

münchnerkindl hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:34 Ich meine, der Therapeut macht einfach nix, damit ist die Situation genau die selbe wie in destruktiven sozialen Settings ausserhalb der Therapie. Kein Unterschied. Kein Mehrwert.
Also dass der Therapeut NIX machen würde das wurde doch gar nicht geschrieben? Er macht es in den Augen der TE nur zu "dezent" und zu "einfühlsam" den anderen gegenüber, meint: Er greift nicht "hart genug durch".

Was das nun auch immer genau bedeuten mag.

Der Unterschied zu einer "normalen Situation" ist meiner Meinung nach dass es einen bewussten Raum gibt für solche Beobachtungen, vor allem um SICH SELBST zu beobachten, und auch, dass es die Möglichkeit gibt dass im Nachgang allein mit dem Therapeuten zu besprechen in einer Einzelsitzung so nötig. Das wurde ja in Anspruch genommen. Außerdem muss man zB. im Gegensatz zu der Firma keine negativen Konsequenzen befürchten wenn man da dann "ausbricht" und sich anders verhält als sonst so. Man darf und kann dabei auch erst mal "Fehler" machen oder noch unbeholfen sein ohne dass das direkt negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Man hat also sozusagen eine "ungefährliche Übungswiese".

Wer allerdings meint er könne die (Außen)Welt ändern mit Hilfe einer Therapie der wird so oder so scheitern. Ändern kann man immer nur sich selbst und sein eigenes Verhalten. Dh. man kann lernen mit solchen belastenden Situationen anders umzugehen als man es bisher "draußen" so gemacht hat ohne dass man direkt Konsequenzen befürchten muss.


mio
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Beitrag Mo., 06.07.2020, 23:28

Montana hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:34 Es haben zunächst beide damit aufgehört, einander Sand ins Gesicht zu schmeißen. So lange man beim Sandschmeißen bleibt, ist die Situation unbefriedigend, egal ob mit oder ohne Bagger.
Ich bzw. wir haben den Sand aber ja WEGEN dem Bagger geschmissen. Dh. es ging schon ganz klar um den Bagger bzw. darum, dass mir mein Cousin das vorenthalten hat was ICH wollte (und das sogar noch durfte!) weil er das auch selbst für sich wollte in dem Moment. Hätte er mir den Bagger gegeben hätte ich ja keinen Sand geschmissen und er auch nicht weil er sich dann nicht hätte wehren müssen gegen meinen "Angriff".

Dh. das Sandschmeißen war ja nur die Folge, nicht aber die Ursache. Die Ursache war der Interessenskonflikt.

Hätten wir uns aus lauter spielerischer Lust am Streit mit Sand beschmissen dann hätten wir sogar Spaß gehabt (kam auch vor), dh. "Sandschmeißen" ist nicht zwingend unbefriedigend, es kommt drauf an WARUM man mit Sand schmeißt und was der eine will und was der andere und inwieweit sich das deckt.

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