Gesundheit und Esskultur?!

Gesunde Kochrezepte, Ernährungstipps und Wege aus der Fehlernährung - hier können Sie Ihre diesbezüglichen Schwierigkeiten, Empfehlungen und Erfahrungen austauschen.
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hawi
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Gesundheit und Esskultur?!

Beitrag So., 02.12.2012, 21:54

Ich hab schon beim finden der Überschrift so meine Probleme.

Würde hier gern ein wenig über Ernährung, Essen, seine Zubereitung, die Zusichnahme, auch die Esskultur und und und philosophieren, diskustieren, Austausch initiieren.

Muss Essen (immer) gesund sein?
Mir geht es mehr darum, dass am Ende alle Köche und Esser physisch und emotional gesund sind, gesund bleiben, gesünder werden, als dass einzelne Mahlzeiten in ihrer Zusammensetzung als gesund gelten. Schon das werden sie ja nicht für alle gleichermaßen sein.

Worum es mir allenfalls am Rande hier geht, ist die Gesundheit der „Rohstoffe“.
Gesundes Essen kann ja auch so gelesen werden.

Was gehört, auch grad sehr ganzheitlich gesehen eigentlich zu gutem Ernährungsverhalten. Wie wichtig ist dabei was? Sind es die Zutaten, die Rezepte, die …….????

LG hawi
„Nationalismus bedeutet am Ende immer Krieg.“
François Mitterrand


pandas
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Beitrag So., 02.12.2012, 22:09

Bestimmte Zutaten sind nunmal erwiesenermassen schädlich.

Zum Beispiel begünstigen bestimmte Ernährungsweisen Diabetes, und das wird von dem Grossteil der Leute nicht genug beachtet, weil sie denken, lieber jetzt geniessen, später, wenn die Schäden da sind, sind sie dann halt da ... aber die sind so gravierend bei Diabetes, da wird die ganze Familie in Mitleidenschaft gezogen.

Natürlich macht es die Menge, wenn man mal weißes Brot ist, mal was Fettiges isst, muss das noch nicht gleich zu Diabetes führen.

Aber ich halte es für wichtig, sich damit zu beschäftigen und bei der eigenen Ernäherung auf so etwas zu achten.
"Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." Kierkegaard


montagne
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Beitrag So., 02.12.2012, 22:35

Ich achte schon sehr auf Gesundheit, früher noch mehr als heute oder eher anders. Weil ich es inszwischen eben auch eher ganzheitlich sehe. Zum einen gibt es zu jeder These mindestens eine Gegenthese und Gegenstudie, was Ernährung angeht. Wenig ist wirklich gesichert.

Und dann kann die Suche nach der perfekten, gesunden Ernährung, nach der täglich gesündesten Zutatenkombination ja auch zu einem Stress werden, der krank macht oder schon eine Krankheit ist: Orthorexie.

Genuss, alle Viere auch mal grade sein lassen, locker werden oder sein trägt jedoch sicher zur Gesundheit bei.

Ich habe so meine Eckpfeiler an Zutaten, "Rohstoffen", heißt Rahmen an Kalorien, Eiweiß, gesunden fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, wenig Zusatzstoffe. Das hat sich für mich als praktikabel erwiesen. Innerhalb dessen ist Genuss möglich, aber auch eben Praktikabilität. Erreiche ich diese Eckpfeiler mal nicht, streue ich mir auch keine Asche aufs Haupt.

Wichtig ist für mich auch WIE ich esse, da happerts bei mir manchmal. Je gestresster ich bin, umso schneller esse ich und umso seltener am Tag (und daher umso größere Portionen) und das kann mein Magen und meine Verdauung echt nicht gut. Gewicht-technisch scheints auch nicht grad vorteilhaft zu sein (für mich).
amor fati

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hope_81
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Beitrag So., 02.12.2012, 22:40

Hi Hawi,
ich denke gesundes Essen ist nebst guten Rohstoffen, ein Essen, welches nicht von negativen Gedanken begleitet ist. Ein Essen, was Spaß macht.
Natürlich ist es wichtig, darauf zu achten nicht zu viel von dem und dem zu konsumieren, mehr von dem und dem, bla bla bla.
Das Geheimnis ist meiner Meinung nach, esse bewusst. Höre auf deinen Körper, dein Gefühl, deine Stimmung. Achte auf deine Augen, deinen Bauch, deine Gelüste.
Wir leben in einer Welt wo alles immer und zu jeder Zeit verfügbar ist. Wir kennen keinen wirklichen Hunger, keinen Rythmus, nichts...
Meiner Meinung nach, sollten wir uns wieder auf die Jahreszeiten besinnen, wann ist was, wann verfügbar. Im Winter eben winterliche Gemüse, im Sommer sommerliche usw. Nur weil man alles immer im Supermarkt erhalten kann, ist es nicht unbedingt gut.
Klar kann es auch mal fettig, süß sein, warum nicht?
Aber ich finde, man sollte sich im klaren sein, was der Körper im Winter braucht, was im Frühjahr usw... Unser Zeitalter ist wahnsinnig schnell, die Evolution und somit auch unser Körper sind es nicht.
Ich vertraue (außer ich bin im Essstörungsmodus, tolle Erfindung der kranken westlichen Welt), der Weisheit meines Körpers, der weiß ganz genau was er braucht und was nicht.
Das Beste, was du für einen Menschen tun kannst, ist nicht nur deinen Reichtum mit ihm zu teilen, sondern ihm seinen eigenen zu zeigen.
Benjamin Disraeli


Vincent
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:11

Ich denke, dass Menschen ohne schlechtes Gewissen ziemlich Vieles mehr von dem Essen essen könnten, wenn sie sich nicht so sehr von der Wissenschaft beirren lassen würden, die, wie montagne schrieb, selbst eher verwirrt ist, als dass sie ihrem "Projekt" gerecht würde, festzustellen, was gut oder nicht gut ist.

Tiere haben auch keine Ernährungsberater. Die wissen genau, was gut für sie ist. Warum sollte das nicht auch der Mensch instinktiv wissen?!? Wahrscheinlich wußte er dies auch noch allzu gut, bevor man anfing, ihm diesen widerlichen Indutriefraß vorzuwerfen, der ihn "abhängig" machte. Diesen Abhängigkeiten muß man selbstverständlich dann auch irgendwann wieder mit einem "Ausgleich" Einhalt gebieten. Wer in diesem Kreislauf drinsteckt, der ist auch "verpflichtet", genau auf die Werte zu gucken.

Alles natürlich Vorkommende kann nie ein Zuviel des Guten sein.
"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." (Horvàth)


pandas
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:26

Vincent hat geschrieben: Tiere haben auch keine Ernährungsberater. Die wissen genau, was gut für sie ist.
Nö. das macht die Natur: Knappheit, suchen müssen, jagen müssen - wenn es dann nicht mehr gibt, gibt es nicht mehr.
Aber schau Dir mal Hunde an: Die futtern meist alles, was sie bekommen können. Und wenn der Besitzer nicht aufpasst, werden die auch dick und bekommen die entsprechenden Krankheiten.
So auch die ganzen Masttiere. Es ist ja nicht so, dass die das Essen pro Kilo hineingezwungen bekommen.
Sie werden überfüttert, ja klar, aber essen tuen sie das Überfutter schon von selbst.
Vincent hat geschrieben: Warum sollte das nicht auch der Mensch instinktiv wissen?!? Wahrscheinlich wußte er dies auch noch allzu gut, bevor man anfing, ihm diesen widerlichen Indutriefraß vorzuwerfen, der ihn "abhängig" machte.
Ach ne, für den Adel gab es im MA auch Fressgelage etc etc. Genauso die Wikinger.
Kann mir keiner weissmachen, dass da niemand dran von gestorben ist.

Und die Erkenntnisse sind schon gut und teils auch sehr erwiesen.
Man muss sich halt nur mit beschäftigen,
wobei es ja auch leichter gemacht wird, durch Ernährunsampeln etc.
Man muss sich dennoch informieren, teils wird es auch ausgenutzt: LowFat anstatt HighFat allein bringt auch nichts.
"Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." Kierkegaard


Themis
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:37

Ich bin mir da nicht sicher, Vincent. Ratten fressen mit Vorliebe Schokolade, meine frühere Katze war verrückt nach Chips. Die wurde sogar zur Schrank-Knackerin, um sich eine Packung aufzureißen.

Vielleicht fällt das aber auch unter "Kulturfolger-geschädigt"?

Es kann auch sein, dass wir bei Mangelerscheinungen mehr essen, um diesen Mangel auszugleichen. Nur wissen wir vielleicht nicht, was uns fehlt, und ebenso wenig, wo es enthalten ist.
Die Wissenschaft tappt hier tatsächlich ziemlich im Dunkeln, siehe Cholesterin.
Ich bin nicht meine Geschichte


kaja
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:40

Wie wichtig Essen ist und wie sehr es einem fehlt, weiss man erst wenn man es nicht mehr hat.
Ich musste schon öfter hungern, weil nichts an Essen da war.
Vermutlich habe ich deshalb so einen großen Respekt vor Nahrungsmitteln.
After all this time ? Always.


Vincent
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:42

Biber,

Hunde und Masttiere ernähren sich ja auch nicht natürlich. Auch sie bekommen fast ausschließlich industriell hergestellte Massennahrung mit allerlei künstlichen und ungesunden Zutaten. Die haben gar keine andere Wahl mehr. Außerdem schmeckt`s ihnen ja auch. Ich esse selbst hin und wieder einen Burger von McDonald`s.

Tiere in ihrem natürlichen Habitat wissen allerdings ganz genau, was sie brauchen bzw. was sie gar nicht fressen dürfen. Und nicht immer herrscht Nahrungsknappheit in ihrer Umgebung. Sie nehmen sich Pflanzen, Pilze, Früchte, Fleisch, wie sie es benötigen, um ihren Organismus aufrecht zu erhalten - und zwar gesund und ausgewogen aufrecht zu erhalten.

Ich selbst informiere mich kaum darüber, wie viel Öl, Fett, Zucker... was auch immer... als ein Zuviel oder ein Zuwenig gilt. Das weiß ich schon ganz gut selbst, da ich meinen Körper beobachte. Das gibt mir Gewissheit. Auch das Blutbild, das ich so alle zwei Jahre machen lasse, zeigt mir, dass ich mich auf mein Gespür verlassen kann.
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pandas
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:48

@ vincent

Ja, aber ich meinte, diese Masttiere essen zuviel, haben da keine natürliche Grenze, ab wann es zuviel ist und sie dann körperlich drunter leiden. Wenn masttiere das Zeug einfach nicht essen würden, hätten die Höfe, glaub ich, ein Problem.
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Themis
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:51

Süß heißt: Iss mich, ich bin nicht giftig. Bitter heißt: Nicht essen, Gefahr! Kinder, denen neue Nahrungsmittel vorgesetzt werden, reagieren in Test gleich: Essen bei Erstem oder Ausspucken bei Zweitem.
Banane vs Brokkoli: Sieg für Banane, das liegt in der Natur der Sache.
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montagne
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:56

Masttiere fressen ungezügelt aus den gleichen Grünen, warum Menschen ungezügelt Chips fressen, wenn die Tüte einmal auf ist: das Zeug ist bewusst designed, damit nicht mehr aufgehört werden kann, positive Gefühle anschwemmen, damit ein Suchtfaktor entsteht.
Das ist unnatürlich und übergeht damit auch den natürlichen Instinkt.

Hühnern, denen man banale Weizenkörner und geraspelte Karotten hinstreut, Schweine, die Kartoffeln pur aus dem Dampfgarer kriegen überfressen sich nicht (und wachsen daher nicht so schnell was der Industrie ja missfällt). Ebenso wie ein Mensch zwar die ganze Tüte Chips verputzt, nicht aber das ganze Netz Kartoffeln, nur weils einmal geöffnet wurde.

Ich denke, wnen man die Tricks der Industrie weitgehend meidet, dann findet man zu einem Instinkt. Dann pendelt sich das auf das ein, was man individuell braucht.
amor fati


Vincent
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Beitrag So., 02.12.2012, 23:58

Biber, montagne sagt`s schon. Ich wollte gerade Ähnliches antworten.

Außerdem kommt noch hinzu, dass nicht nur das Futter "designed" ist, sondern die Zuchttiere selbst ihrer ursprünglichen Art schon weit ent-züchtet sind.

Themis: "Kulturfolger-Schädigung" trifft`s hier wohl recht gut!
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pandas
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Beitrag Mo., 03.12.2012, 00:06

Alright,

dennoch, ich finde nicht, dass die Geschichte, dass für den Menschen zeigt: Essgelage etc gab es zu allen Zeiten für die, die es sich leisten konnten.

und wenn man dann also als Mensch auf diesen Tier-Instinkt setzt: Heisst das, man benutzt nur Pur-Produkte? also Fleisch, obst, Gemüse, aber nichts, was in irgendeiner Weise industriell bearbeitet oder "designt" ist??

Wenn dem nicht so ist, wäre es so, dass man sich damit genauer beschäftigen muss, um zu wissen, was schädlich vorgefertigt ist und was okay ist.
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Vincent
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Beitrag Mo., 03.12.2012, 00:09

montagne hat geschrieben:Ich denke, wnen man die Tricks der Industrie weitgehend meidet, dann findet man zu einem Instinkt. Dann pendelt sich das auf das ein, was man individuell braucht.
Es ist bloß die Frage, wie man diese Tricks umgehen kann. Man weiß ja, dass es kaum noch Produkte zu kaufen gibt, die ganz natürlich entstanden sind; denen man die Zeit gegeben hat, das zu werden, was sie eben sind, und denen man nichts hinzugefügt hat.

So ist z. B. nicht einmal mehr auszuschließen, dass Bio-Fleisch auch Bio-Qualität hat. Denn die Rinder in Südamerika, deren Fleisch auf dem europäischen Markt verkauft wird, wurden nachweislich (und dort selbstverständlich anerkannt) mit Gen-Getreide gefüttert. Und das ist ja nur das eine Beispiel...
"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." (Horvàth)