Hilft Psychoanalyse bei Frühstörungen?
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problembärin
Thread-EröffnerIn - sporadischer Gast

, 39 - Beiträge: 21
Hilft Psychoanalyse bei Frühstörungen?
Hallo an euch,
ich bin gerade wieder sehr verunsichert und verzweifelt. Meine Probleme mit mir und anderen beruhen (laut Klinik) auf einer "Frühstörung", die auch in langjähriger Therapie keine wesentliche Verbesserung brachte. Aus verzweiflung hab ich wie ich ja schon geschrieben hatte, es jetzt noch mal mit einer analytischen Therapie versucht. Ich bin mir absolut unsicher ob es das alles noch bringt. Ich finde keinen Kontakt zur neuen Therapeutin. Sie scheint in den Stunden Meilenweit entfernt zu sein. Redet so gut wie nichts, und sieht mir nicht in die Augen. Ich komme mir dieser kargen Methode nicht klar. Hab gerade das gefühl das ich am langen Arm ausgehungert werde. Ich würde am liebsten alles abbrechen. Die ganze Situation- das schweigen- das betteln um jedes Wort, ist so beschämend und kränkend für mich.
ich bin gerade wieder sehr verunsichert und verzweifelt. Meine Probleme mit mir und anderen beruhen (laut Klinik) auf einer "Frühstörung", die auch in langjähriger Therapie keine wesentliche Verbesserung brachte. Aus verzweiflung hab ich wie ich ja schon geschrieben hatte, es jetzt noch mal mit einer analytischen Therapie versucht. Ich bin mir absolut unsicher ob es das alles noch bringt. Ich finde keinen Kontakt zur neuen Therapeutin. Sie scheint in den Stunden Meilenweit entfernt zu sein. Redet so gut wie nichts, und sieht mir nicht in die Augen. Ich komme mir dieser kargen Methode nicht klar. Hab gerade das gefühl das ich am langen Arm ausgehungert werde. Ich würde am liebsten alles abbrechen. Die ganze Situation- das schweigen- das betteln um jedes Wort, ist so beschämend und kränkend für mich.
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Glaube ich dir... liest man auch als, dass der schweigende Analytiker bei manchen Störungen kontraindiziert ist.Redet so gut wie nichts, und sieht mir nicht in die Augen. Ich komme mir dieser kargen Methode nicht klar. Hab gerade das gefühl das ich am langen Arm ausgehungert werde. Ich würde am liebsten alles abbrechen.
Hast du das schon mal angesprochen, wie es dir ergeht? Wie lang bist du schon bei ihr?
Dass PA generell nichts ist, sehe ich nicht so... nur fährt sie vielleicht eine Linie, die für dich nicht passt. Bzw. wenn das die Anfangsphase ist, versucht sich vielleicht auch noch die kennenzulernen und hält sich deswegen bedeckter, um nicht vorschnell irgendetwas evtl nicht passendes von sich zu geben?
Liebe Grüße
stern

stern
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)
(Heidi Kastner)
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problembärin
Thread-EröffnerIn - sporadischer Gast

, 39 - Beiträge: 21
Hallo Stern,
ja, das hab ich auch schon überlegt ob da noch mehr kommt? Ob das jetzt nur die kennenlernphase ist? Ich hab Angst das es so weiter geht. Es ist ungefähr die 25 Stunde.
Ich fühl mich so ausgeliefert in diesem Schweigen.
Gruß und gute Nacht...
ja, das hab ich auch schon überlegt ob da noch mehr kommt? Ob das jetzt nur die kennenlernphase ist? Ich hab Angst das es so weiter geht. Es ist ungefähr die 25 Stunde.
Ich fühl mich so ausgeliefert in diesem Schweigen.
Gruß und gute Nacht...
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leberblümchen
- [nicht mehr wegzudenken]
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, 44 - Beiträge: 6034
Hallo, Problembärin,
es gibt bei den Analytikern SOLCHE und SOLCHE. Wobei die Einen ihre Methode dem Patienten anpassen können oder wollen - und die Anderen das nicht tun.
Ich kann mich noch an deine anderen Beiträge erinnern: Liegst du denn inzwischen? Gehst du öfter in der Woche zu ihr? Denn im Liegen sieht sie dir natürlich nicht in die Augen ; im Sitzen würde es mich aber wundern, wenn man mich regelmäßig nicht ansieht. Das ist ja gerade der Witz am Sitzen, dass die Augen des Therapeuten 'helfen' können, den Kontakt aufzubauen und eine Verbindung herzustellen, da ja gerade die Frühgestörten - zu denen ich auch gehöre - oft panische Angst vor Trennung und Fallengelassenwerden haben.
Das, was du beschreibst, klingt nach einer Analyse, wie sie sich ein Laie vorstellt - und nach dem, was viele Menschen daran so abschreckt: das Distanzierte, das Ausgeliefertsein.
Ich verstehe das nicht, denn eigentlich weiß man doch, dass bestimmte Patienten vor allem ein Beziehungsanbebot brauchen und das Gefühl, angenommen und willkommen zu sein; denn das ist es doch, was ihnen fehlt. Ein Beziehungsangebot für einen zutiefst verunsicherten Menschen aber, das schon für halbwegs stabile Patienten eine sehr schwierige Herausforderung sein kann, weil es darin besteht, den Patienten durch Schweigen zu verunsichern, kann durchaus problematisch sein.
Du bist ja jetzt auch schon einige Monate dabei, die man eigentlich von ihrer Seite hätte nutzen können, um Vertrauen aufzubauen. Das ist doch oft so, dass erst mal der Therapeut derjenige ist, der viel geben muss, bis der Patient so weit ist, dass er merkt: "Hier ist es anders in meiner Herkunftsfamilie. Hier darf ich mich zeigen. Hier nimmt man mich ernst. Hier fühle ich mich geborgen" - aber das fällt nicht vom Himmel, dass der Patient das sagen kann!
Ich selbst kenne ja nur meine Analyse, und ich kann sagen: MIR hilft sie sehr und für mich ist es die einzig vorstellbare Methode, mich wirklich komplett öffnen zu können. Wobei es weniger das Analysieren und Deuten ist, sondern in erster Linie das Angebot einer intensiven Beziehung: 'Nachbeelterung', wie es so schön heißt. Hierbei geht es dann v.a. auch um das größere Stundenkontingent - eine ewige Diskussion hier -, das eben viel mehr Nähe und damit Vertrauen und damit wiederum Wachstum ermöglicht.
Ich habe aber auch fast ein Jahr gesessen und wir hatten dabei v.a. zu Beginn sehr viel Augenkontakt, der dann - von beiden Seiten - immer weniger wurde. Und auch heute noch, nach 1,5 Jahren, redet er sehr viel - manchmal zu viel - und ich fühle mich selten verloren und am Verhungern. WENN er mal länger schweigt und mir damit Angst macht, dann löst das meist ein heftiges Gefühl aus und wir reden dann darüber. Das Gefühl, dass ich einer Methode ausgeliefert bin, hatte ich noch nie!
Ich würde also sagen: Ja, Analyse hilft sehr gut bei Frühstörungen, aber nur, wenn es dem Therapeuten gelingt, dem Patienten das Beziehungsangebot zu machen, das dieser benötigt. Da das bei dir - noch? - nicht so ist, weißt du ja, was jetzt kommt: Rede mit ihr darüber! Idealerweise ergibt sich dann ein Gespräch und du kannst ihr Angebot vielleicht besser nutzen. Wenn sie darauf auch nur schweigt, dann ist das vielleicht eine Therapeutin, die dir nicht so gut helfen kann. Es gibt aber wirklich auch ganz viele andere Analytiker, die sehr warmherzig und gesprächig sind und damit sehr viel Halt geben.
Allerdings würde ich von außen nicht sagen wollen, dass deine Therapeutin das nicht kann; nur macht sie es vielleicht anders - vermutlich, weil sie denkt, sie würde dir damit am besten helfen. Darüber also solltest du mit ihr reden.
es gibt bei den Analytikern SOLCHE und SOLCHE. Wobei die Einen ihre Methode dem Patienten anpassen können oder wollen - und die Anderen das nicht tun.
Ich kann mich noch an deine anderen Beiträge erinnern: Liegst du denn inzwischen? Gehst du öfter in der Woche zu ihr? Denn im Liegen sieht sie dir natürlich nicht in die Augen ; im Sitzen würde es mich aber wundern, wenn man mich regelmäßig nicht ansieht. Das ist ja gerade der Witz am Sitzen, dass die Augen des Therapeuten 'helfen' können, den Kontakt aufzubauen und eine Verbindung herzustellen, da ja gerade die Frühgestörten - zu denen ich auch gehöre - oft panische Angst vor Trennung und Fallengelassenwerden haben.
Das, was du beschreibst, klingt nach einer Analyse, wie sie sich ein Laie vorstellt - und nach dem, was viele Menschen daran so abschreckt: das Distanzierte, das Ausgeliefertsein.
Ich verstehe das nicht, denn eigentlich weiß man doch, dass bestimmte Patienten vor allem ein Beziehungsanbebot brauchen und das Gefühl, angenommen und willkommen zu sein; denn das ist es doch, was ihnen fehlt. Ein Beziehungsangebot für einen zutiefst verunsicherten Menschen aber, das schon für halbwegs stabile Patienten eine sehr schwierige Herausforderung sein kann, weil es darin besteht, den Patienten durch Schweigen zu verunsichern, kann durchaus problematisch sein.
Du bist ja jetzt auch schon einige Monate dabei, die man eigentlich von ihrer Seite hätte nutzen können, um Vertrauen aufzubauen. Das ist doch oft so, dass erst mal der Therapeut derjenige ist, der viel geben muss, bis der Patient so weit ist, dass er merkt: "Hier ist es anders in meiner Herkunftsfamilie. Hier darf ich mich zeigen. Hier nimmt man mich ernst. Hier fühle ich mich geborgen" - aber das fällt nicht vom Himmel, dass der Patient das sagen kann!
Ich selbst kenne ja nur meine Analyse, und ich kann sagen: MIR hilft sie sehr und für mich ist es die einzig vorstellbare Methode, mich wirklich komplett öffnen zu können. Wobei es weniger das Analysieren und Deuten ist, sondern in erster Linie das Angebot einer intensiven Beziehung: 'Nachbeelterung', wie es so schön heißt. Hierbei geht es dann v.a. auch um das größere Stundenkontingent - eine ewige Diskussion hier -, das eben viel mehr Nähe und damit Vertrauen und damit wiederum Wachstum ermöglicht.
Ich habe aber auch fast ein Jahr gesessen und wir hatten dabei v.a. zu Beginn sehr viel Augenkontakt, der dann - von beiden Seiten - immer weniger wurde. Und auch heute noch, nach 1,5 Jahren, redet er sehr viel - manchmal zu viel - und ich fühle mich selten verloren und am Verhungern. WENN er mal länger schweigt und mir damit Angst macht, dann löst das meist ein heftiges Gefühl aus und wir reden dann darüber. Das Gefühl, dass ich einer Methode ausgeliefert bin, hatte ich noch nie!
Ich würde also sagen: Ja, Analyse hilft sehr gut bei Frühstörungen, aber nur, wenn es dem Therapeuten gelingt, dem Patienten das Beziehungsangebot zu machen, das dieser benötigt. Da das bei dir - noch? - nicht so ist, weißt du ja, was jetzt kommt: Rede mit ihr darüber! Idealerweise ergibt sich dann ein Gespräch und du kannst ihr Angebot vielleicht besser nutzen. Wenn sie darauf auch nur schweigt, dann ist das vielleicht eine Therapeutin, die dir nicht so gut helfen kann. Es gibt aber wirklich auch ganz viele andere Analytiker, die sehr warmherzig und gesprächig sind und damit sehr viel Halt geben.
Allerdings würde ich von außen nicht sagen wollen, dass deine Therapeutin das nicht kann; nur macht sie es vielleicht anders - vermutlich, weil sie denkt, sie würde dir damit am besten helfen. Darüber also solltest du mit ihr reden.
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... wobei es auch insofern solche und solche geben kann. Und das ist nicht für jeden stimmig. Also @ Problembärin: Das könntest du schon im Auge behalten, ob das ihr Selbstverständnis ist, schweigsamer unterwegs zu sein. Folglich: Ansprechen. Ich hab' auch neulich erst etwas dazu gelesen: Auch fehlender Blickkontakt (in Kombi mit Liegen) ist nicht für jeden etwas. Also z.B. bei Borderlinestörungen (aber auch anderem) bleibt man tendenziell eher beim Sitzen.titus hat geschrieben:Das, was du beschreibst, klingt nach einer Analyse, wie sie sich ein Laie vorstellt - und nach dem, was viele Menschen daran so abschreckt: das Distanzierte, das Ausgeliefertsein.
Dass sie den Blickkontakt nicht hält und dich ansieht, finde ich ehrlich gesagt schon schräg (damit meine ich nicht Anstarren)... und zwar insofern: Dass es Patienten gibt, die ausweichen, soll es geben. Aber meine Thera (TFP) achtet sehr wohl darauf, dass ich hin- und wieder Blickkontakt aufnehme. Umso schwerer nachvollziebar, dass ihn ein Thera ihn nichtmal anbietet, wenn ein Patient dieses "Beziehungsangebot" sucht. Auch Ansprechen. Welche Gespräche es bzgl. Sitzen/Liegen bereits gab, weiß ich jetzt nicht... aber wenn man sitzt und ein Thera vermeidet Blickkontakt großzügiger, so ist das eher seltsam, finde ich. Bleibt aber vermutlich auch nichts anderes als Ansprechen... und schauen, ob das Vorgehen abgeändert werden kann. Will nur sagen: Auch fehlender Blickkontakt ist nicht für jeden Patienten etwas.
Liebe Grüße
stern

stern
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)
(Heidi Kastner)
Jepp... ich bin dann immer jemand, die befindet, Nähe und Vertrauen hängen nicht in erster Linie von der Quantität ab, sondern von der Qualität . Problembärin kann vielleicht (trotz Analyse) ein Lied eher davon singen.Titus hat geschrieben: Hierbei geht es dann v.a. auch um das größere Stundenkontingent - eine ewige Diskussion hier -, das eben viel mehr Nähe und damit Vertrauen und damit wiederum Wachstum ermöglicht.
Liebe Grüße
stern

stern
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)
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leberblümchen
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Das mit dem Blickkontakt kann aber auch viel bedeuten: Grundsätzlich geht man in der Analyse wohl davon aus, dass das Ziel ist, bei sich selbst bleiben zu können. Also: Die Therapie ist irgendwann beendet und der Patient hat so was wie eine Introspektionsfähigkeit auf- oder ausgebaut. Dazu braucht es ja nur sich selbst. Insofern kann ein Setting, in dem man sich nicht ansieht, diesen Prozess des Bei-sich-selbst-Bleibens fördern.
Nur muss man eben erst mal an den Punkt kommen, an dem das möglich ist: sich auf sich selbst besinnen, quasi meditativ. Am Anfang einer Therapie ist das sicher oft schwer bis gar nicht möglich, nicht zuletzt auch deshalb, weil man als jemand, der beobachtet wird, leicht das Gefühl bekommen kann, noch fremder zu sein, als man sich ohnehin schon fühlt. Verloren im fremden Raum. Dann können Blicke Halt geben, Blicke, die nicht nur beobachten, sondern die auch zeigen: "Ich bin da".
Wenn dann aber später die Beziehung stabiler ist und man sich nicht mehr regelmäßig der physischen und mentalen Anwesenheit des Therapeuten vergewissern muss, dann kann es schon hilfreich sein, den Blickkontakt wieder zu reduzieren, um sich mehr auf das Innenleben und weniger auf die Außenwirkung zu konzentrieren. Deshalb würde es mich sehr stören, wenn man von mir in diesem Prozess Blickkontakt erwartet; das kommt vermutlich auf die Störung an.
Aber bevor man an solche Fragen denkt, ist es wohl sinnvoller, überhaupt erst mal den Kontakt herzustellen, und das funktioniert - so meine ich - am besten über die Augen! Gerade bei Menschen, die in ihrer frühesten Kindheit so wenig als Individuum mit eigenen Bedürfnissen gesehen wurden.
Nur muss man eben erst mal an den Punkt kommen, an dem das möglich ist: sich auf sich selbst besinnen, quasi meditativ. Am Anfang einer Therapie ist das sicher oft schwer bis gar nicht möglich, nicht zuletzt auch deshalb, weil man als jemand, der beobachtet wird, leicht das Gefühl bekommen kann, noch fremder zu sein, als man sich ohnehin schon fühlt. Verloren im fremden Raum. Dann können Blicke Halt geben, Blicke, die nicht nur beobachten, sondern die auch zeigen: "Ich bin da".
Wenn dann aber später die Beziehung stabiler ist und man sich nicht mehr regelmäßig der physischen und mentalen Anwesenheit des Therapeuten vergewissern muss, dann kann es schon hilfreich sein, den Blickkontakt wieder zu reduzieren, um sich mehr auf das Innenleben und weniger auf die Außenwirkung zu konzentrieren. Deshalb würde es mich sehr stören, wenn man von mir in diesem Prozess Blickkontakt erwartet; das kommt vermutlich auf die Störung an.
Aber bevor man an solche Fragen denkt, ist es wohl sinnvoller, überhaupt erst mal den Kontakt herzustellen, und das funktioniert - so meine ich - am besten über die Augen! Gerade bei Menschen, die in ihrer frühesten Kindheit so wenig als Individuum mit eigenen Bedürfnissen gesehen wurden.
Bei Borderline-Störungen, etc. bleibt man tendenziell öfters im Sitzen... wenn jemand dann hinkommt, liegen zu können, warum nicht. Aber es ist wohl auch hier so, dass sich das Setting danach ausrichten sollte, welche Funktionen der Patient tatsächlich mitbringt... und fehlendes erstmal aufzubauen ist. Und das kann je nach Patient natürlich unterschiedlich sein. Da kann man mMn keine Pauschalaussagen treffen. Ich würde das mit einem Behandler für meinen Teil kleinschrittig durchgehen. Wenn es entstprechende Schwierigkeiten nicht gibt (oder nicht so stark), wie das bei dir vielleicht der Fall ist, dass das nicht so ausgeprägt ist, stellt sich das Problem vielleicht in dem Maße auch nicht, keine Ahnung. Das kann ich für Problembärin natürlich auch nicht sagen, wie das bei ihr genau ist. Nur DASS es diese Probleme sehr wohl geben kann, bei denen man befindet, erhöhte Schweigsamkeit, fehlender Blickkontakt und Liegen passt nicht so gut... und dass es schon Sinn manchen kann, dem Rechnung zu tragen. SO wie im Moment ist das ja jetzt nichts. In einem ersten Schritt würde ich das beim Behandler ansprechen (vor Abbruch, der ja auch schon in der Überlegung ist). Da ich nicht weiß, was dazu schon besprochen ist, habe ich nachgefragt. Läuft doch bei Problembärin anders als bei deinem Analytiker. Denn genau:
Für mich ist es schwer vorstellbar, wie der fehlende Blickkontakt genau aussieht? Schaut sie also gar nicht erst her... selbst dann nicht, wenn ein Patient Blickkontakt sucht?Aber bevor man an solche Fragen denkt, ist es wohl sinnvoller, überhaupt erst mal den Kontakt herzustellen, und das funktioniert - so meine ich - am besten über die Augen! Gerade bei Menschen, die in ihrer frühesten Kindheit so wenig als Individuum mit eigenen Bedürfnissen gesehen wurden.
Liebe Grüße
stern

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leberblümchen
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Stern, ich habe mich auf Problembärins Frage bezogen, die da lautet: "Hilft Psychoanalyse bei Frühstörungen?" - ich bin frühgestört, mache eine Analyse und kann sagen: "Ja, es kann helfen, wenn die Beziehung stimmt". Ich habe ihr versucht zu zeigen, wie es laufen kann und dass man nicht sagen muss: "Bei Störung xy muss man sitzen und den Therapeuten ansehen" - das ist im Idealfall variabel, und es kann eine Menge passieren im Laufe von 300 Stunden. Dazu ist es nicht nötig, grundsätzlich immer im Sitzen und mit Blickkontakt zu arbeiten. Ob sie BL ist, steht ja hier gar nicht. Was ich der TE mit auf den Weg geben wollte, ist: reden, aber auch auf die Ressourcen vertrauen lernen. Was jetzt noch nicht möglich ist, kann in einem Jahr möglich sein.
Wobei ich auf jeden Fall interessant fände, Problembärin, wäre eine 'Gesamtbetrachtung' deiner Umstände. Wenn man sich alle deine Threads ansieht, dann ergibt sich natürlich ein differenzierteres Bild, wobei du dir halt überlegen musst, ob du das so en detail hier alles aufbröseln willst.
Wobei ich auf jeden Fall interessant fände, Problembärin, wäre eine 'Gesamtbetrachtung' deiner Umstände. Wenn man sich alle deine Threads ansieht, dann ergibt sich natürlich ein differenzierteres Bild, wobei du dir halt überlegen musst, ob du das so en detail hier alles aufbröseln willst.
ja, WENN Beziehung und Setting/Vorgehensweise stimmen. Hier sind bereits Abbruchimpulse im Raum."Ja, es kann helfen, wenn die Beziehung stimmt"
Ich gehe ja nicht von BL aus... sondern wollte damit eher sagen, es gibt (Früh)Störungen (das war nur expemplarisch genannt, vgl. "etc."), da schaudert es sogar einige Therapeuten, wenn sie hören, ein Therapeut geht analytisch-klassischer vor. Und Schweigsamkeit passt nicht für jeden. Welche Vorgehensweise passt, hängt auch viel von den Funktionen ab, die vorhanden sind bzw.fehlen... und das ist individuell anzusehen (das ist doch je nach Frühstörung ganz unterschiedlich bzw. je nach Erfahrungen). Ob man dann später ein Setting ändern kann, hängt davon ab, wie es anschlägt, usw. (aber darum geht es ja im Moment für Problembärin nicht). Ich wollte nur sagen: Das kann es durchaus geben, dass eine schweigsamere Vorgehensweise (ohne Blick, evtkl. im Liegen) nicht passt (aus welchen Gründen auch immer).
Spürt man aber ja (für gewöhnlich) wie etwas wirkt als Patient, der auch eine Therapie (im positiven wie negativen) ausbadet... also ist ansprechen unabdingbar, wenn man mit etwas, wie es hier der Fall ist, nicht klar kommt.
Zuletzt geändert von stern am So., 03.03.2013, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
stern

stern
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)
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Wobei ich ergänzend einwerfen möchte: Frühstörung ist nicht Frühstörung... sondern das muss man wirklich individuell ansehen, was genau "gestört" ist und in welchem Maße... und wie dem dann therapeutisch Rechnung getragen wird. Da kann man mMn jetzt nicht anfangen und alle Frühstörungen über einen Kamm scheren, wahrlich nicht. Passt nichtmal für jeden früh gestörten ein PA zu jeder Zeit... muss man halt wirklich individuell abgleichen.
Btw. (was aber für den Thread nicht so viel zur Sache tut)... nur: Auch in der Fachwelt wird die Definition mal enger und mal weiter gefasst. Manche verbinden damit nur bestimmte, relativ eng umgrenzte Störungen... andere fassen es definitorisch ziemlich weit, was sie darunter subsumieren. Also allein der Begriff sagt wenig.
Btw. (was aber für den Thread nicht so viel zur Sache tut)... nur: Auch in der Fachwelt wird die Definition mal enger und mal weiter gefasst. Manche verbinden damit nur bestimmte, relativ eng umgrenzte Störungen... andere fassen es definitorisch ziemlich weit, was sie darunter subsumieren. Also allein der Begriff sagt wenig.
Liebe Grüße
stern

stern
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(Heidi Kastner)
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problembärin
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Hallo Stern , hallo Titus... danke erstmal für eure überlegungen. Beides hat seine Berechtigungen -das nicht angesehen werden auf der couch, der intensive Blickkontakt im Sitzen. Es sollte sich auch wie du Stern meinst- bestenfalls danach richten was der Patient /Klient braucht.
Zu Anfang dachte ich die (Therapeutin) ist flexibel. Ich sitze noch weil mir couch noch zu heikel wäre, und eben wegen des Blickkontakts. Ja, und wenn ich es noch nicht angesprochen habe weis ich es auch nicht wie flexibel sie da handeln kann. Ich hab auch kein Problem damit wenn sie mal wegsieht. Das Ding ist das sie mich nicht nur nicht ansieht sondern die Augen schließt- als würde sie schlafen. Ich geh nur einmal in der Woche hin.
Ich weis nicht wo sie dann ist und warum sie das macht. Hab auch schon gefragt und keine befriedigende Antwort erhalten. Ich merke das mich das zunehmend wütend macht. Allerdings neige ich dazu wenn ich sauer werde , den Konflikt nicht anzusprechen sondern einfach den Kontakt zu beenden. Ein Teil meiner Schwierigkeiten.
Zwischendurch hab ich auch den Gedanken das ich mich auf die couch begebe, dann seh ich nicht mehr das sie die Augen schließt wenn ich rede. Dann fällt dieser kränkende Anteil weg. Es ist ja so eine Botschaft- stellt euch vor ihr erzählt jemandem etwas sehr schlimmes von euch und das gegenüber macht die Augen zu.
Titus: Zu meiner persönlichen Geschichte und der Diagnose der Frühstörung (keine Borderlinestörung) kann ich folgendes erzählen: Ich bin im Alter von 2 Jahren in eine Pflegefamilie gekommen weil meine Eltern beide schwerst Drogenabhängig waren, meine Mutter verstarb kurze Zeit später so das eine Rückkehr unmöglich war. Pflegeeltern hatten nach einigen jahren andere Pläne, sie wollten auswandern, ohne mich. Also kam ich in ein Heim und wieder eine neue Familie. Und so ging es weiter, man kennt diese Geschichten.
Es geht mir oft nicht gut, weil ich Menschen und Menschliche Beziehungen nicht verstehe. Ich tu halt so als ob und mach mit. Deshalb die Therapieversuche. Titus- wie macht sich deine Frühstörung in der Analyse bemerkbar? Wie hälst du es aus ohne Blickkontakt, auf der couch. Und was hift dir?
Die Art der Frühstörung besteht bei mir darin das ich also keine stabilen Bezugspersonen hatte. Sorry, wenn ich so chaotisch schreibe.
Liebe Grüße an euch beide...
Zu Anfang dachte ich die (Therapeutin) ist flexibel. Ich sitze noch weil mir couch noch zu heikel wäre, und eben wegen des Blickkontakts. Ja, und wenn ich es noch nicht angesprochen habe weis ich es auch nicht wie flexibel sie da handeln kann. Ich hab auch kein Problem damit wenn sie mal wegsieht. Das Ding ist das sie mich nicht nur nicht ansieht sondern die Augen schließt- als würde sie schlafen. Ich geh nur einmal in der Woche hin.
Ich weis nicht wo sie dann ist und warum sie das macht. Hab auch schon gefragt und keine befriedigende Antwort erhalten. Ich merke das mich das zunehmend wütend macht. Allerdings neige ich dazu wenn ich sauer werde , den Konflikt nicht anzusprechen sondern einfach den Kontakt zu beenden. Ein Teil meiner Schwierigkeiten.
Zwischendurch hab ich auch den Gedanken das ich mich auf die couch begebe, dann seh ich nicht mehr das sie die Augen schließt wenn ich rede. Dann fällt dieser kränkende Anteil weg. Es ist ja so eine Botschaft- stellt euch vor ihr erzählt jemandem etwas sehr schlimmes von euch und das gegenüber macht die Augen zu.
Titus: Zu meiner persönlichen Geschichte und der Diagnose der Frühstörung (keine Borderlinestörung) kann ich folgendes erzählen: Ich bin im Alter von 2 Jahren in eine Pflegefamilie gekommen weil meine Eltern beide schwerst Drogenabhängig waren, meine Mutter verstarb kurze Zeit später so das eine Rückkehr unmöglich war. Pflegeeltern hatten nach einigen jahren andere Pläne, sie wollten auswandern, ohne mich. Also kam ich in ein Heim und wieder eine neue Familie. Und so ging es weiter, man kennt diese Geschichten.
Es geht mir oft nicht gut, weil ich Menschen und Menschliche Beziehungen nicht verstehe. Ich tu halt so als ob und mach mit. Deshalb die Therapieversuche. Titus- wie macht sich deine Frühstörung in der Analyse bemerkbar? Wie hälst du es aus ohne Blickkontakt, auf der couch. Und was hift dir?
Die Art der Frühstörung besteht bei mir darin das ich also keine stabilen Bezugspersonen hatte. Sorry, wenn ich so chaotisch schreibe.
Liebe Grüße an euch beide...
Finde ich vor dem Hintergrund deiner Schilderungen ein no go (wobei mir schon klar ist, dass das evtl. nicht jeder user so sieht). O.k... ich selbst halte als Patient nicht die ganze Zeit Blickkontakt. Und dann ist mir manchmal aufgefallen, dass sie währenddessen anscheinend auch woanders hinschaute. Nur wenn sobald ich wieder aufschaute in ihre Richtung, nahm sie das Kontaktangebot sofort wieder auf.problembärin hat geschrieben:Das Ding ist das sie mich nicht nur nicht ansieht sondern die Augen schließt- als würde sie schlafen. Ich geh nur einmal in der Woche hin.
Von einem Therapeuten sollte man erwarten können, dass er auch einigrmaßen mit Blickkontakt reflektieren und konzentrieren kann, wenn das der Patient braucht, meine Meinung. Und Blick brauchen manche Patienten mehr als andere - ohne das jetzt näher auszuführen.
Dranbleiben.Ich weis nicht wo sie dann ist und warum sie das macht. Hab auch schon gefragt und keine befriedigende Antwort erhalten.
Ja... kann ich mir vorstellen, dass das nicht leicht ist. Dass sie nicht aufdröselt, was dann in ihr vorgeht, ist ja noch einigermaßen nachvollziehbar. Für mich aber weniger, wenn du es anspricht, wie es auf sie wirkt, und sie es nichtmal hinterfragt? Und beim nächsten mal wieder -so als wäre nichts gewesen- den Blick mit geschlossen Augen absenkt? Dass das (je nach Patient) Botschaften hat, wie sie reagiert, sollte ihr als Thera eigentlich bewusst sein. Nur fürchte ich fast, es bleibt nichts anders als das anzusprechen.Ich merke das mich das zunehmend wütend macht. Allerdings neige ich dazu wenn ich sauer werde , den Konflikt nicht anzusprechen sondern einfach den Kontakt zu beenden. Ein Teil meiner Schwierigkeiten.
Liebe Grüße
stern

stern
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(Heidi Kastner)
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Oh, Gott, sorry, ich wollte dich nicht ausfragen - aber danke für deine Offenheit. Ich meinte das eher so, dass man sich überlegen könnte, die Probleme, über die du hier schon geschrieben hast, sozusagen zusammenzufassen, auch die therapeut. Vorgeschichte, über die die jetzige Therapeutin ja sicher in Grundzügen Bescheid weiß. Das ist vielleicht noch mal was Anderes, als wenn jemand zum ersten Mal eine Therapie macht. Sie müsste oder könnte ja ahnen, was bei dir bisher gut oder auch weniger gut gelaufen ist; so meinte ich das.
Nach dem, was du schreibst über deine Geschichte, ist es ja irgendwie klar, dass du ein Vertrauens- oder Bindungsproblem hast. Umso verwirrender finde ich die Vorgehensweise deiner Therapeutin, obwohl das an sich nichts Schlimmes ist, wenn sie die Augen schließt. Das bedeutet ja nicht, dass sie nicht bei dir ist im Moment - nur: Es fühlt sich für dich so an, und das ist das Problem.
Dass der Patient wütend wird oder Angst bekommt oder dass irgendein anderes Gefühl hochschießt, wenn der Therapeut nicht reagiert wie 'gewünscht', das ist, denke ich, absolut normal und auch vorgesehen in dieser Therapieform. Nur darf es eben nicht dazu führen, dass der Patient verloren ist und seine Emotionen quasi im Raum umherschweben, ohne - eben mit den Augen des Anderen - wahrgenommen zu werden. Außerdem frage ich mich, was das Sitzen nützt, wenn sie sich so verhält, als würdest du liegen. Das verstehe ich nun gar nicht. Aber ich sitze ja auch nicht daneben, und ich muss es ja nicht verstehen...
Eigentlich sollte es ja so sein, dass du ausdrücken kannst: "Dass Sie da so sitzen und mich nicht ansehen, das macht mich wütend" - und dann würde es weitergehen - vielleicht ist die Wut gar keine Wut, sondern Verzweiflung? Aber wenn die Atmosphäre nicht so ist, dass du Vertrauen haben kannst, dann kann die Therapie nicht laufen.
Zu mir: Mir hat es sehr geholfen, dass ich monatelang gesessen habe und wir ganz 'liebe' Gespräche geführt haben. Er war für mich ganz schnell eine wichtige Bezugsperson, wie ich sie nie hatte - wenn auch nicht in dem Ausmaße, wie das bei dir leider der Fall war. Ich hab mich bereitwillig auf dieses Angebot, ihm zu vertrauen, einlassen können. Und irgendwann wurde ich neugierig und wollte mich hinlegen. Und auch da hat er dann immer, wenn ich so einen Anflug von Panik bekommen habe, recht schnell reagiert und 'normal' mit mir weitergeredet. Denn ich erlebe das auch so, dass das Schweigen Angst machen kann. Ich hab das dann immer so interpretiert, dass er mich ablehnt, wenn er geschwiegen hat. Ich dachte: "Jetzt hast du was gesagt, das ihn wütend gemacht hat" - und dann dachte ich: "Jetzt schmeißt er dich raus" - aber wir haben dann darüber geredet, und insgesamt schweigt er wenig bis gar nicht.
Ich glaube, mit einem 'klassischen' Therapeuten, der wirklich nur schweigt und deutet, würde ich gar nicht klarkommen, weil es mir sofort den Boden unter den Füßen wegzieht, wenn unsere Beziehung nicht sicher scheint. Da reicht schon ein Blick beim Reinkommen oder ein falsches Wort seinerseits, dass bei mir der Impuls kommt, aufzustehen und wegzurennen oder eben auch die Therapie abzubrechen. Mich erschrecken solche Impulse bei mir, weil ich das so gar nicht von mir kenne: Ich WILL dann gar nicht weggehen oder abbrechen, aber ich weiß mir nicht mehr andes zu helfen, als mit meinem Beziehungsabbruch zu drohen und damit sozusagen wieder die Kontrolle an mich zu reißen. Das Gute ist aber, dass wir darüber dann auch immer wieder reden können und er auch seinen Anteil sieht. Das gibt mir dann das Gefühl von Sicherheit.
Nach dem, was du schreibst über deine Geschichte, ist es ja irgendwie klar, dass du ein Vertrauens- oder Bindungsproblem hast. Umso verwirrender finde ich die Vorgehensweise deiner Therapeutin, obwohl das an sich nichts Schlimmes ist, wenn sie die Augen schließt. Das bedeutet ja nicht, dass sie nicht bei dir ist im Moment - nur: Es fühlt sich für dich so an, und das ist das Problem.
Dass der Patient wütend wird oder Angst bekommt oder dass irgendein anderes Gefühl hochschießt, wenn der Therapeut nicht reagiert wie 'gewünscht', das ist, denke ich, absolut normal und auch vorgesehen in dieser Therapieform. Nur darf es eben nicht dazu führen, dass der Patient verloren ist und seine Emotionen quasi im Raum umherschweben, ohne - eben mit den Augen des Anderen - wahrgenommen zu werden. Außerdem frage ich mich, was das Sitzen nützt, wenn sie sich so verhält, als würdest du liegen. Das verstehe ich nun gar nicht. Aber ich sitze ja auch nicht daneben, und ich muss es ja nicht verstehen...
Eigentlich sollte es ja so sein, dass du ausdrücken kannst: "Dass Sie da so sitzen und mich nicht ansehen, das macht mich wütend" - und dann würde es weitergehen - vielleicht ist die Wut gar keine Wut, sondern Verzweiflung? Aber wenn die Atmosphäre nicht so ist, dass du Vertrauen haben kannst, dann kann die Therapie nicht laufen.
Zu mir: Mir hat es sehr geholfen, dass ich monatelang gesessen habe und wir ganz 'liebe' Gespräche geführt haben. Er war für mich ganz schnell eine wichtige Bezugsperson, wie ich sie nie hatte - wenn auch nicht in dem Ausmaße, wie das bei dir leider der Fall war. Ich hab mich bereitwillig auf dieses Angebot, ihm zu vertrauen, einlassen können. Und irgendwann wurde ich neugierig und wollte mich hinlegen. Und auch da hat er dann immer, wenn ich so einen Anflug von Panik bekommen habe, recht schnell reagiert und 'normal' mit mir weitergeredet. Denn ich erlebe das auch so, dass das Schweigen Angst machen kann. Ich hab das dann immer so interpretiert, dass er mich ablehnt, wenn er geschwiegen hat. Ich dachte: "Jetzt hast du was gesagt, das ihn wütend gemacht hat" - und dann dachte ich: "Jetzt schmeißt er dich raus" - aber wir haben dann darüber geredet, und insgesamt schweigt er wenig bis gar nicht.
Ich glaube, mit einem 'klassischen' Therapeuten, der wirklich nur schweigt und deutet, würde ich gar nicht klarkommen, weil es mir sofort den Boden unter den Füßen wegzieht, wenn unsere Beziehung nicht sicher scheint. Da reicht schon ein Blick beim Reinkommen oder ein falsches Wort seinerseits, dass bei mir der Impuls kommt, aufzustehen und wegzurennen oder eben auch die Therapie abzubrechen. Mich erschrecken solche Impulse bei mir, weil ich das so gar nicht von mir kenne: Ich WILL dann gar nicht weggehen oder abbrechen, aber ich weiß mir nicht mehr andes zu helfen, als mit meinem Beziehungsabbruch zu drohen und damit sozusagen wieder die Kontrolle an mich zu reißen. Das Gute ist aber, dass wir darüber dann auch immer wieder reden können und er auch seinen Anteil sieht. Das gibt mir dann das Gefühl von Sicherheit.
Hallo PB,
Wenn es einem rein um die Selbstreflektion geht, dann kann (muss nicht) es hinderlich sein, wenn man angestarrt wird. Geht man jedoch in Therapie aufgrund von Beziehungsstörungen, dann kann es ganz sinnlos sein, wenn man die Reaktionen seines Gegenübers sieht, und nicht nur hört.
Ich hatte mal so eine Situation in der Therapie, ... ich hatte etwas getan, worüber meine Thera sehr verärgert war. Ich muss aber dazu sagen, dass ich das in einem völlig dissoziiertem Zustand getan habe. Aber egal, ... es war nicht okay, was ich gemacht hatte. Für mich war es wichtig in dem Moment auch wirklich die Reaktion meiner Thera zu sehen, zu sehen, was ich beim anderen mit meinem Verhalten auslöse. Es war wichtig für mich, ein Bild zu bekommen von meinem Gegenüber mit feuerrotem Kopf vor Wut, geballten Fäusten, ... Das hätte ich nicht bekommen, wenn ich gelegen hätte.
Vielleicht machst du das felxibel? Legst dich hin, wenn du das Gefühl hast, dass du dich auf dich konzentrieren möchtest und setzt dich, wenn das Zwischenmenschliche von Bedeutung ist?
Das sehe ich auch so.Es sollte sich auch wie du Stern meinst- bestenfalls danach richten was der Patient /Klient braucht.
Wenn es einem rein um die Selbstreflektion geht, dann kann (muss nicht) es hinderlich sein, wenn man angestarrt wird. Geht man jedoch in Therapie aufgrund von Beziehungsstörungen, dann kann es ganz sinnlos sein, wenn man die Reaktionen seines Gegenübers sieht, und nicht nur hört.
Ich hatte mal so eine Situation in der Therapie, ... ich hatte etwas getan, worüber meine Thera sehr verärgert war. Ich muss aber dazu sagen, dass ich das in einem völlig dissoziiertem Zustand getan habe. Aber egal, ... es war nicht okay, was ich gemacht hatte. Für mich war es wichtig in dem Moment auch wirklich die Reaktion meiner Thera zu sehen, zu sehen, was ich beim anderen mit meinem Verhalten auslöse. Es war wichtig für mich, ein Bild zu bekommen von meinem Gegenüber mit feuerrotem Kopf vor Wut, geballten Fäusten, ... Das hätte ich nicht bekommen, wenn ich gelegen hätte.
Vielleicht machst du das felxibel? Legst dich hin, wenn du das Gefühl hast, dass du dich auf dich konzentrieren möchtest und setzt dich, wenn das Zwischenmenschliche von Bedeutung ist?
Durch Hinlegen auf die couch wäre das Problem in der Therapie gelöst, aber das Problem an sich würde ja bleiben, nämlich, dass es dich kränkt, wenn sie dich nicht ansieht.Dann fällt dieser kränkende Anteil weg.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.
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