Ein Bakterium, das einst die Pest auslöste..

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.

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Yersinia
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Ein Bakterium, das einst die Pest auslöste..

Beitrag Mo., 16.09.2013, 21:31

Hey, ich bin neu in diesem Forum.

Ich habe nun endlich den Entschluss gefasst, mich an Menschen zu wenden. Menschen, die einiges erlebt haben, die Erfahrungen gesammelt haben, denen es vielleicht ähnlich ergeht, wie mir.

Eigentlich habe ich heute versucht, mich an eine Psychiaterin zu wenden, wurde allerdings abgewiesen, da sie aufgrund der Überfüllung keine Patienten mehr aufnehmen können. Anschließend wollte ich mich an eine aus meinem Bezirk wenden, die hatte allerdings noch keine Ordi.. Nachher habe ich darauf vergessen.

Passiert mir übrigens öfters, also, dass ich etwas vergesse.. Ist schon nervig, aber wie soll ich denn daran denken, wenn meine Gedanken ohnehin ständig woanders sind.. Irgendwo.. Ich fahre morgens in die Arbeit und vergesse oftmals kurzzeitig, im Bus zu sitzen.. Dann kommt mir alles vor, als würde ich träumen.. Ich habe einen Schleier vor meinen Augen, denke nur noch nach.. Kann nicht schlafen, kann mich nicht konzentrieren, doch woran denke ich? Ich weiß es nicht und es macht mich wahnsinnig..

Ich habe das gefühl, einfach NUR zu denken, ohne Inhalt..
Ich habe schon wieder so eine Phase.. Die letzte liegt erst ein paar Monate zurück.. Ich schneide mich wieder, schlimmer als bisher.. Ich verbrenne mich selbst mit Zigaretten.. Ich schlage und beiße mich, reiße mir selbst die Haare aus.. Ich zwinge mich, nichts zu essen.. Ich habe 14 Kilo abgenommen, bin stolz auf mich, aber es reicht mir nicht.. Ich hasse mich manchmal, weiß meistens nicht, warum..

Ich bin manchmal so aggressiv, würde am liebsten irgendwem den Kopf abbeißen.. Dazu braucht es nicht viel.. Fresse die Wut in mich hinein, denn in der Arbeit kann ich diese nicht raus lassen.. Ich brauche meinen Job, denn ich brauche das Geld..

Oft gehe ich in eine Kammer mit einem Messer und schneide die Wut in mich hinein.. Ich fühle mich besser.. Ich gehe wieder weiterarbeiten und bin schon wieder in meinen Gedanken verloren.. Die Zeit streift an mir vobei.. Plötzlich ist der nächste Tag vorüber.. Die Nacht folgt und ich kann wieder nicht einschlafen.. es macht mich verrückt..

Der nächste Tag folgt.. Eintönig.. Monoton.. Ich freue mich auf die Arbeit.. Auf meine KollegInnen.. Vielleicht treffe ich ja heute einen netten Mann, der sich für mich interessiert, der sich mehr mit mir vorstellen kann?
Dem will ich das nicht zumuten.. Er soll mich so nicht kennen lernen.. Ich will etwas ändern..

Ich weiß nicht, wer ich bin.. Was all das soll.. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen.. Will niemanden zutexten.. Will mir nur einiges von der Seele schreiben..

Brauche unbedingt einen Termin.. Die Wartezeiten sind aber so lange.. Ich habe Angst, noch länger zu warten..
Was ist los mit mir? Ich finde keine Gründe für mein Verhalten, für meine Gedanken. Ich will es endlich herausfinden.

Mein Name hier lautet Yersinia, nach dem Bakterium, das einst die Pest verursachte. Sehr motivierend, ich weiß, aber mir fiel heute einfach nichts besseres ein.

Ich bin ein Fröhlicher Mensch, ich mache gerne Party, liebe meinen Hund und Meine Katze, aber ich fühle mich so unendlich alleine und es macht mir Angst.. Mein Studium geht bald wieder los, vielleicht lerne ich ein Paar nette Leute kennen, wer weiß? Ich freue mich darauf..

Wie lange sind im Durchschnitt die Wartezeiten für einen Kassenpsychiater? Fürchte, ich kann nicht mehr lange warten.. Ich schaffe es nicht..

Will euch nicht zutexten, tut mir leid.. Weiß nicht, ob das hier angebracht ist.. Hab mir einige Beiträge durchgelesen, dachte hier würde es am besten hinpassen..
Ich weiß einfach nicht weiter..

Würde mich über jeden Kommentar freuen.
Ganz liebe Grüße, Yersinia

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heissundkalt
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Beitrag Di., 17.09.2013, 09:52

Hallo Yersinia!

Vieles von dem was du schreibst kann ich nachvolkziehen.
Ich habe mich auch selbst verletzt. Heute nicht mehr in Form von schneiden zum Glück. Auch ich habe gehungert und mich einsam gefühlt.

Die Wartezeiten bei Psychotherapeuten können sehr lang srin. Ich weiss dass es bri meiner momentan über drei Monate sind. Glaube bri Psychiatern sieht es ähnlich aus aber da kenne ich mich nicht so aus.
Wenn du das Gefühl hast nicht warten zu können würde ich fir rmpfehlen zu einrm Hausarzt zu gehrn vll kann er dir jemanden empfehlen. Du musst dort ja nicbt alkrs erzählen nur umreissen dass es sehr dringend ist.
Ich habe meone Therapeutin über das PID gefunden. Psychoatrischer Informationsdienst glaube ich. Eine gute Seite ist auch therapie.de. aber beim Info- Dirnst konnte nandirekt anonym hihinschreiben und srine Probleme umreissen. Dann erhielt ich rine Liste mit Therapeuten.

Es ist gut dass du dich auf das Studium freust - du hast also eine gewisse Motivation Wenn es aber gar nicht grht, geh zum psychiatrischen Not/Krisendienst oder sogar in die Notaufnahme einer Klinik.

Lg!
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heissundkalt
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Beitrag Di., 17.09.2013, 09:54

PS: Sorry für die vielen Tippfehler. Schreibe mit dem Handy - das ist irgendwie unbequem
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ballpoint
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Beitrag Di., 17.09.2013, 10:24

Schon mal an Gruppentherapie gedacht, Yersinia? Schau mal ob es sowas in deiner Nähe gibt. Kann ja nicht schaden. Meine ex ist in einer mit lauter SVV-Mädels. Die nennen sich Die Schneiderinnen. Komischerweise ne sehr fröhliche Bande! Bringt aber auch echt was.
caute


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Yersinia
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Beitrag Di., 17.09.2013, 11:06

Hey, danke für die schnellen Antworten.

Ich werde das mal versuchen und zu meiner Hausärztin gehen. Auch werde ich probieren, per e-mail mit der psychiaterin kontakt aufzunehmen.
Vor Kliniken habe ich Angst und auch vor Gruppentherapien.. Dazu fühle ich mich einfach nicht bereit.
Das Mit den Internetseiten werde ich auch ausprobieren.

Ich halte euch auf dem Laufenden und hoffe, endlich bald Antworten auf all meine Fragen zu erhalten.

LG, Yersinia

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schwindelkind
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Beitrag Mo., 21.10.2013, 18:46

Hallo Yersinia !

Deine Zeilen haben mich berührt und aus ihnen sprechen für mich schon eine gewisse dringlichkeit.
ich denke, wenn du es bei ein paar Psychotheapeuten telefonisch versuchst und Ihnen deine Situation nahe legst, sich sicherlich jemand finden wird, der spontan einen termin für dich hat.

ich habe mich damals an meine krankenkasse gewendet.
die haben mir dann eine liste mit therapeuten meiner stadt geschickt und ich habe einen nach dem anderen angerufen...

ansonsten gibt es noch die möglichkeit sich an eine gemeindenahe psychiatrie zu wenden oder an eine beratungsstelle. das kann kurzfristig erleichterung bringen.

ich wünsche dir alles gute und entschlossenheit!

schwindel

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BlackKiss91
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Beitrag Mo., 21.10.2013, 19:05

Liebe Yersinia,

als es mir ziemlich schlecht ging, war ich erst bei einem anderem Arzt, der mich sehr schnell an eine Psychiaterin weitervermittelt hatte. Ich hatte innerhalb von 5 Tagen ein Termin bekommen. Vielleicht kannst du ja über dein Hausarzt gehen, Ärzte kennen sich, die haben manchmal mehr Möglichkeiten.

Mit einen Therapieplatz hat es dann 2 Wochen gedauert, weil ich wirklich jeden Therpeuten angerufen habe, denn es in meiner Umgebung gab. Hab dann auch den ersten genommen, der mir eine Zusage gemacht hat, heute würde ich es nicht mehr machen, denn ich konnte nie wirklich eine Bindung zu ihm aufbauen wie es sich gehört. Also überlege, dann auch ob er oder sie wirklich passt.


Alles Gute Blacky

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kivan31
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Beitrag Sa., 26.10.2013, 14:34

Unglücklich zu sein ist eine Entscheidung die man selbst triffst, kommt darauf was man erwartet. Die Psychiatrie kann einem eher dabei helfen sich in das System einzugliedern. Aber es gibt viele Möglichkeiten solang man nicht auf Abwegen gerät. Für mich ist es keine Autoaggression wenn ich mich schneide und als ich mein Schicksal komplett abgelehnt habe bin ich aus der Kirche ausgetreten. Das wahr ein Fluch fÜR DIE GANZE sITUATion, wie gesagt je nachdem was man sich Wünscht.