Migräne mit Aura

Die Psyche spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des körpereigenen Abwehrsystems: immer mehr Krankheiten werden heute als 'psychosomatisch' und damit ggf. psychotherapeutisch relevant betrachtet.
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Okurve06
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Migräne mit Aura

Beitrag So., 08.01.2017, 20:17

Hallo liebe Foren Mitglieder,

ich bin neu hier und wahrscheinlich bin ich mit meinem Problem an der falschen Stelle, aber ich suche Leute die das gleiche durchleben wie ich und suche nach Erfahrungsaustausch. Ich möchte kurz über mich erzählen und hoffe, dass sich jemand findet, der sich mit mir unterhalten mag.

Ich bin 25 Jahre alt und leide seit dem ich denken kann an Migräne. Als Kind wurde bei mir Kindermigräne diagnostiziert. Im Oktober 2016 hatte ich dann ein schlimmes Erlebnis auf der Arbeit. Mir hat ein Teil meines Blickfeldes gefehlt, ich konnte mich nicht mehr richtig artikulieren und habe auch meine Arbeitskollegen nicht richtig verstanden. Lesen selbst klappte gar nicht mehr. Nach einer viertel bis halben Stunde war das Ganze dann vorbei. Ich bin darauf hin nach Hause gefahren und habe mich schlafen gelegt. Habe es als zuviel Stress angetan. Als ich dann Abend wach wurde dachte ich ich sollte doch lieber ins Krankenhaus fahren. Dort sagte man mir das es wahrscheinlich eine transitorische ischämie Attacke war, also ein Vorbote eines Schlaganfalls. Im Krankenhaus hatte man ein CT gemacht. Ich ging zu meinem Hausarzt der mir gleich einen Termin im Krankenhaus machte um das genauer zu untersuchen. Nach einer Woche ging ich mit der Diagnose Migräne mit Aura wieder raus. Nun hatte ich das ganze (allerdings nicht so heftig wie beim ersten Mal) vor zwei Tagen wieder. Ich weiß nicht genau wie ich damit am besten umgehen soll. Ich habe Angst das es mich total unvorbereitet trifft. Seit circa 2 1/2 Jahren habe ich auch das Problem, das ich empfindlich auf grelles Licht reagiere. Das hindert mich stark am Auto fahren. Auch wird mir dabei immer irgendwie komisch. So als wollte ich abklappen. Daher vermeide ich es Auto zu fahren, was aber auf Dauer auch keine Lösung ist. Aber was mich wirklich interessiert: die Symptomatik ist die selbe wie bei einem Schlaganfall. Da Migräne Patienten ja sowieso ein höheres Risiko tragen. Wie soll man denn das dann auseinander halten, wenn es mal wirklich ein Schlaganfall ist.

Ich habe ziemliche Angst. Ich bin noch so jung und ich habe einen kleinen Sohn. Ich komme momentan einfach nicht damit zu recht. Vielleicht könnt ihr mir mit euren Erfahrungen weiter helfen.

Ich freue mich auf eure Antworten

Liebe Grüße!

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isabe
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:20

Hast du das zufällig am Zyklus orientiert? Dann ist es zumindest berechenbarer.

Eine andere Hilfe ist wohl, regelmäßig zum Arzt zu gehen, um Blutdruck und Durchblutung usw. zu kontrollieren.

Und schließlich - und du bist ja nicht ganz zufällig hier - könnte eine Therapie hilfreich sein. Zusätzlich zu Entspannungstechniken. Evtl. hilft ein Neurologe, der dir die medizinischen Details erklären kann.

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Okurve06
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:23

Leider nein. Es war ja jetzt ein paar Monate lang gar nichts gewesen.

Ja ich werde mich wohl nun wirklich mal um eine Therapie kümmern müssen. Ich hielt mich bisher immer so für unverletztlich mit meinen 25 Jahren.

Danke für deine Antwort.


isabe
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:26

Ich habe diese Aura auch selten, und trotzdem hängt es mit dem Zyklus zusammen. Meine Beschwerden sind längst nicht so dramatisch: Ich habe "nur" Sehstörungen. Ich hatte das jetzt innerhalb der letzten 12 Jahre dreimal, und immer genau einen Tag vor der Periode. Ansonsten gar nicht. Dafür habe ich um den Eisprung und am Tag vor der Periode immer Migräne ohne Aura (und sonst auch nicht).

Ein Schlaganfall mit 25 ist nun auch nicht wahrscheinlich, aber du willst ja vielleicht noch gaaaaaaaanz alt werden, und da würde ich mich schon mal langfristig kümmern.

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Beitrag So., 08.01.2017, 20:30

Vielen Dank, da hast du recht. Ich denke bei mir wird es wohl einen psychischen Hintergrund haben. Witzigerweise habe ich am Freitag einen Job NICHT bekommen, weil ich so fair sein wollte und das mit den Problemen beim Autofahren erzählt habe. Daraufhin dann gleich ne fette Migräne mit Aura. Ich bin mir bei den Grenzen noch nicht ganz klar. Welcher Facharzt wäre denn hier der beste? Psychologe oder Psychotherapeut? Mal vom Neurologen abgesehen.


Eremit
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:36

Okurve06 hat geschrieben:[…] Ich denke bei mir wird es wohl einen psychischen Hintergrund haben. […]
Die Wahrscheinlichkeit, dass es sowohl psychische als auch körperliche Ursachen hat, ist statistisch höher als jene, dass es nur einen einzigen Auslöser gibt. Deswegen braucht man viel Geduld, um herauszufinden, was solche Anfälle auslöst.

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Okurve06
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:38

Danke für deine Antwort Eremit. Was denkst du an wen ich mich am besten wenden kann?


isabe
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:48

Ich denke, du brauchst einen Arzt (Hausarzt und Neurologe) sowie einen Therapeuten, und ob das ein ärztlicher oder ein psychologischer Therapeut ist, ist eigentlich egal bzw. kommt auf deine Vorlieben an. Wenn es dir wichtig ist, dass dein Therapeut etwas von Medizin versteht, dann kann ein ärztlicher Therapeut nützlich sein. Aber ich glaube nicht, dass das unbedingt nötig ist. Ist nur manchmal ein bisschen komisch, wenn der Patient dem Therapeuten die medizinischen Details erklärt, aber eine Therapie IST ja keine medizinische Behandlung.

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Okurve06
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:50

Okay. Mir war der unterschied nicht ganz klar. Ist ja letzten Endes auch egal. Hauptsache es hilft. Vielen Dank nochmal für eure Antworten!


MariJane
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Beitrag So., 08.01.2017, 20:52

Wie wärs mit nem Psychosomatiker? Also Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie? Da sollte es in Berlin welche geben.

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Beitrag So., 08.01.2017, 20:54

MariJane hat geschrieben:Da sollte es in Berlin welche geben.
Das wäre tatsächlich etwas sehr weit. Ich schätze ich bräuchte zumindestens für die Anfangszeit 14-tägige Termine.

Es ist mir echt peinlich, aber magst du mir noch kurz erklären was ein Psychosomatiker ist?


MariJane
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Beitrag So., 08.01.2017, 21:00

Ich weiß nicht, ob es welche in Brandenburg gibt, das vorweg, weil ich glaube, dass diesen Ausbildungsgang jetzt nicht die meisten Fachärzte durchlaufen... Aber ich glaube, es lohnt sich so jemanden aufzusuchen mit Migräne, für die du ja scheinbar psychische Ursachen vermutest.

Psychosomatik beschäftigt sich mit somatischen (körperlichen) Beschwerden, die von der Psyche kommen. Also wahrscheinlich dein Krankheitsbild, wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen wurden.


Jenny Doe
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Beitrag So., 08.01.2017, 21:08

Hallo Okurve06
die Symptomatik ist die selbe wie bei einem Schlaganfall. Da Migräne Patienten ja sowieso ein höheres Risiko tragen. Wie soll man denn das dann auseinander halten, wenn es mal wirklich ein Schlaganfall ist.
Ja, die Symptomatik gleicht einem Schlaganfall. Ich habe Ähnliches erlebt wie du, landete im Krankenhaus mit Gesichtsfeldausfall, Sprachproblemen, Taubheitsgefühl, ... kurz "Verdacht auf Schlaganfall" und wurde mit "Migräne mit Aura" wieder entlassen.
Ein Schlaganfall ist allein aufgrund der Symptome nicht von einer Migräne mit Aura zu unterscheiden. Aber die Erfahrung hilft es mir es zu unterscheiden.

Versuch mal mittels eines Schmerztagesbuches herauszufinden, ob es Auslöser für die Attacken gibt.
Bei mir sind die Auslöser Stress, muskuläre Verspannung, Wärme und leider auch Sport (Körpererwärmung durch Sport).
Ganz schlimm ist es bei mir im Sommer. Wenn es heiß draußen ist, dann kann ich nicht auf die Straße gehen. Es dauert keine halbe Stunde, dann hänge ich über der Toilette und liege zwei Tage flach.

Meine Therapeutin hat mir zum einen dabei geholfen mit Stress besser umzugehen. Und zum anderen hat sie mir nahegelegt, mich mal an ein Kopfschmerz-Zentrum zu wenden. Dieser Besuch steht bei mir noch an.

Die Angst vor einem Schlaganfall habe ich auch, seit in die Studien gelesen habe. Ich versuche den Gedanken zu verdrängen.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.


Eremit
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Beitrag So., 08.01.2017, 21:51

Jenny Doe hat geschrieben:Ein Schlaganfall ist allein aufgrund der Symptome nicht von einer Migräne mit Aura zu unterscheiden. […]
Dazu hätte ich eine Frage: Ein nicht untypisches Symptom eines Schlaganfalls können eigenartige, starke Geruchsempfindungen sein. Kennt das jemand von Euch von/bei Migräne-Anfällen (mit Aura)? Hatte ich zumindest noch nie (Bin auch Migräne-Patient, kenne Migräne mit und ohne Aura, auch den Cluster-Kopfschmerz und wetterbedingte Kopfschmerzen).


Jenny Doe
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Beitrag Mo., 09.01.2017, 06:25

Hallo Eremit,
ja. Bei mir besteht während einer Migräne mit Aura nicht nur eine Lichtempfindlichkeit, sondern auch Geruchsempfindlichkeit. Es gibt Gerüche, wie z.B. Zigarettenrauch, Grillrauch, ... die ich dann nicht ertragen kann, die die Migräne verschlimmern.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.

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