Erfülltes Sexualleben trotz Antidepressiva?

Erfahrungsaustausch zur Begleitmedikation zur Psychotherapie (Psychopharmaka und pflanzliche Mittel). Achtung: dient nicht zur gegenseitigen Medikamentenberatung, die ausschließlich Fachärzten vorbehalten ist. Derartige Beiträge werden aus dem Forum entfernt.
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DieTräumende
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Erfülltes Sexualleben trotz Antidepressiva?

Beitrag Sa., 23.02.2019, 20:46

Hallo an alle,

vor etwa einem Monat hat mir meine Therapeutin vorgeschlagen, einen Psychiater aufzusuchen, der mir eventuell Antidepressiva verschreiben soll.
Sie sieht das als notwendig an,um mehr innere Stabilität erlangen zu können.

Bisher habe ich allerdings noch keinen Termin vereinbart, da ich so eine großen Angst vor den Nebenwirkungen habe.

Am meisten fürchte ich mich vor Libidoverlust und ich weiß einfach nicht,ob es mir das wert ist.

Gibt es hier auch Menschen, die trotz AD ein erfülltes Sexualleben haben?

Liebe Grüße
DieTräumende

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shesmovedon
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Beitrag Sa., 23.02.2019, 20:50

Ja, also ich nehme sogar zusätzlich noch zwei Neuroleptika, die meist deutlich mehr auf die Libido gehen.
Wir timen den Sex halt so, dass er nicht unmittelbar nach Einnahme der Tabletten erfolgt.
Sprich: morgens vor der Tabletteneinnahme oder Abends vor der Tabletteneinnahme. Das funktioniert ganz gut. In den ersten stunden nach der Einnahme ist es schon schwer. Aber ob das bei Mann genauso ist wie bei Frau, keine Ahnung.

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DieTräumende
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Beitrag Sa., 23.02.2019, 20:53

Danke für deinen Beitrag. Das beruhigt mich nun ein wenig.

Das heißt, dass bei dir die Lust an sich schon noch da ist? Ich habe einfach so sehr Angst davor, dass mir die gesamte Lust abhanden kommt.


shesmovedon
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Beitrag Sa., 23.02.2019, 20:57

Bei mir kommt währenddessen dann meist die Lust (wieder) auf. So ist die Lust schon bisschen weniger.
Aber ich würde dir empfehlen, es einfach mal zu probieren - du kannst deine Bedenken ja dem Psychiater mitteilen und der kann schon darauf achten, dass er dir vielleicht was verschreibt, was nicht zu krass auf die Lust geht.

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Pianolullaby
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Beitrag So., 24.02.2019, 19:15

ja, hatte nie ein Problem
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Beitrag So., 24.02.2019, 23:02

Pianolullaby hat geschrieben: So., 24.02.2019, 19:15 ja, hatte nie ein Problem
Danke dir für die Antwort.
Darf ich fragen was du nimmst?

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Pianolullaby
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Beitrag Mo., 25.02.2019, 20:23

hatte Cipralex, hatte auch schon Trazodon, und Sequase
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Beitrag Fr., 29.03.2019, 20:37

Für alle, die möglicherweise auch vor der Entscheidung stehen, so wie ich:
Nehme nun seit 4 Wochen Sertralin und es ist bei mir ein leichter Libidoverlust vorhanden. Orgasmusfähigkeit ist nach wie vor da, es dauert halt minimal länger!
Somit lohnt sich ausprobieren auf jeden Fall.

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Roland150
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Beitrag Mi., 19.08.2026, 18:14

Aufgrund der sexuellen Nebenwirkungen sind Antidepressiva nicht gut und sollten daher meiner Meinung nach nicht zugelassen werden. Ich würde viel lieber eine schwere Major Depression mit Suizidgedanken aber dafür normale Sexualität als Medikamente und somit Libidoverlust haben.

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R.L.Fellner
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Beitrag Mi., 26.08.2026, 21:34

Hallo Roland150,

Sie mögen vielleicht so denken, mit Sicherheit tun dies aber nicht alle Betroffenen. Und das generelle Verbot der Zulassung von Antidepressiva zu fordern wirkt mit Verlaub regelrecht absurd. Es wäre vergleichbar mit dem Verbot der Zulassung von Chemotherapie-Medikation - weil diese ja auch schwere Nebenwirkungen hat und auch die sexuelle Funktion beeinträchtigen könnte.

Gerade Psychopharmaka jedoch wirken bei Menschen höchst unterschiedlich - Verallgemeinerungen wie jene in Ihrem Text sind daher wenig hilfreich. Ich bin zwar alles andere als ein "Fan" von Psychopharmaka, aber sie haben einen berechtigten Anwendungsbereich gerade bei sehr schweren psychischen Störungen, und nur selten schwere Nebenwirkungen (vor allem dann, wenn nur geringere Dosierungen eingenommen werden). Selbst bei höheren Dosierungen gelingt erfahrenen Fachärzten häufig eine gute "Einstellung", um stärkere Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden. Ebenfalls wichtig zu erwähnen: mitunter machen es Psychopharmaka wie Antidepressiva erst möglich, überhaupt auf sinnvolle Weise eine Psychotherapie beginnen - einfach, weil sonst die nötige Grundstabilität für die Behandlung fehlen würde.

Bei sexuellen Nebenwirkungen (bei AD's häufig Reduktion des sexuellen Antriebs oder reduzierte Erregungsfähigkeit) möchte ich Betroffenen nahelegen, diese beim behandelnden Arzt ebenso wie beim Psychotherapeuten zu erwähnen. Häufig kann die Situation zumindest verbessert werden.

Und natürlich sollten AD's keine "Dauereinrichtung" werden - deshalb immer parallel auch eine Psychotherapie absolvieren. Nach einiger Zeit konsequent durchgehaltener Sitzungen und guter therapeutischer Beziehung sollte sich die Symptomatik sukzessive verbessern und schließlich eine Reduktion und ultimativ die Beendigung der Medikamenteneinahme ermöglichen.

https://www.psychotherapiepraxis.at/art ... apie.phtml

Freundliche Grüße und alles Gute,
R.L.Fellner

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Roland150
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Beitrag Do., 27.08.2026, 15:14

Ich vermisse meine Vergangenheit mit Major Depressionen aber noch intakter Sexualität sehr. Der jetzige Zustand ohne Depression aber mit psychosomatische sexuelle Blockade finde ich schlimmer. Lieber Major Depressionen mit intakter Libido.

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