Mutter mit starker Psychose

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Papierschiff
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Mutter mit starker Psychose

Beitrag Di., 08.10.2019, 01:28

Hallo!
Ich glaube meine Mutter hat wohl eine Psychose und will keine Hilfe.
Sie war schon seit ich denken kann anders/seltsam, und laut meinem Vater musste sie vor ihrer Ehe in eine Klink, weil sie sich Sachen eingebildet hat.
Ihre erste große "Phase" hatte sie 2015. Sie kam plötzlich mit den Vorwürfen, meine Lehrer würden mich in der Schule vergewaltigen und hat mich deswegen fast jeden Tag fertig gemacht, "Beweise" gesammelt, mein Sachen durchsucht.. Sie wollte mich das Schuljahr darauf nicht in die Schule schicken, weswegen mein Vater die Polizei rief. Es kamen dannach das Jugendamt und 2 Ärzte/Gutachter zu uns und empfahlen ihr, für 3 Monate in eine Klink zugehen, was sie aber nicht wollte. Irgendwann kamen auch noch die Vorwürfe, mein Vater würde mich vergewaltigen und das ging bis 2018.

Das verschwand langsam und es kam etwas Neues: sie wird von meinem Vater „vergiftet“. Sie warf oft Essen weg, zwang sich zum Übergeben, meinte sie hätte kein Blut mehr im Körper und hatte angeblich überall Schmerzen etc.
Nun aber vor 2 Wochen hat wohl ihre schlimmste Phase seit langem angefangen. Eines Tages hat sie ihre Sachen gepackt, damit wir zu unseren Nachbarn gehen können, weil mein Vater sie wieder vergiften und töten will. Sie meinte, er versprüht in der ganze Wohnung Gift und seitdem reißt sie jede freie Minute in der mein Vater nicht im Raum ist, die Türen auf um durchzulüften. Sie läuft nur noch in Straßenkleidung rum, isst wenig, wäscht sich nicht mehr und Lebensmittel lagert sie auch nur noch in meinem Zimmer. Sie beschwert sich durchgehend über Kopfschmerzen und Schwindel, ist richtig aggressiv und hustet und schreit immer unecht rum, wenn sie denkt, sie steht wieder in Gift. Außerdem sitzt sie den halben Tag draußen in der Kälte und will selten reinkommen..

Wir haben schon viel mit ihr geredet, aber sie hat es nie eingesehen krank zu sein und will sich keine Hilfe holen. Sie will auch keine Medikamente oder auch nur mit einem Arzt reden, weil sie sich für geistig gesund hält. Mein Vater wollte mal den Notarzt rufen, damit sie sie zwangseinweisen, weil sie sich ja selbst schadet.
Aber geht das wirklich? Sie tut sich und uns direkt nichts an, aber wir können wegen ihr nicht mehr Heizen und sitzen in ständiger Kälte. Und da sie fast immer draußen sitzt, holt sie sich sicher noch eine Lungenentzündung.. aber ich glaub das reicht nicht als Grund?
Wir wissen wirklich nicht mehr weiter, uns macht das auch komplett fertig, denn das kann ja nicht ewig so weitergehen.. :cry:

Habt ihr vllt. einen Rat?
Vielen Dank schonmal, MfG


Candykills
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Beitrag Di., 08.10.2019, 02:10

Ich will dich nicht entmutigen, aber wirklich viel könnt ihr nicht machen - und ihr habt ja auch schon einiges versucht.
Eventuell könnte man als Kindeswohlgefährdung auslegen, dass sie nicht heizen will. Ich würde empfehlen den sozialpsychiatrischen Dienst mal zu kontaktieren, eventuell haben die noch Tipps.
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lisbeth
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Beitrag Di., 08.10.2019, 06:39

Hallo Papierschiff,

wenn deine Mutter keine Hilfe will, dann wirst du das wahrscheinlich akzeptieren müssen. Dort bleiben musst du aber nicht, wenn es dich zu sehr belastet. Hast du mal überlegt, auszuziehen? zB betreute Jugend-WG oder sowas in der Art? Du hast ja genug eigene Probleme, um die du dich irgendwie auch noch kümmern musst. Sozialpsychiatrischer Dienst wäre so oder so eine gute Anlaufstelle (egal ob für dich selbst oder wegen deiner Mutter).
Alles Gute!
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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stern
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Beitrag Di., 08.10.2019, 10:55

Eine Einweisung (wenn sich jemand nicht helfen lassen "will") ist erst bei Selbst- oder Fremdgefährdung möglich. Die Anführungszeichen setze ich deshalb, weil ich das nicht für den freien Willen halte. Sondern Ausdruck der Erkrankung, bei der sich die Paranoia häufiger auch auf Arztbehandlungen erstreckt (mit fehlender Krankheitseinsicht. Ist Recht typisch bei Psychosen). Auch wenn ich damit schon shitstorms auf mich bezogen habe, so sehe ich das so, dass das eine Behandlung (je nach Wahn) allemal besser sein kann als jemand in seiner Krankheit vegetatieren zu lassen... und man überlege die psychische Belastung durch die Paranoia. Halt je nach Ausprägung. Aber immer in Todesangst zu leben, dass einem etwas angetan wird, IST (auch) harter Tobak für Betroffene, was man auch berücksichtigen sollte, finde ich. Ich weiß nicht wie chronifiziert das schon ist, aber je chronifizierter, desto schwer die Behandlung... und wir reden hier nicht von Depressionen. Insofern verstehe ich, dass ihr nicht zuschauen wollt. Zwei Möglichkeiten fallen mir ein. Manchmal gibt es auch lichterer Momente. Wenn man einen solchen erwischt, besteht evtl. die Möglichtkeit, dass eine Person, die sie als wohlgesonnen erlebt, doch freiwillig zum Arzt bewegen könnte. Ich weiß, ihr habt schon einiges versucht, aber vielleicht... das wäre in der Tat das Beste. Zweitens: Vielleicht dass ihr euch Mal vom sozialpsychiatrischen Dienst beraten lässt? Evtl. auch Psychiater. Beide Institituionen haben Erfahrung. Für mich liest es sich auch nach Steigerung. Im Herbst mag in der Kälte mag noch gehen... aber wenn mal tiefster Winter ist und jemand nicht mehr Herr seiner Sinne ist, kann das je nach Umständen durchaus auch selbstgefährdend werden. Oder wenn sie zunehmend aggressiv wird (evtl. nicht nur verbal), ist das auch so eine Sache. Da ist halt schon drauf zu achten, inwieweit es auch zu unberechenbaren Handlungen kommt. Wie gesagt, je nach Umständen halte ich auch eine unfreiwillige Behandlung nicht unbedingt für inhuman. Moderne Medikamente schlagen mitunter schnell und gut an. Aber dazu bräuchte sie halt einen Art. Je chronofizierter, desto schwerer dien Behandlung.
Liebe Grüsse
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Candykills
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Beitrag Di., 08.10.2019, 12:28

Das Problem ist einfach bei dir, Stern, dass du nix Neues bringst (den SPD hatte ich schon im ersten Posting vorgeschlagen) und zweitens gar keine reale Erfahrung mit Psychose hast. Da braucht man sich über Shitstorm nicht wundern ....
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Emily_Erdbeer
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Beitrag Di., 08.10.2019, 12:34

Also meine Mutter habe ich in die Psychiatrie bekommen, in dem ich voll und ganz mit in ihre Welt eintauchte.

Vllt. probierst du es auch mal in dem du sagst, dass du sie an einen geschützten, sicheren Ort bringst, wo sie weder vergiftet noch sonst was wird und du dich in dieser Zeit darum kümmerst, dass euer zu Hause sicher wird in dem bspw. dein Vater auszieht oder sowas.

Man kann sich die Psychose zu nutze machen und Menschen vertrauen einem eher, wenn sie merken, dass du ihnen glaubst. Für sie ist der Wahn total real, also muss er das auch für das Umfeld werden.
Ähnlich wie bei demenzkranken oder so.

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stern
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Beitrag Di., 08.10.2019, 12:35

Deinen ersten Beitrag habe ich nicht gelesen, Candy, und der der Rest stimmt nicht. Deine persönlichen Unterstellungen sind falsch und daher manipulativ. Deswegen werde ich sie wie diesen Beitrag auch künftig melden, wenn du nicht damit aufhören kannst persönlich zu werden und dabei falsche Dinge behauptest. Ich schreibe nicht für dich!!
Liebe Grüsse
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Tristezza
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Beitrag Di., 08.10.2019, 13:06

Candy, bitte unterlass zukünftig solche unfairen Beiträge. Und nun zurück zum Thema. Weitere Postings dieser Art werden kommentarlos entfernt.


Candykills
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Beitrag Di., 08.10.2019, 13:15

Emily’s Idee auch in die Psychose einzufühlen und mitzugehen, sprich: „ja da könnte Gift sein, in der Psychiatrie wärst du sicher davor...“
- ist eigentlich eine sehr gute intuitive Idee. Ich weiß nur nicht, ob man das von einer 19jährigen erwarten kann, ich denke eher nicht, weil es liegt ja keine frühere Erfahrung vor. Aber es wäre eine gute Möglichkeit eventuell.
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stern
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Beitrag Di., 08.10.2019, 13:53

Papierschiff hat geschrieben:
Di., 08.10.2019, 01:28
Sie läuft nur noch in Straßenkleidung rum, isst wenig, wäscht sich nicht mehr und Lebensmittel lagert sie auch nur noch in meinem Zimmer. Sie beschwert sich durchgehend über Kopfschmerzen und Schwindel, ist richtig aggressiv und hustet und schreit immer unecht rum, wenn sie denkt, sie steht wieder in Gift. Außerdem sitzt sie den halben Tag draußen in der Kälte und will selten reinkommen..

Wir haben schon viel mit ihr geredet, aber sie hat es nie eingesehen krank zu sein und will sich keine Hilfe holen. Sie will auch keine Medikamente oder auch nur mit einem Arzt reden, weil sie sich für geistig gesund hält. Mein Vater wollte mal den Notarzt rufen, damit sie sie zwangseinweisen, weil sie sich ja selbst schadet.
Aber geht das wirklich? Sie tut sich und uns direkt nichts an, aber wir können wegen ihr nicht mehr Heizen und sitzen in ständiger Kälte. Und da sie fast immer draußen sitzt, holt sie sich sicher noch eine Lungenentzündung.. aber ich glaub das reicht nicht als Grund?
Warum hat dein Vater dann nicht angerufen?

Ich würde sagen, wenn es arg akut ist, könntet ihr mMn durchaus bei Notdienst anrufen und die Situation zunächst schildern.. und die können ja dann immer noch entscheiden, ob sie kommen. Eine Einweisung bräuchte dann eh einen richterlichen Beschluss... also das könntet weder ihr, noch ein Notarzt alleine entscheiden. Das sage ich, weil du geschrieben hast, dass vor 2 Wochen hat wohl ihre schlimmste Phase seit langem angefangen hat. Insofern weiß man ja wirklich nicht, was noch kommt. Wann eine Gefährdung vorliegt, ist wohl immer einzelfallabhängig... heißt aber andererseits, dass man erst sich oder andere körperlich angehen muss. Wenn jemand nichts mehr isst (Unterernährung)... völlig verwahrwahrlost... oder orientierungslos und verwirrt draußen umherirrt... oder wenn sie bei Minusgraden und unzureichend bekleidet die ganze Zeit draußen sitzt und nicht mehr in die Wohnung geht, könnten dass schon Gründe sein. Eine Erkältung im Herbst wird eher nicht reichen... ebenso nicht wenig essen (wenn es noch reicht).. aber wer weiß schon, was noch kommt (sie ist ja komplett unbehandelt). Die Aggressionen dito. Was du beschrieben hast, geht zwar in die Richtung, ist aber wahrscheinlich noch grenzwertig. Aber da Notärzte damit auch zu tun haben, besteht vielleicht auch eine Chance, dass er einen Zugang zu ihr findet. O.k., kann auch sein, dass sie das üble nimmt. Aber zuzuschauen ist auch keine Lösung.

Wie gesagt, für vorzugswürdig würde ich auch halten, wenn man sie freiwillig zum Arzt bringen kann (habe es aber auch schon mal erlebt, dass derjenige sich (nachdem langen Bemühungen endlich Früchten) im Wartezimmer wieder umentschieden hat und urplötzlich und blitzschnell wegrennen wollte... insofern ist das oft sehr schwer bis unmöglich und kann selbst nach einem Entschluß immer wieder umschlagen).
Liebe Grüsse
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Emily_Erdbeer
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Beitrag Di., 08.10.2019, 14:47

@Candy (ich kriege das Zitieren nicht hin...)
Ob man das mit 19 schon hinbekommt ist sicher fraglich. Aber die T. fragte nach Ratschlägen.
Ich würde ja sagen, der Vater könnte es probieren, aber er ist dummerweise Teil der Psychose.
Vllt. gibt es ne gute Freundin oder Verwandte oder sowas.
Als Tochter denke ich heute, sollte dies nicht die Aufgabe sein und schon gar nicht in so jungen Jahren.

Ich weise darauf hin aufgrund meiner persönlichen Erfahrung, dass man alle Worte die un irgendeiner Form mit Psychiatrien, Tabletten, Krankheit usw. zu tun haben,vermeiden sollte. Die Person muss in dem akuten Zustand gar nicht erfahren wo genau es hingeht.

Sozialpsychiatrische Dienste, Zwangsmaßnahmen usw. können mehr als nur kontraproduktiv sein und die betreffende Person unnötig weiter traumatisierten.

Aber wie gesagt, dass ist nur meine ureigene Erfahrung und kein fachlicher Rat oder sonst was.


Candykills
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Beitrag Di., 08.10.2019, 14:57

Dass man nicht sagen sollte "du gehst jetzt in die Psychiatrie", ist klar. Aber einen Besuch beim SPD kann man schon ganz gut verkaufen, ohne direkt auf eine psychische Erkrankung abzielen zu wollen.

Ich weiß noch wie es bei mmir als Jugendlicher und auch junger Erwachsener war, als ich überhaupt nicht einsehen wollte, dass ich unter Schizophrenie leide. Es war nicht, dass es nicht einleuchtende Argumente für mich gab, sondern ich WOLLTE auch einfach nicht, dass ich diese Diagnose habe, dass das stimmen könnte.
Also tritt dabei nicht nur fehlende Einsicht auf, sondern auch ein nicht akzeptieren Wollen.

Auf jeden Fall würde ich so oder so den SPD kontaktieren. Jeder Psychotiker ist anders, manche haben auch helle Momente, in denen Reflektion möglich ist. Der SPD kann euch auch zu Hause besuchen und sich so ein besseres Bild machen, als wir über's Internet.
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Emily_Erdbeer
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Beitrag Di., 08.10.2019, 15:01

Ja, da stimme ich dir auf jeden Fall zu.
Hilfe muss auf jeden Fall ins Boot und das ziemlich dringend.
Wenn nicht für die Mutter, dann aber für die Angehörigen.

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Beitrag Di., 08.10.2019, 15:43

Wie war eigentlich der Zustand zwischen 2015 (was du als erste große Phase beschrieben hast) und jetzt (was du als schlimmste Phase seit langen beschrieben hat)? Die Paranoia war zwischenzeitlich nie (ganz) abgeklungen, aber nicht ganz so akut (oder doch?) Und sie war auch nie in irgendeiner Behandlung? Wie klappte denn bisher die Alltagsbewältigung? Bekommen das andere auch mit? Schläft sie denn nachts?

Nun, eine Nichtbehandlung wäre auch mehr als kontraproduktiv... das würde ich für meinen Teil schon gegen eine Behandlung gegen den Willen abwägen (sollte weitere Verschärfung eintreten und wenn sie sich weiterhin weigert). Und aktuell lebt sie auf jeden Fall! in Todesangst und Vergewaltigungsängste sind auch nicht viel besser. Was gar nichts bringt: Den Wahn argumentativ widerlegen zu wollen. Denn der Wahn ist dann Realität. Beim SPDI kann man sicherlich auch als Angehöriger ohne ihr Beisein Hilfe suchen (so meinte zumindest ich das, da ich annehme, dass sie dorthin genauso wenig wie zum Arzt will).

In einem mir bekannten Fall machte ein Psychiater (der aber schon behandelnder Arzt war... Medikamente wurden aber mal wieder abgesetzt) dann sogar einen Hausbesuch... und eine Behandlung wurde daraufhin mehr oder weniger in der Wohnung zugelassen. Das schlug dann auch relativ gut und zeitnah an (je früher eine Behandlung, desto besser). Danach könnte man sich also auch mal erkundigen. In eurem Fall kennt sie allerdings den Arzt nicht, was Vor- oder Nachteil gleichermaßen sein kann. Aber die können damit umgehen. Zumindest dieser Arzt konnte dann auch behandeln, obwohl der Widerstand gegen einen Arztbesuch auch hoch war.
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Beitrag Mi., 09.10.2019, 00:59

Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten!
stern hat geschrieben:
Di., 08.10.2019, 15:43
Wie war eigentlich der Zustand zwischen 2015 (was du als erste große Phase beschrieben hast) und jetzt (was du als schlimmste Phase seit langen beschrieben hat)? Die Paranoia war zwischenzeitlich nie (ganz) abgeklungen, aber nicht ganz so akut (oder doch?) Und sie war auch nie in irgendeiner Behandlung? Wie klappte denn bisher die Alltagsbewältigung? Bekommen das andere auch mit? Schläft sie denn nachts?

In dieser Zeit waren mal paar Monate schwache und dann paar Wochen wieder stärkere Phasen, aber nie ganz so schlimm. Sie war nur vor über 20 Jahren in einer Behandlung und hat Medikamente genommen, nun ist sie aber vollkommen dagegen, weil sie Medikamente nur als schädlich empfindet.
Im Alltag kam sie bis zu diesem Jahr ganz gut zurecht, nur jetzt ist sie sehr oft verpeilt, kann einfache Sachen nicht ohne Probleme meistern und macht fast nichts mehr im Haushalt. Sie hatte zwar immer hin und wieder Schlafprobleme, aber zurzeit schläft sie kaum noch wirklich.

Ich versuche nochmal mit ihr zu reden, wenn sie hoffentlich bald wieder halbwegs normal ist, aber ich glaube, an ihrer Einstellung lässt sich echt nichts ändern. Und stimmt, mit Argumenten habe ich nur auf Granit gebissen.. :-(
Gerade habe ich auch nachgeschaut und wir haben tatsächlich einen SPDi hier in der Nähe, da werde ich mich auf jedenfall mal melden! Wir werden uns wegen dem Hausbesuch auch mal umschauen, einen Versuch ist es zumindest wert.

Vielen lieben Dank nochmal!