ich hoffe das Thema passt hier, bin mir nicht ganz sicher ob es nicht zu den Beziehungssachen gehört... hat allerdings mehr mit meiner Therapie zu tun.
Naja jedenfalls ist es so, dass ich zu meinem Vater nie die beste Beziehung hatte und nach dem Tod meiner Mutter ist es nur schlechter geworden. Das ist natürlich auch in der Therapie oft Thema.
Ich hab das Gefühl, dass er sich nicht (gut) um sich selbst kümmert. Um mich hat er sich (für meine Ansprüche definitiv) nicht gut genug gekümmert. Nach außen hin hatte ich aber immer alles was man zum Leben braucht (ein Dach überm Kopf und was zu essen). Emotional kam da von ihm gar nichts, es war eher so, dass er jeden Abend nach der Arbeit nach Hause kam und herum schrie. Also er hat damals definitiv seinen Beitrag dazu geleistet, dass es mir psychisch schlecht ging. Das werfe ich ihm auch noch immer vor und bin manchmal auch sehr traurig, dass als Teenager niemand für mich da war. Jetzt als Erwachsene kann ich das zumindest ein bisschen distanzierter betrachten und glaube für mich, dass mein Vater sein bestes gegeben hat, nur war es eben nicht genug. Er ist halt auch das Kind seiner Eltern und wenn ich mir deren Beziehung so anschau, wundert mich vieles gar nicht mehr
Für mich ist die Geschichte größtenteils erledigt. Dass ich als Teenager niemanden hatte, kann man jetzt nicht mehr ändern und die emotionale Nähe die ich gebraucht hätte, werde ich von ihm nie bekommen. Natürlich ist das hart, aber es ist für mich leichter das abzuhaken und keine Erwartungen mehr an ihn zu stellen. Die wurden denke ich in den letzten 10 Jahren zu oft enttäuscht.
So viel dazu... Es ist so, dass ich ihm das jedoch nie so deutlich gesagt hab und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm nicht mal bewusst ist was in unserer Beziehung eigentlich falsch gelaufen ist. Bzw ob ihm überhaupt bewusst ist, dass da was für mich nicht gepasst hat.
In den letzten Jahren hat meine Thera mehrmals vorgeschlagen meinen Vater doch mal zu einer Stunde mitzunehmen. Früher habe ich das mit einem sehr klaren "Nein." abgelehnt. Ich wollte ihn nie dort haben, Therapie war meins und es war irgendwie auch wichtig für mich, dass das nur "mein" Raum war. Mittlerweile ist das "Nein" nicht mehr ganz so klar. Aber ich bin mir sehr unsicher (mal davon abgesehen, dass ich nicht weiß, ob er überhaupt mitkommen würde). Einerseits erwarte ich mir nichts mehr von ihm und habe mich über die Jahre von ihm distanziert (auch wenn wir noch immer zusammen wohnen. Er weiß so gut wie gar nichts über mein Leben und ich hab auch keine Ahnung wie es ihm eigentlich geht...), andererseits ist er noch immer mein Vater und er wird mir wohl nie ganz gleichgültig sein. Deswegen bin ich mir eben so unsicher, ob es Sinn macht mir die ganze Arbeit & Anstrengung anzutun, wenn ich mir eigentlich eh nichts davon erwarte/erhoffe. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich nach so einem Gespräch irgendetwas positives entwickeln würde und noch mehr Enttäuschung brauche ich auch nicht unbedingt.
War vielleicht schon mal jemand in einer ähnlichen Situation? Wie hat sich das entwickelt? Würdet ihr es versuchen wenn ihr in meiner Situation wärt?
LG Matrjoschka
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