Streit mit Therapeutin

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Alina207
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Streit mit Therapeutin

Beitrag Mi., 01.04.2020, 19:25

Hallo,

Ich bin neu hier und brauche euren Rat.

Ich bin in einer Traumatherapie. Wegen Panikattacken und Ptbs.
Mit meiner Therapeutin bin ich vor 2 Wochen aneinander geraten. Bzw .Sie hatte mir Sachen an den Kopf geworfen, mit denen ich nicht klar komme.Ich habe in der Stunde nichts sagen können,weil ich eher ein sehr zurückhaltender Mensch bin.
Also folgendes ist passiert.
Sie meinte ich solle raus gehen und üben.Ich muss dazu sagen das ich genau das Jahrelang gemacht habe,aber die Panikattacken immer schlimmer als besser wurden,deshalb auch Therapie.
Ich weiss bis heute nicht,was ich dagegen tun kann.
Die letzte Panikattacke hat mich ins Krankenhaus gebracht.
Ich sagte ihr also,das ich draußen nicht üben könne,weil ich eben nicht weiss ,wie ich die panikattacken stoppen kann.
Und es die ganzen Jahre ja bisher auch nichts gebracht hat.
Sie darauf : Ja Frau ....wenn sie alles besser wissen als ich dann brauchen Sie ja keine Therapie mehr.
Ich habe ihr dann gesagt,das ich es nicht besser weiss,es eben jahrelange erfahrungen sind.Immerhin 9 Jahre jetzt.
Ja sie wurde ziemlich patzig und ich musste während des redens versuchen nicht loszuheulen.
Sie daraufhin :Tja wie ein kleines trotziges kind.

Das war zu viel. Dieser Satz hat mein Vater mir immer gesagt wenn ich nicht das getan habe was er von mir wollte (m........)
Ich bin also nach Hause und habe ihr einen Brief geschrieben.
Darin stand dann das ich es nicht ok fand das sie mich so angeht.
Letzte Woche den Termin habe ich abgesagt.Ja ich muss zugeben ich hatte Angst. Angst das es jetzt nich schlimmer wird.
Freitag habe ich wieder einen Termin.
Und ich zweifle wieder dort hin zugehen.
Ist nicht das erste mal das wir Stress haben.

Aber mal ehrlich.Ich bin seit 3 Jahren jetzt in Therapie.
Vorher hatte ich Jahrelang Panikattacken die obwohl ich nie eine Situation verlassen habe,nicht aufgehört haben.jetzt ist es so schlimm wenn ich erstmals eine habe,hört die wenn ich Glück habe abends erst wieder auf.Letztes Jahr hatte ich die mit wirklich ganz kleinen Unterbrechungen 1 woche.Deshalb auch Notarzt und Krankenhaus.
Athem Übungen, oder entspannungssachen helfen nicht.
Ich habe bisher nach 3 Jahren Therapie keine Ahnung was ich tun kann.
Und das weiss sie.auch das üben draußen eher alles schlimmer macht.Wie die ganzen Jahre zeigen.
Ich habe das Gefühl ich spreche da gegen eine Wand.
Jedesmal wenn ich Sie frage ,wenn ich rausgehe und üben würde,was kann ich tun un die Panikattacken zu stoppen,kommt dann nur "Ja ihr Körper ist eben zu sensibel eingestellt.
Na toll das hilft mir auch nicht weiter.


kaja
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Beitrag Mi., 01.04.2020, 19:31

Du kannst es drehen und wenden wie du willst, um nachhaltig etwas zu verändern wirst du deine Komfortzone auch mal verlassen müssen.

Wenn da deinerseits keinerlei Bereitschaft da ist, sich auch unangenehmen und beängstigenden Situationen zu stellen, bzw. auszusetzen, bringt die Therapie gar nichts.

Im Grunde bleibt nur aktiv gegen die Angst anzugehen, indem man sich mit ihr konfrontiert, oder der Angst nachzugeben und mit den Einschränkungen zu leben.
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Alina207
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Beitrag Mi., 01.04.2020, 19:41

Ja das ist mir klar.Aber ich mache seit Jahren nichts anderes.Und es wird schlimmer anstatt besser.Vor der Therapie hatte ich es nur in einigen Situationen.Jetzt seit knapp 2 Jahren schon wenn ich rausgehe.
Ich meine ich stelle mich seit Jahren der Angst aber wie gesagt so komme ich nicht weiter,weil es eben nicht besser wird.


kaja
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Beitrag Mi., 01.04.2020, 19:42

Ich denke nicht, dass etwas das Jahre Zeit hatte sich zu entwickeln und zu festigen, so schnell Änderungen erfährt.
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Philosophia
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Beitrag Mi., 01.04.2020, 19:58

Liebe Alina, ich sag dir jetzt mal etwas, was mir die Analytikerin von mir gesagt hat, vielleicht hilft es dir ja auch. Ich muss dazu sagen, dass Panikattacken (auch so in der Frequenz, wie du sie beschreibst) bei mir Programm sind. In der Analyse-Phase gab es eine Zeit, da ist sie in eine neue Praxis weiter weg gezogen und das bedeutete für mich, fast eine Stunde Fahrt zu ihr - zum damaligen Zeitpunkt gefühlt unschaffbar. Sie hat mich überhaupt nicht gedrängt, dass ich das hinkriege, sprach damals sogar von Videotelefonie. Ich selbst wolltze aber den persönlichen Kontakt, also habe ich begonnen zu üben - jeden Tag. Sie fand das jetzt nicht kontraproduktiv, meinte aber, ich gehe sehr verhaltenstherapeutisch vor. Wir sprachen über meine Ängste und Attacken. Denn ich hatte die in der Anfangszeit des Übens sehr doll. Und sie fragte: "Was könnte passieren?" - "Ich könnte umfallen und dann würden die Menschen um mich den Notarzt rufen und dann bringen sie mich wieder in die Psychiatrie." "Hmm, stimmt, Sie haben recht, das könnte wirklich passieren. Das ist eine reale Gefahr. Für Sie IST es gefährlich sich solchen Situationen auszusetzen." Schweigen. Und das tat mir einfach gut - sie hat es mit mir angenommen. Und ich wollte danach trotzdem noch mehr üben - und es klappte auch. Zum Umzug konnte ich zu ihr in die neue Praxis fahren und danach immer ein kleines Stück weiter. Sie sagte irgendwann auch mal zu mir: "Sie müssen einfach in solchen Situationen sehr lieb mit sich sein, vielleicht werden Sie das wirklich nicht können." - Das hat mich entlastet und mich angespornt, einfach mal nur für mich zu gucken, wie weit ich gehen und fahren möchte. Ich verstehe, dass dir ihre Reaktion sehr zu schaffen gemacht hat. Ich finde die Reaktion echt fehl am Platz - zumal wenn du schon geübt hast. Dann stellt sie deine Wahrnehmung in Frage. Es ist eben verdammt beschizzen, wenn da solche Panik ist - und ja, die kann einen ins Krankenhaus bringen. Und wie weit dein Lebensradius sein soll - das solltest du entscheiden. Es gab mal einen bekannten Schriftsteller (Name fällt mir gerade nicht ein), der nie seine Stadt verlassen hat. Und? Dann ist das so - und er war trotzdem ein toller Mensch und hat viel(e) erreicht. Reine Konfrontation reicht nicht - zumindest nicht, wenn das Trauma so tief sitzt (ich habe immer noch Panikattacken, kann aber selbst für mich entscheiden, wenn ich mehr wagen, üben möchte oder wann ich meine Rughe brauche - denn als Traumatisierte braucht man, so empfinde ich das zumindest, viel Ruhe und Wohlwollen mit sich selbst). Ich finde es gut, dass du dich mitgeteilt hast und ich hoffe, ihr könnt euch wieder annähern.
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Montana
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Beitrag Mi., 01.04.2020, 20:45

Für mich stellt sich die Frage, ob du das mit dem Üben falsch angegangen bist. Du schreibst ja z.B., dass du bei einer Panikattacke nicht aus der Situation geflohen bist. Mir scheint das eine ziemlich "brutale" Methode zu sein, die man vielleicht in einem weniger schwierigen Fall auch mal versuchen kann, aber doch nicht über Jahre. Ich meine, wenn ich Angst davor habe, vor Menschen zu sprechen, dann übe ich das ja auch nicht gleich im vollen Stadion. Die Schritte müssen sehr viel kleiner sein. Du bist ja schon an dem Punkt, wo du davor Angst hast, dass eine Panikattacke kommt und du nicht mehr raus findest. Die Angst vor der Angst. Da finde ich es sehr wichtig, dass du dir erlaubst, eine Situation augenblicklich zu verlassen. Bevor die Sache eskaliert. Also, Anzeichen wahrnehmen und dich sofort zurückziehen und schützen. Keine unlösbaren Aufgaben stellen. Lieber spontan, wenn es grad gut läuft, noch einen draufsetzen und etwas mehr wagen als geplant war.

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Philosophia
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Beitrag Do., 02.04.2020, 05:16

Das stimmt, ein bissl muss man da auch auf sich gucken, was geht und was nicht - grundsätzlich finde ich persönlich es aber auch nicht verkehrt, die eigenen Grenzen da auszutesten und das kann eben auch mal schief gehen - darum heißt es ja 'üben'.
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Alina207
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Beitrag Do., 02.04.2020, 05:51

Vielen lieben Dank für die lieben Antworten.
Ich habe mich Jahrelang dazu angesehen nicht gezwungen.Sondern ich wusste gar nicht das es Panikattacken sind.
Ich habe eben nur gemerkt das es mir zu beim einkaufen richtig schlecht ging.
Ich habe mich geschämt damit zum arzt zu gehen.
Am Anfang waren diese körperlichen Symptome aber auch nur einige Minuten lang.
Irgendwann nach Jahren hörten die plötzlich nicht mehr auf.Es ging morgens los und abends hatte ich das immer noch.
Also bin ich zu meiner Ärztin und die meinte dann Ja Panikattacken.
Dann bin ich in Therapie gegangen.
Zudem Zeitpunkt konnte ich aber ohne angstsymtome raus gehen .Durch die überfüllte Stadt. Usw.Ich hatte nur eingeschlossenen Situationen die Probleme.sprich beim einkaufen ,oder bus.
Dann macht meine Therapeutin ein riesen Fass auf.Allso Thema Vergangenheit.Ich habe so oft gesagt,das ich darüber nicht sprechen will.Aber doch ich muss ja weil Therapie so funktioniert.
Seit dem ist es so schlimm das ich gar nichts mehr wirklich kann.Ich stehe zum Teil nachts schon mit Panikattacken auf.Das habe ich vorher nie gehabt.
Raus gehen ,klappt die meiste Zeit nicht.Allso all das was Jahre lang vorher ging,geht jetzt nicht mehr. Zu an Männer vorbei gehen ,selbst nur einem.Panik.
Das heißt aus 3-4 Ängsten wurden gefühlte 100.
Das üben fällt deswegen jetzt schon schwerer weil ich Zuhause schon mit Angst Probleme bekomme sobald ich weiss ich muss jetzt raus.
Was ich seit 10 Jahren aber mache ist jeden Monat ins Nagelstudio gehen.
Aber auch da hat sich mein Angst Problem nicht verändert.
Wenn ich wenigstens mal Fortschritte sehen würde und wären die noch so klein.Aber wenn man 10 Jahre zu mit den selben Angst Symptomen ins Studio geht.
Ich habe letztes Jahr einen Welpen gekauft.
Ein Labrador.
Habe geübt und gehe einsame Wege .Manchmal klappt das manchmal nicht.
Dann das Beispiel ich war draussen und habe mit dem hund gespielt.An dem Tag ging es mir soweit gut.Bis ein Nachbar taumelnt an uns vorbei kam.Allso er hatte getrunken.Von 1 Sekunde auf die andere bekam ich eine Panikattacke. Das habe ich auch so meiner Therapeutin erzählt.Wisst ihr was Sie sagte.Nein das kann nicht sein.Ich müsste mitbekommen haben das die Angst sich steigert.Hat sie eben nicht.Ich sehe den Nachbar und sofort geht die Panikattacke los.

Was Sie momentan auch immer drauf hat ,ist mich mit ihren anderen Patienten zu vergleichen.
Sie fragt mich wie hoch mein Angst Pegel Zuhause vor einem Termin ist.Ich sage der ist da schon auf 8.
Nein Frau ....das stimmt so nicht.Bei meinen anderen Patienten ist der Pegel aber bei ....
Ich bekomme durch gehend das Gefühl das Sie anderen mehr glaubt und ich lüge.


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Alina207
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Beitrag Do., 02.04.2020, 05:54

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Sorry für die Rechtschreibfehler. Autokorrektur vom Handy ist blöd

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Alina207
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Beitrag Do., 02.04.2020, 06:07

Ich würde euch gerne noch etwas fragen.Da ich noch sehr wenig Therapie erfahrung habe.
Ist es normal das die Therapeutin einem ständig ,also mindestens jede 2-3 Stunde an den Kopf knallt das man Psychisch krank sei.?
Egal worüber wir reden,immer wieder fällt dieser Satz.
Wir reden über Panikattacken. Ja Sie sind psychisch krank.Ja es ist schlimmer geworden seitdem ich über früher rede.Ja Frau....ich habe zu spät gemerkt wie krank sie sind.
Es ist so verletzend ständig zu hören das man ja krank sei.
Ist es normal das Theras sowas machen.Bin ich zu sensibel.


GuterGeist2019
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Beitrag Do., 02.04.2020, 06:27

Hallo Alina207,

vor allem ist das kontraproduktiv!

Was "normal" ist oder nicht, liegt zwar manchmal im Auge des Betrachters - aber ich finde dieses ständige Verweisen auf "Krankheit" nicht in Ordnung. Vielmehr sollte ein Therapeut unterstützen und motivieren.

Natürlich ist es auch Aufgabe, dich mit deinen Mustern zu konfrontieren. Aber immer zu hören, wie krank ich bin und dass es ja immer schlimmer wird - das würde mich auch verletzen, frustrieren und demotivieren.

Und dazu kommt: Wenn deine Therapeutin findet, dass es schlimmer wird, dass sie es unterschätzt hat... Wie geht es dann weiter? Wie ist IHR Plan? Für mich klingt es, als wäre sie überfordert und auch nicht gerade die Geduldigste.

Nur du kannst einschätzen, ob nicht auch ein Wechsel in Betracht käme. Von außen gesehen habe ich nicht das Gefühl, dass das sonderlich gut passt mit ihr.

Ach - und was ich auch unmöglich finde: das Vergleichen mit anderen Patienten. DAS geht wirklich gar nicht!! Es ist DEINE Therapie und DU bist da der Maßstab!!

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Montana
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Beitrag Do., 02.04.2020, 07:09

Vor Betrunkenen habe ich auch Angst. Und ich wüsste nicht, warum die sich langsam aufbauen sollte. Wenn so einer plötzlich auftaucht, dann kommt auch die Angst plötzlich. Das finde ich ausgesprochen normal.
Extrem wichtig für eine funktionierende Therapie ist, dass einem der Therapeut glaubt, was man erzählt. Wie sonst sollte man darauf vertrauen, dass er einem überhaupt helfen kann?

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Beitrag Do., 02.04.2020, 07:47

Alina207 hat geschrieben:
Mi., 01.04.2020, 19:25
Sie darauf : Ja Frau ....wenn sie alles besser wissen als ich dann brauchen Sie ja keine Therapie mehr.
Alina207 hat geschrieben:
Mi., 01.04.2020, 19:25
Sie daraufhin :Tja wie ein kleines trotziges kind.
Ich kann absolut verstehen, dass du solche Sätze übel findest. Empfinde ich genauso.
Bei so Sätzen wird bei mir auch sofort Wut angetriggert, weil ich solche Sätze ebenfalls in der letzten Therapie gehört habe .
Wenn heute ein Therapeut wieder so etwas sagen würde, würde ich das nicht mehr akzeptieren , sondern recht schnell abbrechen. Wobei es auch etwas darauf ankommt, "wie" das vom Therapeuten ausgedrückt wird.
So wie du es von deiner Therapeuten beschreibst, klingt das für mich ehrlich gesagt eher umgedreht. Für mich klingts als wäre eher die Therapeuten trotzig (weil sie ja anscheinend nicht "für dich taugt", also da wird ja auch irgendwie an IHRER Kompetzten gerüttelt; und darauf reagiert SIE, dass sie dir das dann auf die Art an den Kopf knallt.... also finde ich. Zumindest reagiert sie ja übelst respektlos)

Ebenso, wenn sie dir so oft sagt, dass du psychisch krank bist, dass es so schlimm ist und so weiter.
Was soll das denn bringen außer, dass du dich immer mieser fühlst?
Mir ist das ein Rätsel.
Auch hier finde ich gibt es Unterschiede. Wenn sich ein Patient zum Beispiel wegen einer Depression schlecht fühlt, sich für alles mögliche die Schuld gibt , dann kann ein mitfühlendes, wohlwollendes (!) "machen Sie sich nicht so fertig dafür, denken sie daran, dass Depression eine Krankheit ist" als hilfreich und entlastend empfunden werden.
Ein (vielleicht sogar patziges, respektlosesn) "Sie sind ja sooooo krank" ist dahingegen etwas völlig anderes, finde ich.

Ich finde es sehr verständlich, dass du einen Weg nicht mehr gehen magst, der dich jahreland nicht zum Erfolg geführt hat.
Für mich klingt es eher so, als wäre die Therapeutin hilflos.

Ich bin ja (durch eigene Erfahrungen) inzwischen recht schnell dabei, zu sagen, guck, ob dir das wirklich gut tut.
Wenn eine Therapie dauerhaft nichts verbessert oder sogar verschlechtert, dann läuft da etwas falsch. Und das muss nicht deine Schuld sein.
In so einem Fall vielleicht mal Termine woanders ausmachen und dabei nachfragen, wie andere Therapeuten es angehen würden? Wie die das behandeln würden?

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Beitrag Do., 02.04.2020, 07:56

Die Therapeutin scheint ein Eisklotz zu sein, nix wie weg von der - das ist ekelhaft, wie die mit dir umgeht!
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer

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Beitrag Do., 02.04.2020, 08:12

Und platt gesagt: Warum Therapie machen, wenn der Zustand ohne Therapie besser war? (kurze Einbrüche in Therapie können ja durchaus sein, aber bitte nicht dauerhaft).

Glaubst du denn, dass es dir ohne Therapie wieder etwas besser gehen würde? Oder hat sich dein Zustand jetzt schon so (negativ) verfestigt, dass du den auch in therapiefreie Zeit mitnehmen würdest?