Zukunfts und Existenzängste

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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Tanaka
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Zukunfts und Existenzängste

Beitrag Sa., 15.08.2020, 00:04

Ich weiß nicht wo ich anfangen soll aber ich schreibe es mal so: Ich bin momentan befristet in einem im Bürojob (näher will ich aus Sicherheitsgründen darauf nicht eingehen). Kurz gesagt, es ist ein Traumjob und es sind alle zufrieden mit mir. Es ist der praktisch erste beste Job den ich mit 29 anfing und bin bald ein Jahr dort.

Jedoch habe ich vor kurzem erfahren dass ich nicht fix übernommen werde und bin ehrlich gesagt am Ende. Die Gründe liegen vorallem an der Coronakrise und dem geplatzten Abteilungswechsel der deswegen nicht zustande kam.

Ich war davor 5 1/2 Jahre arbeitslos und habe in der Zeit sehr viele Bewerbungen geschrieben, bis ich einmal das Glück und die Chance bekam. Davor war ich auch sehr oft arbeitslos und hatte nur kurzzeitige Jobs, trotz zwei nachgeholten Bildungsabschlüssen. Aber das ist eine andere Geschichte über die ich nicht gerne rede.

Mein Lebenslauf ist zwar nicht der beste aber daran kann ich jetzt auch nichts mehr ändern. Was war ist gewesen.

Berufe im stehen und wo ich schwere Sachen heben muss kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben. Für mich ist sowas nicht nur eine physische sondern auch eine psychische Belastung.

Meine größte Sorge ist aber dass ich nie wieder sowas gutes finden werde und vielleicht mal in der Armut lande. Ich habe in letzter Zeit extreme Nervenzusammenbrüche und Angstzustände wegen dieser Nachricht. Gerade jetzt in der Coronakrise ist es noch schwerer was zu finden, vorallem wenn man über geringe Berufserfahrungen verfügt.

Ich weiß echt nicht weiter und bin am Ende.

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Beitrag Sa., 15.08.2020, 00:12

Ich kann natürlich verstehen, dass du Existenzängste hast. Absolut nachvollziehbar.
Es ist schlimm arbeitslos zu sein, Bewerbungen zu schreiben, immer wieder mit der Enttäuschungen der Absagen umzugehen, sich vielleicht sogar überflüssig und wertlos fühlen usw.
Und Ängst sind auch sehr wichtig. Sie zeigen einem Gefahren, Dinge die man nicht möchte.
Aber mehr eben auch nicht. Man kann mit diesen Ängsten trotzdem weitergehen.
Sie müssen einen nicht lähmen.
Man kann mit diesen Ängst auch weitergehen.
Tanaka hat geschrieben:
Sa., 15.08.2020, 00:04
Ich war davor 5 1/2 Jahre arbeitslos und habe in der Zeit sehr viele Bewerbungen geschrieben, bis ich einmal das Glück und die Chance bekam
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass du nicht noch mal dieses Glück hast.
Vielleicht konntest du sogar in den 5 Jahrem etwas über dich lernen.
Wenn du genau überlegst, fällt dir vielleicht etwas ein, deine Erfahrungen, die dir vielleicht sogar einen anderen Weg zeigen können, wie du besser durch diese Zeit kommst.
"You cannot find peace by avoiding life."
Virginia Woolf

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Tanaka
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Beitrag Sa., 15.08.2020, 01:53

~~~ hat geschrieben:
Sa., 15.08.2020, 00:12
Es ist schlimm arbeitslos zu sein, Bewerbungen zu schreiben, immer wieder mit der Enttäuschungen der Absagen umzugehen, sich vielleicht sogar überflüssig und wertlos fühlen usw.
Irgendwann gehen einem die Ideen beim Bewerbungsschreiben aus und der Kopf ist dann leer, da man alles mögliche getan hat und nicht mehr weiß was man sonst noch tun soll.

Ich habe alle Ratschläge und Tipps umgesetzt, jedoch erhielt trotzdem nur Absagen. Bei knapp 400.000 Arbeitslosen ist die Konkurrenz so groß, dass man es selbst kaum glaubt. Schätzungsweise 1000 Bewerbungen habe ich in den 5,5 Jahren geschrieben und verschickt.

Ohne Praxis kein Job, und ohne Job keine Praxis. Das ist das große Problem bei mir. Immer wieder muss ich hören dass es nicht reicht und man so keine Chance bekommt sich zu beweisen.

Sogar jetzt bekomme ich Absagen. Ich habe nämlich als ich die Nachricht bekam, begonnen die ersten Initiativbewerbungen zu schreiben. Auf richtige Stellenangebote werde ich mich so Mitte September bewerben, da ich das Praktikum nicht so einfach abbrechen kann und ich das volle Jahr durchziehen will.

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 15.08.2020, 09:41

deine Ängste kann ich sehr gut verstehen, es IST schwierig, und zwar gerade derzeit.

Aber: Du hast jetzt nach diesem Jahr Praxis.
Wenn du dort gut warst bekommst du sicher auch ein gutes Zeugnis und zeigst dass du durchhalten kannst.
Womöglich ändert sich auch in dieser Firma wieder etwas nach Corona, bleib dort in Kontakt, signalisiere immer wieder deine Bereitschaft, dein Interesse, vielleicht kannst du mal eine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung machen, vielleicht brauchen sie dich für eine Elternzeit.

Hast du irgendeine Möglichkeit ein Coaching in Anspruch zu nehmen?

Kannst du Vorgesetzte dort wo du bist um Hilfe bitten, oft haben die gute Kontakte.

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Tanaka
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Beitrag Sa., 15.08.2020, 10:28

chrysokoll hat geschrieben:
Sa., 15.08.2020, 09:41
Kannst du Vorgesetzte dort wo du bist um Hilfe bitten, oft haben die gute Kontakte.
Also ich stehe sogar jetzt noch in guter Verbindung mit meinen Vorgesetzten und wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Kontakte haben die leider keine zu anderen Firmen und dergleichen.

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Bouress1989
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Beitrag Di., 25.08.2020, 07:33

Auf richtige Stellenangebote werde ich mich so Mitte September bewerben, da ich das Praktikum nicht so einfach abbrechen kann und ich das volle Jahr durchziehen will.
Ich würde sofort anfangen. Du brauchst die Zeit. Du kannst oft einen späteren Arbeitsbeginn aushandeln.


theweirdeffekt
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Beitrag Di., 25.08.2020, 09:17

Hallo,

dh. du weißt jetzt schon ganz sicher, dass du nicht übernommen wirst? Oder bestehen doch noch Chancen? Hast du das Gespräch schon gesucht?

Im Endeffekt sammelst du ja gerade Berufserfahrung, bist also weiter als vor diesem Praktikum. Sollte der worst-case eintreten kannst du mit dem AMS besprechen ob es die Möglichkeit eines längeren (von ihnen bezahlten) Praktikums gibt, um weitere Erfahrung zu sammeln. Ggf. gibt es auch Förderungen, die dir einen Startvorteil verschaffen.

Was ich an deiner Stelle auf alle Fälle machen würden: Die Bewerbung von a bis z durch checken (lassen). Nicht allen Arbeitgebern ist ein perfekter, lückenloser Lebenslauf wichtig. Sehr wohl muss aber die Form der Unterlagen (gerade für die Personaler tip top! Sonst landen sie schnell im Mistkübel) passen. Hierzu gibt es verschiedene (auch kostenlose) Anlaufstellen. Somit kannst du ausschließen, dass du Absagen erhältst, weil etwas mit den Formalkriterien der Unterlagen nicht passt.

Ich verstehe deine Ängste, denke aber, dass gerade ein selbstbewusstes Auftreten in der Jobsuche sehr wichtig ist. Keine/r ist die eierlegende Wollmilchsau. Du hast wenig Berufserfahrung? Okay. Was bietest du stattdessen? Welche Fähigkeiten, Fertigkeiten hast du bis jetzt im Leben gebraucht? Leg den Fokus auf deine Stärken. Eine weitere Möglichkeit ist, dass du eine Annonce schreibst: was suchst - was bietest du und ggf. irgendwo inserierst.

Im Endeffekt ist es (auch wenn du es so noch nicht siehst) Glück, dass du jetzt schon Bescheid weißt und nicht erst Ende Dezember. So kannst du selbstaktiv Dinge in die Wege leiten.

Alles Gute
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Tanaka
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Beitrag Fr., 28.08.2020, 19:52

theweirdeffekt hat geschrieben:
Di., 25.08.2020, 09:17
dh. du weißt jetzt schon ganz sicher, dass du nicht übernommen wirst? Oder bestehen doch noch Chancen? Hast du das Gespräch schon gesucht?

Im Endeffekt sammelst du ja gerade Berufserfahrung, bist also weiter als vor diesem Praktikum. Sollte der worst-case eintreten kannst du mit dem AMS besprechen ob es die Möglichkeit eines längeren (von ihnen bezahlten) Praktikums gibt, um weitere Erfahrung zu sammeln. Ggf. gibt es auch Förderungen, die dir einen Startvorteil verschaffen.

Was ich an deiner Stelle auf alle Fälle machen würden: Die Bewerbung von a bis z durch checken (lassen). Nicht allen Arbeitgebern ist ein perfekter, lückenloser Lebenslauf wichtig. Sehr wohl muss aber die Form der Unterlagen (gerade für die Personaler tip top! Sonst landen sie schnell im Mistkübel) passen. Hierzu gibt es verschiedene (auch kostenlose) Anlaufstellen. Somit kannst du ausschließen, dass du Absagen erhältst, weil etwas mit den Formalkriterien der Unterlagen nicht passt.

Ich verstehe deine Ängste, denke aber, dass gerade ein selbstbewusstes Auftreten in der Jobsuche sehr wichtig ist. Keine/r ist die eierlegende Wollmilchsau. Du hast wenig Berufserfahrung? Okay. Was bietest du stattdessen? Welche Fähigkeiten, Fertigkeiten hast du bis jetzt im Leben gebraucht? Leg den Fokus auf deine Stärken. Eine weitere Möglichkeit ist, dass du eine Annonce schreibst: was suchst - was bietest du und ggf. irgendwo inserierst.

Im Endeffekt ist es (auch wenn du es so noch nicht siehst) Glück, dass du jetzt schon Bescheid weißt und nicht erst Ende Dezember. So kannst du selbstaktiv Dinge in die Wege leiten.

Alles Gute

Ja es ist fix. Das einzige was jetzt noch passieren kann ist ein Wunder.

Das Praktikum was ich jetzt habe, hat nichts mit dem AMS zu tun und außerdem vergibt das AMS keine Praktika. Das einzige wo ich vom AMS konnte, war in Übungsfirmen etwas Praxis zu sammeln.

Meine Bewerbungsunterlagen habe ich nicht einmal sondern mehrmals von Kopf bis Fuß durchchecken lassen. Die Meinungen fallen bei mehreren Bewerbungsexperten verschieden aus. Was für Anlaufstellen meinst du? AMS Kurse? Die sind zu 90% sinnlos, damit hatte ich schon mehrere Erfahrungen gemacht. Aber es gibt weder den perfekten Lebenslauf noch das perfekte Bewerbungsschreiben.