Mutterersatz für Erwachsene?

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.

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Mutterersatz für Erwachsene?

Beitrag So., 22.11.2020, 22:39

Griaß eich,

ich habe den Threadtitel "Mutterersatz für Erwachsene?" gewählt, weil er für mich in meiner momentanen Denkphase am meisten Sinn macht, aber vielleicht ist auch etwas Anderes passender.

Aber vielleicht der Reihe nach: ich bin 44, männlich, und wurde vom ersten Tag meines Lebens an von meinen Eltern nicht geliebt (also sie nannten es schon so) und soziale Kompetenzen bekam ich auch keine mit. Daher sind für mich Themen wie Urvertrauen, Liebe, Empathie und der Sinn eines Freundeskreises nicht wirklich greifbar. Mein Leben entwickelte sich so, dass ich seit ca. 13 Jahren keinen Kontakt zu meinen Eltern mehr habe (war meine Entscheidung), ich mich alleine daheim am wohlsten fühle und zB. so gut wie nichts unternehme, erst mit 37 meine erste Freundin hatte, seit vier Jahren nach meiner zweiten Beziehung single bin und ich zwar wieder suche, aber ehrlich gesagt eigentlich nicht wirklich (per Singlebörsen). Dates habe ich keine, weil mein Profil mit Absicht bereits ehrlich gestaltet ist, und Sex auch nicht. Man kann schon erahnen, dass diese Suche eh eine eigene Schwierigkeit für sich ist, aber um die geht es jetzt auch gar nicht.

2006 war generell ein Jahr zum Vergessen, weil ich nach einem Jobwechsel diesen wieder verlor und ich mit der Summe meines bisherigen Lebens in eine Art Sinnkrise stürzte. Dass sich meine Eltern scheiden ließen, ist eher ein kleiner zusätzlicher Spin als echter Auslöser. Damals begann ich auch mit einer Psychotherapie, dessen Teilerfolg später auch meine erste Beziehung war. Ich war dann auch auf Tantraseminaren und einem Kuschelabend, nur war ich jedes Mal froh, als das vorbei war, und die Erfahrungen daher unentspannend.

Neuerdings plagt mich aber/daher eher die Frage, ob ich überhaupt auf der Suche nach einer Freundin bin, oder mich eher nach einer Art bedingungslosen Liebe einer Frau sehne, die eben vom Alter her meine Mutter sein könnte. Ich möchte betonen, dass das überhaupt keine sexuelle Konnotation hat, sondern ich mich wahrscheinlich klein fühlen möchte und trotzdem Wärme und Geborgenheit geschenkt bekomme (Anmerkung: ich rede hier von etwas, von dem ich keine wirkliche Ahnung habe). Und so einen Part einer Freundin aufzubürden, wäre meiner Meinung nach wohl ein verkehrter Weg, und eine passende Schwiegermutter suchen wohl komplett falsch.

Daher möchte ich meine Lebensgeschichte mal so in den Raum stellen und zum einen wissen, ob dieser Gedankengang Sinn macht und falls ja, ob es in irgendeiner Form ein sinnvolles Angebot gibt, das mir vielleicht weiterhilft. Es gibt ja auch seelische Heilmassagen (heißt das so?) nur weiß ich nicht, ob das nicht eventuell esoterischer Unfug ist. Und Surrogat-Geschichten sind glaube ich wieder etwas Anderes.

Danke.

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Philosophia
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Beitrag Mo., 23.11.2020, 12:16

Absolut verständlich ist das, was du schreibst... und es ist gut, dass dir das bewusst ist und du nicht eine Beziehung mit einer Frau eingehst, die sich von dir eine Partnerschaft auf Augenhöhe wünscht, während du deine kindlichen Bedürfnisse befriedigt haben möchtest.
Aber - als körperlich Erwachsener ist es wenn überhaupt nur im Ansatz möglich nachbeeltert zu werden. Ganz und gar kann dir das niemand erfüllen. Das ist vielleicht doch wichtig, das hier hinzuschreiben, weil die Wahrheit da doch hilft, dass du nicht irgendwelchen Luftschlössern hinterher rennst und dich um gute Beziehungen bringst, die auch mit emotionalem Mangel durchaus erfüllend sein können, wenn auch immer dieser Mangelschmerz in einem selbst bleiben wird.
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer


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Beitrag Mo., 23.11.2020, 22:30

Ja, so viel Realismus bringe ich eh mit. Ist mir schon klar, dass man nicht alles einfach aufholen oder so erleben kann, wie man das als Kind oder Jugendlicher getan hätte. So wirklich heilen kann das leider nicht, muss ich wohl aufs nächste Leben warten.

Ich habe gestern noch den Fragebogen bzgl. Asperger ausgefüllt und scheinbar habe ich da eine gewisse Neigung in die Richtung. Wobei ich aber nicht weiß, ob das jetzt wirklich eine genetische Sache ist, oder nicht vielleicht anerzogen, sofern so etwas überhaupt geht. Wie auch immer, hilfreich ist das für mich in meiner Situation auch nicht ::?

Welche Optionen habe ich denn eigentlich? Kann man die überhaupt benennen?