Angst vor körperlicher Nähe

Fragen und Erfahrungsaustausch über sexuelle Problembereiche wie Sexualstörungen, rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und sexuelle Identität, den Umgang mit sexuellen Neigungen wie Fetischismus, S/M usw. - ausser Aufklärungs-Fragen.
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Zitronenlimonade
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Angst vor körperlicher Nähe

Beitrag Sa., 23.01.2021, 01:10

Hallo zusammen,

ich falle einfach mal mit der Tür ins Haus und erkläre "kurz" worum es geht. Ich habe schon seit einigen Jahren extreme Probleme mit Nähe und ich weiß nicht, wie ich dieses Problem angehen soll. Ich wirke schon immer sehr extrovertiert nach außen hin. Vermutlich weil ich meine Unsicherheit mit Humor überspiele. in meinem Kopf sieht es allerdings völlig anders aus. ich war schon als Jugendliche innerlich extrem unsicher. Ich hatte schon immer permanent Angst irgendetwas falsch zu machen. Selbst die normalsten Dinge, waren mir unangenehm oder ich zerdachte sie solange, bis sie zu einer riesen großen komplizierten Sache wurden.

So bin ich heute noch.. Jedenfalls war ich mit meinem ersten Freund recht spät dran, wenn ich mir mein damaliges Umfeld anschaue (ich war 18). Ich war extrem schüchtern und unsicher und es viel mir furchtbar schwer, ihm zu seigen, was ich fühle. Ich habe mich damals nicht bereit gefühlt mit ihm zu schlafen. Für mich war das völlig okay und ich habe mir selbst keinen Druck gemacht weil ich immer diese Vorstellung davon hatte, dass ich mein erstes mal mit jemandem haben möchte, mit dem es sich richtig anfühlt.

Er hingegen hat mich extrem unter Druck gesetzt und ich war zu schüchtern, ihm mal gehörig meine Meinung zu sagen. Also habe ich ihn immer wieder abgewimmelt und gesagt, dass ich Zeit brauche. An einem Abend habe wir mit Freunden etwas getrunken. Ich kannte meine Grenzen damals nicht und habe viel mehr getrunken, als ich hätte vertragen können. Ich habe über den ganzen Abend und die Nacht immer wieder Filmrisse, ich habe fürchterlich gelallt, konnte kaum noch laufen und war völlig weggetreten. Irgendwann ging ich dann mit meinem Freund nach Hause.

Er hat die Situation scharmlos ausgenutzt. Es war offensichtlich, dass ich vollkommen betrunken und nicht Herr meiner Sinne war. Ich habe mehrfach gesagt, dass ich das nicht möchte und ihn von mir weg gestoßen. Ab da an habe ich keinerlei Erinnerung mehr. Fakt ist: ich hatte mein erstes mal, unfreiwillig und ohne jegliche Erinnerung. Zu dem Zeitpunkt damals habe ich nicht verstanden, in welcher Situation ich mich da befand und hab die Schuld bei mir gesucht.

Eine lange Zeit lang konnte ich Nähe nicht einmal mehr ertragen. Selbst Umarmungen von engen Freunden oder meiner Familie waren für mich einfach nur schrecklich. Sobald jemand zu nah an mir dran stand, zuckte ich zusammen. ich habe ewig gebraucht, um die Nähe von, mir nahestehenden Personen, wieder zulassen zu können. Mittlerweile kann ich das auch wieder ganz ohne Herzrasen und das Gefühl ersticken zu müssen. ABER Nähe ist eine Art von Vertrauen und anderen als meiner Familie oder meinen engsten Freunden, kann ich dieses Vertrauen nicht entgegen bringen. Alleine der Gedanke versetzt mich in Panik. Das ganze liegt mittlerweile 7 Jahre zurück. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. ich dachte das Problem würde sich früher oder später von alleine auflösen, aber da habe ich mich ganz eindeutig geirrt.

Ich habe so unfassbare Angst davor, einen neuen Menschen in mein Leben zu lassen und Nähe zuzulassen aber auf der anderen Seite wünsche ich mir nichts mehr. Ich habe in den letzten 7 Jahren keinen Mann in meine Nähe gelassen, weil diese Angst meinen Verstand so extrem kontrolliert und ich weiß nicht, wie ich diese Angst lösen kann.

ich habe vor 3 Monaten Jemanden über eine Dating App kennengelernt, seitdem schreiben/telefonieren wir täglich. Wegen der aktuellen Corona Lage, haben wir uns bisher noch nicht getroffen. Was ehrlich gesagt sogar ziemlich gut für mich ist, weil so keine Panik ausbricht, die mich zum wegrennen bringt.. Aber wir verstehen uns extrem gut und ich will ihn sehen aber ich habe einfach viel zu viel Angst vor der Nähe, die dadurch entstehen könnte. Vorallem bei dem Thema Sex bricht bei mir völlige Panik aus. Ich bin 26 Jahre alt und habe keinerlei Erfahrung. Außerdem habe ich ein schreckliches Selbstbild und kein Selbstbewusstsein. Ich habe das Gefühl völlig Beziehungsunfähig zu sein, obwohl ich mir nichts mehr wünsche.

Vielleicht hat ja jemanden einen lieben Rat für mich ::?

Liebe Grüße, Lou
Zuletzt geändert von Tristezza am Sa., 23.01.2021, 07:29, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zusätzliche Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt.


Wild Mustang
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 06:50

Zitronenlimonade hat geschrieben:
Sa., 23.01.2021, 01:10
Hallo zusammen,
Vielleicht hat ja jemanden einen lieben Rat für mich ::?

Liebe Grüße, Lou
Willst du nur einen "lieben" Rat? ;-)

Mein Rat an dich ist nur der, dass wenn du Männer kennenlernst, ihnen die Wahrheit sagst. Damit sie wissen worauf sie sich einlassen und sich darauf einstellen können.

ich sehe bei dir die Gefahr, dass du eine Erfahrung, die du gemacht hast, künftig auf jeden Mann projizieren könntest. Da der aber keine Ahnung hat, was mit ihm geschieht, kann das eben dann eben dazu führen, dass diese Männer in der Folge auch Probleme (mit Frauen) bekommen.

Nach meiner Ansicht solltest du kein Männer daten, bevor du nicht deine Probleme aufgearbeitet hast. Auch zu deinem eigenen Schutz.

Gruß

Mustang
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chrysokoll
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 09:46

Das traumatische Erlebnis, das du hattest, löst sich nicht von alleine.
Ich kann dir nur raten, dir hierfür therpeutische Hilfe zu suchen um das zu bearbeiten

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Zitronenlimonade
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 13:57

Danke für eure Antworten :)

Ich weiß, dass sich das Problem nicht in Luft auflösen wird und ich mir professionelle Hilfe suchen sollte, allerdings scheitert es da an der Umsetzung, da ich in meiner Umgebung einfach keinen Therapieplatz bekomme.

Du hast völlig recht damit, dass ich einfach ehrlich sein sollte und offen darüber reden müsste.. Ich möchte nur einfach nicht das "Opfer" sein, ich möchte kein Mitleid oder ähnliches. Was passiert ist, ist passiert und ich belaste andere nicht gerne mit meinen Problemen. Ich habe Angst, dass ich bemitleidenswert und hilfsbedürftig wirke, wenn ich mich emotional so nackt machen.


Wild Mustang
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 15:07

Zitronenlimonade hat geschrieben:
Sa., 23.01.2021, 13:57
Du hast völlig recht damit, dass ich einfach ehrlich sein sollte und offen darüber reden müsste.. Ich möchte nur einfach nicht das "Opfer" sein, ich möchte kein Mitleid oder ähnliches. Was passiert ist, ist passiert und ich belaste andere nicht gerne mit meinen Problemen. Ich habe Angst, dass ich bemitleidenswert und hilfsbedürftig wirke, wenn ich mich emotional so nackt machen.
Ich glaube nicht, dass du dich nackt machen musst. Mir geht eher darum, dass der Mann eine faire Chance bekommt.

Vielleicht könnte ein Mann dann damit ja auch gut umgehen? Weiß er aber von nichts, wie soll das dann gehen? Wie soll er mit was umgehen, was ihn zwar indirekt betrifft, er aber es nicht wissen darf?

Man kann natürlich auch mit einem Trauma leben und es für sich innerlich abschließen. Das tun wohl die meisten Menschen, wenn sie einmal was schlimmes erlebt haben. Aber ich glaube nicht, dass du der Typ dafür bist.

Gruß

Mustang
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Zitronenlimonade
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 15:23

Da hast du absolut recht, ich bin nicht der Typ dafür. Das beschäftigt mich viel zu sehr, als das ich damit einfach abschließen könnte. Ich produziere meine Erfahrung auch keinesfalls auf andere. Ich weiß im Nachhinein, dass das eine absolut toxische Beziehung war und ich hätte bereits vor dieser Nacht die Reißleine ziehen müssen. Allerdings war ich damals zu naiv, um das zu verstehen. Ich weiß, dass es ganz großartige Männer auf dieser Welt gibt, die durchaus Verständnis für meine Ängste haben können. Nur wie spricht man sowas an? Ich käme mir total bescheuert vor, wenn ich einfach mit der Tür ins Haus fallen würde und ich kann mir vorstellen, dass das für meinen gegenüber schon ein ganz schönes Brett vorn Kopf ist. Ich bin ein sehr lauter und lustiger Mensch, ich wirke auf andere nicht im geringsten ängstlich oder schüchtern und wenn ich mich in die Lage andere versetze und mir vorstelle, dass ein Mensch wie ich mir dann plötzlich erzählt, was in deren Kopf vorgeht, wäre ich selbst vermutlich komplett überfordert.

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Malia
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 15:25

Zitronenlimonade hat geschrieben:
Sa., 23.01.2021, 13:57

Ich weiß, dass sich das Problem nicht in Luft auflösen wird und ich mir professionelle Hilfe suchen sollte, allerdings scheitert es da an der Umsetzung, da ich in meiner Umgebung einfach keinen Therapieplatz bekomme.
Wie wäre es, wenn du dich an "Wildwasser" oder eine ähnliche Stelle oder Selbsthilfegruppe für Frauen wenden würdest?
Dort triffst du auf Frauen, die auch missbraucht wurden und nachvollziehen können, wie es dir geht.

Dich jetzt zu irgendetwas zu zwingen, damit Nähe und Offenheit zu einem Mann möglich wären, könnte noch mehr kaputt machen.
Ich würde das Thema in einer neuen Beziehung erst einmal ausklammern, bis ich sicher wäre, nicht wieder - auf andere Art - missbraucht zu werden.
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte,
achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen
achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.....
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 16:15

Stress dich doch nicht bloß weil du schon 26 bist. Wenn du dich gerade nicht einlassen kannst und dir die Nähe zu viel Angst macht, dann ist das so. Wenn’s ein gescheiter Kerl ist, wird er nichts von dir verlangen, was du das nicht willst und gemeinsam mit dir schauen was geht, für dich und für ihn. Dann kann sich vllt was entwickeln und du Vertrauen fassen. Von allen anderen lässt du die Finger. Punkt. Ich bin da radikal. :)

Ganz große Empfehlung die Bücher von Melanie Büttner (insbesondere „Sexualität und Trauma“) + den Podcast von Zeit Online „Ist das normal?“.
Remember to leave pawprints on hearts.

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Zitronenlimonade
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 16:42

An eine Selbsthilfegruppe habe ich noch garnicht gedacht, vielen Dank für den Tipp.

Und vielen Dank auch für die Buch- und Podcast Empfehlung.

Das stimmt natürlich, ich müsste mich da eigentlich nicht so unter Druck setzen, aber das gelingt mir nicht so recht. Wenn ich mir die Beziehungen um mich herum anschaue, bin ich super neidisch auf das was alle anderen haben und es macht mich traurig, dass solche "normalen" Dinge für mich so eine Belastung darstellen.

Ich kann mitlerweile sehr gut für mich selbst einstehen und werde nichts tuen, was ich nicht will. Allerdings möchte ich ja auch für niemanden eine Belastung sein und ich habe das Gefühl es sei egoistisch, wenn ein Mann seine Bedürfnisse zurück stecken muss, nur weil ICH mein Trauma nicht verarbeiten kann. Zudem möchte ich diese Nähe ja, nur mein Körper reagiert bei Männern jedesmal mit Zittern, erstarren oder Atemnot, bei allen andern (weiblichen Personen) habe ich keinerlei problem, die nehme ich auch so einfach gerne mal in den Arm.


Wild Mustang
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 17:03

Zitronenlimonade hat geschrieben:
Sa., 23.01.2021, 16:42
Zudem möchte ich diese Nähe ja, nur mein Körper reagiert bei Männern jedesmal mit Zittern, erstarren oder Atemnot, bei allen andern (weiblichen Personen) habe ich keinerlei problem, die nehme ich auch so einfach gerne mal in den Arm.
Es kann durchaus sein, dass du einen Mann kennenlernst, die der einfach liebt wie du bist. Und der dir Monate oder gar Jahre Zeit gibt, dich in einer Beziehung ohne jeden Druck eigenständig zu entwickeln. Du musst ja nicht perfekt werden, also wie Neu. Als ob nie was gewesen wäre.

Aber dieser Mann müsste halt bevor es ernst wird, Bescheid wissen und sich frei dafür entscheiden können.

Ich kann aber nicht einschätzen, ob das für dich eine Option wäre, oder ob doch auf jeden Fall eine Therapie brauchst. Denkbar wäre aber auch, dass beides zusammenkommen könnte. Dass du einen Mann findest, der dich nimmt wie du bist und dich dann bei deiner Therapie unterstützt.

Oft kommt ja doch alles anders als man denkt und plant.

Gruß

Mustang
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Zitronenlimonade
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 17:33

Das ist mit Sicherheit möglich. Ich habe auch durchaus nicht die Intention perfekt zu sein, denn das erwarte ich auch von anderen nicht. So ein Thema anzusprechen kostet natürlich verdammt viel Überwindung und ich habe bisher noch nie mit jemandem darüber gesprochen. Weder meine Familie, noch meine Freunde wissen darüber Bescheid, deshalb habe ich keine Erfahrung damit, wie man so ein Thema ansprechen sollte


No Twist
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Beitrag Sa., 23.01.2021, 17:44

Gar nicht ansprechen, wäre mein Vorschlag...

Ich schreibe hier mal zu meinen Erfahrungen und hoffe, dass du was daraus ziehen kannst... Ich habe nach einem Übergriff sehr lange auf Nähe verzichtet. Dann jemanden kennengelernt und bin einfach ins kalte Wasser gesprungen, habe ihm lange Zeit gar nichts von meinen Erfahrungen erzählt - und ich für mich fand und finde das richtig. Es ist egal, welche Erfahrungen ich gemacht habe - was zählte war: Ich brauche enorm viel Freiraum, kann gar nicht auf Besitzverhalten etc. und er ließ mich einfach so sein, wie ich bin. Ohne dass ich mit meiner schwierigen Vergangenheit um die Ecke bog, was ihn vielleicht nur unter Druck gesetzt hätte.

Mein Tipp: Mach, was du willst und wie du dich fühlst, aber erzähl keiner halb- oder wildfremden Person von intimen Dingen aus deinem Leben. Irgendwann vielleicht... und wenn es mit dem Mann nicht sein soll, ist das auch kein Beinbruch. Du kennst ihn ja noch gar nicht (setzt dich selbst jetzt schon unter Druck, oder?). Ich würde mir an deiner Stelle auch Hilfe suchen - da du körperliche Symptome hast, vielleicht eher einen Therapeuten bzw. eine Therapeutin, um die Sache aufzuarbeiten. Womöglich wäre eine Traumatherapie sogar richtig für dich, wo es gezielt um diese Situation geht.

Dann: Du musst dich nicht in vorauseilendem Gehorsam in den Mann hineinversetzen. Mein damaliger Partner war so intelligent, dass er selbst sehr schnell wusste, dass ich was blödes erlebet haben musste und hat einfach ausgehalten, weil er es konnte, ihn mein Verhalten nicht aus der Ruhe brachte. Du weißt nicht, wie der Mann ist, ob du für ihn wirklich eine Belastungsprobe darstellen würdest und musst dich da auch nicht erklären. Wenn es, so wie du momentan bist, nicht harmoniert, hilft es wenig, wenn er weiß warum - damit würdest du ihm nur einen Buhmann zuschieben, er sich verantwortlicher fühlen als er ist. Es geht jetzt erstmal nur darum, ob du und er (und du eben jetzt, mit deinem Ballast) gut auskommen - nicht um mehr, nicht um weniger.
Ich hab an Gestern nicht gedacht und nicht an Morgen
Es ist Nacht, ich steh am Fenster
Und für einen Augenblick leb ich im Jetzt

von: Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen


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Beitrag So., 24.01.2021, 06:15

"Dann: Du musst dich nicht in vorauseilendem Gehorsam in den Mann hineinversetzen. Mein damaliger Partner war so intelligent,"

Twist,

Naja, mit Intelligenz hat das nichts zu tun. Und auch nichts mit Gehorsam.

Kommt mir nicht so vor, dass du ein geklärtes Verhältnis zu Männern hast. (und evt zu Frauen und zu dir selbst.)

Gruß

Mustang
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Wild Mustang
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Beitrag So., 24.01.2021, 07:18

Man sollte auch bedenken, dass wenn ein Mensch wegen einer schlechten Erfahrung so tief gestört wird, dass er danach für den Rest seines Lebens geradezu funktionsunfähig wird, dann ist das schon außergewöhnlich.

Ich glaube nämlich, dass sehr viele Menschen mit Traumata umgehen müssen und das auch können. Ein Lebewesen ist grundsätzlich in der Lage auch mit schweren Verletzungen umzugehen. Man braucht keine behütete und abgesicherte Wohlfühlwelt, außer vielleicht als kleine Kind in der Familie.

Man kann als davon ausgehen, dass ein Mensch, bei dem Verletzungen so extrem nachwirken, schon vor der Verletzung verletzt war. Oder eine gewisse Dysfunktionalität als Persönlichkeitsanlage hatte, die dann zum Vorschein kommt, wenn die Dinge mal schieflaufen.

Damir möchte ich nichts verharmlose und auch nicht das Opfer zum Täter machen. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass es nun in Zukunft ausreichen würde, dass man einen liebevollen Mann findet, der halt zugunsten seiner Frau Verzicht übt, weil er sie auch so über alles liebt.

Selbst wenn das funktioniert, bleibt ja die Dysfunktionalität der Frau, die sie evt später auch auf ihre Kinder überträgt. Die können nämlich niemals dazu einwilligen, wie es der Mann kann, wenn er das will.

Traumata können sich über Generationen Vererben. Aber auch dysfunktionale Persönlichkeits- und Verhaltensmuster.

Ich würde also die Verantwortung für das ganze übernehmen und mich in Therapie begeben, bevor ich einen Mann damit belaste, der womöglich aus Liebe das auf sich nimmt und der gar nicht reflektieren kann, was er da riskiert. Nicht nur Männer können für Frauen ein Risiko darstellen, auch Frauen für Männer.

Männer haben eben auch Bedürfnisse und Rechte, sie sind nicht nur dazu da, die Frau zu verstehen.

Und zu Beginn einer Beziehung gehört dazu reinen Tisch zu machen. Beiderseits. Da muss das von früher abgeschlossen sein.

Gruß

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Beitrag So., 24.01.2021, 07:24

Übrigens, wenn man wissen will wie Männer ticken, sollte an mit ihnen reden, nicht über sie.

Gruß

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