Warum leugnen Therapeuten Gewalterfahrungen

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Charlie Foxtrott
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Warum leugnen Therapeuten Gewalterfahrungen

Beitrag Mi., 07.04.2021, 15:34

Hallo, darf ich mich noch mal einklinken? Auch wenn es Kritik gab, die ich durchaus vernommen habe. Laut meinem jetzigen Thera soll ich meiner Wahrnehmung trauen, dass ich tatsächlich Gewalt erlebt habe. Nun ist es aber so, dass eine ehemalige Thera genau das bestritten hat und mir meine Wahrnehmung absprach. Und helfen würde mir, zu wissen, WARUM sie das machte. Genau da mauert er aber und wird fuchtig, wenn ich die "Ehemalige" erwähne. Darum mal meine Frage an die Schwarmintelligenz: Warum streiten Therapeuten Gewalterfahrungen ab und behandeln das als Angststörung?
Einfach nicht zugehört oder steckt mehr dahinter?

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candle.
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 15:43

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 15:34
Warum streiten Therapeuten Gewalterfahrungen ab und behandeln das als Angststörung?
Einfach nicht zugehört oder steckt mehr dahinter?
Charlie Foxtrott, ich verstehe jetzt nicht was du meinst? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Wie kann man eine Gewalterfahrung abstreiten, wenn du die exakt und eindeutig beschreibst? Und ja, es kann sich natürlich eine Angststörung resultierend aus Gewalterfahrungen entwickeln.

Vielleicht hast du etwas mißverstanden?

LG candle
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chrysokoll
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 15:47

Charlie, wie schon in den vorherigen threads möchte ich dir nochmals dringend raten dich auf das JETZT, auf die aktuelle Therapie zu konzentrieren
Versuch die alten Therapien abzuhaken, loszulassen.
Was bringt es dir immer wieder darum zu kreisen?
Im Sinne deiner eigenen Entwicklung und Gesundung, kümmere dich jetzt um die Traumabearbeitung, jetzt mit diesem Therapeuten.

Selbst wenn dir irgendjemand hier erzählt warum sein/ihr jeweiliger Therapeut irgendwas getan oder nicht getan hat ist das doch keine Antwort.

Wenn überhaupt kannst du den früheren Therapeuten kontaktieren. Aber was bringt das?

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 15:52

candle. hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 15:43
Wie kann man eine Gewalterfahrung abstreiten, wenn du die exakt und eindeutig beschreibst?
Na, das verstehe ich doch auch nicht. Zumal es ja Gerichtsurteile gibt, die meine Sicht der Dinge bestätigen, sogar ein Geständnis. Angeblich hätte ich berichtet, dass ich Angst hätte, dass mir andere Menschen etwas antun wollen und hätte Angst vor allen Menschen.

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 15:55

chrysokoll hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 15:47
möchte ich dir nochmals dringend raten dich auf das JETZT, auf die aktuelle Therapie zu konzentrieren
... kümmere dich jetzt um die Traumabearbeitung, jetzt mit diesem Therapeuten.
Nichts lieber als das und ja, ich habe Deine vorigen Postings sehr wohl vernommen. Aber der Thera hat es zur Bedingung gemacht, dass ich erst meiner Wahrnehmung glaube. Ja, die alten kontaktieren wäre wohl eine Lösung, aber dann kam immer so was wie "davon haben Sie nie berichtet" (habe ich sehr wohl = einfach Vergesslichkeit?) oder "in meiner hErkunftsfamilie würde Misstrauen herrschen" (häää).
Zuletzt geändert von Charlie Foxtrott am Mi., 07.04.2021, 15:58, insgesamt 1-mal geändert.

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candle.
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 15:58

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 15:52
Na, das verstehe ich doch auch nicht. Zumal es ja Gerichtsurteile gibt, die meine Sicht der Dinge bestätigen, sogar ein Geständnis.
Wenn du das sagst, dann sagen die Therapeuten zu dir "Nee, stimmt nicht, das ist keine Gewalterfahrung"? Oder wie muß ich mir das vorstellen?
Angeblich hätte ich berichtet, dass ich Angst hätte, dass mir andere Menschen etwas antun wollen und hätte Angst vor allen Menschen.
Und das hast du nie gesagt?

Du schreibst auch sehr unklar, vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer? Wir sind ja nicht dabei in deinen Stunden.
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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 16:05

candle. hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 15:58
Und das hast du nie gesagt?
Du schreibst auch sehr unklar, vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer? Wir sind ja nicht dabei in deinen Stunden.
Nein, ich habe gesagt, dass mir tatsächlich jemand etwas angetan hat und auch im groben geschildert, was. Bis zu den Gerichtsurteilen bin ich nur 1 x gekommen, da wollte sie es dann relativieren (Ausnahme, Beziehungstat, schade um den Täter, der nun weggesperrt wird, hilft ihm doch nicht).
Danke für das Feedback mit der unklaren Schreibweise. Mache ich tlw. wegen der Anonymität, da das Forum von außen zu googeln ist, tlw., weil es mir schwerfällt, über Gewalt zu reden, tlw. bin ich wirklich nicht gerade der geborene Literat.

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Montana
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 17:28

Ich muss auch sagen, dass es mit so wenig Informationen und Sätzen, die viele Interpretationen zulassen, schwierig ist.
Aber generell hätte ich zwei Ideen:
1) Angst
2) eigene Vergangenheit, die neu bewertet werden müsste, wenn deine Gewalterfahrungen als solche anerkannt würden

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 17:48

Danke! Ich werfe noch in die Waagschale: Überlastung, mangelnde Konzentration, Verwechslung von Akten, Voreingenommenheit für eine bestimmte Tätergruppe (bspw. aus Vortätigkeit in der Forensik), Vorurteile bei bestimmten Familienkonstellationen des Patienten. Ob das realistisch ist? Gerade bei letzterem ist es doch wohl eher der Fall, das Kinder aus Chaosfamilien eher Gewaltopfer werden und nicht weniger.

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Sydney-b
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 18:31

Warum Therapeuten Gewalterfahrungen bei Klienten abstreiten?

Ein Grund könnte auch sein, dass sie diesen Klienten bereits seit längerer Zeit behandeln und sich dieser Klient nun in einer Psychose oder Wahnvorstellung befindet.

Damit möchte ich nun nicht behaupten, dass dies auf dich zutrifft, aber du hast ja nach Gründen gefragt.

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chrysokoll
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 18:45

Charlie, alles was du in die Waagschale wirfst kann sein. Oder auch nicht. Oder ganz was anderes.
WAS bringt dir das ?

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peponi
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 18:46

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 16:05
Nein, ich habe gesagt, dass mir tatsächlich jemand etwas angetan hat und auch im groben geschildert, was. Bis zu den Gerichtsurteilen bin ich nur 1 x gekommen, da wollte sie es dann relativieren (Ausnahme, Beziehungstat, schade um den Täter, der nun weggesperrt wird, hilft ihm doch nicht).
Es gibt schlichtweg auch völlig inkompetente Therapeuten oder Therapeutinnen und wie du diese Ex-Therapeutin beschreibst, würde ich sie als solche einordnen. Als private Meinung fände ich das eingangs Zitierte schon krass und eine ekelhafte Täter-Opfer-Umkehr, als therapeutische Meinung finde ich das umso schlimmer. Warum, wieso, weshalb sie das so relativiert hat - mit der Frage kannst du dich ewig herumschlagen und dich auch wunderbar von anderen, vielleicht noch schmerzhafteren Punkten ablenken. Eine Antwort kann dir hier keiner geben und diese Therapeutin vermutlich auch nicht mehr. Und selbst wenn doch - würde sich dadurch wirklich etwas für dich ändern?

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 19:49

peponi hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 18:46
Und selbst wenn doch - würde sich dadurch wirklich etwas für dich ändern?
Ja, ich könnte endlich meiner Wahrnehmung trauen, das Thema abschließen und frei sein! Obwohl, ein Psychiater hat mir schon eine funktionierende Wahrnehmung bestätigt, ja, da habt Ihr Recht, was will ich eigentlich noch? Jeden Querdenker von Virologie überzeugen, jeden Fundi von freier Liebe, jeden Taliban von Demokratie?

Täter-Opfer-Umkehr passt. Muss mich wohl von dem Tabu lösen, dass es das unter Therapeuten nicht gibt.

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Pianolullaby
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 20:14

Tun sie das???
Habe ich nicht bei keiner Thera erlebt
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum

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peponi
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Beitrag Mi., 07.04.2021, 20:34

Pianolullaby hat geschrieben:
Mi., 07.04.2021, 20:14
Tun sie das???
Habe ich nicht bei keiner Thera erlebt
Ja, in dem Fall ganz eindeutig, das schreibt sie doch:
Nein, ich habe gesagt, dass mir tatsächlich jemand etwas angetan hat und auch im groben geschildert, was. Bis zu den Gerichtsurteilen bin ich nur 1 x gekommen, da wollte sie es dann relativieren (Ausnahme, Beziehungstat, schade um den Täter, der nun weggesperrt wird, hilft ihm doch nicht).


Gewalt als Beziehungstat zu bezeichnen, als Ausnahme, verharmlost und verklärt die Erlebnisse und nimmt den Täter in Schutz. Der arme Täter, dem nun nicht geholfen wird. Es hätte in dieser Therapie aber n i c h t um den Täter gehen sollen und darum, ihm zu helfen, sondern um Charlie.

@Charlie
Ja, ich könnte endlich meiner Wahrnehmung trauen, das Thema abschließen und frei sein
Indem du das Thema abschließen davon abhängig machst, warum diese Therapeutin so gehandelt hat, gestehst du ihr aber noch immer ziemlich viel Macht über dich zu.