Sexuelle Orientierung!? (W)

Fragen und Erfahrungsaustausch über sexuelle Problembereiche wie Sexualstörungen, rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und sexuelle Identität, den Umgang mit sexuellen Neigungen wie Fetischismus, S/M usw. - ausser Aufklärungs-Fragen.
Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Mahajr
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 34
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Sexuelle Orientierung!? (W)

Beitrag Mo., 06.12.2021, 22:20

Hallo zusammen,
Ich schreibe weil ich ziemlich hilflos und vielleicht unter Schock bin.
Im Rahmen einer Therapeutischen Behandlung meiner Tochter, hatte ich in den letzten Wochen öfter Gespräche mit ihrer früheren Therapeutin.
D.h ich habe mich eigentlich an sie gewendet, weil ich eine stetig wachsende Unzufriedenheit in mir spürte und Angst hatte meine Tochter damit negativ zu beeinflussen… sie war dann mein erster Ansprechpartner…
Jedenfalls fragte sie in unserem letzen Gespräch ob ich schonmal über meine sexuelle Orientierung nachgedacht habe. Und tatsächlich, ich hatte in den letzten 1,5 Jahren zwei mal einen Sex Traum mit einer Frau. (Ich bin seit 13 Jahren mit meinen Mann verheiratet und wir haben 2 Kinder)
Ich war dadurch zwar etwas verwirrt, aber nicht beunruhigt. Aber tatsächlich hatte ich in den letzten Wochen darüber nach gedacht, dass ich mich in meinen ganzen Leben immer zu bestimmen Frauen hingezogen gefühlt habe. Nicht sexuell, aber ich habe für sie geschwärmt und war sicher das ein oder andere mal verliebt. Für einen Mann habe ich so noch nie gefühlt.
Es ist mir unangenehm es zu schreiben, aber als ich mit ihr darüber sprach, viel es mir quasi wie Schuppen von den Augen. Wie blind kann man sein? Bin ich eigentlich lesbisch und habe es einfach nicht gemerkt, verdrängt?
Sie hat meine Panik gemerkt und mich beruhigt, dass es ja nicht bedeutet dass ich jetzt mein komplettes Leben umkrempelt müsste… in der Art…
Und was soll ich sagen, nach diesem Gespräch fühle ich mich quasi befreit. Ich fühle mich allgemein besser. Habe aber Angst Kontakt zu eigenem Therapeuten aufzunehmen. Bin nicht glücklich mit meinem man, aber auch nicht so unglücklich dass ich dieses Leben aufgeben möchte. Meiner Kinder zu liebe.
danke fürs lesen

Benutzeravatar

Candykills
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 28
Beiträge: 4303
Wohnort: Shumakom
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 13:06

Vielleicht bist du ja auch bi? Es gibt ja nicht nur homo oder hetero, sondern auch ganz viel dazwischen.
🦄

Benutzeravatar

leonidensucher
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
anderes/other, 44
Beiträge: 504
Wohnort: Europa
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 14:10

Ich find ja, Therapeuten, die offensichtlich zwischen Tür und Angel das Fass sexuelle Orientierung- ohne jegliche Aufforderung dazu -aufmachen, gehört die Zulassung entzogen.
Sorry, TE, für mich liest sich das nach (no pun intended) brainfugg.
NEVER WASTE A GOOD CRISIS.

Benutzeravatar

ENA
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 42
Beiträge: 8216
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 14:54

Ich finde es eher irritierend, dass es von der ehemaligen Therapeutin der Tochter kam.
Ansonsten:Ja,es gibt viel dazwischen: Zwischen Mann und Frau,zwischen homosexuell und heterosexuell, Beziehungen mit Sex., Beziehungen ohne Sex.,... . Alles vollkommen in Ordnung,so lange es niemanden schadet.

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Mahajr
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 34
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 15:37

Vielen Dank für eure Antworten!
Von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet.
Also dass es quasi krass ist, dass sie mich damit konfrontiert… inzwischen fühle ich mich auch weniger befreit. Habe selbstzweifel… und beschäftigte mich viel zu sehr mit diesem Thema.

Benutzeravatar

Tröte
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 48
Beiträge: 2462
Wohnort: Germany
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 19:57

naja ist es nicht so, dass man sich in den Menschen und nicht in das Geschlecht verliebt? Und wenn ein Mensch wundervoll und toll ist, dann spielt das Geschlecht (erstmal) eine untergeordnete Rolle.
Was anderes ist es dann, wenn sexuell motivierte Gedanken auftauchen. Prinzipiell auch nicht schlimm, es sei denn man ist in einer Beziehung/Ehe.
Ich glaube die Frage ist eher "bin ich mit meinem Mann in der Ehe glücklich oder will ich mich trennen, um glücklich zu werden".,..hat man nur ein Leben und es wäre zu Schade es in einer unglücklichen ? Beziehung zu vergeuden.. und im Zuge dieser Entwicklung könnte dann die Frage sein, ob eine lesbische Beziehung ggf. das Glück komplettiert. Da ist bei Dir jetzt sicherlich viel aufzuarbeiten. Ich wünsche Dir viel Erfolg und gute Gedanken (und daraus gute Entscheidungen).
"But these stories don't mean anything, when you got no one to tell them to. It's true, I was made for you "

Benutzeravatar

ENA
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 42
Beiträge: 8216
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 21:24

Also "krass" finde ich es nicht. Mich hat es nur gewundert, dass Du mit der ehem. Therapeutin Deiner Tochter über Deine eigenen Themen sprichst. Mir ist schon klar, dass Probleme der Tochter auch von Problemen der Eltern in Verbindung stehen können, aber mich hat einfach gewundert, dass das Thema mit der ehem. Therapeutin der Tochter auf kam.
Ansonsten, wie gesagt: finde ich es nicht verwerflich, irgendwann zu merken, dass man auf ein anderes Geschlecht steht, sich zu überlegen, sich zu trennen oder zu Gunsten der Kinder (wenn es das dann ist) zusammen zu bleiben (irgendwann werden die auch groß). Es kommt halt darauf an, wie es einem mit der jeweiligen Variante geht.

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Mahajr
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 34
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 21:40

Hey Tröte,
Dankeschön für deine Antwort und Meinung!
Und deine Wünsche!
Es ist schwierig alles für mich im Moment einzuordnen.
Ich danke jedenfalls für die Anregungen
Vg

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Mahajr
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 34
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Di., 07.12.2021, 21:49

Hallo ENA.
Auch dir vielen Dank für die Antwort und die Meinung. Es hat sich tatsächlich so entwickelt, dass ich mich an sie wegen eigener Unzufriedenheit (und dadurch resultierender Sorge um meine Tochter) an sie gewendet habe. Und dort meine eigenen Probleme besprechen wollte.
Vielleicht auch nicht der optimale Weg, aber sie war meine war meine erste Anlaufstelle.
Deine Lockerheit finde ich ja klasse, und auch beruhigend.
Zeitweise sehe ich mich schon in einer Identitätskrise…
Sehr unterstützend und objektiv deine Worte.
Danke
Vg

Benutzeravatar

Bernhard
sporadischer Gast
sporadischer Gast
männlich/male, 68
Beiträge: 17
Wohnort: Berlin
Status: Offline

Beitrag Do., 23.12.2021, 14:58

Zitat: "Für einen Mann habe ich so noch nie gefühlt. Es ist mir unangenehm es zu schreiben, aber als ich mit ihr darüber sprach, viel es mir quasi wie Schuppen von den Augen. Wie blind kann man sein? Bin ich eigentlich lesbisch und habe es einfach nicht gemerkt, verdrängt? Sie hat meine Panik gemerkt und mich beruhigt, dass es ja nicht bedeutet dass ich jetzt mein komplettes Leben umkrempelt müsste… in der Art…"

Hat diese Dame das Vertrauensverhältnis missbraucht? Als Mann dürfte ich nicht antworten - es macht mich nachdenklich, dass diese Dame sehr geschickt zu manipulieren versteht. In mir schreit es: ACHTUNG, DISTANZ!

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Mahajr
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 34
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Do., 23.12.2021, 20:23

Hallo Bernhard,
Danke für deine Antwort. Kannst du mir genauer erklären wie du das meinst? Wieso glaubst du sie hat das Vertrauensverhältnis missbraucht bzw. Manipuliert?
Würde mich über eine Antwort freuen!
Viele Grüße

Benutzeravatar

Bernhard
sporadischer Gast
sporadischer Gast
männlich/male, 68
Beiträge: 17
Wohnort: Berlin
Status: Offline

Beitrag Fr., 24.12.2021, 09:27

Mahajr,

Ich meine, zwischen der Therapeutin und der Tochter bzw. Mutter ist durch die Behandlung ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, ohne das die Therapeutin nicht arbeiten könnte. Indem nun auf der Basis dieses Vertrauensverhältnisses eine sexuelle Beziehung recht leicht aufgebaut wurde, nenne ich das bewussten Missbrauch, denn ihr als Therapeutin müssten die psychischen Abläufe schon bekannt sein. Ich habe mit meiner Einschätzung nichts über die rechtlichen Konsequenzen gesagt, weil ich hier eher einen moralischen Missbrauch sehe.

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Mahajr
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 34
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Fr., 24.12.2021, 10:08

„Für einen Mann habe ich so noch nie gefühlt“
Ist doch nicht auf die Therapeutin bezogen. Sondern auf allgemein Frauen im Leben.
Ich schätze du deutest es falsch.
Vg

Benutzeravatar

ENA
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 42
Beiträge: 8216
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Fr., 24.12.2021, 10:27

Ich hatte es nicht so verstanden, dass die TE eine sexuelle Beziehung zu der ehem. Therapeutin Ihrer Tochter hatte.

Benutzeravatar

Bernhard
sporadischer Gast
sporadischer Gast
männlich/male, 68
Beiträge: 17
Wohnort: Berlin
Status: Offline

Beitrag Fr., 24.12.2021, 10:31

"Aber tatsächlich hatte ich in den letzten Wochen darüber nach gedacht, dass ich mich in meinen ganzen Leben immer zu bestimmen Frauen hingezogen gefühlt habe. Nicht sexuell, aber ich habe für sie geschwärmt und war sicher das ein oder andere mal verliebt. Für einen Mann habe ich so noch nie gefühlt."

Ja, es kann sein, dass ich diese Gedanken überinterpretiert habe.

Frohe Weihnachten allen