Thread zum Krieg in der Ukraine

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hawi
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Thread zum Krieg in der Ukraine

Beitrag Mo., 07.03.2022, 08:29

Dem Admin Hinweis viewtopic.php?p=1218370#p1218370
folgend, hier nun ein Thread allein für das, was bewegt, geschieht, weil Russland versucht, die Ukraine zu besetzen.

LG hawi
„Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, daß die Dummen todsicher
und die Intelligenten voller Zweifel sind.“
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Malia
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 09:39

Es gibt auf der Welt ständig Kriege irgendwo.
Jetzt kommt er nah an uns heran, inklusive der atomaren Bedrohung.
Ich wünschte, man könnte Männern schon bei der Geburt diesen Hang zur Zerstörung nehmen.
"Das Publikum verwechselt leicht den, welcher im Trüben fischt, mit dem, welcher aus der Tiefe schöpft."
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sebi
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 10:38

[quote=Malia
Ich wünschte, man könnte Männern schon bei der Geburt diesen Hang zur Zerstörung nehmen.
[/quote]
Ujee Malia, denkst du denn dieser Hang ist angeboren?
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Malia
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 10:42

Ja, das ist genetisch - sonst würden Frauen auch Kriege anzetteln
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sebi
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 10:44

Auch Frauen zetteln Kriege an. "Lernen sie Geschichte", hat mal ein ehemaliger ÖssiBundeskanzler gesagt und wie recht er hat. Sorry, wenn ich dich da korrigieren muss. Der Hang zu Zerstörung ist weder angeboren, noch ausschliesslich männlich.
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Ophelia12
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 10:46

Condoleezza Rice war auch nicht unbedingt gegen den Irak Krieg. Eher im Gegenteil.


kaja
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 11:01

Ich denke das der Krieg in der Ukraine die Menschen evtl. betroffener macht, als andere Kriege, liegt an der unmittelbaren Nähe zum eigenen Lebensbereich.

In diversen Interviews habe ich gehört, dass es als Angriff auf die EU wahrgenommen wird und damit auch als Angriff auf das eigene Leben.

Was ich bei all dem schrecklichen als positiv wahrnehme, ist die aktuelle Bereitschaft sich aktiv an Hilfsaktionen zu beteiligen und nicht nur passiv abzuwarten.
After all this time ? Always.


ziegenkind
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 11:14

Ich habe im Moment fürchterliche Angst davor, was mit "uns," mit der deutschen, der polnischen, der französischen Gesellschaft passiert, wenn wir zugucken, wie vor unserer Haustür, Leute geschändet und massakriert werden. Ich glaube, dass es Putin auch darum geht, "uns," "den" Westen zu demütigen, indem er uns zu Zuschauer*innen macht.

Und dann, wenn er die Ukraine erobert hat, wenn er in ukrainischen Städten eine Zeit lang jeden Tag Menschen erschossen und öffentlich ausgestellt hat, um den Widerstand zu brechen (genau das ist in den 1940er und 1950er im Baltikum und in der Westukraine passiert, da lagen jeden Tag neue Leichen auf den Marktplätzen der Städte und Dörfer), wenn er uns gezwungen hat auch das anzugucken, dann wird er den nächsten Schritt machen.

Wenn ich eins aus meiner psychischen Erkrankung gelernt habe, dann wie vernichtend traumatische Scham ist.
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.

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Klein-Ida
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 11:34

Wir leben im Jahr 2022, da war das bislang unvorstellbar.
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Tupsy71
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 12:16

Ich finde Ukraune voll mutig. Die Männer bringen und brachten die Familie an die Grenze und kehrten und kehren dann zurück um das Land zu verteidigen. In Syrien ließen die Meisten ihre Frauen und Kinder zurück und flüchteten ins Ausland. Ja, finde die Ukrainische Bevölkerung viel mutiger und stehen zu den Werten. Zumindest sehe ich das so. Ich hoffe Putin wird gestoppt. Arme Soldaten, sie müssen gehorchen und dürfen nicht nein sagen. Ich befürchte halt, dass sich das weiter ausbreiten wird, also der Krieg. Hoffe ich bin dann auch so mutig wie die Ukrainer


ziegenkind
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 12:22

In Idlib und in Aleppo ist genau das passiert - 2016.

Gibt es einen atemberaubenden Dokumentar-Film zu "For Samna" https://www.forsamafilm.com/

Der Unterschied zwischen den Flüchtlingen aus Syrien ist, dass die Kontinente durchwandern musste. Nach den Bombardierungen von Idlib und Aleppo haben das viele, viele Familien mit Kindern gemacht. Ich bin seit damals mit einer syrischen Familie in Kontakt, die mit zwei kleinen Kindern geflüchtet sind.

Wir stehen gerade nicht zu unseren Werten. Wir sind gerade zu feige dazu, Öl und Gas abzudrehen, weil wir soziale Konflikte befürchten.
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.


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Beitrag Mo., 07.03.2022, 12:27

Ich fand es bei Anne Will ganz fürchterlich, in die Augen von Melnik zu gucken, als alle den Mut der Ukrainer*innen besungen haben und zwei Sekunden später erklärten, warum das mit dem Gashahn-Abdrehen nicht geht. Frei nach dem Mott: Ihr sterbt ganz wunderbar heroisch, wirklich schön anzusehen, das macht das Herz weit, aber nee, wir können doch im WInter nicht frieren.

Tmmermanns hat davon gesprochen, dass man das erst ändern werde, wenn es "die Notwendigkeit" gebe. Wann gibt es die Notwendigkeit? Bei wie vielen Toten?

Und: Ich glaube, in den Augen von Lambsdorff habe ich de Scham gesehen, mit der wir bald alle rumrennen werden.
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 12:33

"Eigentlich" mag ich den Cicero nicht. Aber das ist für mich der Nagel auf den Kopf

WIr singen give peace a chance und finden es gleichzeitig schön, wie heroisch die Ukrainer kämpfen und sterben. What the fuck ....

https://www.cicero.de/aussenpolitik/rus ... n-reichelt
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hawi
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 12:45

ziegenkind hat geschrieben: Mo., 07.03.2022, 11:14 Ich habe im Moment fürchterliche Angst davor, was mit "uns," mit der deutschen, der polnischen, der französischen Gesellschaft passiert, wenn wir zugucken, wie vor unserer Haustür, Leute geschändet und massakriert werden. Ich glaube, dass es Putin auch darum geht, "uns," "den" Westen zu demütigen, indem er uns zu Zuschauer*innen macht.
Hallo ziegenkind,

ja, deine Angst kann ich gut verstehen.
Fühl ich selber mehr als „Ohnmacht“+“Wut“.
Rational betrachtet, glaube ich, zum einen täuschen wir uns in unserem „wir tun nichts Gefühl“ zum anderen wäre es arg falsch, so einzusteigen, zu handeln, wie es nun wohl vielen die Gefühle „vorgeben“, finde ich.
Das Thema „Gewaltspirale“ hatten wir bereits. Geht aus meiner Sicht zwar nicht, auf Gewalt nur friedlich zu reagieren. Es wäre aber ebenfalls falsch, ein fürchterlicher Fehler, voll einzusteigen, auf mehr Gewalt mit mehr Gewalt zu reagieren. Zumindest im Moment! Ich hoffe, das wird nicht passieren.
Ich meine, wir tun durchaus was (auch wenn es sich nicht so anfühlt). Flüchtenden helfen, Russland und Putin ächten, isolieren, zig Gespräche zu zig Themen rund um den Krieg führen, mit dem Ziel, auf welchem Weg auch immer, zu weniger Gewalt zu kommen. Menschen im Kriegsgebiet, soweit möglich, helfen. Und last but not least, die Ukrainer beim Widerstand zu unterstützen, auch mit Waffen.
Es kann sogar soweit kommen, dass wir Gewalt vermeidend auf einen Waffenstillstand hinwirken (müssen), obwohl es sich so anfühlt, als ob wir uns Putin geschlagen geben. Glaube ich jedenfalls.

LG hawi
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ziegenkind
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Beitrag Mo., 07.03.2022, 12:51

Putin wird sich nicht auf einen Waffenstillstand einlassen. Putin wird die Ukraine erobern. Und er wird unser Zugucken als Zeichen der Ermunterung deuten, sich danach Moldova, dann Georgien und dann das Baltikum vorzunehmen. Was muss der Mann eigentlich noch alles sagen, bis wir das kapieren? Putin sagt es immer wieder, er führt einen Krieg gegen die NATO, den Westen, nicht nur gegen die Ukraine

Ich saufe nicht im Fühlen ab. Ich bin am analysieren und nicht am hoffen.

Und ja: ich rechne auch damit, dass wir die Ukrainer zwingen werden, sich zu ergeben. Und dann haben wir vielleicht ein oder zwei Jahre Ruhe bis zum nächsten Krieg. Und wenn der beginnt, dann werden wir noch weniger handlungsfähig sein als jetzt, weil wir ja schon einmal zugeguckt haben, wie Leute für unserer Haustür umgebracht wurden.

Man tut so etwas nie ohne einen Preis dafür zu zahlen. Grad schwärmen alle noch von der westlichen Einigkeit. Was wird aus der wenn die USA und Deutschland Zelenskij gezwungen haben werden, aufzugeben? Das wird man in Warschau, in Vilnius ind Riga und Tallin ganz anders wahrnehmen als hier.

Ich war nach dem Abzug aus Afghanistan in Zentralasien: Die Verachtung für den Westen ist dort jetzt schon riesengroß.
Zuletzt geändert von ziegenkind am Mo., 07.03.2022, 12:56, insgesamt 1-mal geändert.
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