Verlängerung VT über 80h

Hier können Sie Ihre Fragen rund um die Rahmenbedingungen von Psychotherapie (Methoden, Ablauf usw.) anbringen.
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Shukria
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Verlängerung VT über 80h

Beitrag Sa., 25.11.2023, 11:47

Ich bin jetzt so am Ende meiner von der KK bewilligten Stunden der Verhaltenstherapie. Ich glaub irgendwo bei der 70 von 80Stunden.

Meine Therapeutin wollte eine Prophylaxe nach der letzten Bewilligung anmelden bei der Kasse und damit ja die Therapie beenden, damit die restlichen 20h von den 80h nicht mehr zur eigentlichen Therapie zählen und wir den Wartezeitraum von 2Jahren quasi einkürzen.

Ich fand das nicht so okay da ja noch Therapiebedarf besteht und wenn ich jetzt bei Stunde 60die Therapie an die Kasse als beendet melde, keine weiteren Stunden beantragen kann über 80raus.

Also haben wir jetzt keine Prophylaxe angemeldet und stattdessen noch mal einen Antrag an den Gutachter geschrieben um weitere 20h bewilligt zu bekommen.

Hat hier schon jemand Erfahrung mit einer Stundenbeanrsgunf bei VT über 80h und wie lief das für Euch?

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 13:30

ja, ich habe 100 Stunden Verhaltenstherapie genehmigt bekommen, verlängert mit ein paar Windungen auf 110 Stunden.
Das ganze in Absprache mit der Therapeutin über die Vorgehensweise und danach folgte jetzt bei mir die Finanzierung über den Fonds.
Ich finde es wichtig die Vorgehensweise mit der Therapeutin zu besprechen. Wenn deine Therapeutin da die Wartezeit in den zwei Jahren verkürzen will sieht sie ja weiteren Therapiebedarf. Wie siehst du das denn und wie ist dein weiterer Plan?

Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht mich auch selber kundig zu machen und auch mit den eigenen Plänen und Wünschen zur Therapeutin zu kommen. Nur so kann man ja gemeinsam Dinge erarbeiten.

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Shukria
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 13:39

Sie sieht definitiv weiteren Therapiebedarf und ich auch.

Da waren wir uns einig. Ihre Idee war nur das dann zu lösen indem sie die letzten 20h nicht mehr zur Therapie dazuzählen lässt und während die genommen werde man quasi schon die 2jährige Wartezeit beginnt, welche wir mit dem Fond überbrücken werden, der schon bewilligt ist.

Mein Ansatz war, wenn wir beide noch klare Ziele haben also Bedarf sichtbar ist fänd ich es irgendwie nicht okay bei 60h zu beenden, nur aus der Angst heraus nichts weiter bewilligt zu bekommen sondern es zumindest zu versuchen.

Das war dann auch okay für sie und kein Problem, sie dachte nur der Antrag hat eh keinerlei Chance. Ich hab halt gesagt, wir haben es ja noch gar nicht probiert und bewilligen tut ja nicht die Kasse sondern der Gutachter. Da konnte sie dann mitgehen.

Sie meinte aber das sie denkt, das es falls das durchgeht, danach definitiv keine Verlängerung vom Gutachter mehr bewilligt wird und möchte die Therapie dann als beendet melden. Damit ich nicht soviel Wartezeit ansammel. Und wir dann in zwei Jahren neu beantragen können.

Ich bin halt die erste ihrer Klientinnen die sagt, lassen sies uns doch mal probieren. Ich mache ja so oder so dann über den Fond weiter.

Wie habt ihr das denn gemacht? Antrag an Gutachter gestellt und der hat gesagt einmal 20h und dann beim nächsten mal es gibt nur noch 10h und dann ist zu Ende oder was kommt denn da zurück vom Gutachter bei über 80h? Meine Therapeutin hat gar keine Ahnung weil ihr da die Erfahrung fehlt.

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Jakob_
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 13:47

Ich halte die Verhaltenstherapie für esoterischen Mumpitz, gestehe hier aber offen,
dass ich zu feige war, das meinem Schwiegervater zu sagen,
der emeritierter Professor für Psychologie ist.

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 13:49

Wenn bereits die Zusage vom Fonds da ist verstehe ich deinen Gedankengang nicht so ganz. Wurde dir der volle Betrag genehmigt? Das sind dann ja rund 100 Stunden, damit kommst du doch sowieso über die zwei Jahre bis zum nächsten Antrag. Ist es dann nicht egal?
Geht es dir ums Prinzip, um die Klarstellung von weiterem Therapiebedarf? Oder möchtest du dir schon jetzt so viele Stunden wie möglich sichern?
Ich kann dir leider nicht sagen was da vom Gutachter zurück kommt, das habe ich inhaltlich nicht besprochen mit der Therapeutin, nur das grundsätzliche Vorgheen.

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Beitrag Sa., 25.11.2023, 15:06

Danke für deine „qualifizierte Aussage“ jakob, hat mit meiner Frage nicht zu tun. Sarkasmus aus.

Wenn du inhaltlich nichts zielführendes beitragen kannst halte dich bitte hier raus und bitte auch an die anderen da hier zu diesem Kommentar nicht weiter einzusteigen.

Hab dich auf die ignorier Liste gesetzt.

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SinnIch
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 15:13

Bei mir wurde auch einen Antrag auf Verlängerung gestellt bei meiner ersten Therapie nach den 80 Stunden auf 100. Wurde abgelehnt, was aber glaube ich auch sehr mit der Darstellung der Therapeutin zusammenhing. Denke, da gehört etwas "Glück" dazu, vllt war meine damals zu unerfahren. Ich kam, glaube ich, zu "gut" im Antrag rüber. Andererseits, wenn keine Fortschritte zu sehen sind, könnte man das ebenfalls nach der Zeit als negativ werten.
Viel Erfolg!
Zuletzt geändert von SinnIch am Sa., 25.11.2023, 15:14, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag Sa., 25.11.2023, 15:13

An chrysokoll,

Ich hatte erst nicht verstanden was der Vorteil ist. Also das ich quasi noch 20h hätte und aber die Wartezeit schon startet.

Das andere , Mhm ja ich glaube das ich mich ein bisschen ärgere das ich das Gefühl habe das die Kassen das anbieten die Therapie bei 60h zu beenden um dann die letzten 20h in der 2jährigen Wartezeit nehmen zu können und die zu überbrücken.

Das damit ja aber ausgeschlossen ist weitere Stunden beantragen zu können und ich doch gerne diese Möglichkeit in Anspruch nehmen möchte wenn noch Bedarf ist.

Mich hat halt interessiert ob bei anderen dann auch ein Antrag auf weitere 20Stunden gestellt wird und ob der Gutachter das begrenzen kann.

Weil wenn du schreibst du hattest 110h, weißt du warum du beim zweiten Mal dann 10h und nicht 20bekommen hast? Habt ihr gleich weniger beantragt oder hat der Gutachter gesagt, noch 10j und dann ist Schluss?

Ich finde es halt schade das ich zum Vorgehen bei über 80h gar nichts finde. Die meisten sagen einfach es gibt eh nur 80h und dann ist Schluss. Was ja so definitiv nicht stimmt.

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 15:17

der Gutachter sagte bei der weiteren Beantragung dann dass nach diesen 10 letzten Stunden endgültig Schluss ist.
Und verwies auch von sich aus auf das was sowohl die Therpeutin als auch ich (durch sie) dann wusste: auf den Fonds.
Ich hatte weder Geduld noch Kraft da etwa zu klagen oder ähnliches, zumal der Fonds dann recht schnell sofort den Höchstbetrag bewilligte.

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Shukria
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 15:30

Ah okay. Danke euch beiden.

Ja ich hab auch den Höchstbetrag von Fond bewilligt bekommen.

Ich finds halt irgendwie schade das wenn alle sehen das noch Bedarf da ist, das dann gesagt wird ja aber nicht über die Kasse. Zumal ja andere Bedarfe zb Ergotherapie nicht begrenzt werden. Also versteh ich von der Logik her nicht warum dann bei psychischen , nicht sichtbaren Erkrankungen begrenzt wird und bei sichtbaren , nicht. Zumindest mein Eindruck.

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Montana
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Beitrag Sa., 25.11.2023, 16:00

Mein Therapeut hat auch nach den 80 Stunden weitere 20 beantragt. Versucht hatte er das schon öfter, aber gelungen war es erst einmal. Ich habe gelesen, was er geschrieben hat, und es war total gut. Ich bekam dann nur 8 Stunden genehmigt und diese sollten laut Gutachter dafür verwendet werden, sich noch zu verabschieden. Begründet wurden die Ablehnungen übrigens auch immer mit der eigentlich nicht vorhandenen Zwei-Jahres-Frist.

Mich würde übrigens an der Sache mit der Prophylaxe etwas ganz anderes stören. Punkt 1: das muss man vorher anmelden, nicht erst am Ende. Also mit Beantragung der LZT. Und wenn man das dann tatsächlich nach Plan auch macht und die eigentliche Therapie für beendet erklärt, dann gilt die ja als erfolgreich abgeschlossen und der Patient als geheilt. Ansonsten würde eine Prophylaxe keinerlei Sinn ergeben. Das soll einen Rückfall verhindern. Und mit einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie, Heilung, wird alles andere schwer zu argumentieren. Nicht nur die Wiederaufnahme der Therapie zwei Jahre später, sondern auch alles, was man sonst noch brauchen könnte darüber hinaus. Eine Reha z.B. In meinem Fall wäre die Kasse der Kostenträger dafür, wegen der EM-Rente. Da könnte man denen nicht einerseits die Therapie als beendet melden und dann wegen der gleichen Probleme noch eine Reha beantragen. Wozu denn dann? Darum bin ich absolut dafür, da immer ehrlich den tatsächlichen Bedarf anzumelden.

Bei mir sind die zwei Jahre jetzt fast um und das Geld vom Fonds wird gerade reichen. Ich habe inzwischen einen behinderungsbedingten Mehrbedarf beantragt und diesen bewilligt bekommen. Wenn die Kasse keine weitere Therapie genehmigt oder diese zuende ist, weil wieder das Kontingent aufgebraucht ist, geht es also dennoch weiter. Dass das geht hatte ich gar nicht erwartet, darum schreibe ich das. Könnte für den einen oder anderen hier auch eine Option sein.

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Beitrag Sa., 25.11.2023, 16:07

Ja genau, das ist das was mich so stört. Die Therapie wird beendet weil ich „geheilt“ bin und der Rest ist ja nur Prophylaxe.

Ich bin dann aber nicht geheilt und werde die Therapie noch brauchen und notfalls selber zahlen wenn der Fond erschöpft sein sollte.
Habe ich auch schon öfter gemacht zur Überbrückung oder um mehr Stunden in der Wiche zu nehmen bei Konfrontation. Dann zahle ich selber.

Die Therapie wird nicht beendet sein, da ist bei ner komplexen PTBS einfach unrealistisch wenn ich arbeitsfähig sein/bleiben möchte.

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chrysokoll
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Beitrag So., 26.11.2023, 11:22

vielen Dank, ich verstehe jetzt worum es geht!
Wir hatten ja das Maximum was wohl in VT möglich ist, ich hätte vielleicht noch um zehn zusätzliche Stunden streiten können, was ziemlich aussichtlos war. Zumal ja die Zusage vom Fonds da war.
Natürlich war klar dass dringend weitere Therapie nötig ist.
Mein Plan ist jetzt erst einmal die Stunden vom Fonds zu nutzen, das wird ebenfalls die zwei Jahre überbrücken und dann einen neuen Antrag mit der aktuellen Therapeutin zu stellen, der hoffentlich genehmigt wird.
Und dann?
Noch hoffe ich ja dass es mir irgendwann soweit gut geht dass das reicht oder ich z.B. mit Quartalsstunden und gelegentlichen selbst bezahlten Stunden durch komme. Oder ganz ohne Therapie. Ich bin in der luxuriösen Lage dass ich Therapie auch selbst zahlen könnte. Auch einen Verfahrenswechsel schließe ich dann nicht aus. Mal sehen, nocht ist es nicht so weit.

Shukria, mir geht es wie dir. Ich bin arbeitsfähig, aber mit komplexer PTBS und (partieller) DIS massiv beeinträchtigt. Sowas geht nicht in 60 oder 80 Stunden weg.

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chrysokoll
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Beitrag So., 26.11.2023, 11:51

was ich noch anfügen und fragen möchte: Wie ging es euch damit?
Mich haben diese stückweisen und kleinen Verlängerungen sehr belastet. Erst 60 Stunden, dann 20 weitere auf 80, dann auf 100, dann nochmal gnädigerweise zu 110.
Jetzt bin ich in der glücklichen Lage auch die Therapie bezahlen zu können. Auch länger, auch z.B. zwei Jahre.
Aber es hat bei mir auch den Therapieverlauf sehr negativ beeinträchtigt. Diese Unsicherheit, dieser ständige Druck von außen, auch wenn meine Therapeutin versucht hat das aufzufangen.

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Shukria
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Beitrag So., 26.11.2023, 13:08

Mich hat das bei den ersten beiden ambulanten Therapien auch enorm gestresst. Diese Abhängigkeit und Unsicherheit…

Und dann auch das Gefühl eigentlich noch Therapie zu brauchen aber die Therapeutin sagt, nee jetzt ist erstmal Schluss und Fond gab es damals noch nicht und selber finanzieren hätt ich mir das nie können.

Jetzt bin ich deutlich älter und reifer.
Ich schaue was ich brauche und versuche das für mich zu organisieren.
Ich werde noch Therapie brauchen und ich bin dann auch bereit und auch in der Lage! das notfalls selber zu zahlen.

Ich denk, ein Krippen oder Kindergarzenplatz kostet mich das Gleiche. Und da überlege ich nicht ob ich mir das leisten kann oder will. Da ist klar ich brauche den. (Gut jetzt nicht mehr) Aber ich denk so: 2Jahre bekomme ich auch überbrückt bis die Kasse wieder zahlt, dann denk ich einfach das ist wie bei nem Kita Platz.

Und jetzt bei der Therapie hab ich mir gleich gesagt das ich nicht bereit bin mir selber noch Stress zu machen. Ich Bibber nicht ob die Bewilligung durchgeht weil ich ein netz habe, mich.

Aber klar wenn ich jetzt noch immer kleine Kinder hätte und noch immer Studentin wäre und das was ich erarbeite parallel in den Lebensunterhalt stecken müsste, wäre das anders und nicht zu leisten.

Aber ja, ich kenne diesen Druck und das das den Prozess erheblich negativ beeinflusst.