Wohlwollen in sozialen Beziehungen

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
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Cranberry
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Wohlwollen in sozialen Beziehungen

Beitrag Sa., 10.02.2024, 18:40

Hallo liebe Forumsgemeinde :)

Mich beschäftigt zur Zeit die Frage, wie wichtig mir eine wohlwollende Einstellung mir gegenüber ist oder sein sollte und zweifle an meiner eigenen Einstellung anderen Menschen gegenüber.

Auch frage ich mich, wie unterschiedlich das abhängig vom Kontext ist, z. B. bei Arbeitgebern, in Therapie oder bei Ärztinnen/Ärzten, Kolleginnen/Kollegen, Freundinnen/Freunden, Partnerinnen/Partnern.

Ich glaube nämlich, dass ich dazu eine gestörte Auffassung habe und wäre deshalb froh über eure Rückmeldungen, wie ihr das seht oder wie das bei euch ist.

Ich bin mir unsicher, ob ich zu hohe Erwartungen an andere habe, es auch genügt, wenn ich für die andere Person persönlich egal bin oder sie mir sogar feindlich gegenüber steht und man sich trotzdem einigen oder es für beide Seiten einen Nutzen bringen kann.

Mir ist das nämlich oft ganz recht, wenn ich merke, dass es jemandem egal ist, wie es mir geht. Mich macht das eher misstrauisch, wenn es anders ist und unterstelle dann schnell nur egoistische Motive, aber würde es mir doch anders wünschen.
Ich finde es auch schwierig einzuordnen, ob nicht gerade das Desinteresse dann ein Wohlwollen darstellt oder inwiefern das durch das Verhalten ausgedrückt wird.

Irgendwo stehe ich auf dem Schlauch und bin ziemlich verwirrt :confused:
Ich freue mich über eure Gedanken, wenn jemand was dazu schreiben mag.

Liebe Grüße und schönes Wochenende :)

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candle.
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Beitrag Sa., 10.02.2024, 20:12

Cranberry hat geschrieben: Sa., 10.02.2024, 18:40
Irgendwo stehe ich auf dem Schlauch und bin ziemlich verwirrt :confused:
Ich freue mich über eure Gedanken, wenn jemand was dazu schreiben mag.
Ich stehe auch auf dem Schlauch!
Wie ist denn der Gedanke eine wohlwollende Haltung zu dir zu haben entstanden?

candle
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Cranberry
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Beitrag Sa., 10.02.2024, 21:02

candle. hat geschrieben: Sa., 10.02.2024, 20:12 Wie ist denn der Gedanke eine wohlwollende Haltung zu dir zu haben entstanden?
Danke für deine Antwort!
Ich wollte mit meinem Beitrag nicht irritieren, aber hab wohl auch ziemlich wirr geschrieben.
Eigentlich meinte ich meine Haltung anderen gegenüber und deren Haltung mir gegenüber oder allgemein in Beziehungen zueinander.

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candle.
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Beitrag Sa., 10.02.2024, 21:04

Was wünscht du dir von dir und anderen?

candle
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Cranberry
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Beitrag Sa., 10.02.2024, 21:34

Grundsätzlich dass alle freundlich miteinander umgehen.
Idealerweise hat jeder auch das Wohl des anderen im Sinn.
Ich denke mir aber, dass das unrealistisch ist und auch die Auslegung ganz unterschiedlich ist und alles verdreht werden kann. Das verwirrt mich glaub ich.

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candle.
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Beitrag Sa., 10.02.2024, 22:42

Cranberry hat geschrieben: Sa., 10.02.2024, 21:34 Grundsätzlich dass alle freundlich miteinander umgehen.
Idealerweise hat jeder auch das Wohl des anderen im Sinn.
Ich denke mir aber, dass das unrealistisch ist und auch die Auslegung ganz unterschiedlich ist und alles verdreht werden kann. Das verwirrt mich glaub ich.
Ich denke, ich habe dich noch nicht wirklich verstanden.

Bist du denn in deinem Sein unsicher?

Andere Leute, die einen umgeben dürfen, kannst du dir ja aussuchen. Netter Umgang gehört wohl dazu. Ich kenne aus meinen Kreisen jetzt auch nicht so wirklich jemanden, der einfach nicht nett ist.
Dass es auch mal Streit gibt ist eh klar. Und selbst ist man ja auch nicht immer guter Stimmung, dass man dann einfach nicht nett ist. Das gehört alles zum Menschen dazu.

Und dann gibt es sicher die Menschen, die grundsätzlich nicht nett sind.

candle
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Cranberry
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Beitrag Sa., 10.02.2024, 23:57

Ist kein Problem, ich versteh mich selbst auch nicht.
Danke für deine Fragen und Anregungen!

Ich hab für mich noch nicht herausgefunden, was mir wichtig ist und wonach ich mir die Menschen in meiner Umgebung aussuchen will.
Für mich ist dabei ein Problem, dass z.B. sich manche Menschen so verhalten wie es normalerweise nicht für einen netten Umgang spricht, ich das für mich im Kontakt mit ihnen aber auch für ganz angenehm halten kann und ich dann nicht einschätzen kann, ob das gut für mich ist.
Also mich bringt das durcheinander, dass ich nicht weiß, ob das dann eher ein feindseliges oder gleichgültiges oder wohlgesonnenes Verhalten mir gegenüber ist und ob das überhaupt wichtig ist.
Mich würde interessieren, wonach ihr geht, was euch wichtiger ist. Dass das Verhalten angenehm ist oder den eigenen Vorstellungen entspricht oder ob die Haltung dahinter wichtiger ist oder alles.
Und vielleicht wonach man vom Verhalten her auf die Haltung schließen kann oder ob das überhaupt möglich ist.
Ich will nicht zu misstrauisch sein, aber auch nicht zu naiv.

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Sydney-b
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Beitrag So., 11.02.2024, 00:48

Cranberry hat geschrieben: Sa., 10.02.2024, 23:57 Für mich ist dabei ein Problem, dass z.B. sich manche Menschen so verhalten wie es normalerweise nicht für einen netten Umgang spricht, ich das für mich im Kontakt mit ihnen aber auch für ganz angenehm halten kann und ich dann nicht einschätzen kann, ob das gut für mich ist.
Also mich bringt das durcheinander, dass ich nicht weiß, ob das dann eher ein feindseliges oder gleichgültiges oder wohlgesonnenes Verhalten mir gegenüber ist und ob das überhaupt wichtig ist.
Verstehe ich deinen Text richtig? : Du triffst mit Menschen zusammen, die sich dir gegenüber (regelmäßig?) unfreundlich verhalten.
Trotzdem empfindest du diesen Kontakt als angenehm?

Könntest du vielleicht mal ein konkretes Beispiel schildern?

Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob jemand einfach einen schwarzen Humor hat, oder ob diese Person regelmäßig ihre schlechte Laune an dir auslässt oder dich mit Absicht erniedrigen will…

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Cranberry
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Beitrag So., 11.02.2024, 05:11

Sydney-b hat geschrieben: So., 11.02.2024, 00:48 Könntest du vielleicht mal ein konkretes Beispiel schildern?
Danke für die Nachfrage!

Ich hatte ziemlich Schwierigkeiten, ein passendes Beispiel zu finden.
Mir kam das Thema selbst etwas absurd vor, und hab überlegt, ob ich mir unpassendes Verhalten auch bei mir selbst einfach nur schön rede, aber so einfach ist es glaub ich leider doch nicht.
Ich bin ziemlich verdreht.

Ich hatte zum Beispiel einen Hausarzt, zu dem ich immer gegangen bin und direkt gesagt hab, was ich möchte(Rezepte, AUs, Bescheinigungen...) und hab das ohne großes Erklären oder Nachfragen auch direkt bekommen. Wenn ich mit Beschwerden hingegangen bin, hat er das nicht so ernst genommen und direkt für psychisch gehalten, wenig abgeklärt oder überwiesen, es ging dann auch nach kurzer Zeit wieder weg.
Ich bin dann etwas weiter weg gezogen und hatte dann auch mal eine andere Hausärztin, die sehr genau war, Medikamentenänderungen immer erst nach Blutentnahme, vorher und nachher ausführliches Arztgespräch und immer viele Nachfragen zu meiner Lebenssituation, regelmäßige Termine, für Medikamente direkt in der Apotheke angerufen.
Ich gehe jetzt doch immer noch zu meinem früheren Hausarzt, weil das für mich so weniger anstrengend ist. Ich denke mir aber, dass ich da nicht gut aufgehoben bin, wenn ich doch etwas ernsteres hätte oder das dort vielleicht gar nicht festgestellt werden würde. Andererseits war es noch gar nicht notwendig und es ist ganz gut, dass er da entspannt bleibt und da nicht so auf mich eingeht.

Ich komme mit Menschen viel besser zurecht, von denen ich den Eindruck habe, dass sie sich nicht für mich persönlich interessieren, sonst hab ich eher einen Fluchtimpuls, aber für eine Partnerschaft funktioniert das für mich nicht mehr, habe ich mittlerweile festgestellt.

Bei Therapeuten ist das auch so, dass ich mir eher jemanden aussuchen würde, der mir gegenüber eher abgeneigt ist. Und da weiß ich nicht, ob das sinnvoll oder fahrlässig ist. Das Verhalten wäre zum Beispiel, kritisch oder zurückhaltend mit einem Therapieangebot zu sein, Stunden früher beenden oder später anfangen, die Therapiestunden frei zur Verfügung stellen, häufigeres Nachfragen von bereits Erzähltem.
Das könnte dann auf Desinteresse oder Abneigung hindeuten. Ich will aber auch nichts Böses unterstellen. Es könnte auch sein, dass sich der Therapeut auf mich einstellt. Ich weiß nicht, ob ein Interesse an mir persönlich wichtig oder eher schädlich für eine Therapie ist. Grundsätzlich muss das nichts über die Fachkompetenz oder ob er seine Arbeit ernstnimmt aussagen. Bei Desinteresse fällt es mir dann zum Beispiel auch leichter, etwas zu erzählen, was ja gut ist. Mich setzt das weniger unter Druck und dann bin ich weniger blockiert und hab weniger Angst mich zu verlieren.
Ich halte mich aber auch für sehr naiv, das Verhalten als wohlwollend mir gegenüber anzusehen und nicht als erste Zeichen, dass etwas schief laufen könnte.

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candle.
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Beitrag So., 11.02.2024, 07:28

Also für mich ist das Gedankenkreisen und ergibt manchmal wirklich keinen Sinn.

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DandyLion
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Beitrag So., 11.02.2024, 14:12

ich finde das ist eine sehr interessante Frage. Ich glaube ich kann nachvollziehen, was du schreibst. Ich bin aber auch verdreht.

Viellicht erschreckt einen das Interesse, weil es ungewohnt ist, man das INteresse der Person nicht einschätzen kann oder/und weil Interesse eher negative Auswirkungen hatte. Z.B.

- eine Gegenleistung erbringen müssen, Forderungen erfüllen müssen, instrumentalisiert werden
- für die Gefühle der anderen Person verantwortlich gemacht werden/ sich verantwortlich fühlen
- Angst zu enttäuschen, Anforderungen nicht genügen können
- nur vorgetäuschtes Interesse, weil die Person etwas von einem will (was man selbst nicht will)/ manipuliert werden
- zu viel Nähegefühl und Verbindlichkeit, Abhängigkeit
- ...

Angst sich zu verlieren, blockiert sein und sich unter Druck fühlen ist ja nichts angenehmes. Ich glaube aber, dass das nicht die "normale Reaktion" auf Interesse an einem ist, sondern das da ewas "verdreht wurde" durch vergangene Erfahrungen. Ich glaube auch das es nicht gut für einen selbst ist, kein Gefühl dafür zu haben, ob man das Interesse einer anderen Person gut findet oder nicht oder, das man nicht einordnen kann was für eine Art von Interesse das ist, sondern jegliches Interesse als Bedrohung empfindet. Glaube, da gibt es Unterschiede, je nach Kontext, eigenem Interesse und auch je nach Art und Intensität der Interessenbekundung der anderen Person.Man braucht da, denke ich, schon ein Gespür für sich selbst (deckt sich das Interesse der anderen Person mit meinem Interesse) und kein pauschales "Interesse ist gefährlich". Ich finde da stimmt dann etwas nicht, man kann sich in sozialen Beziehung schwer orienteren, wenn man Interesse anderer Personen so undifferenziert wahrnimmt/ kein relativ stabiles Gefühl dafür hat, weil man von einer vermutlich unrealistischen Angst beeinflusst wird

Gibt doch verschiedenes Interesse
- Interesse am Wohlergehen der Person
- sexuelles Interesse
- Interesse an der Person insgesamt (sich kennenlernen/ mit wem hat mans zu tun oder weil jmd sich für Menschen interessiert)
- Interesse an den Kompetenzen der Person (beruflich bspw)
- Interesse an einer guten Arbeitsbeziehung
- Interesse der Person sinnvoll helfen zu können (therapeutisch, ärztlich bspw.)
- Interesse die Person für etwas benutzen zu können, wobei die Person egal ist
- Interesse Macht und Kontrolle auszuüben, Vertrauen gewinnen/ Vertrauen missbrauchen
- ...

Und jemand kann ja auch mehrere Interessen gleichzeitig haben, glaube ich. Wobei vielleicht eins, je nach Kontext,vordergründig sein kann oder sich im Laufe der Zeit verändert. Wenn das alles eine Suppe ist, man nicht unterscheiden kann was für ein Interesse der andere hat, ists schwierig, diffus und erstmal beunruhigend, daher ist es einem vielelicht lieber, dass andere Personen kein Interesse haben oder zeigen. Gut ist es aber nicht, man verpasst wahrscheinlich etwas und es stört die soziale Beziehung. Frage mich, ob und wie man so etwas (therapeutisch) aufarbeiten/ ordnen kann.

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DandyLion
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Beitrag So., 11.02.2024, 16:03

...ich kann mir auch vorstellen, das durch das Spüren von echtem Interesse (wenn man den Gedanken und das Gefühl zulassen möchte/ sich einlassen möchte) ein Schmerz/ eine Sehnsucht ausgelöst wird der/die einen in eine vulnerable, anfänglich vllt sogar in eine abhängige, Position bringen kann. Was wiederum ängstigen kann, Stress oder das Bedürfnis sich davor schützen zu wollen forcieren kann.
Vertrackt.

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Cranberry
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Beitrag So., 11.02.2024, 23:38

candle. hat geschrieben: So., 11.02.2024, 07:28 Also für mich ist das Gedankenkreisen und ergibt manchmal wirklich keinen Sinn.
Das könnte sein, weil ich damit auch bisher nicht weitergekommen bin, aber noch glaub ich, dass das schon ein Problem für mich ist, für das ich nach einer Lösung suchen muss, weil ich da doch immer wieder hängen bleibe.
DandyLion hat geschrieben: So., 11.02.2024, 14:12 Ich glaube ich kann nachvollziehen, was du schreibst. Ich bin aber auch verdreht.
Danke! Damit fühle ich mich weniger bekloppt :)
Man braucht da, denke ich, schon ein Gespür für sich selbst (deckt sich das Interesse der anderen Person mit meinem Interesse) und kein pauschales "Interesse ist gefährlich".
Wenn das alles eine Suppe ist, man nicht unterscheiden kann was für ein Interesse der andere hat, ists schwierig, diffus und erstmal beunruhigend, daher ist es einem vielelicht lieber, dass andere Personen kein Interesse haben oder zeigen. Gut ist es aber nicht, man verpasst wahrscheinlich etwas und es stört die soziale Beziehung. Frage mich, ob und wie man so etwas (therapeutisch) aufarbeiten/ ordnen kann.
Das sind sehr gute Aspekte! Vor allem auch die Einteilung nach Interessen. Das differenziert es besser. Darüber werde ich noch länger nachdenken.
Ich glaub, das könnte passen, dass mir kein Interesse lieber ist, weil ich dann nicht daran verzweifle, was es für eines ist. Aber gar kein Interesse ist wohl unrealistisch. Vielleicht ist das der springende Punkt. Auf beiden Seiten das wirkliche Interesse mitzuteilen ist wahrscheinlich wichtig. Schließt aber auch keine Täuschung aus.
Ich finde deinen Beitrag sehr hilfreich.

Mich macht vor allem unsicher, dass ich mich selbst nicht einschätzen kann oder selbst nicht weiß, was gut für mich ist, dass ich generell schnell meiner Wahrnehmung misstraue oder mein Misstrauen anderen gegenüber nicht als berechtigt/unberechtigt einteilen kann. Hab kein gutes Gespür für meine Bedürfnisse.
So kann man auch nicht klar kommunizieren und sich auf etwas gemeinsames einigen.
Vielleicht wäre da der Ansatz.

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Beitrag Mo., 12.02.2024, 00:11

DandyLion hat geschrieben: So., 11.02.2024, 16:03 ...ich kann mir auch vorstellen, das durch das Spüren von echtem Interesse (wenn man den Gedanken und das Gefühl zulassen möchte/ sich einlassen möchte) ein Schmerz/ eine Sehnsucht ausgelöst wird...
Das finde ich auch einen guten Punkt, der wahrscheinlich auch auf mich zutrifft.

Ich glaub, du hast mir jetzt bei meinem Problem schon mehr geholfen als viele Jahre Therapie. Da ging es oft auch nur pauschal darum, dass ich zu misstrauisch bin anstatt darum, die Interessen abzugleichen, kam mir zumindest so vor.
Mir geht gerade ein Licht auf. Herzlichen Dank! :flowers:

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Louna
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Beitrag Mo., 12.02.2024, 12:01

Ich verstehe Dich auch, Cranberry. Zumindest denke ich das?!

In sozialen Interaktionen habe ich schon mehr als oft mit bekommen dass es zwar wichtig ist, das es mich gibt und mir etwas erzählt werden kann, aber mehr auch nicht. Das Gegenüber interessierte sich dann nur 10 Prozent für mich, also war es egal was ich gesagt habe....
Tipps geben durfte ich gern, und auch gern zu den Problemen und Schwierigkeiten etwas sagen, aber wenn ich mal etwas von mir sagen wollte, wurde das schnell abgebügelt.

Derzeit habe ich wieder so eine Situation. Allerdings mache ich es dieses Mal anders. Ich möchte nicht mehr benutzt und ausgenutzt werden, ich möchte auch Teil einer Bekanntschaft, Freundschaft oder what ever sein. Was bringt es sonst? Ein Seelenmülleimer war ich viele viele Jahre oder gar Jahrzehnte und bin daran kaputt gegangen.

Ich mache mir ständig Sorgen um eine Bekannte was totaler Unfug ist, dabei weiß sie so gut wie nichts über mich.

Natürlich ist es manchmal gut, wenn das gegenüber mehr erzählt oder so, aber eigentlich lenkt das nur von den eigentlichen seinen eigenen Problemen ab. Sowas mag ich nicht mehr in meinem Leben haben.
Dann bleib ich lieber allein. Ja, ist halt so, aber damit lebe ich wesentlich ruhiger.

(Wenns am Thema vorbei geht, bitte ignorieren)