Therapeut oder Therapeutin

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Therapeut oder Therapeutin

Beitrag Sa., 25.05.2024, 20:02

Hallo,

vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben.

Ich suche momentan noch Therapeuten für eine Anschlusstherapie. Für mich war klar, dass es ein Mann ist.
Diese Woche hat mir mein jetziger Therapeut jedoch sehr dazu geraten, die nächste Therapie bei einer Frau zu machen. Da ich so eine starke Abhängigkeit ihm gegenüber entwickelt habe. Er meinte, dass die Gefahr sehr groß ist ,dass sich das in der nächsten Therapie bei einem Therapeuten wiederholt.

Nun ist es aber so, dass ich beim Gedanken an eine Frau als Therapeutin extremen Widerstand und Ablehnung in mir fühle. Das habe ich ihm auch gesagt und er meinte, manchmal muss man sich eben trotz Widerstand zu etwas überwinden.

Aber ich muss doch in einer neuen Therapie vertrauen können, das ist doch eine Voraussetzung für eine gelingende Therapie. Und mit diesen negativen Gefühlen in mir wird das schwierig, obwohl ich denke, dass er vielleicht auch recht hat.

Auf was höre ich denn nun? Auf mein Gefühl oder die Vernunft?

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 20:21

Du und nur du entscheidest das!
Allerdings würde ich es tatsächlich nicht von vorneherein vom Geschlecht des Therapeuten abhängig machen.
Ich musste ja unfreiwillig leider zweimal wechseln. Ich konnte mir umgekehrt nie vorstellen zu einem Mann zu gehen und war dann zwischendurch bei einem und das war sehr sehr gut!
Mach Vorgespräche, schau die die jeweiligen Therapeutinnen und Therapeuten an und entscheide vor allem dann nach deinem Gefühl. Wo du dich wohlfühlst, verstanden fühlst, aufgehoben fühlst. Das kann bei beiden Geschlechtern sein.

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Hasenmaus123
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 20:25

Guten Abend
Ich würde auf dein Bauchgefühl hören.
Ich vermute auch, dass sich die Abhängigkeit wiederholen wird, so wollen es die „Therapiegesetze“. Aus meiner Sicht ist es dann aber egal, ob es ein Mann oder eine Frau ist.

Ich bin bei einer Frau und könnte mir Therapie bei einem Mann niemals vorstellen. Trotzdem denke ich, dass für meine Abhängigkeit das Geschlecht egal wäre.

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Montana
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 20:30

Hier finden sich eine Menge Threads, wo sich eine Abhängigkeit von einer Frau ergeben hat. Das scheint mit dem Geschlecht nichts zu tun zu haben.

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Beitrag Sa., 25.05.2024, 20:49

Danke für eure Ratschläge. Ich werde Erstgespräche auch bei Frauen wahrnehmen, wenn es sich ergibt und sehen, wir es mir damit geht.

@Hasenmaus

Verstehe ich dich richtig, wenn ich das Thema Abhängigkeit bei einem männl. Therapeuten hatte, kann mir das in der nächsten Therapie bei einer weibl. genau so passieren? Es kommt also überhaupt nicht auf das Geschlecht an? Ich dachte, dass hätte etwas mit der Beziehung zu Vater oder Mutter zu tun....kenne mich bei dem Thema leider nicht so aus.

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:02

natürlich kann dir das rein theoretisch auch mit einer Frau passieren.
Aber ein anderer Therapeut oder auch eine Therapeutin gehen anders damit um, du entwickelst dich weiter und hast dann auch die Chance das aufzulösen, wenn die Therapie eben nicht abgebrochen wird oder so endet wie jetzt bei dir.

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candle.
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:04

Hallo,

ich denke nicht, dass es zwangsläufig so sein muß, dass du bei einer Frau auch in Abhängigkeit gerätst.
Ich denke, dass du bei der Therapeutenwahl auch das Problem mit einbeziehen kannst.

Hast du den Therapeuten gefragt warum er das SO vorgeschlagen hat oder weißt du es?

Aber letztlich ist es deine Entscheidung.

Viele Grüße
candle
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:15

Es ist also quasi alles offen...

@candle
Er sagte nur, dass er schnell ersetzbar sei und ich das gleiche Problem bei einem anderen männl. Therapeuten wieder haben kann. Mehr haben wir nicht darüber gesprochen. Ich habe auch nicht nachgehakt. Ich dachte intuitiv wie die anderen hier, dass ich es ausprobieren muss, war nun aber doch unsicher, weil ich mich nicht so gut auskenne mit dem Thema.

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candle.
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:20

Hast du denn allgemein einen guten Draht zu Frauen oder eher nicht so?

candle
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:35

Mit meinen sozialen Kontakten sieht es ja sehr schlecht aus, aber meine Kolleginnen sind ausschließlich weiblich. Ich komme schon gut mit den meisten zurecht. Als ich jünger war, war ich immer lieber mit Männern zusammen. Finde ich unkomplizierter als bei Frauen.
Ich weiß nicht, irgendwie habe ich oft eine Sperre und denke unter anderem, Frauen verurteilen mich schneller, verstehen mich weniger und kritisieren mich mehr als Männer.

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Tobe
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:36

Hallo Libellenflügel,

ich denke ebenfalls daß dies vollkommen geschlechtsunspezifisch ist, zu wem man eine Abhängigkeit entwickeln kann. Es sei denn man hat eine grundlegende massive Abneigung zu einem der Geschlechter.

Und selbst wenn man eine Abhängigkeit entwickeln sollte, ist dies kein Weltuntergang und lässt sich normalerweise auch noch während der Therapie wieder auflösen. Vorausgesetzt natürlich, daß sie nicht wie z.B. bei Dir unvorhergesehen durch den Therapeuten vorzeitig abgebrochen wird.

Ob Du in Zukunft nun bei einer Therapeutin oder einem Therapeuten eine Therapie machst, würde ich nicht generell vom Geschlecht abhängig machen, sondern eher von der Sympathie und ob Du Dir die Zusammenarbeit mit demjenigen vorstellen kannst.

Ich hätte mir aufgrund meiner Vorgeschichte z.B. nie vorstellen können eine Therapie bei einem Mann zu machen. Mir wurde von meinem Hausarzt die Therapiepraxis empfohlen. Es war ein Ehepaar und ich wusste noch nicht, bei wem von Beiden ich dann einen Platz bekomme.
Ich bin bei dem Mann gelandet und ich bereue es absolut nicht.
Manches an- oder auszusprechen ist vielleicht im ersten Moment etwas peinlicher, aber er ist sehr einfühlsam und vorsichtig, was es mir dadurch auch wieder leichter macht.

Wenn ich hingegen zu seiner Frau gekommen wäre, müsste ich mit meiner massiven Ablehnung meiner Mutter gegenüber wohl immer innerlich kämpfen.

Egal wie man es nimmt.
Beides hätte/hat Vor- und “Nachteile“.
Insofern wäre es in meinem Fall eigentlich wieder egal.

Für mich war entscheidend, daß ich gleich trotz meinen Ängsten von Anfang an bei ihm ein gutes Gefühl hatte. So bekomme ich auch die Chance eine positive Erfahrung mit einem Mann machen zu dürfen. Und wie gesagt, ich habe es wirklich nicht bereut.

Höre da auf Dein Bauchgefühl, ob Dir Dein Gegenüber zusagt und Du Dir vorstellen kannst mit dem- oder derjenigen zusammenarbeiten zu können. Alles andere fügt sich dann von selber.

L.G. Tobe
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:42

Libellenflügel hat geschrieben: Sa., 25.05.2024, 21:35 Als ich jünger war, war ich immer lieber mit Männern zusammen. Finde ich unkomplizierter als bei Frauen.
Sehe ich genau umgekehrt. :lol: Wenn Verliebtheit einsetzte, wurde es sehr kompliziert.
Ich weiß nicht, irgendwie habe ich oft eine Sperre und denke unter anderem, Frauen verurteilen mich schneller, verstehen mich weniger und kritisieren mich mehr als Männer.
Ich habe ja ein schlechtes "Muttervorbild" und da kam für mich damals auch nur ein Mann in Frage. Nun blicke ich da auf eine Mischung zurück und alles ist gut.

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Libellenflügel
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:43

Vielen lieben Dank, Tobe.
Ich denke auch, dass die Beziehung zu meine Mutter da mitspielt. Aber dann wäre es ja vielleicht auch positiv, eine korrigierende Erfahrung machen zu können.
Ja, ich höre auf mein Bauchgefühl.

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Shukria
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:44

Es ist ehrlich gesagt schwierig die Zusammenhänge zu erfassen, da du zu jedem Minithema einen neuen Thread erstellst - dabei gehören alle diese Themen zu einem einzigen größeren Bereich.

Hattest du nicht geschrieben das du dich quasi sofort in ihn verliebt hattest??

Ich denke emotionale Abhängigkeit und sich direkt verlieben, sind schon zwei unterschiedliche Themen.

Emotional Abhängig wirst du ja, indem du Verantwortung für dich abgibst und der Therapeut dich tröstet, statt mit dir dran zu arbeiten, wie du das selber hinbekommst.

„Verlieben“ ist auch ehrlich gesagt eine Entscheidung, diesem Gefühl zb in einer Therapie mal keinen Raum zu geben, mit dem Wissen- das ist dort ja keine Partnerbörse.

Insofern hast du ja selber Einfluss drauf. Du kannst das Thema noch beim kennenlernen ansprechen oder aber den Therapeuten die sofort dieses Gefühl in dir auslösen einen Korb geben und weitersuchen oder…
Du bist diesem Prozess ja nicht hilflos ausgeliefert, wenn es wieder passieren sollte.

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Tobe
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Beitrag Sa., 25.05.2024, 21:49

Shukria hat geschrieben: Sa., 25.05.2024, 21:44 Hattest du nicht geschrieben das du dich quasi sofort in ihn verliebt hattest??
Nein, das war seraiina ;)
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