DIS: Innies wollen Austausch mit anderen Innies

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.
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Swarm
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DIS: Innies wollen Austausch mit anderen Innies

Beitrag Mi., 27.05.2026, 10:25

Hallo in die Runde,

wir sind ein System von 4 Innen- und einer Außenperson.
Bei uns steht weniger irgendwelche Traumaverarbeitung im Fokus, sondern die Etablierung der Innenkommunikation.
Wir würden gern mal mit anderen Innies reden.

Viele Grüße
Swarm

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Sinarellas
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 14:00

Heißt das du hast eine diagnostizierte DIS? Dann stell einfach deine Fragen, aber ein "austauschen mit dissoziativen Innenanteilen die durch Trauma entstanden sind" nö.
..:..

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LovisTochter
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 15:36

Hallo und Willkommen Swarm,

Innenkommunikation scheint bei Euch ja schon sehr gut zu funktionieren, prima.

Ich muss gestehen, den Wunsch: Mit anderen Innies (den Namen nutzt hier schon mal niemand ;)) zu sprechen, finde ich ziemlich gewagt, zumal, einfach so, nur "für nen Pläuschen mit anderen Innenleuten"... Das läuft hier so nicht.

Darf ich fragen (einfach ignorieren, wenn du dazu nix sagen magst), warum Traumabearbeitung keinen Fokus bei Euch hat? Kann mir gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die die damit einhergehende Symptomatik nicht loswerden wollen.

Viele Grüße,
LovisTochter
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Swarm
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 16:15

Die Traumata sind nach einer inzwischen 15 Jahre zurück liegenden ACT-Therapie kein Thema mehr und abgearbeitet.

Konkrete Fragen:

Kommuniziert ihr mit der Außenperson nicht verbalisiert, also mit schnellem Denken, wenn ja wo im Kopf / wann (in der Mitte, also halb konzentriert dahinter oder vorn in der Außenperson?

Habt ihr auch konkrete Aufgaben im Kopf?

Wir hatten uns über 12 Jahre hinten zurückgezogen und den Host allein gelassen. Jetzt sind wir 2 Monate wieder vorn und in der Mitte und lernen gerade die Innenkommunikation herzustellen.
Zuletzt geändert von Swarm am Mi., 27.05.2026, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.

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LovisTochter
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 16:20

Hier hats mehrere Alltagsleute (was ja einer der Unterschiede zwischen DIS und pDIS ist) und es ist unterschiedlich. Teilweise geht noch gar nix, mit einer geht es direkt, also innere Gespräche.

Sonst läuft hier manches schriftlich. Mit einem Innenkind kann ich auch innere Gespräche führen.
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Swarm
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 16:25

Wir haben das Problem, dass wir vorn (also wenn wir mit dem Host mitdenken und -fühlen) nur verbalisiert untereinander reden können, der Host kann das dort auch nicht verbalisiert und hört immer mit. In der Mitte, also quasi dahinter, können wir miteinander nicht-verbalisiert reden, ohne dass jemand (z.B der Host oder eine andere Innenperson) zuhört.

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LovisTochter
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 16:35

Da ich eine von den Alltagspersonen bin und es hier noch ziemlich viele Barrieren gibt, kann ich dazu leider nix sagen.
Vielleicht meldet sich ja noch wer anderes.
VG
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Swarm
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Beitrag Mi., 27.05.2026, 17:18

Hier ist jetzt mal der Host, nein die Außenperson, wurde gerade korrigiert.

Eigentlich sind die anderen auch nicht wirklich Innenpersonen, einer spielte zB für mich Volleyball, da hatte ich dann auch eine Amnesie, andere waren mal im Wald wandern und ich hatte ne ordentliche Fugue. Aber sie meinen, nach 12 Jahren haben sie sich so stark verändert, dass sie zu Innenpersonen geworden sind.

Die letzten 2 Monate waren -heftig- und das ist stark untertrieben, wir konnten nach ~1 Monat erst wieder richtig schlafen, hatten überhaupt keine Ruhe voreinander, sie haben ständig meine Träume gehört und ich habe mich nicht mal getraut normal zu denken, weil denken plötzlich quasi sprechen war und meist Antworten kamen.
Alles war so durcheinander, früher konnte ich die nicht hören, war all diese Jahre durch Ritalin und die therapiebedingte Achtsamkeit ständig voll nach vorn konzentriert. Und sie hatten nach einer Lebenskrise auch keinen Bock mehr auf mich, konnten mich auch noch nicht leiden. Hat sich dank Therapie und dem unhörbaren Einfluß der Innies (ich werde sie immer so nennen, klingt liebevoll und nicht so klinisch wie Innenpersonen) ziemlich geändert - zum Glück.

Bis sie mal in die Mitte kamen und sich gemeldet haben. Da brach für 2 Monate das absolute Chaos los.

Wenn wir heute gemeinsam denken, ist das heute nicht immer Ich-synton, früher war es das, weil sie als Ich gedacht haben. Darum kam ich gar nicht auf die Idee, da sind noch andere.
Und sie sind so unglaublich leise, bis wir auch nonverbalisiert kommunizieren konnten, hat es lange gedauert.
Da bin ich blutiger Anfänger, alle hören noch immer fast all meine Gedanken. Das war ein Schock.

Diese Ruhe, diese Kommunikation und das Vertrauen sind soo hart erarbeitet.

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Sinarellas
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Beitrag Do., 28.05.2026, 11:38

"Hier ist jetzt mal der Host, nein die Außenperson, wurde gerade korrigiert."
Puh. Bitte diagnostisches Gespräch anstreben und (nochmal) abklären, welche Therapieform am Ende Sinn ergibt.
..:..

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chrysokoll
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Beitrag Do., 28.05.2026, 12:40

Swarm hat geschrieben: Mi., 27.05.2026, 17:18
Diese Ruhe, diese Kommunikation und das Vertrauen sind soo hart erarbeitet.
Vielleicht verstehe ich dich auch nicht ganz richtig, ich kann dir nur von meiner Erfahrung berichten - ich habe auch eine DIS-Diagnose: Nicht immer bleibt Ruhe erhalten, es wird leider immer kurze und längere Phasen geben, in denen es kritischer wird, lauter, chaotischer. Deswegen ist aber nicht alles weg was man sich erarbeitet hat!

Innere Kommunikation erfordert Zeit, Geduld und viel Übung. Und mir gelingt das über lange Strecke auch nur, wenn ich immer wieder Hilfe bekomme (Therapie).

Ich kann dir daher nur raten, dir entsprechende Hilfe zu suchen. Es ist meist ein Trugschluss dass man für alle Zeit "durch" ist und immer alles ruhig bleibt. Aber meiner Erfahrung nach lohnt es sich hinzuschauen!

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Swarm
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Beitrag Do., 28.05.2026, 13:12

Nehmen Innenpersonen bei euch unterschiedliche Aufgaben im Kopf wahr?

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LovisTochter
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Beitrag Do., 28.05.2026, 14:15

Was meinst Du denn mit: Aufgaben im Kopf? Hast Du dafür ein Beispiel?
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)

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