ich wollte mit Euch ein Problem teilen. Was genau ich mir davon erhoffe, weiß ich selbst nicht.
Ich würde das Problem gerne mit einem konkreten Beispiel beschreiben.
Es gibt da einen Mann, mit dem ich seit vier Jahren befreundet bin. Von Anfang an wollte er mehr von mir und von Anfang an wollte ich nur die Freundschaft.
In den letzten Wochen hat sich unsere Freundschaft sehr intensiviert (da wir auch zusammen arbeiten und uns dadurch sehr häufig sehen). Wir bleiben nach der Arbeit oft noch mehrere Stunden im Büro und reden. Machen lange Mittagspausen zusammen. Und erzählen uns von unserem tiefsten Innenleben.
Seit dem diese Freundschaft so an Intensität zugenommen hat, merke ich, wie in mir sehr böse Impulse entstehen. Ich will ihn entwerten, wenn er sich mir verletzlich zeigt. Ich bin wütend, wenn er über seine Abhängigkeit in Beziehungen spricht. Ich muss sehr sehr sehr viel psychische Energie aufbringen, um diese Impulse nicht in die Tat umzusetzen. Weil mich das enorm viel Kraft kostet, habe ich ihm nun gesagt, dass ich Abstand brauche und diese Nähe nicht ertrage.
Leider ist das ein Muster, dass ich in meiner vergangenen Beziehung auch hatte
Ich bin sehr traurig darüber, weil ich mich selbst nicht mag, wenn ein Mensch mir näher kommt. Ich bin entsetzt, wie viel Böses und Entwertendes ich ggü anderen Menschen in mir trage, auch wenn ich es mit aller Kraft unterdrücke.
Ich fühle mich der Menschheit ggü nur sicher, wenn sie auf Distanz zu mir sind.
Das ist sehr schade, zumal ich gleichzeitig auf hilfreiche Beziehungen sehr angewiesen sind.
Habt Ihr Gedanken oder eigene Erfahrungen dazu?
LG, mimichen
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