Meine Gefühle

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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IMissYou
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Meine Gefühle

Beitrag Mo., 26.01.2015, 22:10

Trigger *Von der Seele schreiben*
Aber an manchen Tagen brennt jede Berührung. Egal wer, egal wo, egal wie. Es brennt wie Feuer.
Die Angst vor einer Berührung ist so gross das ich garniemanden mehr an mich heranlassen kann. Und das ist alles dein Werk. Du hast ein Teil in mir drin zerstört. Aber trozdem geb ich mir die Schuld an dem was passiert ist. Seit dem Tag ist etwas in mir gestorben.
Es ist mir so peinlich. 
Irgendwann kommt alles zurück. 
Die Worte, die Berührungen, die Verachtung. 
Du fängst an zu schreien, du weinst, krallst in deine Haut, lässt nicht locker. 
Schlägst gegen die Fliesen im Bad.
Lässt das Wasser ganz kalt werden und verlierst dich.
Seitdem tun Beruehrungen so Weh.
Ich habe mich gewaschen und gewaschen. Schrubbte mir die Haut vom Körper. Ich zog mir zwei- bis dreimal am Tag saubere Kleidung an. Niemand sollte mir den Dreck ansehen, doch das schien unmöglich. Er klebte an mir, war ein Teil von mir. Ich fühlte mich nicht wohl.Ich hab alles dafür getan, dass der Schmerz aufhört. 
Manchmal glaubt man, man hat die Vergangenheit hinter sich gelassen. Bis man merkt dass sie einen wieder einholt.
Heute fühlt sich alles so leer und taub an…
Die Realität zieht an mir vorbei…Tränen kullern die Wangen hinunter. 
Hass und pure Angst bestimmen meine Nacht, es ist schrecklich, oft vom erlebten zu träumen und mit Tränen in den Augen aufzustehen. Doch dran ändern kannst du nichts.
warum lässt du mich nicht in Ruhe? Warum verfolgt mich das alles bis heute? Und das schlimme an allem ist ich geh daran kaputt.
Manchmal frage ich mich, ob du weißt was du mir angetan hast und dass du damit mein leben zerstört hast..Es gibt Dinge die man verdrängt hat um sich zu schützen, doch ein einziger Satz lässt alles wieder hochkommen und das einzige was du dir wünscht ist, dass die Qual aufhört. ..
Mit all dem zu leben ist unerträglich.
Ich will nicht das jemand merkt wie schmutzig ich wirklich bin.
Ich bin gestorben. Ich stehe zwar laecheln und gluecklich vor dir, aber hinter der Fassade steckt mein wahres Ich; ein einsames und verstorbenes Maedchen. Ich kann dich so gut taeuschen, dass du mir jede Luege ueber meine Gefuehle glaubst...

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stadtwolf
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Beiträge: 141

Beitrag Di., 27.01.2015, 00:23

Es wird sich bestimmt verändern. Durch das Akzeptieren wie es ist. Durch das Wahrnehmen und Benennen des Schmerzes und der Wut.
Und der Verzweiflung. Und währenddessen zu glauben es wird nie enden. Auch das.
Zumindest ich habe es so erlebt.
Bis ich es gewagt habe aufzuhören mit dem Theaterspielen.
Nur langsam und vorsichtig. Zorn zugelassen, Trauer zugelassen.
Offene Gespräche. Mit 2 echten Freunden und wechselnden Therapeuten.
Das Unattraktive ausgesprochen und das Verbotene.
Rache. Den Wunsch zu verletzen und zu töten.
Angst, Neid formuliert. Verletzlichkeit und Schwäche.
Es hat sich verändert. Obwohl ich fast ohne Hoffnung war.
Ich habe kein Allgemeinrezept, aber was ich Dir bieten kann ist meine Erfahrung.
Und die sagt daß ich entkommen bin.
Trotz vieler Jahre der Gewalt und des Mißbrauchs.
Habe erfahren was Liebe sein kann und habe gelernt mit starken Gefühlen aller Art so umzugehen daß
ich mich und/oder andere nicht gleich fast wegräumen muß.
Offensichtlich ist es also nicht so daß das Verharren im Leiden eine zwingende Folge von erlittenem gravierendem Unrecht ist.
Ich habe gelernt daß das Leben eben alles ist. Nicht nur Schmerz aber auch nicht nur Freude.
Nachdem ich noch nie jemanden kennengelernt habe der dauerhaft rund um die Uhr glücklich ist scheint es mir nicht sehr
aussichtsreich es anzustreben.
Aber ich kann leben lernen. Bis zum Schluß.
Ich würde Dich gerne tragen und Dir die glitzernden Seiten des Lebens zeigen aber das kann ich leider nicht.
Alle müssen ihren Weg selber gehen. Es gibt zwar Helfer aber den Weg kann niemand für einen anderen gehen.
Ist halt meine Erfahrung. Vielleicht ist ja was dabei für Dich ?

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Mustermaus
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Beiträge: 72

Beitrag Mi., 14.10.2015, 02:51

Wollte mich nur nochmal ausdrücklich bedanken für Deine Beiträge, sie sind wahnsinnig wertvoll und erinnern mich an frühere Zeiten....

Es dauert unwahrscheinlich lange, bis man es aufarbeiten kann und man trauert später ewig der verlorenen Zeit aus der Jugend hinterher, die man schließlich nicht genießen durfte.

Ich frage mich genauso heute noch, ob es ihm bewusst ist, dass er mein Leben zerstört hat... Denn er tut so, als ob nie etwas passiert wäre.

Man möchte sich rächen und hat doch so viel Angst davor, das Leben des Teufels kaputt zu machen... Ja man beschützt ihn regelrecht, obwohl das die einzige Genugtuung sein könnte für all das, was man widerfuhr.

Irgendwann fühlt man sich, wie ein Psychopath, man wird vollkommen gefühllos... man hat offenbar zu lange die Trauer unterdrückt und mutiert zu einem Stück versteinertem Garnichts. Absolut nichts und niemand kann einen berühren, plötzlich wird man selbst zum Teufel... Man fängt schleichend an, sich selbst immer gefährlicher zu verletzen, um zu wissen, ob man überhaupt noch lebt.

Letztendlich fühlt man sich wieder schuldig und möchte vermeiden, dass andere leiden. Lieber leidet man selbst und ergibt sich dem Schicksal... dann hat man auch ein wenig Hoffnung, sich selbst wieder zu spüren. Man gibt unwillkürlich nach und bleibt lieber das verletze Kind, weil es einem so vertraut ist... 

Warum das Leben so unerträglich ist, bleibt auf ewig unbeantwortet.
~ ~ ~ ~

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Myhre
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weiblich/female, 40
Beiträge: 572

Beitrag Do., 15.10.2015, 05:02

Ich glaube nicht an Rache...ganz egal was meinen Eltern und den anderen Tätern widerfahren könnte:
Nichts und niemand kann mir damit die zerstörte Kindheit und all die Schmerzen damit heilen oder ungeschehen machen.
Ja,es ist schwierig wenn sie ungestraft so leben,als wäre nichts passiert.Sich selbst und alle belügen ...aber das ist auch nur eine Vermeidungshaltung und Überlebenstaktik.Ich versuche das nicht zu vergessen.
@all
Vielen Dank für euere offenen Worte und euer mitteilen eurer Erfahrungen
Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran bemessen wie Tiere behandelt werden.
Mahatma Ghandi

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