Mrz 08

Frauen empfanden positive Gefühle, wenn sie die Enttäuschung ihrer Partner wahrnahmen, da dies für sie sein “Engagement” und seine “Investition" in die gemeinsame Zeit ausdrückte. Photo Credit: ALAMY, Telegraph

Eine von der Harvard Medical School durchgeführte Studie ergab, dass sich Ehefrauen oder Freundinnen freuen, wenn ihre Partner Emotionen zeigen, da sie dies als Zeichen einer gesunden Beziehung interpretieren. Weiters zeigte die Studie, dass die Frauen sich besser fühlten, wenn sie zuvor verärgert waren, ihr Mann dies aber deutlich wahrnahm. Die Männer jedoch fühlten sich dadurch nicht besser.

Die größte Freude empfanden Frauen jedoch, wenn ihr Partner deutlich Unzufriedenheit oder Ärger zeigte, da es für sie sein starkes “Engagement” oder “Investment” in ihre gemeinsame Zeit ausdrückte.

Dr. S. Cohen, Leiter der im Journal of Family veröffentlichten Studie, sagte in einem Interview: “Für Frauen drückt der Ärger ihres Partners offenbar emotionales Engagement in die Beziehung aus, auch in schwierigen Zeiten. Dies steht im Einklang mit dem, was über die Unzufrieden heit bekannt ist, die Frauen häufig erleben, wenn sich ihre männlichen Partner emotional zurückziehen und und Konflikten ausweichen.

Basis der von der American Psychological Association veröffentlichten Studie waren sehr unterschiedlich gewählte, 156 heterosexuelle Paare. Mehr als 100 der jüngeren, städtischen Paare, lebten in einer exklusiven, aber nicht unbedingt verheirateten Partnerschaft. Bei den meisten anderen Paare existierten z.T. große Unterschiede in der Art, in der sie Konflikte lösen und Emotionen ausdrücken, die übrigen Teilnehmer waren älter, stammten aus der Mittelschicht und waren verheiratet. Insgesamt waren 71 Prozent der Befragten weiß, 56 Prozent verheiratet, und die durchschnittliche Dauer ihrer Beziehungen war 3,5 Jahre.

Während der Studie wurde jeder Teilnehmer gebeten, einen während der letzten 2 Monate stattgefundenen Vorfall mit dem Partner zu beschreiben, der als frustrierend, enttäuschend oder ärgerlich erlebt wurde. Die Forscher nahmen die Teilnehmer bei einer kurzen Zusammenfassung des Vorfalls auf, und brachten das Paar anschließend zusammen, um die Aufnahmen beiden vorzuspielen. Mit der Begründung, sie könnten danach wahrscheinlich das Geschehene besser verstehen, sollte von ihnen danach der Vorfall danach nochmals besprochen werden, was ebenfalls aufgenommen wurde. Diese Videoaufnahme wurde ihnen dann ebenfalls gezeigt, während ihre negativen und positiven Reaktionen mit Hilfe eines elektronischen Gerätes bewertet wurden.
Später wurden sechs 30-Sekunden-Clips zu den emotionalsten der stattgefundenen Diskussionen dann den Teilnehmern, die zuvor Fragebögen über ihre Gefühle ausgefüllt hatten, die Aufnahmen dargestellt. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Beziehung wurde gemessen, und ob die Befragten ihre Partner als einfühlsam empfanden.

Das Ergebnis: “Insgesamt deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass Männer offenbar zufriedener in ihren Beziehungen sind, wenn sie die positiven Emotionen ihrer Partner genau “ablesen” können, während die Zufriedenheit von Frauen in ihren Beziehungen dann steigt, wenn sie bei ihren Partnern negative Gefühle ablesen können.” Weiters interessant: “Die Zufriedenheit der Frauen war stärker von ihrer Wahrnehmung abhängig, dass ihre Partner ihre negativen Emotionen zu verstehen suchten, als von der tatsächlichen Genauigkeit, mit der die Männer diese Emotionen ablesen konnten.”

(Quellen: Telegraph 03/2012, APA)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Jan 20

[English version ]

“Burnout in Thailand? Unmöglich!”

… das würden wohl die meisten von uns denken.
Doch die Syptome von “Burnout” müssen nicht immer nur in hohem beruflichem Druck ihren Ursprung, sondern können auch ganz andere Ursachen haben.

Grundsätzlich existieren 3 Gruppen von Menschen, die sich sogar bei der  Auswanderung in ein sonniges, asiatisches Tropenland anfällig dafür sind, eine Burnout-Symptomatik zu entwickeln:

Zum einen gibt es Ausländer, die versuchen, im Ausland ihren Lebenserwerb zu bestreiten und bei in- oder ausländischen Firmen angestellt sind. Häufig müssen sie von Beginn an mit hohem Druck und großen Erwartungen am Arbeitsplatz fertig werden, sind aber auf die kulturellen Unterschiede, mit denen sie im Ausland umzugehen haben, weitgehend unvorbereitet und hatten diese unterschätzt. Viele sind überrascht und letztlich überfordert von der Herausforderung, das “alte” Leben aufzugeben, und nahezu zeitgleich ein neues Zuhause zu finden, es einzurichten und sich darin heimisch zu fühlen, sich an einen komplett neuen Kollegenkreis und ihre Arbeitshaltung zu gewöhnen, sich in der neuen Umgebung zu orientieren und gleichzeitig all die Erwartungen zu erfüllen, die sie an sich selbst stellen.

Dann gibt es die Ausländer, die im Ausland selbständig arbeiten möchten. Diese “Expat-Unternehmer” sind nahezu ganz auf sich allein gestellt, und gehen von der Annahme aus, dass ihre Erfahrungen als Touristen sie genügend auf das neue Traumprojekt vorbereitet haben sollten. Doch schon nach kurzer Zeit haben sie mit zahlreichen Hürden unterschiedlichster Art zu kämpfen. Vieles funktioniert nicht so, wie es daheim mit demselben Aufwand an Einsatz und Geld geklappt hätte. Die Summe der vielen kleinen Ärgernisse schliesslich raubt vielen nicht nur sukzessive die Freude an ihrem Traum z.B. vom “eigenen Restaurant in Asien”, sondern führt zu regelrechter Frustration und einem Gefühl, vielleicht niemals an einen Punkt zu gelangen, an dem alles so läuft wie erhofft. Und ich habe noch nicht mal die gerade in Schwellenländern und Entwicklungsländern omnipräsenten Themen “Bürokratie” und Korruption angeschnitten..!

Einige mag es vielleicht überraschen, dass sogar der Ruhestand in gemeinhin als “Traumdestinationen” empfundenen Ländern wie jenen Südostasiens oder Südamerikas zu “Burnout” führen kann.
Die vielen Veränderungen, die eine Auswanderung mit sich bringt, habe ich bereits erwähnt – aber sogar, wenn am Beginn eigentlich alles gut lief, kann nach einiger Zeit die Freude verflachen und von einzelnen Schwierigkeiten und Ärgernissen, sozialer Isolation oder sozialen Konflikten ausgehöhlt werden. Zusätzlich leiden viele westliche Auswanderer an einem Mangel an Herausforderung und Kommunikation: sie sind “bored out” von der täglichen Routine, die sich nach einiger Zeit einstellt und bei der sich dann mitunter der Tag nur mehr um die “Höhepunkte” Essen oder Trinken dreht. Sogar jemanden zu finden, mit dem man sich wohl fühlt und sich gut austauschen kann, kann schwierig sein. Doch ‘Boreout’ kann zu ähnlichen körperlichen Symptomen wie Burnout führen und uns längerfristig genauso krank und depressiv machen. Insofern ist es wichtig, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und entsprechend aktiv zu werden, bevor man von der eigenen Negativität wie gelähmt ist.

In einem Folge-Eintrag werde ich typische Burnout- und Boreout-Symptome beschreiben und Strategien, wie mit diesen umgegangen werden kann.

(Dieser Kurzartikel ist die “Blog-Version” einer wöchentlichen Zeitungsartikel-Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2012; Bildquelle: blog.madisonwhoswho.com)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Jan 20

Seit einigen Jahren beobachte ich eine deutliche Zunahme von Menschen – insbesondere Männern -, die unter teils massiven Ängsten leiden, pädophile Neigungen zu haben. Auch wenn diese Ängste unbegründet sind, erzeugen sie in ihrer Intensität bei den Betroffenen doch massiven Leidensdruck – diagnostisch ist dann von Zwangsgedanken zu sprechen, eine Störung, die sich von Pädophilie klar zu unterscheiden ist.

In den meisten Fällen fand zu einem früheren Zeitpunkt ein “Initialereignis” statt, nach dem die Angst, möglicherweise pädophil zu sein, zum ersten Mal auftrat – z.B. körperliche Erregung bei der Berührung eines jungen Mädchens, ein sexuell gefärbter Traum, als erregend empfundene Filmszenen oder auch Bilder, die als pädoerotisch bis pädopornografisch einstufbar sind. Von diesem Zeitpunkt an werden die eigenen Gedankenläufe, etwa bezüglich “junger Mädchen” oder “Buben”, sehr genau beobachtet. So wird z.B. innerlich geprüft, ob sich emotionale oder körperliche Regungen einstellen, wenn den Betroffenen ein minderjähriges Mädchen über den Weg läuft oder Phantasie-Szenen werden experimentell im Kopf durchgespielt.
Im Unterschied zum normaltypischen Umgang mit der prinzipiellen Idee, über eigene pädophile Neigungen zu verfügen, ist Personen, die unter Zwangsgedanken leiden, die Kontrolle über die damit verbundenen Gedankenläufe weitgehend entzogen. Obwohl sich das reale sexuelle Interesse auf volljährige Personen richtet, scheint in der inneren Vorstellung jederzeit mit dem Schlimmsten, nämlich dem plötzlichen und nicht beherrschbaren Aufflammen von realen sexuellen Gefühlen für Minderjährige, gerechnet werden zu müssen.

Die Prognose von Zwangsgedanken aber ist alles andere als erfreulich, es handelt sich dabei um eine von der möglichen Ausprägung her sehr schwere und die Lebensqualität massiv einschränkende psychische Störungsform. Was mit gelegentlichen, beunruhigenden Gedanken beginnt, kann im Verlauf weniger Jahre oder gar Monate ein Ausmass annehmen, das ein geregeltes Leben und das Empfinden jeglicher Lebensfreude verunmöglicht. Ein erhebliches Problem besteht zudem darin, dass PatientInnen mitunter auch im realen Leben (also nicht nur gedanklich) “überprüfen” wollen, ob z.B. sexuelle Übergriffe als erregend empfunden würden. Es kann dann fatalerweise auch zu realen Übergriffen auf Minderjährige kommen, bei denen dann tatsächlich erstmals eine Grenze im realen Leben überschritten wurde – etwas, das bei rechtzeitiger therapeutischer Behandlung vermutlich niemals passiert wäre, aber nun erstmals potentielle rechtliche und auch weitere psychische Auswirkungen (z.B. starke Schuldgefühle und Ängste) hat.

Der nach solchen Erfahrungen meist weiter steigende psychische Druck und das strafrechtliche Risiko alleine rechtfertigen eine möglichst frühzeitige psychotherapeutische Behandlung dieser Form von Zwangsgedanken. Im Unterschied zu den meisten anderen Formen von Zwangsstörungen, deren Querwirkung auf Dritte i.d.R. sehr begrenzt ausfallen dürfte oder ganz ausbleibt, besteht bei unter pädophilen Zwangsgedanken leidenden Personen nämlich ein gewisses Risiko von Handlungen, die sie in die Grauzone strafrechtlich relevanter Taten oder darüber hinaus führt.

Hinweis: dieser Artikel ist die Kurzfassung meines umfangreichen Artikels zum Thema “Pädophile Zwangsgedanken“.

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Jan 09

In einem Artikel stellte K. McGonigal, Psychologin an der Stanford University, eine praktische Anwendung für Erkenntnisse aus zwei kürzlich veröffentlichten Studien vor, die den Wert selbst einfachster schriftlicher Übungen auf unsere Psyche illustrieren.

In einer Studie reduzierte die Intervention Schadenfreude. Nach einer kurzen Schreibaufgabe berichteten die Teilnehmer, weniger Schadenfreude über die Fehlleistungen einer anderen Person zu empfinden. Die meisten Menschen beschreiben Schadenfreude als positive Emotion – doch tatsächlich kann sie ein großes Hindernis für unser Glück darstellen. Je mehr wir uns am Leiden anderer erfreuen, desto schwieriger ist es für uns, aus dem Glück der anderen auch für uns selbst positive Gefühle zu beziehen, Mitgefühl für andere zu empfinden, aber auch eigene emotionale Bedürfnisse adäquat wahrzunehmen und zu nähren.

Die Versuche in der zweiten Studie, welche unter etwa denselben Versuchsbedingungen stattfand, erhöhten den Mut der Teilnehmer, Details über ihre eigenen medizinischen Risiken zu erfahren – etwas, das die meisten Menschen aus Angst, etwaige bedrohliche Krankheiten herauszufinden, instinktiv abwehren. Doch Offenheit gegenüber potenziell bedrohlichen Informationen kann nicht nur Leben retten, sie ist auch die Grundlage für die Möglichkeit, neue Perspektiven und Sichtweisen auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen.

Zusammen deuten diese Studien auf die Möglichkeit, mittels einer 15-Minuten-Aufgabe sowohl Mut als auch Mitgefühl zu erhöhen, Stress zu reduzieren, die Selbstkontrolle und die Ausdauer im Angesicht von Herausforderungen zu erhöhen. So können Sie diese Methode McGonial zufolge auch für sich selbst nutzen:

  1. Machen Sie eine Liste der 3 für Sie wichtigsten Werte. “Werte”, das können Prinzipien, Stärken, persönliche Qualitäten,  Rollen oder Erfahrungen sein, die subjektiv sinnvoll und wichtig für Sie sind. Typische Beispiele sind Tugenden (wie Ehrlichkeit, Geduld, Mut, Mitgefühl), die Fähigkeit, die positiven Seiten und Potenziale des Lebens sehen zu können, Glaube, Verbindung zur Natur, Dienst an der Gemeinschaft oder Familie, Gesundheit, lebenslanges Lernen, Abenteuer, Tradition, Kreativität, und ähnliche Qualitäten.
  2. Wenn Sie kurzfristig eine Dosis zusätzlicher Selbstbestätigung benötigen, wählen Sie einen dieser Werte und schreiben für 5-15 Minuten auf, warum gerade dieser Wert für Sie wichtig ist – und ein Beispiel dafür, wie Sie ihn leben. Sie könnten beispielsweise über eine vergangene Erfahrung schreiben, eine Zeit in Ihrem Leben, wo Ihnen dieser Wert half, eine Herausforderung zu bestehen. Oder auch etwas, bei dem Ihnen dieser Wert tagtäglich hilft. Wenn Ihr Wert beispielsweise Großzügigkeit ist, könnten Sie über ein Erlebnis schreiben, bei dem Sie einen Menschen in einer schwierigen Situation unterstützten, oder warum Sie regelmäßig Zeit und Geld für einen bestimmten wohltätigen Zweck einsetzen.

Diese Technik hilft vermutlich nicht dabei, dauerhaft mehr Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle etc. zu erwerben, kann aber vorübergehend dabei unterstützen, sich selbstsicherer und gelassener hinsichtlich bestimmter Herausforderungen zu fühlen und diese damit besser zu bestehen.

(Quellen:  McGonial, K, “Find Your Courage and Compassion with One Question” in: psychologytoday.com; Howell JL & Shepperd JA, “Reducing information avoidance through affirmation. Psychological Science” in: Psychological Science; van Dijk WW, van Koningsbruggen GM, Ouwerkerk JW, & Wesseling YM (2011), “Self-esteem, self-affirmation, and schadenfreude.” in: Emotion, 11(6), 1445-1449. Photo Credit: freestockphotos.biz)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Jan 05

Bei ihrer Einführung wurde Viagra als neue Hoffnung für all jene beworben (und prompt gefeiert), die unter Erektionsstörungen litten. Tatsächlich wurden Belege dafür gefunden, was manche Sexualtherapeuten (unter anderem auch ich) bereits von Beginn an vermuteten: ähnlich den Effekten bei sog. “Testosteron-Kuren” (künstlicher Testosteron-Verabreichung) läßt die Wirkung der Potenzpille bei länger dauernder Einnahme zum Teil massiv nach.

Wissenschaftler dreier Universitäten in den USA und in Saudiarabien untersuchten, ob die Wirkung von Viagra, Cialis und Levitra auch anhält, wenn das Medikament längerfristig eingenommen wird und veröffentlichten die Ergebnisse der Studie im Journal of Urology. Per Telephoninterview wurden 151 Patienten befragt, die im Jahre 1997 Viagra verschrieben bekommen hatten. Die Ursachen für die Erektionsstörungen der Patienten waren operative Prostataentfernungen, Diabetes, oder neurologische Störungen.

Anfangs verbesserte sich bei drei Viertel der Teilnehmer die Erektionfähigkeit soweit, dass sie wieder normalen Geschlechtsverkehr haben konnten. Bei 15% dieser Patienten waren dazu 100mg Sildenafil (die maximale für männliche Erwachsene angeratene Dosis), notwendig, 83% der Patienten kamen mit 50mg aus und 2% benötigten nur 25mg.
Nach drei Jahren wurden die Patienten nochmals befragt, und es stellte sich heraus: die neuen Sexfreuden hatten nicht lange angehalten. Etwa die Hälfte der Patienten hatte die Potenzpille wegen Wirkungslosigkeit bereits ganz abgesetzt. Und 37% jener Männer, die noch auf Viagra bauten, waren mittlerweile auf die Maximaldosis umgestiegen.

Die Ernüchterung über die angeblichen Wunderkräfte der blauen Pille ist in der Fachwelt groß. “Nach meinen Beobachtungen wirkt Viagra nur bei der Hälfte aller Patienten mit körperlich bedingten Erektionsstörungen”, erklärt P. Derahshani, Leiter der Urologischen Abteilung der Kölner Klinik am Ring. Ein gesundheitlich problematischer Aspekt bestehe darin, dass beim Auftreten von Gewöhnungseffekten die Dosis nur bei jenen Patienten gesteigert werden kann, die vorher 25 oder 50mg eingenommen haben, denn eine Dosis über 100mg erhöht das Risiko von Nebenwirkungen wie Kreislaufsschwäche, Übelkeit oder Kopfschmerzen beträchtlich.

Kein Ersatz für Psychotherapie bzw. Sexualtherapie

“Man sollte nicht vergessen, dass bei Erektionsproblemen Viagra nur bei solchen Männern indiziert ist, deren Potenzschwäche körperliche Ursachen hat”, sagte der Wiener Urologe Werner Reiter von der Impotenz-Ambulanz am Wiener Allgemeinen Krankenhaus in einem Interview mit der “Süddeutschen” (SZ). Vor allem bei älteren Männern, die viel rauchen und an Bluthochdruck oder Herzerkrankungen leiden, verliere Viagra nach längerer Einnahme an Wirkung. Bei Männern mit stabilem Gesundheitszustand beobachtet der Spezialist hingegen selten einen Gewöhnungseffekt.
“Wenn die Gründe für die Impotenz im psychischen Bereich liegen, deckt Viagra im besten Fall anfangs die Impotenz-Symptome zu”, warnt Reiter. Langfristig könne diesen Patienten nur mit einer Psychotherapie bzw. Sexualtherapie geholfen werden.

Gesundheitsrisiken mitunter fatal unterschätzt

Fatalerweise wird von vielen Männern das Risiko von Selbstmedikation ignoriert. Doch stattliche 40 Prozent der Männer, die wegen Erektionsproblemen zum Arzt gehen, leiden an einer Arteriosklerose der Herzkranzgefäße (welche jedoch nicht immer die Ursache der Erektilen Dysfunktion darstellen muss). Impotenz “kann jedoch das Anzeichen einer Erkrankung oder einer beginnenden Erkrankung sein. Symptome aber einfach blind wegbringen zu wollen hat sich weder in der Medizin, noch in der Psychotherapie als gewinnbringend erwiesen”, so Sexualtherapeut Karl F. Stifter. Es gehe darum, den Menschen ganzheitlich im Auge zu behalten, und dazu gehört auch, bei Erektionsproblemen zunächst einmal körperliche Ursachen und Symptome abzuklären.

Der in den Pillen enhaltene Wirkstoff (Sildenafil bei Viagra, Vardenafil bei Levitra und Tadalafil bei Cialis) fördert die Entspannung der glatten Muskulatur im Schwellkörper und unterstützt so die Erektionfähigkeit. Die Besonderheit ist, dass die Wirkung erst mit einer sexuellen Erregung einsetzt – Erektionsprobleme werden also insbesondere dann nicht von ihr gelöst, wenn psychische Ursachen die Erektion behindern.

In geringem Maße beeinflussen die Wirkstoffe auch chemische Reaktionen innerhalb unseres Körpers, die unsere visuellen Empfindungen steuern. Daher gehört zu ihren Nebenwirkungen auch eine spezielle Form der Sehstörung, bei der man alles leicht blau getönt sieht. Piloten dürfen daher mindestens 12 Stunden vor einem Flug kein Viagra einnehmen. Auf die mittlerweile nachgewiesene Schädigung des Hörvermögens durch eine Langzeiteinnahme der Potenzmittel habe ich bereits in einem früheren Blog-Artikel hingewiesen.

Noch weitaus problematischer als dieses “blaue Wunder” ist aber wie erwähnt die Gefahr, bei bestehender Herzschwäche einen Infarkt zu erleiden. Denn als Medikamente, die in die Blutzirkulation des Körpers eingreifen, haben Viagra & Co. besondere Risiken für Herz und Kreislauf. Insbesondere Patienten, die Nitroglycerin oder Blutdruck senkende Mittel einnehmen müssen, welche ebenfalls die glatte Muskulatur entspannen, dürfen die Tabletten nicht einnehmen, da sich die Wirkung der Mittel gegenseitig verstärkt. Zusammen mit nitrathaltigen Medikamenten (z.B. für Angina pectoris) kann der Wirkstoff zu einem tödlichen Blutdruckabfall und bei Männern mit Herzkrankheiten zu Kreislaufversagen führen. Eine entsprechende Untersuchung durch einen Arzt ist daher unbedingt angezeigt, bevor man diese einnimmt.

Tatsächlich sind keine anderen Medikamente aufgrund fahrlässiger Anwendung für so viele Todesfälle verantwortlich wie die neuen “Erektionshelfer”. Europaweit wurden allein während der ersten 3 Jahre nach dessen Einführung weltweit 616 Todesfälle nach der Einnahme von Viagra gemeldet. Die leichte Verfügbarkeit der Tabletten über das Internet oder den Schwarzmarkt stellt ein großes Problem dar, da sie zum einen zur Selbstmedikation regelrecht einlädt, und es sich zum anderen bei manchen so bezogenen Tabletten um gesundheitsgefährdende Imitate handelt. Der Markt der Imitate, die größtenteils aus Indien und China stammen, ist nämlich kaum zu kontrollieren, mit den damit verbundenen Risken für die Endanwender, die die so bezogenen Tabletten häufig nicht nur in viel zu jungen Jahren, sondern auch auf eigene Faust als “Lifestyle”-Droge einsetzen.

Zu befürchten ist also einmal mehr, dass bereits derzeit die Zahl der “Viagra-Veteranen” mit multisystemischen Erektionsstörungen (= psychogene Erektile Dysfunktion plus bereits organisch bedingter Wirkungslosigkeit erektionshelfender Mittel) massiv zunimmt. Diese Männer dürften sich speziell dann, wenn die Erektionsfähigkeit aus ganz natürlichen Gründen (altersbedingt oder als Nebeneffekt körperlicher Erkrankungen) abnimmt, in einer unglücklichen Sackgasse wiederfinden.
Nachgewiesenermaßen sind bei der überwiegenden Mehrheit der Männer unter dem 50. Lebensjahr Erektionsprobleme psychisch bedingt – selbst diesen aber ist aus sexualtherapeutischer Sicht unbedingt angeraten, diese zunächst ärztlich abklären zu lassen. Werden dabei keine klaren Indizien für körperliche Ursachen gefunden, sollte man im Interesse seiner Gesundheit (und vielleicht auch, um sich die “Trumpfkarte” der Pillen für schwierigere Zeiten aufzuheben) sexualtherapeutische Beratung suchen, statt reflexartig zu den einfach verfügbaren problematischen “blauen Pillen” zu greifen.

(Quellen: Reuters.com; Rizk El-Galley et.al., “Long-Term Efficiacy of Sildenafil and Tachyphylaxis Effect” in: The Journal of Urology – September 2001 (Vol. 166, Issue 3, Pages 927-931); Image source: creakyeasel.com)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Dez 24

Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge haben Depressive ein um 45% erhöhtes Risiko, einen Hirnschlag zu erleiden, und eine um 55% höhere Wahrscheinlichkeit, daran zu versterben. Depression ist also offenbar neben zahlreichen anderen Erkrankungen und Störungsbildern, mit denen zumindest Wechselwirkungen und z.T. kausale Zusammenhänge bestehen, wie:

offenbar auch ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfälle, so die Studienautoren von der Harvard Medical School of Public Health, Boston.

“Gerade Menschen mit Depressionen müssen über die bekannten Risikofaktoren für einen Schlaganfall, wie hoher Blutdruck, schlechte Ernährung oder wenig Bewegung, aufgeklärt werden”, rät deshalb Prof. Martin Grond aus Siegen, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Denn dass depressive Menschen auch ein höheres Risiko tragen, einen Schlaganfall zu erleiden, war bisher unklar. Mit jährlich mehr als 250.000 Fällen zählt auch der Schlaganfall in Deutschland zu den Volkskrankheiten, die Studienergebnisse sind somit auch ökonomisch bedeutsam für das Gesundheitssystem.

In der Metaanalyse wurden Daten von insgesamt 317.540 Menschen aus 28 prospektiven Bevölkerungsstudien ausgewertet. Zu Beginn untersuchten Ärzte die Probanden auf depressive Symptome und betreuten sie in der Folge noch bis zu 29 Jahre lang. In diesem Zeitraum erlitten 8478 Studienteilnehmer einen Schlaganfall. Die Daten zeigen, dass Depressive ein um 45 Prozent höheres Risiko haben, einen Hirnschlag zu erleiden. Ihr Risiko an einem Schlaganfall zu versterben, lag sogar um 55 Prozent höher als bei psychisch Gesunden. „Legt man unsere Zahlen zugrunde, sind etwa 4 Prozent aller Schlaganfälle in den USA auf eine Depression zurückzuführen“, machen die Autoren die Relevanz ihrer Ergebnisse deutlich. Hochgerechnet auf Deutschland wären dies 10.000 Schlaganfälle jährlich. Bei genaueren Untersuchungen stellte sich heraus, dass Depressive vor allem häufiger einen ischämischen Hirninfarkt – nicht eine Hirnblutung – bekamen.

Hormone und ungesunde Lebensführung könnten die Ursachen sein

Nach Meinung der Studienautoren gibt es mehrere Mechanismen, die diesen Zusammenhang erklären könnten: Zum einen beeinflussen Depressionen den Hormonhaushalt des Menschen und können Entzündungen verstärken. So findet man bei Depressiven höhere Blutspiegel für Entzündungsfaktoren wie CRP, IL-1 und IL-6, die nachweislich zu einem höheren Schlaganfallrisiko führen können.

Darüber hinaus vernachlässigen Depressive eher ihre Gesundheit. Studien haben gezeigt, dass depressive Menschen häufiger rauchen, sich körperlich weniger betätigen und schlechter ernähren. Diese Faktoren und die daraus entstehenden Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck könnten für das erhöhte Schlaganfallrisiko von Depressiven mitverantwortlich sein.

Zudem geben die Forscher zu bedenken, dass auch die Einnahme von Antidepressiva mit einem höheren Risiko für einen Schlaganfall verbunden war. Ob die Medikation selbst oder die damit einhergehende Schwere der Depression das Risiko erhöhe, sei aber bisher unklar.

(Quellen: MedAustria; “Depression and Risk of Stroke Morbidity and Mortality. A Meta-analysis and Systematic Review.” in: Journal of the American Medical Association, 306 (11): 1241–1249 (doi: 10.1001/jama.2011.1282); Bildquelle: apotheken-rundschau.de)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Dez 08

Frauen, die kurz nach der Geburt wegen schwerer psychiatrischer Erkrankungen (einschließlich Depressionen) behandelt werden mussten, werden im späteren Leben häufiger als bipolar diagnostiziert verglichen mit Frauen, deren erste psychiatrische Episode während eines anderen Lebensabschnitts auftritt, wie eine neue Studie aus Dänemark zeigt.

Es besteht jedoch noch Unklarheit darüber, ob es sich bei postpartalen Depressionen oder Schizophrenie-ähnlichen Episoden nicht gelegentlich tatsächlich um falsch diagnostizierte bipolare Störungen handelt – oder, ob mehr Frauen mit diesen Erstdiagnosen im Laufe der Zeit womöglich vermehrt bipolare Störungen entwickeln. Doch während postpartale Depressionen relativ häufig sind, treten schwere Depressionen und andere psychiatrische Episoden, welche stationäre oder ambulante Klinikaufenthalte erfordern, nur bei ca. 1 von 1.000 neuen Müttern auf.

Bipolare Störungen sind durch Wechsel zwischen schweren Depressionen und “Manien” (während denen eine Person übermäßig aufgeregt, glücklich und voller Energie ist) gekennzeichnet. Sie werden heute i.d.R. mit Kombinationstherapien aus Medikamenten und Psychotherapie behandelt. Am häufigsten manifestieren sie sich im frühen Erwachsenenalter – und das National Institute of Mental Health (USA) schätzt, dass immerhin 6% der US-Bevölkerung an einem gewissen Punkt im Leben an dieser Störung erkranken.

Frühere Studien suggerierten, dass der Geburtsvorgang als Auslöser für eine erste bipolare Episode fungieren könnte. Doch nur wenige Frauen wurden während der ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes entsprechend diagnostiziert. Nach der vorliegenden Arbeit wird nun vermutet, dass eine schwere psychische Krise kurz nach der Geburt auf eine zugrunde liegende bipolare Störung hindeuten könnte.

In der Studie wurde der Status von dänischen Frauen nach einer ersten psychiatrischen Episode über 15 Jahre hindurch beobachtet, um zu sehen, ob der Zeitpunkt der Episode – kurz nach der Geburt oder nicht – eine Schlußfolgerung darüber erlauben würde, ob sich später eine bipolare Störung zeigen würde. Zu diesem Zweck wurden die Krankheitsgeschichten von 120.000 Frauen, welche seit 1970 aufgrund schwerer Depressionen oder einer anderen psychiatrischen Erkrankung stationär behandelt wurden, analysiert. Von diesen hatten 2.900 die Episoden innerhalb eines Jahres nach der Geburt ihres ersten Kindes.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine schwere psychiatrische Episode in dem Monat nach der Geburt (im Vergleich zu einer Episode zu einem anderen Zeitpunkt) mit einer vierfachen Wahrscheinlichkeit letztlich zu einer bipolaren Diagnose führt. Von Frauen, die ihre erste psychiatrische Folge im ersten Monat nach der Geburt hatten, wurden 14 Prozent schließlich als bipolar diagnostiziert im Vergleich zu 4-5% der Frauen mit psychiatrischen Episoden zu einem anderen Zeitpunkt. Die früheren Studienergebnisse wurden also bestätigt, jedoch auch ein Zusammenhang mit anderen psychiatrischen Diagnosen aufgezeigt. Die Geburt eines Kindes ist somit ein potenter und spezifischer möglicher Auslöser für bipolare Störungen.

Daran beteiligt sein könnten hormonelle Veränderungen, die während der letzten Schwangerschaftswochen und beim Geburtsvorgang selbst auftreten, ebenso wie Schlafmangel und verschiedene Stressfaktoren. Häufig werden in diesen Folgen jedoch fälschlicherweise Depression oder Angststörungen diagnostiziert.

Keineswegs sicher ist jedoch, ob die betreffenden Frauen nicht auch ohne die Geburt eines Kindes eine bipolare Störung entwickelt hätten. Ebenso ist mit der Studie kein Beweis eines Zusammenhangs zwischen Geburt bzw. ‘postpartaler Depression’ und bipolaren Störungen gefunden, und ob es sich etwa auch bei leichteren Depressionen um bipolare Symptome handeln könnte.

Sehr wohl aber vertreten die Studienautoren die Ansicht, dass behandelnde Ärzte bei auftretenden psychiatrischen Symptomen nach der Geburt verstärkt die Möglichkeit bipolarer Störungen in ihre Überlegungen einbeziehen sollten. Auch sollte Schwangerschaft in die Liste potenzieller Risiken für die Auslösung dieser Störung aufgenommen werden. Mit diesen Maßnahmen könnte die Früherkennung deutlich verbessert werden und damit auch eine frühestmögliche, effiziente Behandlung oder zumindest Stützung der Frauen erreicht werden, statt mit einer vorschnellen Behandlung ausschließlich mittels Antidepressiva womöglich bestimmte bipolare Symptome noch zu verschlimmern.

(Quellen: Reuters; Psychiatric Disorders With Postpartum Onset: Possible Early Manifestations of Bipolar Affective Disorders in: Arch Gen Psychiatry. Published online December 5, 2011. doi:10.1001/archgenpsychiatry.2011.157. Image credit: drop.ndtv.com)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Dez 08

Eine interessante, von polnischen Wissenschaftlern an der Universität Wroclaw durchgeführte Studie zeigte, dass Menschen offenbar in der Lage sind, Persönlichkeitszüge einer anderen Person an ihrem Geruch zu erkennen – und zwar mindestens ebenso gut, wie wenn sie diese Menschen auf Videos “in Aktion” sehen. Das Ergebnis der Studie wurde im “European Journal of Personality” veröffentlicht.

Das Team ließ 60 Personen (30 davon Männer, 30 Frauen) 3 Nächte hindurch ein weißes T-Shirt tragen. Der Gebrauch von Parfums, Seifen oder Deodorants wurde untersagt, ebenso zu rauchen oder stark riechende Nahrungsmittel (wie etwa Zwiebel oder Knoblauch, welche den Körpergeruch beeinflussen können) zu essen. Vor diesem “praktischen Teil” der Studie hatte jeder der Teilnehmer einen Persönlichkeitstest durchzuführen, um den Persönlichkeitstypus bereits vorab festzustellen.

Am Ende der drei Tage wurden die T-Shirts eingesammelt und in neutrale Plastiktüten gegeben. Daraufhin wurden 200 Freiwillige (wieder die Hälfte Männer und die Hälfte Frauen) ersucht, in die Taschen zu schnüffeln und ihre Meinungen bezüglich des Persönlichkeitstypus lediglich auf Basis der Gerüche aus den Taschen zu notieren. Um Verfälschungen durch eine Ermüdung des Geruchssinns zu vermeiden, schnupperte jeder Freiwillige nur an sechs Taschen. Jede Tasche wurde von zwanzig “Schnüfflern” beurteilt, um eine ausreichend große Stichprobe zu erhalten und Zufallseffekte zu vermeiden.

Das Ergebnis zeigte, dass die Schnüffler besonders gut in der Lage waren, zu beurteilen, ob die den Geruch emittierende Person unter Angst litt, und ob es sich um eine “offene”, ausdrucksstarke oder dominante Person handelte. Das Ergebnis entsprach etwa den Ergebnissen von Studien, in welchen Personen versuchen, den Persönlichkeitstypus durch das Ansehen von Videos zu erraten. Bemerkenswert war insbesondere die Versiertheit der Versuchspersonen im Erkennen dominanter Persönlichkeitstypen bei Angehörigen des anderen Geschlechts.

Offenbar gehen die Informationen, die im Schweißgeruch von Menschen enthalten sind, deutlich über das ledigliche Ausmaß von Stress hinaus, sondern es existiert auch eine Korrelation zwischen den Komponenten des Schweißes und Persönlichkeitsmerkmalen. Und offenbar sind wir auch in der Lage, diese Unterschiede wahrzunehmen, wenn wir uns in der Nähe anderer Menschen befinden.

(Quellen: PhysOrg.com</>; Does Personality Smell? Accuracy of Personality Assessments Based on Body Odour, Article first published online: 12 OCT 2011. DOI: 10.1002/per.848; Bildquelle: www.onsugar.com)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Dez 08

Bild: Wikimedia Commons LicenseJugendliche, die misshandelt oder vernachlässigt wurden, haben weniger graue Substanz (das sind jene Gebiete des Zentralnervensystems, die vorwiegend aus Nervenzellkörpern bestehen) in bestimmten Bereichen des Gehirns als junge Menschen, die diese Erfahrungen nicht machen mußten, wie eine Studie der Yale School of Medicine zeigt. Das Ausmaß des ‘Schadens’ richtet sich u.a. auch danach, ob es sich um Jungen oder Mädchen handelt, ob Mißbrauch oder Vernachlässigung vorlag und ob die Erfahrungen körperlicher oder emotionaler Natur waren. Die Ergebnisse (p=42) wurden in der Dezember-Ausgabe der Archives of Pediatric Adolescent Medicine veröffentlicht.

Die Veränderungen konnten bei allen Adoleszenten beobachtet werden, obwohl sie an keinen diagnostizierbaren psychiatrischen Störungen litten. “Wir haben es mit Jugendlichen zu tun, die keine diagnostizierbare Krankheit haben, bei denen sich aber immer noch physische Beweise für Misshandlungen zeigen”, sagte der leitende Autor der Studie H. Blumberg, Associate Professor in der Abteilung für Psychiatrie und Diagnostische Radiologie. “Dies könnte helfen, Schwierigkeiten mit schulischen Leistungen zu erklären oder eine Steigerung ihrer Anfälligkeit für Depressionen und Verhaltensstörungen.”

In präfrontalen Bereichen zeigte sich die Verringerung der grauen Substanz, egal ob der Jugendliche körperlich misshandelt oder emotional vernachlässigt worden war. In anderen Bereichen des Gehirns hing die Reduktion von der Art der Misshandlungserfahrungen ab. So wurde zum Beispiel emotionale Vernachlässigung mit einer Abnahme der Bereiche, die unsere Emotionen regulieren, verbunden.

Die Forscher stellten auch geschlechtsspezifische Unterschiede in der Weise, in der die graue Substanz abnahm, fest. Bei Jungen zeigte sich eher eine Reduktion in Bereichen des Gehirns, die mit der Impulskontrolle oder Drogenmissbrauch assoziiert sind. Bei Mädchen schien sich die Reduktion auf Bereiche des Gehirns zu konzentrieren, die mit Depression in Verbindung gebracht werden.

Blumberg betonte, dasss diese bei Jugendlichen gefundenen Defizite, nicht von Dauer sein müssen.

“Wir haben festgestellt, dass insbesondere das Gehirn von Jugendlichen ein hohes Maß an Plastizität aufweist” (Neuroplastizität, Anmerkung R.L.Fellner), sagte sie. “Das kann bedeutend sein, um Wege zu finden, Folgen von Misshandlungen zu verhindern und den Jugendlichen, die diese Erfahrung machen mußten, effizient zu helfen.”

Mehr zu diesen Themen:
Neuroplastizität
Missbrauch

(Quellen: YaleNews; E. E. Edmiston, F. Wang, C. M. Mazure, J. Guiney, R. Sinha, L. C. Mayes, H. P. Blumberg. Corticostriatal-Limbic Gray Matter Morphology in Adolescents With Self-reported Exposure to Childhood Maltreatment. Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine, 2011; 165 (12): 1069 DOI: 10.1001/archpediatrics.2011.565)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

Dez 01

Einem Essener Psychotherapeuten wurde Berufsverbot erteilt, da er im Jahre 2008 mit einer Langzeitklientin intim geworden war. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte nun dieses Urteil und wies die Berufung des Therapeuten ab.

Und ich finde das auch ganz gut so. Wie widrig die Umstände auch sein mögen, wie manipulativ sich auch manche Abläufe in Psychotherapien mitunter gestalten: ein(e) Psychotherapeut(in) sollte in jeder Situation “Herr(in) der Lage” bleiben, das Vertrauensverhältnis muss funktions- und tragfähig bleiben.

Referenzen:

https://plus.google.com/107937498049518094865/posts/YiBR4JNx1yS

http://www.derwesten.de/staedte/essen/laut-richterurteil-ist-sex-mit-patientin-absolut-tabu-id6123061.html

(Bildquelle: treatment4addiction.com)

{lang: 'de'}

Post to Twitter Post to Facebook Send Gmail

14.03.12