Arbeitslosigkeit und Suizidraten


Dieser TV-Screenshot könnte die Absurdität der aktuellen Realität nicht besser verdeutlichen: die Börsenkurse steigen aufgrund des von den US- und EU-Zentralbanken neu gedruckten Geldes, und das obwohl die Arbeitslosenzahlen seit dem Monat März 2020 in die Höhe schnellten wie seit den 1930er-Jahren nicht mehr. Während also die Großkonzerne von den “Notmaßnahmen” und “Bailouts” (welche im Unterschied zu 2008 diesmal nicht nur den Banken, sondern so gut wie jedem Wirtschaftssektor zugute kommen) profitieren, werden arbeitslose Bürger und frühere Steuerzahler mit weitaus geringeren Summen abgespeist: würde man beispielsweise die allein innerhalb von 2 Monaten gedruckten knapp 7 Trillionen USD aliquot jedem US-Bürger (egal, ob alt oder Baby) auszahlen, würde jeder knapp 17,000 USD erhalten. Zu erwarten ist jedoch, dass nur ein geringer Bruchteil davon tatsächlich direkt den Bürgern zugute kommt.

Arbeitslosigkeit und Depression

Doch es geht nicht nur um Geld: Arbeitslosigkeit an sich erhöht das Risiko, dass Menschen an Depression erkranken, massiv. Einer Studie zufolge erhöht sich das Risiko für Suizidversuche bereits im Vorfeld einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit um das bis zu 9-fache. Auch wenn die “Corona-Krise” zu weiten Teilen bewältigt ist: viele Menschen werden wohl weiterhin arbeitslos bleiben, nicht zuletzt aufgrund einer immer mehr Berufsbereiche erfassenden Technologisierung und Automatisierung.

Der Reset als Chance

Hierfür müssen Lösungen gefunden werden – und sie können nicht nur darin bestehen, einem Teil der Bevölkerung “Almosen” zu geben, die einem anderen Teil der Bevölkerung weggnommen werden. Es benötigt neue Konzepte wie Reformen im Steuer- und Sozialsystem, und eine Neubewertung vor allem der sozialen Berufe, welche aufgrund höherer Lebenserwartung, veränderter Familienstrukturen und vermutlich auch weiterhin veränderter Arbeitsformen eine noch wichtigere Bedeutung erlangen dürften als schon bisher. Dienst am Menschen, an der Umwelt und andere “gemeinnützige” Arbeitsformen sollten ihrem Wert für die soziale Gemeinschaft entsprechend bezahlt werden. Dies ist nur einer von vielen möglichen Ansätzen – eine umfangreiche Diskussion darüber, wie zukünftig innerhalb und “außerhalb” klassischer Arbeitsverhältnisse nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch sinngebende Beschäftigung und Selbstverwirklichung gefunden werden kann, scheint mir nach dem aktuellen “Reset” unseres Wirtschafts- und Soziallebens jedoch dringend nötig – ja vielleicht bietet sich hierfür nun sogar eine Chance, die unbedingt genutzt werden sollte.

Hinweis: da ich im Zuge der Recherche für diesen Blog-Eintrag auf die umfangreiche Studie bezüglich des Zusammenhangs zwischen Arbeitslosigkeit und Suizidraten und Depression stieß, habe ich auch den generellen Info-Artikel “Suizid – Daten und Fakten mit den entsprechenden Verweisen aktualisiert. Bildquelle: A.Pompliano-Blog/Substack

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Richard L. Fellner, DSP, MSc.

Psychotherapeut, Hypnotherapeut, Sexualtherapeut, Paartherapeut



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10.07.20