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Dez 30

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Im Psychotherapie – Diskussionsforum meiner Website verwies ein Diskussionsteilnehmer kürzlich auf ein Interview auf kath.net, in dem der Autor Manfred Lütz (welcher auch Facharzt für Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie ist) mit folgenden Aussagen zitiert wird:

“Seelsorge ist viel mehr als Psychotherapie! Sie ist eine existenzielle Beziehung zwischen zwei Menschen. Dagegen ist die Beziehung zwischen Therapeut und Patient eine zweckgerichtete Beziehung auf Zeit für Geld. Doch den Sinn des Lebens gibt es nicht auf Zeit für Geld.

Lütz: [Der Seelsorger] darf von sich erzählen und er darf sagen: “Ich bete für dich, vertrau auf Jesus Christus!” – er darf also über die wirklich wichtigen Dinge reden.

kath.net: Sie dürfen das nicht?

Lütz: Nein!

kath.net: Warum nicht?

Lütz: Weil dann die Gefahr besteht, dass ich einen Menschen manipuliere. Wenn ich einem Menschen mit den Methoden der Wissenschaft aus der Depression geholfen habe, dann habe ich für ihn natürlich eine hohe Autorität.
Und wenn ich diese Autorität dazu missbrauche, diesem Menschen den Glauben aufzunötigen, dann trete ich ihm zu nahe. Die Glaubensentscheidung ist eine freie Entscheidung. Es ist mir wichtig, dass es an unserem Krankenhaus gute Seelsorger gibt, die die Patienten existenziell begleiten. Und wer eine schwere psychische Krise überwunden hat, der stellt sich oft tiefere Fragen als die oberflächlich plätschernden unheilbar Normalen.

Provozierend gesagt: Der Seelsorger kann echt sein, während ich als Therapeut letztlich künstlich bin, da ich in der Therapie methodisch mit Menschen rede.”

Ich habe das Interview auch abseits der zitierten Textpassagen gelesen, und so interessant manche der dort vertretenen Gedanken zu lesen waren, so unbehaglich fühlte ich mich beim Lesen anderer – u.a. bei den oben zitierten, speziell auch was seine (immerhin als prominenter Facharzt geäußerten) hemdsärmeligen “Krankheits”-Definitionen sowie sein Verständnis von “Echtheit” (was auch immer er in diesem Kontext damit meinen mag) im Feld psychosozialer Beratung und Therapie betrifft. Zumindest für mich möchte ich bitteschön in Anspruch nehmen, ebenfalls “echt” zu sein, wenn ich mit Klientinnen und Klienten spreche. Zur in Nebensätzen mitvermittelten Botschaft, daß kirchliche Instutionen ohne Gegenleistung (gewissermaßen selbstlos) agieren würden und nur am “ewigen” Wohl ihrer Klientel interessiert wären, kann bei mit der aktuellen und historischen Kirchengeschichte auch nur halbwegs Vertrauten nur Stirnrunzeln erzeugen.

Zur Fragestellung selbst: ich halte es für gut und wichtig, wenn gerade Menschen in einer Krisensituation wissen, was sie in einem Beratungs- oder Therapiekontext erwarten können.
Seelsorger, Mönche usw. können beraterisch äußerst gut ausgebildete und einfühlsame sowie hinsichtlich des Einflusses ihrer jeweiligen Religion sehr neutrale Helfer sein – das Problem ist lediglich, daß einem als Hilfesuchender das “package“, das ihn bei der jeweiligen Person erwartet, zunächst einmal ja unbekannt ist, wenn man sich ihr in einer extrem heiklen und verwundbaren Lebenslage anvertraut.
Bei Psychotherapie dagegen ist es so, daß das Setting und viele Grenzziehungen methodisch und gesetzlich recht klar abgesteckt sind – i.d.R. weiß man als Klient also, was einen dort erwartet.
Unrühmliche Ausnahmen (Seelsorger, die letztlich mehr oder weniger subtil indoktrinieren, oder aufgrund eigener psychischer Schwächen übergriffige Therapeuten) gibt es in beiden Bereichen.

Nun wage ich zu behaupten, daß bei den überwiegend meisten psychischen Störungen und Erkrankungen (im Sinne des ICD-10) Psychotherapie allein “durchaus gut” ;-) weiterhelfen kann – für den entsprechenden seelischen Heilungsprozess ist also keinerlei religiöser Glaube erforderlich (was Psychotherapie für Religionen übrigens immer schon zu einer natürlichen und potenziell gefährlichen Konkurrenz machte). Auf das lt. Lütz “wirklich Wichtige” (wofür? und für wen?), nämlich das zitierte “Ich bete für dich, vertrau auf Jesus Christus!” kann man insofern verzichten – solang es “nur” um psychische Heilung und Gesundung geht.

Anders verhält es sich, wenn man spirituellen (religiösen) Beistand auf der Basis der eigenen spirituellen (religiösen) Grundüberzeugungen sucht oder schlicht Zuspruch, menschliche Wärme. Da kann Seelsorge, wie ich meine, Großes leisten – etwas, auf das Menschen, die dasselbe im Grunde in einer Therapie suchen, verzichten müssen (und davon dann mitunter, wie man ja auch hier im Psychotherapie-Forum immer wieder lesen kann, enttäuscht sind). Der Seelsorger kann es sich aufgrund seiner weitgehend frei durch ihn selbst interpretierbaren Rolle leisten, Hilfesuchenden emotional und vielleicht auch körperlich sehr nahe zu kommen, ihnen auch nahezu Beliebiges z.B. über den Nutzen von Gebeten an Jesus Christus oder Schutzheilige zu erzählen – teils also auf eine Weise zu agieren, die für einen professionellen Psychotherapeuten einer Verletzung der Berufspflichten gleichkäme. Aus demselben Grunde sind mir, wie ich nicht müde werde, zu betonen, umgekehrt auch PsychotherapeutInnen suspekt, die die anerkannte Heilmethode Psychotherapie in der Praxis freizügigst (und unnötigerweise!) mit Esoterik oder Religion vermanschen.

Die Thematik halte ich für insgesamt sehr spannend – und für wichtig, da ich absolut von der Wichtigkeit klarer Rahmenbedingungen überzeugt bin. Unter den folgenden zwei Links finden sich weitere Überlegungen und Analysen zur Thematik – dieser Text befaßt sich mit Spiritualisierungstrends in der Psychotherapie und Therapeutisierungstrends in der christlichen Seelsorge, U. Rauchfleischs’ Buch “Wer sorgt für die Seele?: Grenzgänge zwischen Psychotherapie und Seelsorge” befaßt sich mit den Problemen und Fragestellungen, die ich oben angerissen habe, jedoch naturgemäß noch weitaus genauer, und versucht abzureißen, wie ein konstruktives Miteinander von Psychotherapie und Seelsorge aussehen kann.

In diesem Fall persönlich das “Therapeutenkäppi” tragend kann ich nur sagen, daß ich die Auseinandersetzung mit spirituellen Fragestellungen im Leben für äußerst bereichernd und wichtig halte – insofern haben diese natürlich auch (ebenso wie z.B. Fragen der Sexualität) Raum in einer Psychotherapie zu bekommen, sofern TherapeutIn und KlientIn sich wohl damit fühlen, sich mit diesem Bereich gemeinsam dialogisch auseinanderzusetzen! Allerdings ist mir dafür der Arbeitstitel “Spiritualität” wichtig – welchen religiösen Überzeugungen jemand nahesteht (oder nicht) ist für mich da eigentlich zweitrangig, solange der Rahmen für das Gespräch offen und der Therapeut neutral genug ist (nur dann oder andererseits bei sehr ähnlichen religiösen Grundüberzeugungen hielte ich es für vertretbar, sich diesen in einer Therapie zu widmen). Das ist gleichzeitig auch noch ein weiterer klarer Unterschied zur Seelsorge, die ja letztendlich immer vor dem Hintergrund der jeweiligen Religion des Anbieters stattfindet – ob dies der jeweilige Seelsorger, Rabbi, Mönch oder Imam sich selbst oder den sich ihm Anvertrauenden eingestehen mag oder nicht…

(Das zitierte Interview zum Nachlesen: “Das Böse ist Therapeuten nicht zugänglich“, in: kath.net, 12/2009)

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Aug 10

Eine der häufigsten in meinem Online-Forum gestellten Fragen ist die, ob es sich bei den eigenen Stimmungstiefs bereits um eine Depression handelt – oder, und diese Hoffnung schwingt häufig zwischen den Zeilen mit, ob das “nicht alles wieder einfach vorbeigeht”.

Und das ist gar nicht untypisch: 33,4 Millionen Europäer leiden an einer depressiven Erkrankung – doch gemäß einer Studie des Marktforschungsinstituts Harris Interactive, die in 5 Ländern (Deutschland, Frankreich, Kanada, Brasilien und Mexiko) mit 377 depressiven Patienten und 756 Ärzten im Auftrag der World Federation of Mental Health durchgeführt wurde, vergehen durchschnittlich rund elf Monate, bevor Menschen mit einer Depression überhaupt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Diese Untersuchung zeigte auch, dass die überwiegende Mehrheit der Patienten (72%) mit mittelschwerer und schwerer Depression nicht wusste, dass neben den klassischen Depressionssymptomen wie Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebsmangel auch körperliche Beschwerden (z.B. chronische Kopf-, Muskel- oder Rückenschmerzen) häufige Symptome einer klinisch manifesten depressiven Erkrankung sein können. Erst wenn solcherart die psychische Störung bereits somatisiert ist, suchen 79% der befragten Patienten Hilfe.

Was Depressionen “sind”, läßt sich in der einschlägigen Fachliteratur, heutzutage natürlich auch im Internet, problemlos nachlesen. Ich möchte deshalb im folgenden nur die wichtigsten Punkte kurz erwähnen:

Als wesentlichste Symptome gelten:

  • eine mangelnde Fähigkeit, auf positive Erlebnisse emotional zu reagieren
  • Verlust von Interessen, allgemeine Freudlosigkeit
  • gedrückte Stimmung
  • verminderter Antrieb und Energie
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
  • Zwangshandlungen, Verfolgungsgefühle
  • Schlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen
  • Morgenpessimum (Anlaufschwierigkeiten oder “Durchhänger” am Morgen)
  • verminderter Appetit (fallweise bereits mit Gewichtsverlust als Folge)
  • Libidoverlust (sexuelle Lustlosigkeit und Antriebsschwäche)
  • Suizidgedanken oder -handlungen

Wie sich eine Depression aber anspürt, kann man wohl selbst am besten empfinden – meist weiß man als Betroffener sehr genau, wenn man darunter leidet…

Besonders häufig werden kreative oder auch sehr intelligente und reflektierte Menschen von Depressionen ereilt, dies ist aber keine Generalregel: Depressionen können sowohl höchst rationale und in ihrer Gedankenwelt komplex strukturierte, aber auch sehr “einfache” Menschen haben. Ebenso unterschiedlich sind die möglichen Ursachen für Depressionen: von Unfällen über Drogenmißbrauch, altersbedingten Veränderungen, Trennungen etc. etc. ist der Bogen an denkbaren Ursachen schier unbegrenzt. Die sogenannten “endogenen” Depressionen werden als Sonderform klassifiziert und vor allem mit neurologischen Abweichungen vom “gesunden” Normalzustand erklärt. Ebenso wie den neuerdings in der Bedeutung hochgespielten genetischen Erklärungen stehe ich als systemischer Therapeut diesen Modellen eher ‘differenziert’ gegenüber, denn letztendlich beantworten sie noch nicht die Frage, warum eine Depression gerade bei den Betroffenen tatsächlich ausgelöst wurde und in welchem Umfeld sie “gedeihen” oder sich sogar verstärken kann (also in Folge auch, wie sie lös- und heilbar sind – eine pharmakologisch verursachte Aufhellung des Gemütszustandes werden wohl die wenigsten, nicht mal die tendentiell eher biologisch denkenden Mediziner, als Heilung betrachten).

Helfen können – jedoch nur bei sehr einfachen und vorübergehenden  “Stimmungstiefs” – positive Selbstsuggestionen und alles, was mit Selbstkontrolle zu tun hat. Ich habe in einem meiner dzt. auf diesen Seiten aufgelisteten Artikel n über Depressionen einige Möglichkeiten dafür angeführt.
Bei länger anhaltenden, wiederkehrenden und vor allem schwerer belastenden Formen von Depression sollte in jedem Fall psychotherapeutische Hilfe gesucht werden, die darauf spezialisiert ist, bei diesem Problemkreis weiterzuhelfen.
Die zusätzliche Einnahme von Psychopharmaka wird von einem Psychotherapeuten empfohlen, wenn eine Depression so schwer ist, daß andernfalls der Therapieerfolg gefährdet wäre. Ziel ist, möglichst gute Symptomentlastung für die erste Phase der Therapie, bis eine gewisse grundlegende psychische Stabilität erreicht ist, zu erreichen.

Weiterführende Links:
- Selbsttest auf Depressionen auf dieser Website
- The painful truth Survey, conducted by Harris Interactive, 2006

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Jul 21

Ab wann hat man nach medizinischen und psychologischem Fachverständnis eigentlich tatsächlich ein Alkohol-Problem? Da sowohl von Klienten als auch im Diskussions-Forum meiner Website diese Frage regelmäßig aufkommt, hier ein kurzer Abriß der Kriterien, nach denen üblicherweise “Alkoholismus” bzw. Alkohol-Abhängigkeit definiert wird.

“Alkoholismus” stellt heute eigentlich keinen genauen wissenschaftlichen Begriff mehr dar. In der Diagnostik wird je nach verwendetem diagnostischem Schema unterschieden zwischen Alkohol-Abhängigkeitssyndrom, schädlichem Gebrauch von Alkohol und Mißbrauch.

Alkohol-Abhängigkeit liegt nach dem internationalen Klassifikationsschema ICD-10 vor, wenn innerhalb des letzten Jahres mindestens 3 der folgenden Kriterien erfüllt waren:

  • starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren
  • verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Ende und Menge
  • Konsum mit dem Ziel, Entzugssymptome zu mildern
  • körperliche Entzugssymptome
  • Vorliegen einer Toleranz
  • eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit Alkohol
  • fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten A.
  • anhaltender Konsum trotz Nachweis schädlicher Folgen (körperlicher, psychischer oder sozialer Art)

Alkohol-Abhängigkeit nach dem DSM IV wird in den meisten Kriterien ganz ähnlich definiert, der DSM IV hat bei uns aber weniger (diagnostische) Bedeutung.

Schädlicher Gebrauch und/oder Mißbrauch liegen vor, wenn der Alkoholkonsum zu einer Gesundheitsschädigung (körperlich oder psychisch) führt oder ein unangepaßtes Konsummuster aus mindestens 1 der folgenden Kriterien besteht:

  • fortgesetzter Gebrauch trotz des Wissens um ein ständiges oder wiederholtes soziales, berufliches,psychisches oder körperliches Problem, das durch den Alkoholkonsum verursacht oder verstärkt wird
  • wiederholter Gebrauch in Situationen, in denen der Gebrauch eine körperliche Gefährdung darstellt
  • einige der Symptome bestehen seit mindestens einem Monat oder sind über eine längere Zeit hinweg wiederholt aufgetreten
  • wenn die Kriterien für Abhängigkeit nicht erfüllt sind

Schädlicher Gebrauch bzw. Mißbrauch stellen somit in der Praxis sehr häufig Vorstadien der Alkohol-Abhängigkeit dar. Auch relativ häufig ist das Kriterium, daß bereits gesundheitliche (psychisch und/oder körperlich) Schäden vorliegen, aber noch keine oder nicht alle Kriterien für Alkohol-Abhängigkeit vorliegen.
Es ist zu beachten, daß die Kriterien keine Aussagen hinsichtlich der Menge (z.B. einer bestimmten Promilleanzahl oder einer bestimmten Menge an Bier oder Wein) beinhalten. Theoretisch kann also auch schon Mißbrauchs- oder schädliches Gebrauchsverhalten vorliegen, wenn regelmäßig eine Flasche Bier konsumiert wird (und eines der o.a. Kriterien erfüllt wird).

Ergänzend möchte ich noch auf den Alkoholsucht / Alkoholismus-Selbsttest auf meiner Website verweisen, der obige und andere Diagnostik-Kriterien abfragt und anschließend eine Einschätzung ausgibt, ob hinsichtlich möglicher Alkoholsucht auffälliges Verhalten vorliegt.

[Weitere Blog-Einträge zum Thema Alkoholismus]

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Mrz 13

Auf ein eindrückliches, bewegendes Interview mit dem Überlebenden eines Suizidversuchs stieß ich heute durch einen Linkverweis in einem Zeitungsartikel: im September 2000 sprang Kevin Hines im Zustand  präsuizidaler Einengung bzw. des präsuizidalen Syndroms von der Golden Gate Bridge und überlebte diesen Sprung nur durch äußerst glückliche Umstände.

Bild © Seattle Times

Bild © Seattle Times

Heute spricht er darüber gelöst und ist in einem helfenden Beruf (Krankenpfleger) tätig. In seiner Freizeit versucht er, aufklärerisch über die Wichtigkeit korrekter medizinischer und psychotherapeutischer Behandlung bei psychischen Erkrankungen zu informieren. “Ich bin glücklich, wenn ich mit meiner entsetzlichen Erfahrung nur eine einzige Person davon abhalten kann, sich das Leben zu nehmen“, sagt er im NZZ-Interview mit G.Sachse. Tatsächlich werden im Zuge des (zeitbegrenzten) präsuizidalen Syndroms, das in den schwersten Phasen von Depressionen, aber z.B. auch im Zuge paranoider Wahnvorstellungen auftreten kann, Erlebnis-, Wahrnehmungs- und Denkinhalte anders als unter normalen Umständen erfaßt, und auch anders als sonst mit Affekten und Verhalten verknüpft. Schließlich erscheint den Betroffenen kein anderer Ausweg mehr möglich, als sich selbst das Leben zu nehmen. Erst nach dem Abklingen des Syndroms werden wieder auch andere Optionen wahrnehm- und vorstellbar, weshalb es in Krisenphasen geradezu überlebenswichtig sein kann, rechtzeitig professionelle Hilfe in der Notsituation zu suchen (z.B. Notrufnummer, Notfall-Anruf und/oder Einschieben eines Krisentermins beim Psychotherapeuten, Erstversorgung oder Selbsteinweisung an einer psychiatrischen Klinik zur Überbrückung der schwierigsten Zeit, Anruf beim Psychosozialen Notdienst, etc.), zumindest aber Freunde oder Bekannte zu kontaktieren, und grundsätzlich “auf Zeit zu spielen”, d.h., darauf abzuzielen, diese kaum auszuhaltende Phase mit allen Kräften zu durchtauchen und z.B. bis zum nächsten Morgen Zeit zu nehmen. Zumindest wenn es einem dann wider Erwarten immer noch nicht besser gehen sollte, kann man einen Facharzt oder Psychotherapeuten kontaktieren; generell ist in Phasen schwerer Depressionen aber immer die Kontaktaufnahme mit einem Facharzt oder Psychotherapeuten anzuraten, auch wenn es nicht bereits zu Suizidgedanken kommt oder diese bereits wieder abgeklungen sind.

Gespräche mit KlientInnen, die suizidale Einengungsphasen hinter sich haben, bestätigten mir immer wieder, daß die Betroffenen nach einer solcherart durchstandenen Krisenphase glücklich darüber sind, “überlebt” zu haben, und ihrem Leben noch kein Ende gesetzt hatten. In der seither vergangenen Zeit erlebten sie entweder – zuvor völlig unerwartete – erfreuliche Ereignisse, auf die sie keinesfalls gern verzichtet hätten, oder ihr Leben nahm ganz allgemein eine positive Wende, die vorher in dieser Weise noch nicht absehbar war. “Dem Leben eine Chance geben” – diesen normalerweise in anderem Kontext gebräuchlichen Slogan sollte man deshalb gerade in jenen Phasen des Lebens nicht vergessen, in denen es scheinbar nicht mehr tiefer nach unten gehen kann. Wie wir auch aus der Wirtschaft wissen, ist es systemimmanent, daß es nach einem Tiefpunkt nur nach oben gehen kann – und was könnte als Lebensphase schon schlimmer sein, als eine, in der man keinen anderen Ausweg mehr als den Tod sieht? So paradox es klingt: aber nach einer den Tiefpunkt erfolgreich durchstandenen Nacht spürt sich das Leben meist zumindest schon einen Deut besser an als zuvor. Und in einem Gespräch (vor allem einem Gespräch mit einer Person, die zur professionellen Unterstützung in schwierigen Lebensphasen ausgebildet ist) lassen sich meist sogar völlig neue Perspektiven erarbeiten – Perspektiven und Wegoptionen, die dem Leben generell und langfristig eine positive Wende geben können. Um nicht mißverstanden zu werden: das ist nicht immer ein leichter oder schneller Prozess; richtig angeleitet und begleitet gelingt er aber doch in den überwiegend meisten Fällen.

Zum Weiterlesen:

Depression – Mythen und Fakten rund um eine ‘Zeitkrankheit’ (Artikel R.L.Fellner)
Vier Sekunden bis zum Aufprall (NZZ Interview mit Kevin Hines 2009)
Lethal Beauty – A jumper [..] makes a new life  (San Francisco Chronicle 2005)
Buchtipps zum Thema “Depression”

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Nov 12

von Daphne Rose Kingma

Jede Partnerschaft durchläuft 7 unterschiedliche emotionale und spirituelle Stadien. Während wir uns durch diese Phasen bewegen, gelangen wir auf höhere Ebenen der Liebe. Auf diese Weise können diese Phasen zu einem Fahrzeug werden, um unser Bewußtsein hin zu einer spirituellen Dimension der Liebe zu führen.

1. Die Flitterwochen – “Falling in Love”

Alles fühlt sich gut an – Glückseligkeit, der romantische Himmel. Rote Rosen, Mondlicht und Leidenschaft. Man sagt sich: “Ich habe die Person meiner Träume gefunden, alles wird wunderbar. Alle meine Bedürfnisse werden erfüllt werden.”

2. Die Verpflichtung – Versprechen und Gelübde

Wir werden einander regelmäßig sehen, keine Verabredungen oder Sex mit anderen haben, zusammen leben oder heiraten. Wir anerkennen in vollem Bewußtsein, daß eine Beziehung existiert und weiter verfolgt wird.

3. Die Krise – Ein Riss in der Vase

Es zeigen sich Meinungsunterschiede, der Schleier der romantischen Illusion wird gelüftet, wir kommen wieder auf die Erde und erahnen, was die Realität ist, wir ärgern uns. Es entwickelt sich Spannung, während das Gefühl über die Wahrheit und Wirklichkeit zunimmt.

4. Die Tortur – Ein Machtkampf

Mängel, Fehler und größere -vorher noch unbemerkte- Unterschiede werden entdeckt, Zeit des emotionalen Wachstums und dunkle Seiten werden realisiert, wir versuchen, den emotionalen Schmerz, der in uns aufsteigt, zu beenden. Die Gelegenheit, eigene emotionale Schwächen zu erkennen, die unrealistischen Erwartungen an die Beziehungen werden aufgegeben.
Es ist die Zeit der Entscheidung: Leugnen/Verneinung oder der Beginn von Wachstum.
Diese Phase kann eine ganze Reihenfolge von Beziehungen umfassen.

5. Das Chaos – Verlust der Kontrolle

Aus der Qual entsteht Chaos. Eine Affäre, wiederholte Konflikte, Langeweile, oder einfach nur schrittweises Auseinanderdriften. Manchmal entsteht aus dem Chaos das endgültige Ende der Beziehung oder vielleicht ein neuer Anfang. Dies ist die Einladung der Seele an die spirituelle Ebene der Liebe.

6. Der Verzicht – Das Erwachen

Wir sehen jetzt den wahren Zweck der Tortur, wir geben die alten Ansichten auf. Wir lassen unsere zwanghafte Bindung an unsere Vorstellungen über die Form und Ziele der Beziehung los.
Wir beginnen, den Wert der Verbindung zu sehen, selbst wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt waren. Wir sind wie neugeboren, sehen den wahren Zweck der vorangegangenen Qualen und durchbrechen unsere bisherigen psychologischen Grenzen.

7. Wahre Liebe – Transformation

Wir integrieren das Wachstum, das in uns stattgefunden hat.
Es müssen jetzt keine emotionalen Bindungen oder Bedürfnisse mehr gestillt werden, es gibt kein Festhalten, sodass wir jetzt die vollständige Annahme unserer selbst erreichen. Auf der spirituellen Ebene erkennen wir den höheren Zweck dieser Verbindung. Dies ist ein Moment großer emotionaler Lösung und spiritueller Erfüllung. Auch an diesem Punkt kann die Beziehung auseinanderbrechen – oder die Partnerschaft auf eine neue Ebene gelangen, auf der das Wachstum, das beide jetzt integriert haben, mit Teil der neuen Beziehung wird.

The Future Of Love

(frei aus dem Englischen übersetzt aus dem Buch “The Future of Love” von Daphne Rose Kingma, Doubleday, New York, 1998)

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Kommentar R.L.Fellner:

Ich halte das für einen schönen Text – ganz unabhängig davon, ob man den Hinweisen auf den spirituellen Aspekt einer Partnerschaft etwas abgewinnen kann oder nicht. Denn prinzipiell unterlaufen Partnerschaften i.d.R. tatsächlich die beschriebenen Stadien – und ebenso regelmäßig zeigt sich für mich bei der Begleitung von Paaren im Zuge einer Paartherapie häufig, dass am Ende einer Krisenphase eine neue Ebene der Beziehung erreicht wird.

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Nov 09

Die Bipolare Störung ist eine ernsthafte psychische Erkrankung (früher bekannt als “manisch-depressive Störung”), welche mit Ungleichgewichten im Hirnstoffwechsel in Verbindung steht.

Psychotherapie und die Kombination mit der Einnahme von Psychopharmaka können sehr gut dabei helfen, diese Störung besser in den Griff zu bekommen. Die American Academy for Family Physicians empfiehlt deshalb, auch im regulären Alltag folgende Dinge zu beachten:

  • beobachten Sie den Verlauf Ihrer psychischen Verfassung, und halten Sie Ihre Nächsten darüber auf dem Laufenden
  • gewöhnen Sie sich an einen bestimmten täglichen Zeitablauf für Tätigkeiten wie Schlafen-gehen und Aufwachen, Essen, Sport und andere
  • nehmen Sie Ihnen verschriebene Medikamente möglichst regelmäßig ein
  • vermeiden Sie Koffein und versuchen Sie, ohne Medikamente gegen Erkältungskrankheiten und Allergien sowie Schmerzmittel auszukommen.
  • Fragen Sie Ihren Facharzt, ob Sie persönlich a) Alkohol eher vermeiden sollten sowie b) ob Sie eine spezielle andere Medikation benötigen
  • versuchen Sie, Stress oder andere psychischen Belastungen möglichst zu reduzieren bzw. ganz zu vermeiden
  • halten Sie mit Ihrem Arzt und/oder Psychotherapeuten rechtzeitig Rücksprache, wenn Sie bemerken, daß sich Ihr Verhalten zu verändern beginnt oder Sie beginnen, anderwertige bipolare Symptome an sich festzustellen
  • suchen Sie eine lokale Selbsthilfegruppe, um sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen.

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Nov 04

Oder: Die Finanzkrise als Ermutigung, seinen eigenen Weg zu gehen

Was hat die aktuelle Finanzkrise mit Psychotherapie zu tun?

Jeder von uns wird spätestens mit seiner Geburt in bestimmte Denkschemata hineingeboren. Ganz automatisch – durch den Fokus unserer Aufmerksamkeit und im Bedürfnis, uns in unserer Umwelt möglichst rasch zurechtzufinden und unsere Grundstrukturen ihr gegenüber kompatibel zu gestalten – integrieren wir weitgehend unbewußt ihre Denkmuster, Gewohnheiten und Grundüberzeugungen in unser eigenes Denksystem. Dies beginnt mit so einfachen Dingen wie gewissen Redewendungen (wer von uns hat sich nicht bereits mehrmals dabei ertappt, genauso wie der eigene Vater/die eigene Mutter zu fluchen, am Telefon zu grüßen oder ein ähnliches Gemisch an Hochsprache und Dialekt zu verwenden?), betrifft aber auch “Familientraditionen” verschiedenster Art und im Herkunftssystem zu findenden Problemlösungsstrategien bis hin zu Ansichten über die Welt und die Gesellschaft, in der wir leben. Wir alle sind aber nicht nur Kinder unserer Eltern, sondern auch unserer Zeit – so, wie beispielsweise noch vor 50 Jahren im Westen allgemeiner Konsens war, dass “gute” Frauen das traute Heim zu versorgen hätten, ist dieser Konsens heute, daß zu ihrer Selbstverwirklichung berufliche Karriere gehört. War früher beziehungsmäßige Stabilität das Paradigma, nach dem das Eheglück bemessen wurde, wird heute der Vorrang individuellem Glück gegeben – nur, wenn’s für beide allein passt, allein dann passt es für beide.

Es ist schwierig festzumachen, “wer” im Detail derartige belief systems festlegt: sind es “die Medien”, ist es das “kollektive Unbewußte” (C. G. Jung), das uns vorantreibt (“voran”? Stellt eigentlich die Veränderung von Grundüberzeugungen immer auch auch eine Höherentwicklung dar, oder sind auch Rückschritte möglich?), oder sind es ausschließlich gewisse Individuen, VordenkerInnen oder Revolutionäre, die der Gesellschaft jene Impulse verleihen, die sie zur Überwindung der bisherigen Denkmauern verlocken?

Zurück zum Thema: die sog. “Finanzkrise“. Ein weiteres Paradigma, das für die meisten braven Staatsbürger während der vergangenen Jahrzehnte völlig außer Zweifel stand, war, daß wir unser ganzes Glück im Grunde der Wirtschaft zu verdanken haben, und diese daher am besten sich selbst überlassen bliebe, während der Staat sich möglichst zurückzuziehen habe, um sie (und damit uns selbst) möglichst nicht an ihrem Gedeihen und Erblühen zu hindern.
Das Schöne an der Finanzkrise war ja aus meiner Sicht eigentlich, daß jeder von uns innerhalb nur weniger Wochen mit eigenen Augen und Ohren Zeuge von einem der mächtigsten Paradigmenwechsel werden konnte, die während den letzten Dekaden zu erleben waren: eine einmalige Chance – warum also nicht auch etwas für sich selbst dabei lernen: wenn sich nämlich das, was die überwiegende Mehrheit der Menschheit für wahr und unzweifelhaft hielt, innerhalb nur weniger Wochen nahezu ins Gegenteil verkehren konnte (nun ist bekanntlich der Staat gefordert, die Wirtschaft zu stützen; nicht mehr allein der Bankensektor, sondern auch andere Wirtschaftszweige beginnen nun, Unterstützung und staatliche Regulierung einzufordern), welche Überraschungen warten dann womöglich noch auf uns? Auf welchen mentalen Einbahnstraßen sind wir sonst noch unterwegs – wir als Gesellschaft, aber auch ganz persönlich, in unserem eigenen Umfeld sowie unser ureigenstes Leben betreffend? Welche Denkmauern könnten wir noch einreißen, könnten wir sie nur erkennen, nach all den Jahrzehnten, in denen wir bereits in ihnen lebten, ohne es überhaupt zu bemerken?

Es kann ein spannender Versuch sein, seine eigenen Sichtweisen und Wahrnehmungen, all die Regeln und Verhaltensleitlinien, die wir uns irgendwann – ohne, daß wir es bewußt wahrnahmen -, und damit unsere Wahrnehmung der sogenannten “Wirklichkeit” einmal massiv zu hinterfragen. Wenn ich X tue, warum tue ich es eigentlich so und nicht anders? Wenn ich über X so:Y denke, warum eigentlich .. und warum kam ich nicht zu der Ansicht, die mein(e) Partner(in), mein Nachbar, mein ungeliebter Kollege auf so überzeugte Weise vertritt? Wenn ich mich andererseits aber in Teilbereichen meiner Persönlichkeit unsicher fühle: was hemmt mich da eigentlich, und könnte es nicht sein, daß das, was mich anderen gegenüber bremst, sich in einer anderen Situation als meine Stärke entpuppen könnte?

Wir leben in einer spannenden Zeit. Aber das behauptete man ja immer schon. ;-)

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Zum Weiterlesen:
Systemische Psychotherapie
Wirklichkeit
Literatur zum Weiterlesen

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Nov 01

Manchmal werde ich gefragt, warum TherapeutInnen für Paartherapie-Sitzungen ein höheres Honorar verlangen als für Einzelgespräche. Vielleicht ist es bei den anderen ein ähnlicher Grund wie bei mir: Paartherapie-Sitzungen sind um ein Vielfaches anstrengender!

Viele Paare verpassen dem Therapeuten besonders am Beginn einer Paartherapie – bewußt oder unbewußt – die Rolle eines Schiedsrichters: von beiden Seiten erhält man dann innerhalb weniger Minuten dutzende Argumente, Vorwürfe und Beispiele für die Zumutungen, Unverschämtheiten oder das Versagen des jeweiligen Gegenübers um die Ohren geblasen, so als wäre ein strenger Urteilsspruch des “Herrn Therapeuten” in die Richtung des jeweils Anderen das Ziel: “Sie sind schuld!
Nun ist den meisten hilfesuchenden Paaren im Grunde natürlich theoretisch klar, daß ein derartiger Zugang dem gemeinsamen Prozess kaum dienlich ist. Die emotionale Einsicht in die mentalen Sackgassen innerhalb der Beziehung muß jedoch erst erarbeitet werden, und das ist in der Regel alles andere als leicht, besonders dann, wenn sich beide Partner aufgrund monate- oder (das ist leider viel häufiger :-( ) schon jahrelang schwelender Konflikte bereits einen massiven Schutzpanzer zugelegt haben.

Leicht ist das Zusammenleben zwischen Mann und Frau ja wirklich nicht, wie schon Loriot in einem seiner wunderbaren Sketches zeigte:

Es kommt allerdings auch vor, daß Paare mich hochinteressiert und in einer derart offenen Grundhaltung aufsuchen, daß mitunter weniger als eine Handvoll Sitzungen ausreicht, um die “gordischen Kommunikationsknoten” dauerhaft aufzulösen. Nach den Sitzungen diskutieren sie eifrig weiter, sie führen aufgegebene “Hausübungen” oder zu versuchende Experimente mit Neugier und Engagement aus und Aufzeichnungen werden gemacht. Besonders begeistern mich Paare, bei denen sich ein Grundgefühl einer “tiefen Bande” vermittelt – einer Art Agreement zwischen beiden, dass sie es – egal wie schwierig es auch sein mag – schaffen wollen, miteinander eine Lösung zu finden. Das gemeinsame Ziel ist derart klar, daß es dadurch schon von vornherein unpassend wäre, den Partner/die Partnerin als in irgendeiner Weise “feindlich gesinnt” hinzustellen. Statt dessen hören beide einander genau zu und versuchen, den anderen trotz aller Schwierigkeiten positiv wahrzunehmen. In Glückszeiten zu lieben ist leicht – auch in der Krise ein offenes Herz füreinander zu behalten, dagegen eine der wohl größten Herausforderungen menschlicher Beziehungen.
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Zum Weiterlesen:
Leitfaden Paartherapie
Regeln zum Scheitern einer Paartherapie
Literatur zum Weiterlesen

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