Jan 25
Fasten könnte mitunter eine Alternative zu Psychopharmaka darstellen. (Foto: Fotolia)

Fasten hat sehr h√§ufig einen l√§ngerfristigen Effekt von Stimmungsaufhellung, Verbesserung des Selbstwertgef√ľhls und mitunter sogar Gef√ľhlen von Euphorie. Diese k√∂nnen bei leichten Formen von Depression, aber auch schwereren Formen positiv unterst√ľtzen. Bei schwereren Depressionserkrankungen k√∂nnte Fasten mitunter die zus√§tzliche Einnahme von Psychopharmaka neben einer Psychotherapie unn√∂tig machen oder erlauben, deren Dosis zu reduzieren. Dies sind m√∂gliche Schlu√üfolgerungen aus einer bereits im Jahr 2013 im Journal Elesier ver√∂ffentlichten Studie von Guillaume Fond et.al.

Diese Studie steht in ihren Ergebnissen im Einklang mit einigen anderen mit √§hnlichen Fragestellungen. In einer Studie von Teng (2011) brachte eine Kalorienreduktion von 300-500 kcal/Tag “signifikante Zunahme von Energie”, Tavakkoli (2008) zufolge brachte Intervall-Fasten w√§hrend des Ramadans eine signifikante Reduktion von Angst-Scores, nach Kanazawa (2006) brachte 10-t√§giges Fasten signifikante Verbesserungen f√ľr die Problembereiche Anorexie, Angstsymptome und Stimmungsschwankungen, Michalsen (2009) fand signifikante Stimmungsverbesserungen nach 1-w√∂chigem medizinischen Fasten per Kalorienreduktion, Faaroq nach Intervallfasten signifikante Reduktion der Scores von “Manie” (YMRS) und Depression (HDRS).

F√ľr Depressionspatienten wie auch deren Psychotherapeuten und Psychiater w√§re es somit definitiv empfehlenswert, di√§tetische Erg√§nzungen zum Therapieprogramm anzudenken – ja es ist aus meiner Sicht sogar verwunderlich, dass diese nicht bereits zum therapeutischen Standard beim erweiterten St√∂rungskomplex Affektiver St√∂rungen sowie durchaus auch des neurotischen und somatoformen St√∂rungskreises geh√∂ren. Hier k√∂nnen und sollen durchaus auch Mediziner und/oder Ern√§hrungsberater (etwa zur Einstellung einer pers√∂nlich passenden Fasten-Variante sowie medizinischer Begleitung, wenn erforderlich) beigezogen werden.

So k√∂nnten neben den positiven k√∂rperlichen Effekten des Fastens vermehrt auch die offenbar sehr h√§ufigen psychischen positiven Effekte gezielter gen√ľtzt, und die f√ľr den Stoffwechsel h√§ufig belastende Nutzung von Psychopharmaka dagegen teils signifikant reduziert (oder sogar unn√∂tig) werden.

ÔĽŅ21.03.20