Apr 30

Wissenschaftler der University of Nottingham wiesen in Experimenten nach, dass die Gehirne von Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit / Hyperaktivitäts-Syndrom (ADS / ADHS) auf sofortige Belohnung auf ähnliche Weise reagieren wie auf Medikamente. Bei Kindern, die ein Computerspiel spielten, bei welchem für jedes weniger impulsive Verhalten zusätzliche Punkte vergeben wurden, wurden die Gehirnaktivität gemessen. Demnach könnte es möglich sein, die Dosis von üblichen Medikamenten wie Ritalin auch in schweren Fällen deutlich zu reduzieren – dies funktioniert aber nur dann, wenn unmittelbar auf erwünschtes Verhalten Lob erfolgt. Die Reaktion auf das Lob war nicht ganz, aber nahezu gleich – und wirkte auch in den gleichen Hirnarealen – wie die Gabe von Ritalin.

Der Studienleiter Chris Hollis erklärte im Fachjournal “Biological Psychiatry”, dass eine Kombination von Medikamenten und Belohnungen die besten Ergebnisse erzielte. Das weise auch darauf hin, dass Kinder mit geringeren Mengen des Medikaments ihr Verhalten kontrollieren könnten.

(Quelle: Effects of Motivation and Medication on Electrophysiological Markers of Response Inhibition in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder, 06.04.2010; Photo:Corbis)

Dec 03

Die Effekte von Bleivergiftungen bei Kindern wurden erstmals im Jahre 1892 in Brisbane, Australien beschrieben. Seit damals sind die als akzeptabel erachteten Grenzwerte von Blei im Blut drastisch gefallen. Zuletzt reduzierte das US Center for Disease Control and Prevention im Jahre 1991 den als gesundheitlich unbedenklich erachteten Wert von Blei im Blut auf 10 Mikrogramm pro Deziliter.

Eine Studie an der Universität für Bristol wies nun jedoch nach, daß schon Bleibelastungen weit unterhalb dieses Richtwerts die geistige und emotionale Entwicklung von Kindern deutlich schädigen. Die Mediziner fordern aus diesem Grund, den derzeit geltenden Schwellenwert von zehn Mikrogramm pro Deziliter Blut nochmals zu halbieren.

Bei rund 500 Kindern wurden im Alter von 30 Monaten die Bleikonzentrationen im Blut gemessen. Als die Kinder sieben bis acht Jahre alt waren, prüften die Wissenschafter dann ihr Lese- und Schreibvermögen sowie etwaige Auffälligkeiten des Verhaltens. Jene Teilnehmer mit Konzentrationen zwischen fünf und zehn Mikrogramm Blei pro Deziliter schnitten im Lesen und Schreiben nur halb so gut ab wie die kaum belasteten Kinder. Überschritten die Werte die Schwelle von zehn Mikrogramm, zeigten die Kleinen zudem auffällig oft hyperaktives und unsoziales Verhalten. Unter einem Wert von fünf Mikrogramm fanden die Forscher, die ihre Resultate im Fachblatt “Archives of Disease in Childhood” vorstellen, keine Auffälligkeiten.

Blei wirkt auf Kleinkinder besonders schädlich, weil sie im Vergleich zu Erwachsenen wesentlich größere Mengen des Schwermetalls aufnehmen und im Gewebe einlagern. Obwohl Blei-Additive etwa in Farben oder Benzin seit Jahren verboten sind, ist das Schwermetall in der Umwelt weit verbreitet. In Knochen hält sich Blei bis zu 30 Jahre. Die WHO schätzt, dass weltweit etwa die Hälfte der Stadtkinder unter dem Alter von fünf Jahren höhere Bleiwerte im Blut aufweisen als zehn Mikrogramm pro Deziliter.

(Quellen: [1], [2]. Bild:SPL)

01.09.19