Apr 30

Wissenschaftler der University of Nottingham wiesen in Experimenten nach, dass die Gehirne von Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit / Hyperaktivitäts-Syndrom (ADS / ADHS) auf sofortige Belohnung auf ähnliche Weise reagieren wie auf Medikamente. Bei Kindern, die ein Computerspiel spielten, bei welchem für jedes weniger impulsive Verhalten zusätzliche Punkte vergeben wurden, wurden die Gehirnaktivität gemessen. Demnach könnte es möglich sein, die Dosis von üblichen Medikamenten wie Ritalin auch in schweren Fällen deutlich zu reduzieren – dies funktioniert aber nur dann, wenn unmittelbar auf erwünschtes Verhalten Lob erfolgt. Die Reaktion auf das Lob war nicht ganz, aber nahezu gleich – und wirkte auch in den gleichen Hirnarealen – wie die Gabe von Ritalin.

Der Studienleiter Chris Hollis erklärte im Fachjournal “Biological Psychiatry”, dass eine Kombination von Medikamenten und Belohnungen die besten Ergebnisse erzielte. Das weise auch darauf hin, dass Kinder mit geringeren Mengen des Medikaments ihr Verhalten kontrollieren könnten.

(Quelle: Effects of Motivation and Medication on Electrophysiological Markers of Response Inhibition in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder, 06.04.2010; Photo:Corbis)

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Gedanken zu “ADHS: Lob wirkt wie Medikamente” (3):

  1. Kommentar von web4health:

    Super Beitrag. Nur ist es so schwer, ADHS-Kindern bei Erfolgen zu erwischen. Unsinn fällt halt schneller auf und wird in der Schule weit mehr Beachtung finden als ein geistreicher Querdenker-Beitrag von ADHS-Kindern oder das Ansprechen von mangelnder Struktur im Unterricht, zu hoher Lautstärke im Klassenraum etc.

  2. Kommentar von web4health:

    So überraschend ist es nicht. Bei ADHS liegt ja ein Problem in der Verfügbarkeit bzw. Wiederaufnahme von Dopamin vor.
    Lob bzw. Erfolge schüttet Dopamin aus.

    Blöderweise ist es halt nur so, dass ADHSler mehr Kritik als Lob erhalten. Und man nicht immer die Kinder bei Erfolgen “erwischt”.

  3. Kommentar von Aufeinander zugehen:

    Ich spreche mich eher für Inklusion aus! Es ist ja schier unerträglich, daß sich die Beroffenen ständig und unermüdlich an ihre Umwelt anpassen sollen! Zur Nor auch mit Chemie, die in den Hirnstoffwechsel eingreift, und die Kinder dadurch auch anderweitig in ihrem emotionalen Erleben und Verhaltensweisen ungünstig beeinflussen bzw. verändern können…

    Diese Denkweise ist keinesfalls “behindetengerecht”!

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01.09.19