May 18

Eine großangelegte Studie (n=1000) des Institutes fĂŒr Frauengesundheit Baden WĂŒrttemberg zur HĂ€ufigkeit sexueller Funktionsstörungen bei Frauen sowie möglichen Wegen, diese zu beeinflussen, wurde kĂŒrzlich in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Sexual Medicine veröffentlicht.

Ziel dieser Studie war es, a) die HĂ€ufigkeit und b) die unterschiedlichen Formen von Störungen der weiblichen Sexualfunktion zu erforschen. Ebenfalls untersucht wurde der Zusammenhang von Funktionsstörungen und hormoneller VerhĂŒtung mit der “Pille”, genauer mit unterschiedlichen Formen einer hormonalen EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung. Mittels eines standardisierten Fragebogens wurde gezielt nach der sexuellen AktivitĂ€t und möglichen Einflussfaktoren gefragt. BezĂŒglich einer eventuell durchgefĂŒhrten Kontrazeption wurden die Auswirkungen verschiedener VerhĂŒtungsmethoden auf die Sexualfunktion wie auch unterschiedliche hormonale Kontrazeptiva vergleichend berĂŒcksichtigt.

Die Auswertung zeigt, dass von den teilnehmenden Frauen 32,4 % ein Risiko fĂŒr sexuelle Dysfunktion aufweisen, und zwar in den Bereichen Orgasmus (8,7 %), Libido (5,8 %), Befriedigung (2,6 %), Lubrikation (1,2 %), Schmerzen (1,1 %) und sexuelle Erregung (1,0 %). Signifikante Auswirkungen auf die Gesamtauswertung hatten die Faktoren VerhĂŒtungsmethode und Rauchen, wobei die hormonelle VerhĂŒtung mit geringerer Libido und Erregung assoziiert war als die Nicht-VerhĂŒtung und die ausschließlich nichthormonale Kontrazeption. Weitere Variablen wie Stressbelastung, Schwangerschaft, Partnerbeziehung und Kinderwunsch hatten ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die Sexualfunktion.

Die Autoren weisen darauf hin, daß die Studie primĂ€r Assoziationen, nicht aber KausalitĂ€t einzelner Sexualstörungen nachweisen kann.

(Quelle: Wallwiener CW, Wallwiener LM, Seeger H, Mueck AO, Bitzer J, and Wallwiener M; Prevalence of Sexual Dysfunction and Impact of Contraception in Female German Medical Students ; doi: 10.1111/j.1743-6109.2010.01742.x)

ï»ż10.07.20