Aug 16

Ein kleiner Streit zur rechten Zeit ist gut – vor allem dann, wenn es um gute Gr├╝nde geht. Diese Schlu├čfolgerung war es in etwa, die ein Forscherteam des Institute for Social Research an der University of Michigan k├╝rzlich beim Treffen der American Psychological Society in San Diego ver├Âffentlichte. Unterdr├╝ckter oder latent schwelender ├ärger ist n├Ąmlich – egal ob in der Partnerschaft, im Beruf oder im Familienverband – schlecht f├╝r die Gesundheit.

Studienleiterin K. Birditt hatte sich bereits fr├╝her mit dem Konfliktverhalten von Paaren befa├čt – ihre letzte Studie hatte aufgezeigt, da├č die meisten Menschen dazu neigen, Konflikte einfach “laufen zu lassen”, also nichts zu unternehmen, diese zu kl├Ąren oder sich genauer mit ihren Ursachen auseinanderzusetzen: “Vogel-Strau├č-Politik”. Nur 41% gingen zumindest gelegentlich offensiv vor und unternahmen pers├Ânliche Kl├Ąrungsversuche. In einer Folgestudie untersuchte sie nun die Gesundheitsdaten von mehr als 1.800 Erwachsenen zwischen 33 und 84 Lebensjahren, um herauszufinden, wie sich die unterschiedlichen Strategien, mit Konflikten umzugehen, gesundheitlich auswirkten.

Unterdr├╝ckte Konflikte f├╝hrten den gefundenen Ergebnissen zufolge zum Anstieg des Stresshormons Cortisol (was mit eine Erkl├Ąrung f├╝r die Belastung des Herzens ist, die sie einer anderen Studie zufolge ebenfalls verursachen k├Ânnen). Besonders am Morgen zeigte der Cortison-Spiegel im Blut Spitzenwerte, und diese nahmen dann im Tagesverlauf nur langsamer ab als bei offensiver vorgehenden Personen, welche bemerkenswerterweise sogar am Morgen einen vergleichsweise niedrigen Cortisol-Spiegel zeigten. “Beziehungen haben einen gro├čen Einfluss darauf, wie wir uns tagt├Ąglich f├╝hlen – vor allem Probleme in unseren Beziehungen”, so Birditt. “Wie wir mit unseren Problemen umgehen, schl├Ągt sich demnach auf unser Wohlergehen nieder.”

Vorhergehende Studien zeigten, dass verheiratete Paare, die Streitigkeiten vermeiden, fr├╝her sterben als jene, die expressiv sind. Eine andere Studie wiederum ergab, dass der Ausdruck von ├ärger zu einem Gef├╝hl der Selbstkontrolle und zu Optimismus f├╝hrt. Bei jenen Menschen, die ├Ąngstlich reagieren, ist das nicht der Fall.

(Quelle: LiveScience.com 20100813; Image src:goodtherapy.org)

´╗┐31.01.20