Oct 11
Pupillen Sexuelle Reaktionen Männer Frauen

Was unsere Pupillenreaktionen √ľber uns aussagen…
Image src: S. Cartwright, popsci.com

√úberraschende Ergebnisse erbrachte eine Untersuchung von Pupillen-Reaktionen auf Pornographie an der University of Sydney in Australien (bereits im Jahre 2012).

Bei heterosexuellen M√§nnern erweiterten sich die Pupillen am meisten, wenn sie in Pornofilmen oder -bildern weibliche Darstellerinnen beim Masturbieren sahen. Bei homosexuellen M√§nnern erweiterten sie sich am meisten, wenn sie dabei M√§nner zu sehen bekamen, und bei bisexuellen M√§nnern mehr als bei anderen M√§nnern, wenn sie Darsteller beider Geschlechter sahen”, schreiben die Autoren Rieger & Savin-Williams.

Dasselbe gilt aber nicht f√ľr Frauen. Im Durchschnitt erweiterten sich die Pupillen heterosexueller Frauen st√§rker beim Betrachten von Abbildungen und Videos mit m√§nnlichen Darstellern als von neutralen Bildern, aber sie reagierten auch st√§rker auf Bilder von masturbierenden Frauen im Vergleich zu heterosexuellen M√§nnern, die M√§nner beobachteten.

Die Pupillen-Reaktionen lesbischer und bisexueller Frauen ähnelten in der Studie tendenziell jenen männlicher Reaktions-Muster.

Die Erkenntnis, dass heterosexuelle Frauen mehr als heterosexuelle M√§nner von beiden Geschlechtern erregt werden, k√∂nnte den √úberlegungen der Autoren zufolge durch die Evolutionstheorie erkl√§rt werden: in der Fr√ľhgeschichte der Menschheit kam es h√§ufig zu Gewalt, sexuellen √úbergriffen und Ausschweifungen. W√§hrend sich dabei die k√∂rperlich √ľberlegenen M√§nner erlauben konnten, sich voll auf ihre (i.d.R. heterosexuellen) Vorlieben zu konzentrieren, mu√üten sich Frauen vor Verletzungen im Intimbereich sch√ľtzen – Frauen, die hier unabh√§ngiger von rein heterosexuellen Stimuli waren und unabh√§ngig davon sexuelle Erregung (z.B. Feuchtwerden des Scheideneingangs) entwickeln konnten, waren evolution√§r im Vorteil. Dies deckt sich auch mit diversen theoretischen Arbeiten zu diesem Thema, die sich mit der gr√∂√üeren Offenheit von Frauen in Richtung homosexueller Kontakte besch√§ftigten.

(Quellen: Rieger G, Savin-Williams RC (2012) The Eyes Have It: Sex and Sexual Orientation Differences in Pupil Dilation Patterns. PLoS ONE 7(8): e40256., [PopSci])

Oct 20

Ein gefundenes Fressen f√ľr die Medien war die k√ľrzliche Freigabe von Flibanserin (vertrieben als “Addyi”) in den USA, ein neu entwickeltes Medikament, das die Lust von Frauen auf Sex steigern soll. Im Unterschied zu Viagra wirkt Flibanserin allerdings weniger auf k√∂rperlicher, sondern vielmehr auf neurologischer Ebene: eigentlich handelt es sich bei dem Medikament um ein Antidepressivum, das den Serotonin-Spiegel (welcher lusthemmend wirkt) absenkt, und die Konzentration der Gl√ľckshormone Dopamin und Noradrenalin anhebt (was sich libidosteigernd auswirken kann). Insofern ist auch der ‘modus operandi’ der Einnahme wie bei AD’s: die Pille mu√ü t√§glich eingenommen werden, egal, ob Sex geplant ist oder nicht. Und frau mu√ü mit Nebenwirkungen rechnen, wie sie auch bei der Einnahme von Antidepressiva auftreten k√∂nnen, etwa Schlafst√∂rungen, Schwindel, √úbelkeit, Schl√§frigkeit, Angstsymptomen. Gef√§hrlich soll die Einnahme gar in Verbindung mit Alkoholkonsum sein – was gerade bei einem solchen Arzneimittel einigerma√üen ironisch anmutet.

Zugelassen wurde das Mittel f√ľr Frauen vor der Menopause, welche an einem Mangel an sexuellem Verlangen leiden. Hief√ľr wurden, wohl aus Marketing-Gr√ľnden, sogar zwei neue Krankheitsbegriffe geschaffen: “Hypoactive Sexual Desire Disorder” (HSDD) und “Female Sexual Dysfunction” (FSD) und prompt Studien pr√§sentiert, denen zufolge bis zu 25% der Frauen an dieser “St√∂rung” leiden sollen. All dies, obwohl ja Libidomangel bereits sowohl im Diagnoseverzeichnis ICD-10 als auch dem DSM definiert ist. Laut der zulassenden FDA soll das Medikament nur verschrieben werden, wenn der Lustmangel nicht durch die aktuellen Lebensumst√§nde bedingt ist, also z.B. durch Schwangerschaft, Stillphase, Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder Probleme in der Partnerschaft. Man braucht jedoch kein gro√üer Skeptiker zu sein, um zu bezweifeln, dass besonders in der USA die wenigsten √Ąrzte z√∂gern werden, ihren Patientinnen Antidepressiva dieser speziellen Art zu verschreiben.

Die konkrete Wirkung des Medikaments ist fragw√ľrdig: im Vergleich mit Placebos hatten Frauen, die Flibanserin/Addyi einnahmen, gerade einmal 1/2-1x h√§ufiger Sex.

Insofern wirft die Freigabe des Arzneimittels unweigerlich Fragen auf: mu√ü denn in einer funktionierenden Partnerschaft tats√§chlich ein Partner Medikamente einnehmen, nur weil beide unterschiedlich oft Lust versp√ľren? Und wenn es denn schon sein mu√ü, warum gerade mit einem Medikament behandeln, das offenbar nicht nur kaum wirkt, sondern auch die bescheidene Wirksamkeit mit dem Risiko signifikanter Nebenwirkungen erkauft?

Tats√§chlich wies nun eine neue an der MedUni Wien durchgef√ľhrte Studie nach, dass Placebos sich als zumindest ebenso wirksam f√ľr die sexuelle Libido der Frau erweisen wie beide aktuell verf√ľgbaren “Behandlungsmethoden” mittels Flibanserin oder Oxytocin. Die Studienleiterin, M. Bayerle-Edereine, erkl√§rt sich dies mit der intensiveren und offeneren Kommunikation der Paare als Begleiterscheinung der Studie, und sagt zudem: “Sexuelle Probleme sind h√§ufiger durch laufenden Stress verursacht als durch M√§ngel im weiblichen Hormonhaushalt.” Auch wenn das eine das andere nicht ausschlie√üt, und auch hormonelle St√∂rungen durchaus stre√übedingt sein k√∂nnen, kann ich aus der Arbeit mit Paaren dennoch best√§tigen, dass das Grundelement erfolgreicher Sexualtherapie zun√§chst in der Beseitigung der H√ľrden zu einer erf√ľllenden Sexualit√§t besteht. Insofern sind zun√§chst einmal m√∂gliche Ursachen zu erkunden und zu behandeln, statt gleich zu den erstbesten Medikamenten zu greifen, die versprechen, die Probleme auf “technische” Weise zu beseitigen.

Weiterf√ľhrende Artikel zum Thema:
Moynihan, Ray: “The making of a disease: female sexual dysfunction“, BMJ 2003; 326:45 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.326.7379.45, 2003
Moynihan, Ray: “Merging of marketing and medical science: female sexual dysfunction“, BMJ 2010; 341:c5050 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.c5050, 2010
Dana A. Muin et al.: “Effect of long-term intranasal oxytocin on sexual dysfunction in premenopausal and postmenopausal women: a randomized trial”, in: Fertility and Sterility (2015). DOI: 10.1016/j.fertnstert.2015.06.010
Image source: http://www.yypharm.com/

Apr 10

In meiner Praxis habe ich sehr h√§ufig mit KlientInnen zu tun, die in irgendeiner Weise darunter leiden, nicht den geeigneten Partner oder die geeignete Partnerin zu finden. Dies hat nat√ľrlich fast immer psychische Gr√ľnde – auf die eine oder andere Weise sabotierten sie sich selbst, sie leiden an Formen sozialer √Ąngste oder (meiner Erfahrung nach der h√§ufigste Grund) an zu geringem Selbstwertgef√ľhl.

Image source: imhomir.com

Die Probleme rund um Partnersuche, Attraktivit√§t und sexuelle Anziehungskraft befl√ľgeln Forscher und K√ľnstler schon seit Menschengedenken. Unter diesem – eher ironisch gemeinten – Blogtitel m√∂chte ich die Ergebnisse einschl√§giger Studien und Forschungsergebnisse zusammenfassen – diese Sammlung wird laufend erweitert und aktualisiert.

Doch Achtung: Garantie f√ľr Plausibilit√§t oder gar Erfolg √ľbernehme ich keine! ūüėČ

Attraktivität und Partnerwahl

  • “Attraktive K√∂rper und Gesichter sind symmetrisch” – bei der Partnerwahl springen wir auf √§sthetische Eindr√ľcke an, die indizieren, dass es um die Gesundheit und Fitness, also auch um Reproduktionsf√§higkeit, gut bestellt ist (Quelle)
  • Menschen mit symmetrischem K√∂rperbau kommen beim Tanzen besser an und haben bei der Partnerwahl die Nase vorn.” (Quelle)
  • Frauen ohne Idealma√üe sind st√§rker, robuster und krisenresistenter” – im Westen gelten Frauen mit einer gr√∂√üeren Waist-Hip-Ratio (Taille-H√ľft-Verh√§ltnis) als 0,7 als weniger attraktiv als in anderen Weltregionen, sind f√ľr Krisenzeiten aber besser ger√ľstet (Quellen: [1],[2],[3])
  • √Ėstrogen macht Frauengesichter attraktiver.” – w√§hrend der fruchtbaren Tage wirken die Gesichter von Frauen offenbar attraktiver (Link)
  • Testosteron macht M√§nnergesichter attraktiver.” – hohe Testosteronwerte in Kombination mit wenig Stresshormonen st√§rken die Abwehrkr√§fte und lassen das Gesicht eines Mannes in den Augen von Frauen attraktiv erscheinen (Link zu Markus J. Rantala et.al., “Evidence for the stress-linked immunocompetence handicap hypothesis in humans”)
  • Frauen werden eher gew√§hlt, wenn sie sch√∂n sind, M√§nner eher, wenn sie dominant wirken“- dies bezieht sich auf politische Wahlen ..aber vielleicht nicht nur, wenn man die weiter unten angef√ľhrten Forschungsergebnisse liest (Quelle)
  • Sch√∂nheit verunsichert.” – dies, und da√ü es attraktive Frauen und M√§nner bei der Partnersuche schwerer haben als durchschnittlich attraktive Personen, w√§re eine m√∂gliche Schlu√üfolgerung aus dem sog. “Gehwegexperiment” von James Dubbs u. Neil Stokes (“Beauty is Power: The Use of Space on the Sidewalk”, 1975): auf einem Gehweg √§nderten Fu√üg√§nger ihre Gehrichtung, um mehr von M√§nnern als Frauen auszuweichen, mehr von 2 als von 1 Person, und weiter von einer h√ľbschen als von einer unattraktiven Frau. Ihre Theorie war, da√ü Attraktivit√§t, Gruppengr√∂√üe und Geschlecht Aspekte von Macht sind, die territorialen Anspruch und damit das genannte Ausweichverhalten begr√ľndeten (Quelle).
  • Von der Attraktivit√§t der Kleidung wird auf andere Attraktivit√§ts-Attribute geschlossen.” – attraktiv gekleidete Testpersonen wurden kompetenter und sozialer eingesch√§tzt als nicht attraktiv gekleidete, und, wie die Forscher vermuteten, wohl auch als physisch attraktiver (Quelle).
  • Gro√üe M√§nner kommen sexuell und sozial besser weg.” – M√§nner haben mit starken, attraktiven und reichen Konkurrenten ihre gr√∂√üten Schwierigkeiten, mit zunehmender K√∂rpergr√∂√üe scheint die Beeindruckung von Konkurrenten abzunehmen. Kleine M√§nner sind tendenziell am eifers√ľchtigsten. Bei Frauen hingegen sind die kleinen und die gro√üen eifers√ľchtiger als die durchschnittlich gro√üen. Allerdings werden die durchschnittlich gro√üen Frauen am ehesten von gro√üen und sozial dominanten Konkurrentinnen beeindruckt (Link)
  • Frauen ziehen √§ltere M√§nner und diese j√ľngere Frauen vor.” – Eine Erkl√§rungsm√∂glichkeit f√ľr die biologischen Ursachen dieses Ph√§nomens lieferte eine Studie, die herausfand, da√ü¬† Frauen mit einem vier Jahre √§lteren Partner und M√§nner mit einer sechs Jahre j√ľngeren Partnerin den gr√∂√üten Reproduktionserfolg haben (Quelle)
  • Der Mensch verlor vielleicht seine K√∂rperbehaarung, da dies sexy auf das andere Geschlecht wirkte.” – eine Hoffnung f√ľr Glatzentr√§ger? (Quelle)
  • Ergebnisse einer √∂konometrischen Analyse von Online-Dating-Verhalten: M√§nner, die angaben, sie seien auf der Suche nach einer langfristigen Beziehung, schnitten sehr viel besser ab als jene, die lediglich auf eine Aff√§re aus waren. F√ľr M√§nner ist das Aussehen der Frauen von herausragender Bedeutung, f√ľr Frauen das Einkommen eines Mannes von gr√∂√üter Wichtigkeit: je reicher der Mann ist, desto mehr Mails erh√§lt er. Die Attraktivit√§t einer Frau w√§chst f√ľr M√§nner zwar auch mit dem Einkommen, aber nur bis zu einer bestimmten H√∂he. [..] M√§nner f√ľhlen sich angezogen von Studentinnen, K√ľnstlerinnen, Musikerinnen, Tier√§rztinnen, und Ber√ľhmtheiten, sie meiden Sekret√§rinnen, Rentnerinnen sowie Frauen, die beim Milit√§r oder der Polizei arbeiten. Frauen bevorzugen Soldaten, Polizisten und Feuerwehrm√§nner, au√üerdem Rechtsanw√§lte und Finanzexperten in leitender Position. Frauen meiden Arbeiter, Schauspieler, Studenten [..]. Die Analyse der Daten von etwa 30.000 Nutzern ergab weiterhin, dass M√§nner vor allem erhebliche Nachteile haben, wenn sie klein sind. F√ľr Frauen hingegen ist √úbergewicht t√∂dlich. Deswegen wird in diesen Bereichen offenbar h√§ufig auch etwas nachgeholfen: der interessierte Online-Dater ist z.B. etwas gr√∂√üer als der Durchschnittsmann und die typische Online-Daterin 10 kg leichter als ihre reale Kollegin. Im Buch “Freakonomics“, in dem die Ergebnisse komplett nachzulesen sind, beschrieben die Autoren ihre durch mathematische Methoden gewonnenen Erkenntnisse so: “In der Welt des Online-Dating ist ein Kopf voller blonder Haare f√ľr eine Frau ungef√§hr so viel wert wie ein College-Abschluss.
  • In Partnerb√∂rsen, speziell solchen in Dating-Apps, waren als Ersteindruck Fotos, die eine offene, gestreckte K√∂rperposition zeigten, am erfolgreichsten – und zwar sowohl bei M√§nnern als auch bei Frauen (Quelle).
  • “”Fiese” M√§nner bekommen die meisten und sch√∂nsten Frauen ab” – in den meisten einschl√§gigen Studien zu diesem Thema wiesen die betreffenden M√§nner eine (auch unterschiedlich ausgepr√§gte) Kombination aus¬†Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus auf (Quellen: [1], [2], [3])
  • M√§nner sollten nicht “hingerissen” wirken: Ungewissheit √ľber die Gef√ľhle des Gegen√ľbers erh√∂ht dessen Attraktivit√§t (Quelle: E. Whitchurch et.al in: “Uncertainty Can Increase Romantic Attraction”, Psychological Science, 01/2011).


Sexualität

  • “Schon die blo√üe Anwesenheit einer Frau erh√∂ht den Testosteronspiegel” – unabh√§ngig vom Aussehen einer im gleichen Raum befindlichen Frau steigt der Testosteronspiegel von M√§nnern innerhalb von 300 Sekunden um 8% an ([1],[2])
  • Die H√§ufigkeit weiblicher Orgasmen steigt mit dem Einkommen ihrer Partner” – Sex mit wohlhabenden oder m√§chtigen M√§nnern wird von Frauen wom√∂glich als besser erlebt, weil sie sich damit einen Zugang zu Reichtum und Macht verschaffen und diesen erhalten wollen (Quellen: [1], [2], [3])
    Nachtrag 04/2010: Hierzu existiert allerdings nun eine andere Ergebnisse zeigende Gegenstudie.
  • Je attraktiver sich Frauen finden, desto h√∂here Anspr√ľche stellen sie an ihren Sexualpartner” – bei M√§nnern gibt es diese Korrelation nicht, was hei√üen k√∂nnte, da√ü sie weniger w√§hlerisch oder auch weniger geneigt sind, dauerhafte Beziehungen zur Reproduktion einzugehen (Quellen: [1], [2])
  • (indirekter) “Zusammenhang zwischen Stimme und sexueller Aktivit√§t” – Probanden mit als attraktiv empfundener Stimme hatten an ihren beiden H√§nden ungef√§hr gleich lange Finger (Hinweis auf Zusammenhang mit Attraktivit√§t durch Symmetrie, siehe oben), eher in j√ľngerem Alter Geschlechtsverkehr, mehr Sexualpartner und mehr au√üerpartnerschaftliche Aff√§ren (Quellen: [1], [2])
  • Frauen reagieren unterschiedlich auf m√§nnlichen Schwei√ügeruch.” – ihr Hirn kann normalen von unter sexueller Erregung entstandenen Schwei√ügeruch von M√§nnern unterscheiden (Quelle)
  • Frauentr√§nen wirken “abt√∂rnend” auf M√§nner, sie reduzieren den Testosteronspiegel. Quelle: Shani Gelstein et.al, “Human tears contain a chemosignal” in: Science 01/2011, DOI: 10.1126/science.1198331)
  • Z√§hlt “die Gr√∂√üe”? Ja.” – Befragungen, denen zufolge die Penisgr√∂√üe f√ľr Frauen keine Rolle spiele, waren angeblich h√§ufig “zu direkt”; beurteilen Frauen dagegen ohne Wissen um den eigentlichen Inhalt der Befragung Computer-generierte Gestalten, bei denen sich u.a. die Penisgr√∂√üen unterscheiden, werden jene mit gr√∂√üerem Penis als mehr attraktiv eingestuft (Quellen: [1], [2])

Familie / Kinder / Fertilität (Fruchtbarkeit)

  • Korrelation zwischen Wohlstand und Reproduktionserfolg“: bei reichen britischen M√§nnern wurde in einer Studie h√∂herer Reproduktionserfolg nachgewiesen, bei Frauen sinkt mit zunehmender Bildung und zunehmenden Einkommen die Zahl der Kinder (Quelle)

Dieser Artikel wird laufend erweitert und mit neuen Forschungsergebnissen ergänzt (Erstveröffentlichung: 01/2009; zuletzt aktualisiert: 04/2016)

Weiterer Artikel zum Thema “Partnersuche”:
Partnersuche ‚Äď wie der Ausbruch aus dem Teufelskreis gelingen kann

Nov 05

Sexuelle Lustlosigkeit belasted zumeist beide Beziehungspartner stark. (photo source: doesitreallywork.org)

“Sind Sexualprobleme bei Frauen eher psychischer oder k√∂rperlicher Natur? Welche Faktoren spielen da mit?”

Man ist in diesem Bereich auf Sch√§tzungen angewiesen, da zu diesem Thema sehr unterschiedliche Studien existieren. Manche Studien behaupten bis zu 80% k√∂rperliche (i.d.R. stoffwechselbedingte / hormonelle) Ursachen, andere vermuten mehr als 70% psychische Gr√ľnde f√ľr sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen. Das Problem f√ľr die Betroffenen: sie k√∂nnen sich gewissermassen “aussuchen”, welchen Theorien sie Glauben schenken und sind am Ende so schlau wie zuvor… Seri√∂se √Ąrzte oder Therapeuten werden deshalb – letztlich auch, beide Ans√§tze respektierend – beide Erkl√§rungsmodelle pr√ľfen.

Besonders im Fall lang anhaltender und emotional unerkl√§rlicher sexueller Lustlosigkeit ist somit zun√§chst eine √§rztliche Abkl√§rung empfehlenswert, um k√∂rperliche Ursachen wie etwa St√∂rungen des Hormonspiegels, Stoffwechselerkrankungen u.dgl. auszuschliessen. Werden dabei keine eindeutigen Hinweise gefunden, d√ľrften zumindest psychische Mit-Ursachen vorliegen – von denen aber gibt es viele, die in Frage kommen. Bei Frauen unterscheiden sich diese meinen Erfahrungen in der Sexualberatung zufolge √ľbrigens bemerkenswerterweise gar nicht so sehr von jenen, die auch bei M√§nnern zu sexuellen Problemen f√ľhren k√∂nnen: etwa Probleme in der Partnerschaft, sexueller¬†Leistungsdruck oder Depression, um nur einige davon zu nennen.

“Was gibt es f√ľr Therapiem√∂glichkeiten – psychologisch und medikament√∂s?”

Wenn eindeutige physiologische Ursachen gefunden werden, ist eine medikament√∂se Therapie sinnvoll, etwa die Einnahme von Testosteron bei hormonell bedingtem Libidoverlust. Viele Frauen sind zun√§chst √ľberrascht, wenn sie dies h√∂ren, da Testosteron bekanntlich doch ein “m√§nnliches” Sexualhormon ist. Tats√§chlich aber wird es auch in den weiblichen Eierst√∂cken produziert, wenn auch in weitaus geringeren Mengen als es in den m√§nnlichen Sexualorganen geschieht. Testosteron ist damit sozusagen ein “gender-neutrales” Hormon ūüėČ , das bei beiden Geschlechtern eine wichtige Rolle f√ľr den Sexualtrieb und sexuelle Lust, aber auch wie bei den M√§nnern f√ľr Knochendichte und Muskelbildung spielt. Wichtig ist es mir allerdings, darauf hinzuweisen, dass k√ľnstliche Testosteron-Gaben speziell in h√∂herem Alter indiziert sind, also dann, wenn die k√∂rpereigene Testosteron-Produktion abnimmt. Bis zu den weiblichen Wechseljahren sollten Testosteron-Behandlungen nur in Ausnahmef√§llen erfolgen – denn speziell bei Frauen sind die Langzeitfolgen solcher Gaben noch nicht gut erforscht, bei M√§nnern haben sie sich als risikoreich (etwa durch ein deutlich gesteigertes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken) erwiesen.

Die “Falle”, aber auch die Chance liegt in der Ber√ľcksichtigung der psychischen Komponenten, die ihrerseits ebenfalls die Produktion der Sexualhormone beeinflussen: diese Produktion l√§√üt nach, wenn es uns schlecht geht, und sie nimmt zu, wenn wir gl√ľcklich sind und Lust auf unseren Partner haben. Es gibt eine enge Wechselwirkung zwischen unserem Hormonhaushalt, unserem psychischen Wohlbefinden und der sexuellen Lust. So w√ľrde ich Betroffenen, die an sexueller Lustlosigkeit leiden, als ersten Schritt “daheim” empfehlen, sich zu fragen, ob sie in ihrer Partnerschaft gl√ľcklich sind und aktuell einen entspannten Zugang zur Sexualit√§t haben.
Wenn dies nicht der Fall ist oder auch keine klaren k√∂rperlichen Ursachen identifiziert werden k√∂nnen, w√§re es im Sinne sexueller Zufriedenheit empfehlenswert, sexualtherapeutische Beratung einzuholen. H√§ufig gelingt es meiner Erfahrung nach recht rasch, zumindest den Ursachen der “gebremsten Lust” auf die Spur zu kommen. Wie diese dann zu aufzul√∂sen sind, ist nat√ľrlich von Person zu Person (und mitunter von Paar zu Paar) sehr unterschiedlich.

(Interview mit A. Iiosa / “Die Presse”, Nov 2012)

Sep 06

Nun befasste sich mein letzter Blog-Artikel mit Fragen der “Gleichberechtigung” zwischen M√§nnern und Frauen, diesmal scheint es ein kritischer Artikel zur Gender-Forschung zu werden: sp√§testens jetzt werden sich die ersten kritischen Leser/innen fragen: ist der Fellner etwa ein Frauenfeind?

Weit gefehlt, ganz ehrlich!

Source: tiaraandglasses By: Lego

Und doch war mir die Gender-Forschung immer schon einigerma√üen suspekt: die meisten Argumente heutiger Feministinnen fand ich zumeist weder besonders fundiert, noch deckten sie sich mit meiner eigenen Erfahrungswelt. Doch der Konstruktivist in mir ist ein duldsamer Gesell und kann gut mit der Idee leben, dass meine eigene Erfahrungswelt ja auch keinen Beweis daf√ľr darstellen muss, dass die Theorien der Gender-Forscherinnen und Feministinnen unberechtigt seien – oder nicht zumindest f√ľr bestimmte Gesellschaftsgruppen relevant w√§ren. Zudem gibt es speziell in den von Frauen dominierten Sozialwissenschaften etwas, das man sich als Mann so gar nicht leisten kann: das Grundaxiom der Geschlechter”gleichheit” (h√§ufig auch jenes eines immer noch existierenden Chancenungleichgewichts zu Ungunsten westlicher Frauen) in Frage zu stellen.

Nun ist einer, der es sich offenbar leisten kann, n√§mlich der norwegische Komiker (!) aber auch Soziologe Harald Eia, einer dieser merkw√ľrdigen Unstimmigkeiten, die sich wie rote F√§den durch die speziell in den westlichen OECD-Staaten bereits langj√§hrig sogar aus Steuergeldern gef√∂rderten Gender-Studien ziehen, mal ganz genau nachgegangen: n√§mlich der, dass in einem Land wie Norwegen – dem sogar die UN zuschreibt, seit Jahren weltweit zu den Vorzeigestaaten hinsichtlich des “Gender-Gap” zu geh√∂ren (also nahezu identische berufliche und bildungsm√§√üige Startpositionen f√ľr Frauen und M√§nner zu erm√∂glichen) – auch heute noch anteilsm√§√üig nahezu gleich viele Frauen klassische Frauenberufe ergreifen, und M√§nner in klassischen M√§nnerberufen zu finden sind … obwohl doch nach all den f√ľr Gleichstellungs- und F√∂rderungsma√ünahmen investierten Milliarden eigentlich das exakte Gegenteil oder doch zumindest kleine “positive” (= mehr Bauarbeiterinnen, M√ľllentsorgerinnen, aber nat√ľrlich auch Ingenieurinnen) Ver√§nderungen zu erwarten sein sollten?

Das Beklemmende ist vielmehr, dass offenbar sogar ein gegenteiliger Effekt auszumachen ist: der Anteil an Ingenieurinnen und Computerfachfrauen ist in den westlichen, “gender-bewu√üten” Industriestaaten anteilsm√§√üig sogar geringer als in den meisten anderen. Wie das m√∂glich ist, soll Ihnen jedoch am besten Herr Eia selbst erkl√§ren – seine aus einer mehrteiligen Serie zusammengefasste Kurzdoku (38 Minuten, norwegischer OT mit englischen Untertiteln) ist wirklich sehenswert und informiert Sie nebenbei √ľber einige interessante Details aus der aktuellen Humanforschung. Ihre Ausstrahlung im staatlichen TV im Jahre 2011 war √ľbrigens wesentlich an der Entstehung einer intensiven und kritischen √∂ffentlichen Diskussion in Norwegen beteiligt, deren vorl√§ufiger H√∂hepunkt eine Schlie√üung des “Nordic Gender Institutes” und die Beendigung der “Wissenschaft” der sog. “Gender Studies” darstellte. Die f√ľr Gender-Studies budgetierten Mittel von 56 Millionen Euro (!) wurden vom Parlament nicht bewilligt und konnten f√ľr andere gesellschaftliche Projekte eingesetzt werden.

Was mir pers√∂nlich bei der Kurz-Doku ein wenig kalte Schauer √ľber den R√ľcken laufen lie√ü, war die “Esoterik”-√§hnliche Argumentation der f√ľhrenden norwegischen Gender-“WissenschafterInnen” w√§hrend der Interviews, die beklemmend an die ideologische Einbunkerungs-Taktik so mancher Vertreter von Gro√üreligionen und Sekten erinnerte. Mit wissenschaftlicher Evidenz und professionell, z.T. weltweit durchgef√ľhrten Gro√üstudien konfrontiert, wurden mit leerem Blick ideologische Positionen schlicht weiter wiederholt.

Es mag gut sein, dass damit in der “Century of Declines” auch der Feminismus bzw. die Gender-“Wissenschaften” bereits ihren “peak point” (H√∂hepunkt) √ľberschritten haben. Wohlgemerkt : beide waren von enormer gesellschaftlicher Bedeutung, und niemand, der aus dieser Epoche etwas gelernt hat, wird ausser Frage stellen, wie wichtig die Befreiung der Frau aus ihrem einstmals engen sozialen und famili√§ren Korsett war, oder welche Verantwortung wir als Eltern tragen, wenn es darum geht, unseren Kindern (oder als Verantwortungstr√§ger in Firmen: den Mitarbeiter/Innen) gleiche Entwicklungs- und berufliche Chancen zu erm√∂glichen. Ebenso scheint weitere Forschung in der Medizin und Psychologie nicht nur als sinnvoll, sondern im Sinne einer Steigerung der Behandlungseffizienz auch notwendig zu sein.
Hinterfragen könnten wir allerdings die Sinnhaftigkeit und Berechtigung etwa von Pflichtquoten oder die neuerliche Bevorteiligung eines biologischen Geschlechts, diesmal ganz gezielt und aus rein ideologischen Motiven.
Irgendwann sind im Verlauf gesellschaftlicher Befreiungsbewegungen wichtige Entwicklungsschritte getan, Lektionen gelernt, legislative √Ąnderungen vollzogen – “gesunde” Staaten sollten dann daraus die Konsequenzen ziehen, so manches faktisch obsolet gewordene Institut zusperren und die freiwerdenden finanziellen Mittel anderen wichtigen sozialen Projekten zuflie√üen lassen. Und von denen gibt es ja gerade in Zeiten der europ√§ischen Depression immer mehr.

Ach ja, und der n√§chste Artikel ist, das kann ich schon jetzt versprechen, wieder einem ganz anderen Thema gewidmet. ūüėČ

Weiterf√ľhrende Links: https://en.wikipedia.org/wiki/Global_Gender_Gap_Report
Do Women Earn Less Than Men? (Video, Prof. Steven Horwitz)

Aug 15

Bald wieder im Trend?
(Bildquelle: ohfercute.blogspot.co.at)

Vor wenigen Tagen erreichte mich die Interview-Anfrage einer Tageszeitung, die einen bereits in mehreren westlichen Ländern durch Meinungsforschungsinstitute ausgemachten möglichen Gegentrend zu klassischen feministischen Rollenidealen thematisiert. In der Folge ein Auszug aus diesem Interview.

“Eine brandneue Studie des Marktforschungsinstituts ‚ÄěSpectra‚Äú liesse sich so interpretieren, dass M√§nner und Frauen wieder vermehrt die alten Rollenbilder (Frau zu Hause bei den Kindern, Mann arbeitet) leben und sich daf√ľr aussprechen (beispielsweise meinen 56 Prozent, ‚Äědass der Beruf der Hausfrau genauso erf√ľllend wie jede andere berufliche T√§tigkeit auch‚Äú ist und 54 Prozent, dass sie es ‚Äěim Grunde richtig finden, dass sich die Frauen um den Haushalt und die Kinder k√ľmmern, und die M√§nner das Geld verdienen”).

Bemerken Sie als Paartherapeut Рzumindest ansatzweise Рeinen ähnlichen Trend in diese Richtung?

“Ich kann diesen Trend aus dem “Mikrokosmos” meiner Praxis nicht best√§tigen, was aber nicht unbedingt heisst, dass er nicht existiert: denn Ver√§nderungen im Wertesystem manifestieren sich mitunter erst Jahre sp√§ter in konkreten Beziehungskrisen.”

Wenden sich vielleicht auch Paare an Sie, die Probleme damit haben,¬† dass die Frau zu Hause bei den Kindern bleiben m√∂chte, der Mann aber¬† w√ľnscht, dass sie etwas zum Haushaltsbudget beisteuert?

“Also, dass M√§nner von Frauen fordern, Geld zu verdienen statt die Kinder zu betreuen, h√§tte ich w√§hrend all meiner Berufsjahre noch nicht erlebt. ūüėČ

Tats√§chlich sind Konflikte um dieses Thema h√§ufig in ernsthaften finanziellen N√∂ten der Familien begr√ľndet. Die Versorgung der Kinder ist n√§mlich gerade in Zeiten erh√∂hten wirtschaftlichen Drucks keineswegs immer nur eine Frage von “Lifestyle” oder Rollenidealen, sondern ganz h√§ufig geht es schlicht um die Frage: welche Art der Kinderbetreuung erlaubt uns finanziell gr√∂√üere Spielr√§ume? Das gilt ganz besonders auch f√ľr die Betreuung durch die V√§ter.”

Könnte es auch sein, dass wieder mehr Männer Probleme mit der Emanzipation der Frauen haben?
Gibt es hier altersspezifische Unterschiede:¬† √Ąltere M√§nner wollen Emanzipation weniger wahrhaben – oder gibt es das auch bei J√ľngeren?
Hadern Partnerinnen tendenziell damit, zu wenig unabhängig zu sein, oder ist es auch umgekehrt: sehnen sie sich nach mehr *Geborgenheit* und *Familienleben*?

“Ich zweifle zunehmend, dass Verallgemeinerungen wie diese heute noch ad√§quat sind – wenn sie das √ľberhaupt jemals waren.

Abseits von idealistischen gesellschaftlichen Grundsatzdiskussionen stellt sich auf individueller und ganz pers√∂nlicher Ebene ja immer die Frage: wie f√ľhle¬†ich mich am wohlsten?

Da haben w√§hrend der letzten 40 Jahre Frauen wie auch M√§nner, was die Rollenaufteilung in Partnerschaften und Familien betrifft, viele neue Modelle – teils mit gro√üem Mut – ausprobiert. Doch ein erheblicher Anteil jener Frauen, die sich voll und ganz der eigenen Karriere verschreiben, leidet irgendwann an √úberlastung oder Sinnkrisen, speziell dann, wenn den Karrierepl√§nen Partnerschaften oder Kinderw√ľnsche zum Opfer fielen. Was wir momentan zu erleben scheinen, ist insofern vielleicht eine nat√ľrliche “Gegen-Pendelbewegung” zu all den teils schwierig zu erf√ľllenden impliziten Forderungen des Feminismus an die Frauen selbst. Diese suchen nun innerhalb der errungenen Freir√§ume nach besserer pers√∂nlicher Balance. Vielleicht ist es also gar nicht R√ľckschritt, sondern vielmehr Normalisierung?

Dass Frauen heute die M√∂glichkeit haben, so gut wie jeden Beruf zu ergreifen und darin auch Karriere zu machen, impliziert keineswegs, dass dies f√ľr alle auch ein Lebensziel darstellt. Freiheit bedeut auch, Optionen zu haben – und zwar in alle Richtungen. Es w√§re tragisch, wenn nun Feministinnen die (heute im Unterschied zu fr√ľher in der Regel frei gew√§hlten) Lebensentw√ľrfe anderer Frauen als minderwertig diskriminieren und sie von Neuem in ideologische Korsette zw√§ngen w√ľrden.”

Wie ist der Trend generell: Steigt die Bereitschaft der Paare, Hilfe von einem Therapeuten zu suchen?

“Ich habe tats√§chlich das Gef√ľhl, dass dies so ist, und das freut mich als l√∂sungsorientierter Therapeut nat√ľrlich sehr. Fr√ľher musste ich zu Paaren h√§ufig sagen: “schade, dass Sie nicht bereits fr√ľher kamen!”, heute oft “sch√∂n, dass Sie zu einem so fr√ľhen Zeitpunkt Beratung einholen!” Viele Paare anerkennen heute, dass selbst dann, wenn sie selbst nicht mehr weiter wissen, eine neutrale, einschl√§gig geschulte Fachperson i.d.R. mehr M√∂glichkeiten hat, destruktive Kommunikationsmuster zu erkennen und dabei zu unterst√ľtzen, diese effektiv zu √ľberwinden.”

(Wiener Blatt, 08/2012)

Mar 08

Frauen empfanden positive Gef√ľhle, wenn sie die Entt√§uschung ihrer Partner wahrnahmen, da dies f√ľr sie sein ‚ÄúEngagement‚ÄĚ und seine ‚ÄúInvestition" in die gemeinsame Zeit ausdr√ľckte. Photo Credit: ALAMY, Telegraph

Eine von der Harvard Medical School durchgef√ľhrte Studie ergab, dass sich Ehefrauen oder Freundinnen freuen, wenn ihre Partner Emotionen zeigen, da sie dies als Zeichen einer gesunden Beziehung interpretieren. Weiters zeigte die Studie, dass die Frauen sich besser f√ľhlten, wenn sie zuvor ver√§rgert waren, ihr Mann dies aber deutlich wahrnahm. Die M√§nner jedoch f√ľhlten sich dadurch nicht besser.

Die gr√∂√üte Freude empfanden Frauen jedoch, wenn ihr Partner deutlich Unzufriedenheit oder √Ąrger zeigte, da es f√ľr sie sein starkes “Engagement” oder “Investment” in ihre gemeinsame Zeit ausdr√ľckte.

Dr. S. Cohen, Leiter der im Journal of Family ver√∂ffentlichten Studie, sagte in einem Interview: “F√ľr Frauen dr√ľckt der √Ąrger ihres Partners offenbar emotionales Engagement in die Beziehung aus, auch in schwierigen Zeiten. Dies steht im Einklang mit dem, was √ľber die Unzufrieden heit bekannt ist, die Frauen h√§ufig erleben, wenn sich ihre m√§nnlichen Partner emotional zur√ľckziehen und und Konflikten ausweichen.

Basis der von der American Psychological Association ver√∂ffentlichten Studie waren sehr unterschiedlich gew√§hlte, 156 heterosexuelle Paare. Mehr als 100 der j√ľngeren, st√§dtischen Paare, lebten in einer exklusiven, aber nicht unbedingt verheirateten Partnerschaft. Bei den meisten anderen Paare existierten z.T. gro√üe Unterschiede in der Art, in der sie Konflikte l√∂sen und Emotionen ausdr√ľcken, die √ľbrigen Teilnehmer waren √§lter, stammten aus der Mittelschicht und waren verheiratet. Insgesamt waren 71 Prozent der Befragten wei√ü, 56 Prozent verheiratet, und die durchschnittliche Dauer ihrer Beziehungen war 3,5 Jahre.

W√§hrend der Studie wurde jeder Teilnehmer gebeten, einen w√§hrend der letzten 2 Monate stattgefundenen Vorfall mit dem Partner zu beschreiben, der als frustrierend, entt√§uschend oder √§rgerlich erlebt wurde. Die Forscher nahmen die Teilnehmer bei einer kurzen Zusammenfassung des Vorfalls auf, und brachten das Paar anschlie√üend zusammen, um die Aufnahmen beiden vorzuspielen. Mit der Begr√ľndung, sie k√∂nnten danach wahrscheinlich das Geschehene besser verstehen, sollte von ihnen danach der Vorfall danach nochmals besprochen werden, was ebenfalls aufgenommen wurde. Diese Videoaufnahme wurde ihnen dann ebenfalls gezeigt, w√§hrend ihre negativen und positiven Reaktionen mit Hilfe eines elektronischen Ger√§tes bewertet wurden.
Sp√§ter wurden sechs 30-Sekunden-Clips zu den emotionalsten der stattgefundenen Diskussionen dann den Teilnehmern, die zuvor Frageb√∂gen √ľber ihre Gef√ľhle ausgef√ľllt hatten, die Aufnahmen dargestellt. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Beziehung wurde gemessen, und ob die Befragten ihre Partner als einf√ľhlsam empfanden.

Das Ergebnis: “Insgesamt deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass M√§nner offenbar zufriedener in ihren Beziehungen sind, wenn sie die positiven Emotionen ihrer Partner genau “ablesen” k√∂nnen, w√§hrend die Zufriedenheit von Frauen in ihren Beziehungen dann steigt, wenn sie bei ihren Partnern negative Gef√ľhle ablesen k√∂nnen.” Weiters interessant: “Die Zufriedenheit der Frauen war st√§rker von ihrer Wahrnehmung abh√§ngig, dass ihre Partner ihre negativen Emotionen zu verstehen suchten, als von der tats√§chlichen Genauigkeit, mit der die M√§nner diese Emotionen ablesen konnten.”

(Quellen: Telegraph 03/2012, APA)

Oct 09

Die Partnersuche geh√∂rt f√ľr viele Menschen zu den schwierigsten und nicht selten auch frustrierendsten Herausforderungen im Lebensverlauf. Tausende B√ľcher und Websites widmen sich folglich diesem Thema, und ebenso viele Partnervermittlungsagenturen und Internet-Singleb√∂rsen suchen nach immer neuen Wegen, M√§nner und Frauen dabei zu unterst√ľtzen, die richtige Partnerin oder den richtigen Partner zu finden.

Doch was macht diese Suche zu einem solch schwierigen Unterfangen, an dem selbst hochintelligente Menschen immer wieder scheitern? Im Zuge meiner Unterst√ľtzung zahlreicher Klienten bei ihrer Partnersuche zeigten sich h√§ufig folgende Grundprobleme:

Das Gef√ľhl, man/frau m√ľsse allein aufgrund ihres “Wertes” geliebt werden

Gerade leistungsorientierte Menschen erleben w√§hrend ihrer Ausbildungszeit, dass ihnen harte Arbeit auch Erfolg bringt (und intelligente Menschen, dass sie sich daf√ľr wom√∂glich nicht einmal besonders anzustrengen brauchen). Erfolge bringen uns Anerkennung, Respekt und positive Verst√§rkung. Doch die Annahme, dass dies wohl auch beim Kennenlernen gilt, d√ľrfte sich h√§ufig als Trugschluss herausstellen: denn bei den ersten Dates geht es so gut wie ausschlie√ülich darum, wie sich der andere f√ľhlt. Man kann einen potenziellen Partner nicht f√ľr sich “gewinnen”, sondern in gewissem Sinne geht es darum, sich von ihm “entdecken” zu lassen – wobei jedoch weniger leistungsbezogene Attribute z√§hlen (wie auch wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder belegen), sondern vielmehr emotionale Attribute wie das Erzeugen einer positiven, ja spielerischen Atmosph√§re, ein kommunikatives Eintauchen-k√∂nnen in die Welt des anderen und das Vermitteln eines Gef√ľhls, dass der andere Bedeutung f√ľr einen hat. Eine Bedeutung, f√ľr die man auch etwas zu tun bereit ist – ohne jedoch “bed√ľrftig” zu wirken. Dies sind jedoch F√§higkeiten, die man in der Universit√§t, wenn √ľberhaupt, dann eher w√§hrend der Pausen als den Vorlesungen erwerben kann…

Conclusio: vergi√ü’ das, was du kannst oder darstellst. Verschaffe dem anderen eine gute Zeit, und er/sie wird sich daran erinnern – und mit ein bi√üchen Gl√ľck mehr davon wollen.

Mangel an Erfahrung

Den vorigen Gedanken aufgegriffen, sind wir bereits bei einem weiteren h√§ufigen Grund f√ľr langfristige Partnerlosigkeit: Zeit, die man f√ľr das Studium, die Arbeit, im Fitness-Studio oder vor dem Fernseher verbringt, ist auch Zeit, die einem f√ľr wichtige andere Dinge abgeht – etwa das Kennenlernen potenzieller Partner. Ung√ľnstigerweise f√ľhren Entt√§uschungen bei der Partnersuche aber bei vielen Menschen dazu, sich nur noch st√§rker in ihre Arbeit, den Computer oder ihren Sport zu vertiefen. Deshalb steht bedauerlicherweise sogar eine sehr hohe Zahl von Menschen, die sich bereits in ihrer Lebensmitte befinden, hinsichtlich ihres Beziehungslebens noch ganz am Anfang – trotz oder gerade wegen gro√üen beruflichen Erfolgs oder h√∂chst aktiver Freizeitgestaltung.

Entfremdung von der Identität als Mann oder Frau

Gerade arbeitsbezogene und intelligente Menschen haben h√§ufig noch mit einem zus√§tzlichen Problem zu k√§mpfen: ihr Selbstbild als erfolgreiche und intelligente Person, die sich vor allem mit ihren mentalen F√§higkeiten im Leben durchsetzen kann, f√ľhrt zu einem eher ungeeigneten Auftreten bei der Partnersuche, bei der v√∂llig andere Priorit√§ten gelten. Viele dieser Menschen legen zu wenig Wert auf ihr √§u√üeres Erscheinungsbild oder dieses wirkt k√ľhl und zu f√∂rmlich – auf Kosten der sinnlichen Ausstrahlung bei Frauen und sexuellem “Prickeln” der M√§nner. Es m√∂gen sich dann interessante Diskussionen zwischen zwei Dating-Partnern entwickeln, aber, wie man so sch√∂n sagt: “der Funke springt nicht √ľber”. Denn die Energien sind gewisserma√üen im Kopf konzentriert, aber vom Herz und dem Rest des K√∂rpers abgeschnitten – auf Kosten einer klar m√§nnlichen bzw. weiblichen Ausstrahlung.

Das mag zun√§chst ein wenig “esoterisch” klingen, als professionell eingestellter und sich der Wissenschaftlichkeit verpflichtet f√ľhlender Psychotherapeut und Paartherapeut aber m√∂chte ich sagen: niemand von uns sollte meinen, sich √ľber zehntausende Jahre lange “Programmierungen” einfach hinwegsetzen zu k√∂nnen. Auch am Beginn moderner und gleichberechtigter Partnerschaften steht “das gewisse Kribbeln” … und gar nicht selten auch die eine oder andere sexuelle Idee! Die F√§higkeit zu entwickeln, diese Signale zu induzieren – oder zumindest nicht zu verhindern – kann jedoch gerade in unserer leistungsbezogenen Informationsgesellschaft eine ernstzunehmende Herausforderung darstellen.

H√§ufig l√§uft diese darauf hinaus, unsere “wilde Seite”, unsere Urinstinkte wieder st√§rker zuzulassen. Stellten wir unser hochkomplexes (und gerade im Beziehungsbereich h√§ufig von Verboten, Regeln und gut gemeinten “Tipps” √ľberfrachtetes) Denken einmal f√ľr einige Minuten zur√ľck, w√ľrde mancher Mann wohl eher den richtigen Zeitpunkt finden, eine Offensive zu wagen, oder eine Frau, ihr Haar zur√ľckzuwerfen und dem Mann ihres Interesses ein klares Signal zu senden.

Zu hohe Selektivität

Unsere Kultur, unsere Medien machen uns zu Konsumenten: wir sind es gewohnt, zu selektieren und darin trainiert, uns nur “das Beste zu g√∂nnen”. Jeder von uns kann auf Abruf zumindest 5 Eigenschaften unseres gew√ľnschten Traumpartners definieren, zu denen h√§ufig auch die einen oder anderen k√∂rperlichen Charakteristika z√§hlen. Das Problem ist nur: jede “Muss-Eigenschaft”, die wir an potenzielle Partner anlegen, schlie√üt hunderttausende m√∂gliche “Zuk√ľnftige” √ľber unseren Suchfilter von vornherein aus. Lebt man zu allem √úberflu√ü wom√∂glich noch in einer kleineren Stadt, verbleibt h√§ufig nur die M√∂glichkeit, die Suche entweder auf den gesamten Kontinent auszudehnen (und dann wom√∂glich eine Beziehung auf Distanz f√ľhren oder gro√ür√§umig √ľbersiedeln zu m√ľssen), das Thema “Partnerschaft” v√∂llig abzuschreiben – oder aber auch: etwas gelassener und offener zu werden!

Jede dieser M√∂glichkeiten ist legitim – doch die zuletzt genannte hat meiner Ansicht nach einen gewissen Charme: realistisch betrachtet n√§mlich w√ľrde es ohnehin schwierig sein, einen perfekten Partner zu finden. Viel eher wird sich bei ihm oder ihr sp√§testens nach einem genaueren Kennenlernen der eine oder andere “Sch√∂nheitsfehler” enth√ľllen. Weiten wir hingegen unseren Blick, so wird sich herausstellen, dass es auch ganz generell eine sch√∂ne und befriedigende Erfahrung sein kann und unsere Beziehungen belebt, wenn wir Menschen f√ľr das wertsch√§tzen, was sie sind, statt uns darauf zu konzentrieren, was ihnen fehlt.

Wahre Liebe ist, jemanden f√ľr das zu lieben, was er ist. Das bedeutet keineswegs, dass wir uns mit dem Mittelma√ü zufriedengeben sollten. Sehr wohl aber ist es sinnvoll, hohe Standards gelegentlich auf ihre N√ľtzlichkeit f√ľr das reale Leben hin zu √ľberpr√ľfen. H√§ufig l√§uft die Entscheidung n√§mlich gerade im Bereich der Partnersuche ultimativ auf die Wahl hinaus, entweder mit den eigenen Idealen jeden Abend alleine daheim zu sitzen oder sich f√ľr die M√∂glichkeiten zwischenmenschlicher Erfahrungen und auch √úberraschungen zu √∂ffnen – ja dabei vielleicht sogar von uns selbst √ľberrascht zu werden…

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Wissenschaftliche Aufriss”-Tipps

(Image src: answersfrommen.com)

Sep 11

Kaufsucht ist kein ausschlie√üliches Frauenproblem, sondern betrifft auch M√§nner, wie Marketing-Forscher der Zeppelin Universit√§t aufzeigten. Die bei Suchtverhalten spezifischen neuronalen Muster sind bei kaufs√ľchtigen M√§nnern wie Frauen vergleichbar mit jenen bei Alkohol- oder Nikotins√ľchtigen. “M√§nner sind weit h√§ufiger kaufs√ľchtig als vielfach vermutet wird. Man sollte dieses Suchtverhalten auch bei ihnen nicht bel√§cheln”, fordert Studienleiter P. Kenning.

Rund eine Million Menschen wird in den deutschsprachigen L√§ndern als kaufs√ľchtig gesch√§tzt, und jeder Zwanzigste ist davon gef√§hrdet. Die Problematik der Kaufsucht ergibt sich zun√§chst aus dem Leben √ľber die eigenen finanziellen Verh√§ltnisse. Teure Artikel werden impulshaft gekauft, h√§ufig auch nicht ausgepackte Ware gehortet. In Folge ergeben sich weitere, teils dramatische Konsequenzen, etwa an der Arbeitsstelle, hinsichtlich der Altersversorgung, soziale Folgen sowie solche f√ľr die Familien der Betroffenen.

In der Untersuchung verglichen nun die Forscher die Reaktionen von M√§nnern mit und ohne starker Kaufsucht-Tendenz und verwendeten dabei typische M√§nner-Markenprodukte als Stimuli. Hierbei war in der funktionellen Magnetresonanz bei potenziell Kaufs√ľchtigen das Belohnungszentrum des Gehirns deutlich aktiver als bei M√§nnern ohne Kaufsucht. “Es ist dieselbe √ľbersteigerte Reaktion, die man bei Alkoholikern mit einer Flasche Wein oder bei Nikotins√ľchtigen mit einer Schachtel Zigaretten ausl√∂st. Sie spiegelt Vorfreude und starkes Verlangen oder Echo erfahrener Belohnung wider”, berichtet Kenning.

Die meisten M√§nner bejahen die Frage, ob sie Marken wie Rolex oder Mercedes attraktiv finden und gerne kaufen w√ľrden. “Den Unterschied, der Kaufsucht-Gef√§hrdete kennzeichnet, sieht man erst in der √ľbersteigerten Hirnaktivit√§t. Das ist ein Grund mehr, warum man Kaufsucht als Krankheit definieren sollte”, so der Forscher. Wie sehr die festgestellte Reaktion sozialisiert sei oder auf genetische oder epigenetische Strukturen zur√ľckgehe, sei bisher aber noch nicht nachweisbar.

Kaufsucht-gef√§hrdete M√§nner reagieren stark auf Marken, vor allem bei Textilien, Uhren, technischen Accessoires und Gadgets, Sportartikel, Wein, Schuhen und Autos. “Manche haben einen Fuhrpark von 70 Autos, obwohl sie immer nur eines fahren k√∂nnen. Auch hier ist √ľbersteigerte Belohnung im Spiel”, so der Forscher.

Frauen werden h√§ufiger mit Kaufsucht in Verbindung gebracht, da sie meist die Haushalte f√ľhren und h√§ufiger einkaufen, weshalb auch die Werbung √ľberwiegend auf sie zugeschnitten sei. Doch bestehe bei einschl√§gigen Studien lt. “Kaufsucht-Forscherin” L. Reisch von der Universit√§t Kopenhagen ‚Äě…meistens das Problem unzureichender Stichproben. Frauen sind therapiewilliger, selbstkritischer und melden sich eher f√ľr solche Studien”, so die Expertin. Auch seien die Fragen der Skalen, die Kaufsucht messen, eher auf das weibliche Einkaufen ausgerichtet, da M√§nner andere Artikel und mit anderen Emotionen kaufen.

Marketing konzentriert sich heute zunehmend auf den Aufbau einer Beziehung statt auf die Transaktion des Produkterwerbs. Kenning hinterfragt “… ob wir langfristig Marken derart emotional aufladen d√ľrfen, dass Menschen davon s√ľchtig werden. Einerseits m√ľssen die Unternehmen vor derart negativen Folgen gesch√ľtzt werden, andererseits aber nat√ľrlich auch die Konsumenten”.

(Quelle: Zeppelin-Universität; Image src: 1:netdoktor.de 2:rhein-zeitung.de)

Apr 27

(Bild: maennernotruf-blog)

Ich habe den Inhalt eines k√ľrzlich durchgef√ľhrten Interviews zum brisanten Thema weiblicher, h√§uslicher Gewalt gegen M√§nner im Artikel-Bereich meiner Website ver√∂ffentlicht.

Bitte klicken Sie hier:

http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/paartherapie/gewalt-in-beziehungen.phtml

11.10.17