Apr 16

Wissenschaftler haben erstmals nachgewiesen, dass hormonbedingte Stoffwechselstörungen bei MĂ€nnern zu einem frĂŒheren Tod fĂŒhren.

Wissenschafter des Instituts fĂŒr Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, der Kardiologie und der Community Medicine der UniversitĂ€t Greifswald sowie der UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg konnten kĂŒrzlich einen direkten Zusammenhang zwischen dem Sexualhormon Testosteron und dem Sterblichkeitsrisiko belegen. Von ca. 2000 untersuchten MĂ€nnern verstarben jene signifikant hĂ€ufiger an Herz-Kreislauferkrankungen, die zur Zeit der Erstuntersuchung niedriger Testosteronspiegel aufwiesen. In begleitenden Analysen der Daten der Studie konnten die Wissenschaftler belegen, dass eine erniedrigte Testosteronkonzentration hĂ€ufig mit Fettleibigkeit, Fettstoffwechselstörungen und einer Leberverfettung verknĂŒpft sind. Niedrige Testosteronspiegel fĂŒhren zu einer vermehrten Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen und erhöhten Gesundheitskosten im ambulanten Bereich. Zudem zeigte sich, dass ein niedriger Testosteronspiegel fĂŒr die Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes mit verantwortlich ist. “Diese hormonbedingten Stoffwechselstörungen sind bei MĂ€nnern zu einem frĂŒhen Tod verknĂŒpft”, betonte einer der Untersuchungsleiter. Das habe die Auswertung der Verlaufsbeobachtung von bereits verstorbenen Teilnehmern der Studie ergeben.

Testosteron ist als wichtigstes mĂ€nnliches Sexualhormon fĂŒr viele körperliche und psychische VorgĂ€nge beim Mann verantwortlich. Die Testosteronkonzentration sinkt mit zunehmendem Alter des Mannes kontinuierlich – bei 15 bis 20 Prozent der untersuchten MĂ€nner ĂŒber dem 50. Lebensjahr wurde im Rahmen der Studie eine erniedrigte Testosteronkonzentration nachgewiesen. “In Zukunft wird die hormonelle Vorsorge beim reifen Mann genauso selbstverstĂ€ndlich werden wie bei der Frau”, sind die Studienautoren ĂŒberzeugt.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der letzten Ausgabe des medizinischen Fachmagazins “European Heart Journal” veröffentlicht, nach diesen Ergebnissen sind weitere Forschungen in Zusammenarbeit von Andrologen, Kardiologen, GynĂ€kologen und Psychiatern geplant.

Zum Selbst-Check: Testosteron-Selbsttest auf dieser Website

(Quelle: “Low serum testosterone levels are associated with increased risk of mortality in a population-based cohort of men aged 20–79” in: European Heart Journal, doi: 10.1093/eurheartj/ehq009)

Feb 26

Wie eine kĂŒrzlich veröffentlichte Langzeitstudie zeigte, dĂŒrfte eine Verbindung zwischen mĂ€ĂŸig schwerer, persistierender und unbehandelter Depression und dem Diabetes-Risiko bei Ă€lteren Personen bestehen.

Über 4.800 Frauen und MĂ€nner im Alter von ĂŒber 55 Jahren wurden im Instituto AragonĂ©s de Ciencias de la Salud in Zaragoza, Spanien, untersucht, darĂŒber hinaus wurden auch Follow-up Untersuchungen nach 2,5 und 5 Jahren durchgefĂŒhrt. Die Resultate wiesen darauf hin, daß das Risiko der Entwicklung eines Diabetes bei depressiven Studienteilnehmern signifikant höher war als bei nicht-depressiven Probanden. Diese Assoziation blieb auch nach einem Ausschluß diverser Diabetes-Risikofaktoren signifikant (p=0,04). Die Diabetes-Inzidenz-Rate lag bei depressiven Personen bei 20 pro 1.000 Personen-Jahren, verglichen mit 12 pro 1.000 Personen-Jahren bei nicht-depressiven Studienteilnehmern. FĂŒr Personen mit mĂ€ĂŸig schwerer, persistierender und nichtbehandelter Depression wurden Diabetes-Hazard-Ratios von 1,66, 2,09 und 1,83 errechnet. Eine Therapie mit Antidepressiva hatte keine signifikanten Auswirkungen auf das Diabetes-Risiko.

Als Schlußfolgerung der Studie gaben die Wissenschafter an, daß eine klinisch signifikante Depression bei Ă€lteren Personen mit einer insgesamt 65%-igen Steigerung des Diabetes-Risikos assoziiert ist. Das Ergebnis bestĂ€tigt damit den Trend anderer Studien, die Depression als wichtigen Faktor fĂŒr eine Reihe teils schwerer Folgeerkrankungen auch auf physiologischer Ebene mitverantwortlich machen.

(Quelle: MedScape Medical News, 18 Feb 2010; Photo:diabetes.org)

Jul 22

Das Erleben von Gewalt belastet nicht nur die Seele von Kindern, sondern beeintrĂ€chtigt offenbar auch die körperliche Gesundheit. Bei jungen Menschen aus Stadtvierteln mit hoher KriminalitĂ€tsrate kommt es hĂ€ufig zu Störungen in der Produktion des körpereigenen Hormons Cortisol, wie eine Studie an der Harvard School of Public Health ergab. Derartige Änderungen an der Cortisolproduktion und -regulierung als Folge von Stress können jedoch das Immunsystem schwĂ€chen und erhöhte Fettablagerungen im Bauchbereich zur Folge haben, welche wiederum hĂ€ufig zu Erkrankungen der HerzkranzgefĂ€ĂŸe oder Diabetes fĂŒhren.

Das Hormon Cortisol wird vom Stressreaktionssystem des Körpers reguliert. Der Cortisolspiegel ist in der Regel morgens am höchsten und fÀllt im Verlauf des Tages ab. Die Wissenschaftler untersuchten nun an Burschen und MÀdchen aus Gegenden mit hoher KriminalitÀtsrate den Einfluss posttraumatischer Stresssymptome wie mangelnde KonzentrationsfÀhigkeit, Schlafstörungen und schlechte Erinnerungen auf den tÀglichen Cortisolspiegel.

Das Ergebnis: Zwischen dem Erleben von Gewalt im direkten Umfeld und der Störung der Stressbahnen im Körper gibt es eine Verbindung. Je mehr die untersuchten Kinder unter den Stresssymptomen litten, desto stĂ€rker war die Cortisolproduktion beeintrĂ€chtigt und desto höher war der Cortisolspiegel ĂŒber den Tag hinweg, vor allem am Nachmittag und am Abend, wie die Forscher berichteten.

(Quelle: Suglia et al. in: Posttraumatic Stress Symptoms Related to Community Violence and Children’s Diurnal Cortisol Response in an Urban Community-Dwelling Sample. International Journal of Behavioral Medicine, 2009; DOI: 10.1007/s12529-009-9044-6. Photo credit: L.Davilla/GettyImages)

ï»ż01.09.19