Jul 22

Das Erleben von Gewalt belastet nicht nur die Seele von Kindern, sondern beeinträchtigt offenbar auch die körperliche Gesundheit. Bei jungen Menschen aus Stadtvierteln mit hoher Kriminalitätsrate kommt es häufig zu Störungen in der Produktion des körpereigenen Hormons Cortisol, wie eine Studie an der Harvard School of Public Health ergab. Derartige Änderungen an der Cortisolproduktion und -regulierung als Folge von Stress können jedoch das Immunsystem schwächen und erhöhte Fettablagerungen im Bauchbereich zur Folge haben, welche wiederum häufig zu Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder Diabetes führen.

Das Hormon Cortisol wird vom Stressreaktionssystem des Körpers reguliert. Der Cortisolspiegel ist in der Regel morgens am höchsten und fällt im Verlauf des Tages ab. Die Wissenschaftler untersuchten nun an Burschen und Mädchen aus Gegenden mit hoher Kriminalitätsrate den Einfluss posttraumatischer Stresssymptome wie mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Schlafstörungen und schlechte Erinnerungen auf den täglichen Cortisolspiegel.

Das Ergebnis: Zwischen dem Erleben von Gewalt im direkten Umfeld und der Störung der Stressbahnen im Körper gibt es eine Verbindung. Je mehr die untersuchten Kinder unter den Stresssymptomen litten, desto stärker war die Cortisolproduktion beeinträchtigt und desto höher war der Cortisolspiegel über den Tag hinweg, vor allem am Nachmittag und am Abend, wie die Forscher berichteten.

(Quelle: Suglia et al. in: Posttraumatic Stress Symptoms Related to Community Violence and Children’s Diurnal Cortisol Response in an Urban Community-Dwelling Sample. International Journal of Behavioral Medicine, 2009; DOI: 10.1007/s12529-009-9044-6. Photo credit: L.Davilla/GettyImages)

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