Sep 27

(Image: dw.com)

Der Flugzeugabsturz am 24. M√§rz 2015 hat die Welt√∂ffentlichkeit schockiert – denn er wurde durch den Piloten, der sich (wie sich nachher herausstellte) aufgrund von schweren Depressionen in √§rztlicher Behandlung befand, gezielt herbeigef√ľhrt. 150 Menschen kamen dabei ums Leben.

Wie sich nun herausstellt, k√∂nnte der Grund f√ľr den psychischen Ausnahmezustand, in dem sich der Pilot befand, in seiner Nutzung von Antidepressiva gelegen haben. Bestimmte Arzneimittelgruppen, insbesondere jene der sogenannten SSRI’s (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), Antidepressiva wie Prozac und Paxil, Antipsychotika, Benzodiazepine wie Valium, Anti-Raucher- und Anti-Asthma-Medikamente, Antihistaminika oder auch solche mit stimulierender Wirkung wie Ritalin k√∂nnen nachweislich Suizide oder T√∂tungsdelikte ausl√∂sen. Sie sind auf der Website des Psychiaters aufgelistet (siehe untenstehender Link).

Das Risiko daf√ľr, dass es zu derart massiven Handlungen kommt, ist grunds√§tzlich gering – sollte aber auch nicht v√∂llig negiert werden. Und es unterstreicht, wie wichtig die erg√§nzende psychotherapeutische Begleitung von Menschen, die etwa unter Depressionen oder Angstst√∂rungen leiden, ist: nicht nur werden durch sie wichtige Bew√§ltigungsstrategien erlernt, nebenbei entsteht durch das Vertrauensverh√§ltnis Klient/in – Therapeut/in auch eine Verbindung, die schwierigste Phasen √ľberwinden helfen kann, sowie eine Eingriffsm√∂glichkeit der Therapeuten, wenn diese merken, dass ihre Klienten etwa in ein pr√§suizidales Syndrom abgleiten.

Zum Weiterlesen:

Feb 26

Wie eine k√ľrzlich ver√∂ffentlichte Langzeitstudie zeigte, d√ľrfte eine Verbindung zwischen m√§√üig schwerer, persistierender und unbehandelter Depression und dem Diabetes-Risiko bei √§lteren Personen bestehen.

√úber 4.800 Frauen und M√§nner im Alter von √ľber 55 Jahren wurden im Instituto Aragon√©s de Ciencias de la Salud in Zaragoza, Spanien, untersucht, dar√ľber hinaus wurden auch Follow-up Untersuchungen nach 2,5 und 5 Jahren durchgef√ľhrt. Die Resultate wiesen darauf hin, da√ü das Risiko der Entwicklung eines Diabetes bei depressiven Studienteilnehmern signifikant h√∂her war als bei nicht-depressiven Probanden. Diese Assoziation blieb auch nach einem Ausschlu√ü diverser Diabetes-Risikofaktoren signifikant (p=0,04). Die Diabetes-Inzidenz-Rate lag bei depressiven Personen bei 20 pro 1.000 Personen-Jahren, verglichen mit 12 pro 1.000 Personen-Jahren bei nicht-depressiven Studienteilnehmern. F√ľr Personen mit m√§√üig schwerer, persistierender und nichtbehandelter Depression wurden Diabetes-Hazard-Ratios von 1,66, 2,09 und 1,83 errechnet. Eine Therapie mit Antidepressiva hatte keine signifikanten Auswirkungen auf das Diabetes-Risiko.

Als Schlu√üfolgerung der Studie gaben die Wissenschafter an, da√ü eine klinisch signifikante Depression bei √§lteren Personen mit einer insgesamt 65%-igen Steigerung des Diabetes-Risikos assoziiert ist. Das Ergebnis best√§tigt damit den Trend anderer Studien, die Depression als wichtigen Faktor f√ľr eine Reihe teils schwerer Folgeerkrankungen auch auf physiologischer Ebene mitverantwortlich machen.

(Quelle: MedScape Medical News, 18 Feb 2010; Photo:diabetes.org)

Feb 16

Bei Frauen, die selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) einnehmen, kann der Milchfluss nach der Geburt versp√§tet einsetzen. Dies ist das Resultat einer Studie, die in der Februar-Ausgabe des Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism erscheint. Zuvor hatten Studien an der Universit√§t von Cincinnati gezeigt, dass Serotonin an der Regulation der Laktation in der Milchdr√ľse beteiligt ist. Es lag deshalb nahe, den Einfluss von SSRI auf die Milchdr√ľse zu pr√ľfen, und es wurden Versuchsreihen mit genetisch modifizierten M√§usen und an 431 postpartalen Frauen durchgef√ľhrt.

Bei den mit SSRI behandelten Frauen setzte der Milchfluss im Schnitt 85,8 Stunden nach der Geburt ein, bei den unbehandelten M√ľttern dauerte es dagegen 69,1 Stunden. Im Allgemeinen ist der verz√∂gerte Milcheinschuss mit einer Latenz von √ľber 72 Stunden nach der Geburt definiert. Diese Erkenntnisse sind nicht alarmierend, zeigen aber doch, da√ü SSRI’s auch physiologische Querwirkungen in bisher unerwarteten Bereichen haben.

(Quelle: Medical News Today, 27 Jan 2010; Photo src:CMF Blogs)

ÔĽŅ25.06.19