Jul 13

Eine Studie, die kürzlich im „American Journal of Epidemiology“ publiziert wurde, zeigt ein gesteigertes Depressions-Risiko für unter 17jährige Cannabis-Konsumenten. Ob die Droge per se dafür verantwortlich ist, bleibt derzeit noch ungeklärt.

Dr. R. de Graaf und Kollegen analysierten am Netherlands Institute of Mental Health and Addiction in Utrecht Daten von 85.088 Personen aus 17 Ländern, die an der World Health Organisation Word Mental Health Survey Initiative (2001-2005) teilnahmen. Die Assoziation zwischen frühem Cannabis-Konsum und späterem Risiko depressiver Phasen wurde mittels logistischer Regressionsanalysen und nach entsprechender Adjustierung auf Geschlecht, Alter, Tabak-Konsum und diverse mentale Erkrankungen durchgeführt.

Hierbei zeigte sich, dass Cannabis-Konsum bei unter 17jährigen mit einer 50%igen Steigerung des Risikos depressiver Phasen assoziiert war (kontrolliert auf Alter und Geschlecht, RR=1,5 [95% CI 1,4-1,7]). Die Assoziation veränderte sich nach Adjustierung auf mentale Erkrankungen unerheblich – ausgenommen für kindliche Verhaltensstörungen, die die Assoziation zu einer nicht-Signifikanz reduzierte.

Die Wissenschafter merken abschließend an, dass dieser Studientyp Cannabis per se nicht als Depressions-Auslöser bei Kindern und Jugendlichen identifizieren kann. Weitere diesbezügliche Studien, die auch auf mögliche latente Depressionen oder mentale Erkrankungen, die zum Cannabis-Konsum führen könnten, fokussieren, sind von Nöten. Andere Studien jedoch zeigten, dass Cannabis-Konsumenten offenbar generell ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Störungen haben als Nicht-Konsumenten.

(Quelle: “Early Cannabis Use and Estimated Risk of Later Onset of Depression Spells: Epidemiologic Evidence From the Population-based World Health Organization World Mental Health Survey Initiative“, Am J Epidemiol. 2010 Jul 15;172(2):149-59. Epub 2010 Jun 9)

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