Jul 07

Seit langem ist bekannt, dass viele Demenzkranke unter Depressionen leiden. Eine neue Langzeitstudie erhärtet nun den Verdacht, dass es sich dabei nicht nur um ein Begleitsymptom handelt, sondern dass die affektive Erkrankung auch das Demenzrisiko erhöht.

Zu diesem Schluss kommt ein Team um J. Saczynski von der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Die Forscher analysierten über 17 Jahre lang Daten von 949 Studienteilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren, die anfangs nicht unter Demenz litten. Wie die Forscher im Journal “Neurology” schreiben, stellte sich heraus, dass das Risiko einer Demenz um 70 Prozent erhöht war, wenn die Untersuchten an einer Depression litten. Während des Beobachtungszeitraumes entwickelten 164 von ihnen die Krankheit, wobei die anfangs depressiven Teilnehmer eine 70 Prozent höhere Rate aufwiesen.

“Es ist unklar, ob Depressionen eine Demenz auslösen”, sagte Saczynski. “Aber es gibt eine ganze Menge Wege zu erklären, wie sie es tun könnten.” Es müsse weiter untersucht werden, welcher Zusammenhang genau zwischen Depressionen und Demenz besteht. Depressive leiden beispielsweise häufig unter Entzündungen von Gehirngewebe und dem verstärkten Vorkommen bestimmter Proteine, die in Verbindung mit Demenz stehen. Aber auch der depressive Lebensstil könnte sich auswirken: Falsche Ernährung, wenig Sport und karge soziale Beziehungen erhöhen womöglich das Risiko.

(Quelle: Saczynski J, et al “Depressive symptoms and risk of dementia: The Framingham Heart Study” in Neurology 2010; 75: 35-41.; Image src:TRBfoto)

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Gedanken zu “Depression erhöht Risiko für Demenz”:

  1. Kommentar von Nicole W:

    Hi,
    Ich muss sagen, Sport soll auf alle Fälle helfen, wenn man sich schlapp und ausgebrannt fühlt. Man erlangt die Ausgeglichenheit zurück, schöpft neue Kräfte und bringt Geist und Seele wieder zur Ruhe, um Depression zu bekämpfen. Netter Artikel, vielen Dank dafür.

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01.09.19