Aug 02

Bulimie ist eine häufige Eßstörung insbesondere bei jungen Diabetes-Patientinnen
(Photo: Biomantal, P. Marcinski @ Shutterstock)

Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes besteht beinahe doppelt so häufig gestörtes Essverhalten – insbesondere Bulimie- wie bei gesunden Altersgenossinnen. Das Gefährliche an dieser Kombination: durch ihren schwankenden Blutzuckerspiegel erleiden Betroffene meist deutlich früher an Folgeschäden der Augen, Nieren oder Nerven. In der neuen Leitlinie “Psychosoziales und Diabetes” empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) deshalb, Diabetespatientinnen mit Essstörungen so zeitig wie möglich psychotherapeutisch zu behandeln.

An Bulimie leiden etwa zwei Prozent der 14- bis 20-jährigen Frauen. Sie essen in einem Anfall unkontrolliert und versuchen die überschüssigen Kalorien durch Diäten, Erbrechen oder exzessiven Sport loszuwerden. Typisch für essgestörte Patientinnen mit Diabetes ist zudem das sogenannte “Insulin-Purging”: Sie spritzen sich gezielt zu wenig vom Blutzuckersenker Insulin, um abzunehmen. Durch den niedrigen Insulinspiegel bleibt mehr Zucker im Blut, den die Nieren dann mitsamt den Kalorien über den Urin aus dem Körper schwemmen. Die Frauen verlieren zwar Gewicht, verfehlen aber das Ziel ihrer Diabetestherapie: Ihr dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel führt deutlich früher zu Schäden an Gefäßen und Nerven als bei nicht essgestörten Patientinnen.

“Schwanken Blutzuckerwert und Gewicht bei einer jungen Typ-1-Diabetes – Patientin stark, sollte eine Bulimia nervosa in Erwägung gezogen werden”, sagt Professor Dr. med. Herpertz, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bochum und Mitautor der Leitlinie. Bestätigt sich der Verdacht, empfehlen die Experten in dem neuen Behandlungsleitfaden eine Psychotherapie. Dabei sollte sich der Therapeut mit der Zuckerkrankheit auskennen, damit sich die Patientin verstanden fühlt.

Typ-1-Diabetes entwickelt sich häufig im jugendlichen Alter, erläutert Herpertz – einer Zeit also, in der sich Menschen intensiv mit dem eigenen Selbstwert auseinandersetzen. Diagnose und Behandlung der Zuckerkrankheit stellten diesen Selbstwert oft in Frage: Betroffene Jugendliche müssen eine Diät einhalten, auf Alkohol verzichten, Medikamente nehmen, Insulin spritzen. Entwickeln die Patientinnen eine Essstörung, so hänge dies in der Regel mit einem Selbstwertkonflikt zusammen. “Hier muss die Therapie ansetzen”, so Herpertz. Wichtig sei auch, bei jungen Patientinnen die Familie in die Behandlung mit einzubeziehen.

Neben der Bulimie spielen auch andere Essstörungen bei Menschen mit Diabetes eine Rolle, wie etwa die Binge-Eating-Störung bei der es mindestens einmal in der Woche zu Essanfällen kommt, die allerdings nicht von gegenregulatorischen Maßnahmen wie etwa Erbrechen gefolgt werden. Sie betrifft vor allem Typ-2-Diabetes-Patienten. Zwar kommt diese Essstörung nicht häufiger vor als bei Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Weil die Betroffenen dadurch aber an Gewicht zulegen, wirkt Insulin bei ihnen noch weniger blutzuckersenkend, und der Diabetes verschlimmert sich.

Die DDG empfiehlt im Falle einer Essstörung bei Diabetespatienten eine Psychotherapie. „Ob ambulant, teilstationär oder stationär: Eine Psychotherapie ist die Therapie der ersten Wahl“, sagt Privatdozent Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der DDG, Bad Mergentheim, Koordinator der Leitlinie. Reine Schulungs- und Selbsthilfe-Programme allein reichten nicht aus, heißt es in der neuen Leitlinie.

In Kauf nehmen die Experten dabei, dass der Heilungsprozess bei einer Psychotherapie meist mehrere Monate umfasst. Herpertz hebt dafür das oft positive Ergebnis der Behandlung hervor: Bei Typ-1-Diabetikern stabilisiere sich Untersuchungen zufolge der Blutzuckerspiegel nachhaltig und reduziere das Risiko diabetischer Spätschäden.

(Quellen: Deutsche Gesellschaft für Diabetes [Link zu den Leitlinien]; MedAustria 06/2013)

Jul 23

Mark Twain sagte: “Das Rauchen aufzugeben, zählt zu den einfachsten Dingen überhaupt. Ich muss es wissen, schließlich habe ich es tausende Male getan!”

Nun, wir wissen es alle: mit dem Rauchen aufzuhören, reduziert das Risiko schlimmer Erkrankungen wie Krebs und Gefäßerkrankungen, es verbessert die Zeugungsfähigkeit, das Atmen und die körperliche Leistungsfähigkeit. Ein anderer Vorteil des Aufhörens ist, dass das Essen wieder besser schmeckt (für manche ist dies allerdings ein Grund, weiterzurauchen, da dieser Vorteil mit ihrer Essstörung nicht harmoniert…). Sie würden wieder besser und jünger aussehen, besser riechen und sich daneben noch eine Menge Geld ersparen. Aber warum fällt es dann vielen so schwer, die Gewohnheit – oder Sucht -, zu rauchen aufzugeben?

Die Gründe für sie lassen sich auf 2 wesentliche Faktoren reduzieren: Nikotin und Gewohnheit. Nikotin ist eine stark süchtigmachende Substanz, die auf natürliche Weise in der Tabakpflanze vorkommt, und löst bei Ihrem Gehirn die Freisetzung eines Feuerwerks an Dopamin aus – dem Hormon, das uns auch an Essen und Sex erfreuen läßt. Es erhöht auch die Aktivität in Hirnbereichen, die für kognitive Funktionen wichtig sind – zu rauchen kann also die Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Und als ob dies alles noch nicht genug wäre erhöht Nikotin auch unseren Endorphinspiegel, was ein Gefühl von Euphorie erzeugt. Ein solch bequemes Hilfsmittel, das einen auf so viele Weise besser fühlen läßt, gibt man natürlich nicht einfach auf. Noch dazu, wo das Aufhören meistens deutlich spürbare Entzugseffekte mit sich bringt.

Ein weiterer wichtiger Faktor für diese spezielle Sucht ist Gewohnheit – die kleinen Abläufe, die mit dem Rauchen verbunden sind. Rauchen ist häufig mit täglichen Aktivitäten und Auslösesituationen verbunden wie etwa: nach dem Essen, beim Plaudern mit Freunden, beim Pause-machen, am Computer, in Stress-Situationen (zur Entspannung) u.v.m. Diese Aspekte des Rauchens zu überwinden kann genauso herausfordernd sein wie die körperliche Gewöhnung.

Folglich benötigen die meisten Menschen, die ein für alle Mal mit dem Rauchen aufhören möchten, eine Methode, die ihnen hilft, beide Schwachpunkte anzugehen: die Sucht selbst und die Verhaltensgewohnheiten, die damit verbunden sind. Die bestehenden “Fallen” müssen identifiziert und danach neue Abläufe entwickelt werden, die es einfacher machen, die Impulse zum Anzünden der nächsten Zigarette zu überwinden. Hypnotherapie kann hier sehr gut unterstützen, andererseits aber auch keine Wunder bewirken ohne einen klaren Entschluss der Betroffenen, ihre Abhängigkeit in den Griff zu bekommen. Die ersten Wochen sind meist die schwierigsten. Nach 8-12 Wochen fühlen sich die meisten jener, die es soweit geschafft haben, ohne das Rauchen bereits wohler. Aber auch davon “schaffen” es nur 3 von 10 Menschen, dauerhaft aufzuhören.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:s3.hubimg.com)

May 23

Bei Kindern und Jugendlichen bewähren sich psychotherapeutische Präventionsprogramme definitiv – die einjährige Studie „Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE): Gesundheitsförderung durch Prävention von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen“, die in Deutschland an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg durchgeführt wurde, zeigt vielversprechende Ergebnisse und wies eine Reduktion psychischer Probleme bei den teilnehmenden Schülern sowie einen deutlichen Rückgang von depressiven Symptomen, selbstschädigenden Verhaltensweisen und Selbstmordgedanken insbesondere bei Mädchen nach.

Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen zu überprüfen und effiziente Programme langfristig an bundesweit allen Schulen zu etablieren. Sie lief unter der Federführung des Karolinska-Instituts in Stockholm gleichzeitig in neun anderen EU-Staaten sowie Israel.

„Es gibt ein hohes Maß an gefährdeten Jugendlichen, doch viele von ihnen kommen nicht bei den Therapeuten an”, erklärt Studienleiter R. Brunner. „Bei psychischen Problemen gibt es eine immer noch ausgeprägte Stigmatisierung.” Viele Jugendliche haben Angst, von ihren Mitschülern ausgelacht zu werden. „Wir waren im Vorfeld mehrfach in den Klassen, um Aufklärung zu betreiben”, sagt Studienkoordinator M. Kaess, „etwa darüber, dass die vertrauliche Kommunikation mit den Schülern und ihre Anonymität gewährleistet sind.” Rund 70 Prozent entschlossen sich daraufhin zur Teilnahme.

Über 1.400 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren waren an der Studie beteiligt. Sie kamen von 26 Gymnasien, Real- Hauptschulen des Rhein-Neckar-Kreises und Heidelberg. Zunächst beantworteten die Acht- und Neuntklässler bei der Eingangsuntersuchung im Januar 2010 einen Fragebogen, der unter anderem die Themenbereiche Suizidgefährdung, Selbstverletzung, Angst, Depression, Delinquenz, gestörtes Essverhalten, exzessiver Medienkonsum, Schulschwänzen und Mobbing abhandelte. Je eines von vier Präventionsprogrammen wurde den Schulen per Zufall zugeteilt. Beim sogenannten Professional Screening erhielten über 60 Prozent der Schüler aufgrund ihrer Antworten eine Einladung zu einem Interview. Bei 30 Prozent derer, die zum Termin erschienen waren, stellten die Psychiater einen Behandlungsbedarf fest.

In einem der anderen drei Präventionsprogramme nahmen etwa 100 Lehrer an einem Training teil, dass sie in die Lage versetzte, betroffene Jugendliche zu erkennen und mit ihnen umzugehen („Gatekeeper-Training”). 450 Schüler wurden im Rahmen von fünf Unterrichtsstunden über riskante und selbstschädigende Verhaltensweisen sowie den Umgang damit aufgeklärt („Awareness Training”). An anderen Schulen wurden den Klassenräumen Informationsplakate aufgehängt und den Jugendlichen Visitenkarten mit den Kontaktinformationen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgehändigt („Minimal Intervention”).

Bei etwa 25 Prozent der Schüler sank die Suizidgefährdung im Laufe der Folgeuntersuchungen. Besonders bei den Mädchen verringerten sich die psychischen Probleme. „Eine genaue Analyse der unterschiedlichen Gruppen und Wirkfaktoren steht noch aus”, betont Brunner. „Diese ersten Ergebnisse stellen ausschließlich Tendenzen bezogen auf die Heidelberger Gesamtstichprobe dar. Es fehlen allerdings noch genaue Analysen im Vergleich mit anderen EU-Staaten, die sicher noch weitere Erkenntnisse bringen werden.”

(Quelle: http://www.seyle.eu , Der Standard v 20.01.2011; Photo:Matthias Cremer)

May 13

Laut Resultaten einer schwedischen Studie erhöht Übergewicht im mittleren Lebensalter das Risiko einer Demenz-Erkrankung im Alter um 80 Prozent. Im Rahmen einer Studie überprüften Wissenschafter des Karolinska Institut in Stockholm den aktuellen Gesundheitszustand von 8.534 Zwillingen im Alter ab 65 Jahren in Bezug auf mögliche Demenz-Erkrankungen und verglichen diesen anschließend mit dem BMI der Probanden im mittleren Lebensalter.

Den BMI konnten die Wissenschafter dabei aus den Daten des schwedischen Zwillingsregisters zu Körpergröße und Gewicht der Probanden vor 30 Jahren ableiten.
350 Studienteilnehmer litten an einer bereits diagnostizierten Demenz, bei 114 lagen Symptome für einen begründeten Verdacht vor. 2.541 der erfassten 8.534 Zwillinge im mittleren Lebensalter waren übergewichtig (BMI 25–30kg/m²) oder fettleibig (BMI >30kg/m²).

36 Prozent der Probanden mit Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung waren übergewichtig, fünf Prozent waren fettleibig. Bei den Studienteilnehmer mit bereits vorliegender Demenz-Diagnose lag der Anteil der Übergewichtigen sogar bei 39 Prozent, fettleibig waren sieben Prozent. Demgegenüber waren lediglich 26 Prozent der Probanden ohne Demenz-Erkrankung in ihrem mittleren Lebensalter übergewichtig und drei Prozent fettleibig.

Daraus leiten die Forscher ein um 80 Prozent erhöhtes Demenz-Risiko im späteren Lebensverlauf bei Übergewicht in den mittleren Lebensjahren ab. Die Korrelation zwischen Übergewicht und Demenz-Risiko habe sich auch bei Berücksichtigung anderer Faktoren wie dem Bildungsstand, der genetischen Veranlagung, Diabetes oder Gefäßerkrankungen als statistisch signifikant erwiesen.

 

Essen sich bereits Kleinkinder ihren späteren Hüftspeck an?

Neue Erkenntnisse liefern darüber hinaus auch Indikationen, dass sich die Folgen früher Ernährungsfehler erst Jahre später zeigen. So kann eine hohe Eiweißzufuhr zwischen dem 6. und 24. Lebensmonat das Risiko für Übergewicht im Schulalter erhöhen. Eine inadäquate Eisenzufuhr vor dem dritten Geburtstag kann zu schlechten Mathematik-Noten in der Schule führen. Aus diesem Anlass wurden von einer interdisziplinären, österreichischen Expertengruppe erstmals klare “Ernährungsempfehlungen für 1- bis 3-Jährige” erarbeitet und durch praktische Tipps ergänzt.

Die ersten drei Lebensjahre sind eine wichtige Phase für die körperliche und geistige Entwicklung des Menschen. Ein Kind nimmt im Alter zwischen 1 und 3 Jahren ca. 40 % an Länge und Gewicht zu. Das Gehirn wächst in den ersten Lebensjahren schneller als in jeder anderen Lebensphase: 70 g pro Monat mit 5 Monaten und immer noch 32 g pro Monat mit 15 Monaten. Klarerweise ist richtige Ernährung in diesem Alter aus physiologischen und präventivmedizinischen Gründen von besonderer Bedeutung.

Daten aus Deutschland zeigen, dass bereits Kleinkinder zu viel, zu süß, zu fett, zu eiweiß- und salzreich essen. „Dieses ungünstige Ernährungsmuster hinterlässt Spuren bei der Nährstoffversorgung. So nimmt ein Kleinkind mehr als doppelt so viel Eiweiß als nötig auf. Die Empfehlungen für die Zufuhr essenzieller Fettsäuren werden bei weitem nicht erreicht. Der Süßigkeitenverzehr und damit die Zuckerzufuhr mit all seinen negativen Folgen für Gewicht und Zähne verdoppeln sich zwischen 1 und 3 Jahren. Bei den Mikronährstoffen gibt es Lücken vor allem bei Eisen und einigen Vitaminen – im Fall von Vitamin D erreichen gar nur zwei von zehn Kindern die Zufuhrempfehlungen.“, so Univ. Prof. Dr. Jürgen König vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien.

Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung von Übergewicht durch eine erhöhte Aufnahme von tierischem Eiweiß (das im Kleinkindalter insbesondere aus Wurst und Milchprodukten stammt) in den ersten Lebensjahren begünstigt wird. Der Pädiater Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer erklärt dieses Phänomen wie folgt: „Ein erhöhter Eiweißkonsum führt zu einer verstärkten Sekretion eines Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors, insbesondere nach dem Verzehr von zu viel Milcheiweiß. Dieser Wachstumsfaktor (IGF-1) fördert die Bildung von Fettzellen sowie die Fettspeicherung.“ Zwiauer hat in den letzten Jahren eine Verdopplung der Zahl übergewichtiger Kleinkinder beobachtet.

Gravierende Schönheitsfehler bei Mikronährstoffen

Bei Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stellt sich die Versorgung mit Eisen, Folsäure und Vitamin D als unzureichend dar. Insbesondere im Hinblick auf Eisen zeigen sich Experten besorgt, denn die Aufnahme unterschreitet die Empfehlungen um ca. ein Drittel: „Eine ausreichende Eisenzufuhr ist insbesondere während Phasen sehr schnellen Wachstums bis zum Alter von 2 Jahren wichtig. Eine Unterversorgung im Säuglings- und Kleinkindesalter kann langfristige Folgen für Schulkinder – wie eingeschränkte Merkfähigkeit, geringere mathematische Fähigkeiten, verminderte kognitive Entwicklung – haben.“, so Ass. Prof. Dr. Nadja Haiden, von der Medizinischen Universität Wien.

Bei der für Zellteilung und Wachstum so wichtigen Folsäure werden die Empfehlungen gar nur zur Hälfte erreicht, Müdigkeit und Störungen des Blutbildes sind mögliche Folgen. Da nur zwei von zehn Kindern mit dem für Knochenstoffwechsel und Immunsystem wichtigen Vitamin D ausreichend versorgt sind, wird aktuell diskutiert, die Vitamin D-Prophylaxe über das erste Lebensjahr hinaus zu verlängern.

Die tägliche Salzaufnahme ist hingegen bereits in diesem Alter zu hoch. Eine hohe Natriumzufuhr (Kochsalzzufuhr) bedeutet eine frühe Gewöhnung an große Salzmengen, was sich wiederum langfristig negativ auf den Blutdruck auswirken kann. Zudem ist die Niere bei Kindern erst mit etwa 18 Monaten ausgereift und sollte daher im Kleinkindesalter mit möglichst kleinen Natriummengen konfrontiert werden.

Der Expertenkreis Kleinkindernährung nennt 10 wichtige und praktische Tipps zur Verbesserung der Nährstoffzufuhr im Kleinkindalter:

  • Leitungswasser ist das Getränk erster Wahl.
  • Maximal an 3 Tagen pro Woche Fleisch oder Wurst.
  • 1 – 2 x wöchentlich Fisch (fettarm zubereitet) und/oder Zuchtpilze.
  • 3 Milchportionen pro Tag, vorzugsweise kindgerecht eiweißreduzierte und eisenangereicherte Milch.
  • Täglich folsäurereiche Gemüsesorten (z. B. Erbsen, Brokkoli, Spinat) sowie Vollkornprodukte.
  • Geriebene Nüsse oder Samen z. B. ins Müsli schließen Nährstofflücken.
  • 1 x wöchentlich Hülsenfrüchte als Basis einer warmen Hauptmahlzeit.
  • Mindestens 1-2 Eier pro Woche, bei vegetarisch ernährten Kindern sogar mehr.
  • Raps-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl zum Kochen und für Salat verwenden.
  • Salzreiche Lebensmittel selten und in bewusst kleinen Mengen.

(Quellen: Neurology; 2011, 76: 1568-1574, cecu.de, medaustria.at, Ernährungs-Expertenposition auf der Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde; Image src:phsj.org)

Mar 12

Als ich das erste Mal nach Thailand kam, fragte ich mich angesichts der doch eigentlich gesunden Thai-Küche: warum sind hier so viele Menschen – insbesondere Expats – übergewichtig?

Ein Blick in die Straßen genügt: mindestens jeder dritte westliche Ausländer ist fettleibig. Das ist eine enorme Quote, vergleichbar nur mit den “dicksten” Bundesstaaten der USA, und sie ist mitverantwortlich für viele der gesundheitlichen Probleme, die manche Expats schon nach wenigen Jahren in ihrer neuen Heimat haben.

Doch ab wann beginnt “Übergewicht” tatsächlich? Das ist einfach: um Ihren sogenannten “Body Mass Index” (BMI) zu berechnen, dividieren Sie schlicht Ihr Körpergewicht (in kg) durch Ihre Körpergröße zum Quadrat. Bei einer Körpergröße von 1.72m und einem Gewicht von 75kg wäre die Formel: [75 ÷ (1,72 m)² = BMI 25,4]. Übergewicht besteht ab einem BMI von 25,0, krankhaftes Übergewicht (Adipositas) ab 30,0. Experten betrachten Werte ab 27,5 als erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Kreislaufsystems, bestimmte Krebsformen, Diabetes Typ 2 und Gelenkbeschwerden.

Doch was macht manche von uns so anfällig dafür, in Thailand derart rasch zuzunehmen? Alkohol wäre eine Erklärung, Fette eine andere. Natürlich trinken viele zu viel und unterschätzen (oder verdrängen), dass alkoholische Getränke regelrechte Kalorienbomben sind. Daneben kochen heutzutage viele Thai-Küchen zu fett, seit einigen Jahren häufig auch zu süß und salzig: diese Speisen sind dann nicht mehr wohlschmeckend und gesund, sondern im besten Falle nur mehr wohlschmeckend… Doch warum essen und trinken wir tendenziell zu viel?

Eine der Erklärungen liegt in der Funktion des Essens und Trinkens als Kompensationsmöglichkeit für Alltagsfrust und Langeweile: berufstätige Expats stehen beruflich oft unter außergewöhnlich intensivem Stress – Pensionisten dagegen haben häufig kaum Aufgaben. Die Freizeit vertreiben sie sich dann mit Essen oder einem Gläschen zwischendurch, ja für manche stellt ein Buffet-Besuch sogar den Höhepunkt der Woche dar. In meiner Eigenschaft als Sexualtherapeut muss ich gerade auch die altersbedingten hormonellen und psychischen Veränderungen erwähnen, die gerade viele ältere Männer an sich erleben: war es in jüngeren Lebensjahren ein tägliches Ziel, Sex zu haben und den Körper zu trainieren, stellt für so manchen älteren Mann das Mittag- oder Abendessen den Inbegriff sinnlichen Genusses dar … leider zum Leidwesen des Körpers, und nicht selten auch der Psyche. Denn Übergewicht erhöht die Neigung zu Depression, was eine Teufelsspirale in Gang setzen kann, die uns dann zu noch mehr Essen treibt. Die Schwierigkeit beim Zurückfinden zu ausgewogener Ernährung ist, dass beim zu-viel-Essen häufig regelrechte Sucht-Dynamiken bestehen. Dies ist mit ein Grund, warum jede seriöse Abnehmklinik Beratung und Psychotherapie als integralen Bestandteil des Gesundungskonzepts anbietet. Man kann ja vieles alleine schaffen – aber manches geht mit Unterstützung von außen einfach deutlich leichter und schneller.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:theage.com.au)

Jan 14

Wenn sie das Wort “Depression” hören, denken viele Leute an traurige oder hoffnungslose Menschen, die nach einem nicht verkrafteten Lebensereignis zurückgezogen und häufig weinend ihr Dasein fristen.

Doch tatsächlich ist das nur in den seltensten Fällen so. In einer US-Studie aus dem Jahr 1996 konnte beispielsweise nur ein Drittel der an einer Depression Leidenden ein belastendes oder einschneidendes Erlebnis vor der Erkrankung nennen. Und es sind auch keineswegs nur negative Ereignisse, die bei manchen Menschen Depressionen auslösen können, sondern auch solche wie etwa die Geburt eines Kindes oder das Gelingen eines Geschäftsabschlusses. Dass nicht alle Menschen bei einschlägigen Ereignissen Depressionen entwickeln, legt darüber hinaus nahe, dass auch andere Faktoren, wie etwa genetische oder Stress-Faktoren mitbeteiligt sein dürften. Für die Betroffenen selbst und ihre Umwelt also ist in der überwiegenden Zahl der Fälle auf Anhieb gar kein klarer Grund für eine etwaige Depression auszumachen – was in aller Regel zu langjährigen Verzögerungen auf der Suche nach der korrekten Diagnose für das eigene Unwohlbefinden führt.

Körperliche Symptome sind eine weitere, häufig fehlinterpretierte Facette depressiver Störungen. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, reduzierte Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit, aber auch andere körperliche Schmerzen, Probleme der Verdauungsorgane oder Energielosigkeit sind typische körperliche Symptome einer vorliegenden Depression.

Die mit der Depression häufig verbundene Perspektivenlosigkeit führt viele Betroffenen zu selbstschädigendem Verhalten. Die meisten Menschen, die Suizid begingen, litten vorher an einer (häufig nicht erkannten oder behandelten) Depression. Doch es muß nicht gleich Suizid sein: auch andere selbstschädigende Formen des Verhaltens, wie etwa Alkohol- und Drogenmißbrauch, selbstschädigendes Eßverhalten oder riskantes Verhalten im Verkehr sind, wie Untersuchungen zeigen, in mehr als 60% der Fälle an Depressionen gekoppelt.

Besonders bei älteren Männern äußert sich Depression häufig auch über Aggression, speziell verbale Unfreundlichkeiten, Zynismus, Schimpfen und andere Formen aggressiver Ausdrucksweise. Auch hier ist es den Betroffenen nur selten bewußt, dass sie an einer Depression leiden, sondern sie führen ihre innere Unzufriedenheit und ihren Ärger auf äußere Umstände zurück, über die sie sich regelmäßig und nicht selten auch lautstark beschweren.

Etwa 4 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Depressionen, die Dunkelziffer dürfte aber aufgrund der häufigen Fehldiagnosen und jahrelangen Leidenswege ohne passenden Befund und adäquate Therapie deutlich höher liegen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:TRBfoto)

Jul 07

Seit langem ist bekannt, dass viele Demenzkranke unter Depressionen leiden. Eine neue Langzeitstudie erhärtet nun den Verdacht, dass es sich dabei nicht nur um ein Begleitsymptom handelt, sondern dass die affektive Erkrankung auch das Demenzrisiko erhöht.

Zu diesem Schluss kommt ein Team um J. Saczynski von der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Die Forscher analysierten über 17 Jahre lang Daten von 949 Studienteilnehmern mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren, die anfangs nicht unter Demenz litten. Wie die Forscher im Journal “Neurology” schreiben, stellte sich heraus, dass das Risiko einer Demenz um 70 Prozent erhöht war, wenn die Untersuchten an einer Depression litten. Während des Beobachtungszeitraumes entwickelten 164 von ihnen die Krankheit, wobei die anfangs depressiven Teilnehmer eine 70 Prozent höhere Rate aufwiesen.

“Es ist unklar, ob Depressionen eine Demenz auslösen”, sagte Saczynski. “Aber es gibt eine ganze Menge Wege zu erklären, wie sie es tun könnten.” Es müsse weiter untersucht werden, welcher Zusammenhang genau zwischen Depressionen und Demenz besteht. Depressive leiden beispielsweise häufig unter Entzündungen von Gehirngewebe und dem verstärkten Vorkommen bestimmter Proteine, die in Verbindung mit Demenz stehen. Aber auch der depressive Lebensstil könnte sich auswirken: Falsche Ernährung, wenig Sport und karge soziale Beziehungen erhöhen womöglich das Risiko.

(Quelle: Saczynski J, et al “Depressive symptoms and risk of dementia: The Framingham Heart Study” in Neurology 2010; 75: 35-41.; Image src:TRBfoto)

Apr 16

Mit Druck auf ein verstärktes Engagement von molligen Models hofften Frauenverbände und Gesundheitsorganisationen, das zumeist niedrigere Selbstwertgefühl von molligeren Frauen nicht noch weiter zu beeinträchtigen – doch die erwünschte Wirkung bleibt in den meisten Fällen aus, wie eine aktuelle gemeinsame Studie der Universitäten Köln, der Arizona State University und Erasmus-Universität Rotterdam zeigt. Das Selbstwertgefühl ist diesen zufolge höher, wenn dünne oder “idealgewichtige” Models werben.

“Unsere Forschung zeigt, dass sich Personen spontan mit den Models vergleichen, die Ihnen aus der Werbung entgegen lachen. Diese sozialen Vergleiche beeinflussen, wie wir uns selbst sehen und uns verhalten”, sagte der an der Studie mitwirkende Prof. T. Mussweiler, Leiter des Lehrstuhls für Sozialpsychologie an der Universität zu Köln. Für die Studie zeigten die Wissenschaftler Probandinnen mit unterschiedlichem Gewicht Bilder von Models, welche entweder extrem dünn, moderat dünn, moderat mollig oder extrem mollig waren. Idealgewichtige Frauen zeigten ein höheres Selbstwertgefühl, wenn auf den Bildern moderat dünne Models anstelle von moderat molligen Models abgelichtet waren. Molligere Probandinnen hatten hingegen ein niedriges Selbstwertgefühl, unabhängig davon, welches Bild sie gezeigt bekamen. Auch extrem mollige Models steigerten das Selbstwertgefühl hier nicht. Ein anderes Experiment der Studie zeigte darüber hinaus, dass normalgewichtige Menschen nach dem Betrachten von Werbeanzeigen im Experiment weniger Kekse essen, wenn sie extrem dünne Models in der Werbung sahen, als wenn extrem mollige Models in der Werbung auftauchten.

Unklar ist noch, wie sich der Einsatz von molligen Models bezüglich des Risikos auf Essstörungen wie etwa Anorexie auswirkt.

(Quellen: The Effects of Thin and Heavy Media Images on Overweight and Underweight Consumers: Social Comparison Processes and Behavioral Implications, in: Journal of Consumer Research, Vol. 36, Apr 2010 (doi: 10.1086/648688); Photo src:stuttgarter-nachrichten.de)

Mar 29

Die zugegebenermaßen etwas reißerische Überschrift muß ein wenig relativiert werden: ihr liegt eine Studie mit Tierversuchen zugrunde – die aber dennoch die Zusammenhänge der Entwicklung von Esssucht bzw. Adipositas verstehen helfen könnte.
Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins “Nature Neuroscience” veröffentlicht. In ihr wurde herausgefunden, daß Säugetiere, welche hochkalorische Nahrungsmittel (z.B. Schokolade) übermäßig oder schubweise in Form von Eßgelagen zu sich nahmen, im Hirn Vorgänge auslösen, die jenen einer Abhängigkeit entsprechen: sie entwickelten sich zu zwanghaften Essern. Außerdem wurden in den Gehirnen der übergewichtigen Tiere reduzierte Level eines speziellen Dopamin-Rezeptors gefunden – einer Chemikalie, die das Gefühl von Belohnung auslöst – dies ist ein Effekt, der auch bei Drogensüchtigen nachweisbar ist.

Für die Studie bedienten sich die Wissenschafter in den Lebensmittelläden an der Ecke: “grundsätzlich kauften wir all das, was Leute wirklich gerne essen: Kuchen, Ding-Dongs (ähnlich wie “Schwedenbomben”, Anmerkung rlf), Speck, Würstchen, exakt das, was vielen gut schmeckt, aber man wirklich nicht zu häufig essen sollte”, so P. Kenny, ein Forscher am Scripps Research Institute in Florida in einem Interview mit Reuters.

Adipositas könnte also eine Form von “Eßzwang” sein, ausgelöst durch eine Form von Abhängigkeit, die mit jenen hirnphysiologischen Abläufen identisch ist, die wir auch bei Nikotinabhängigkeit, Kokainabhängigkeit und anderen Formen der Sucht beobachten können. Die Behandlungsformen von Zwängen und Abhängigkeiten könnten für die Behandlung der Fettleibigkeit also nützlich sein,” so P. Kenny.

Adipöse Erkrankungen kosten die Vereinigten Staaten laut amtlichen Statistiken etwa 150 Milliarden USD jährlich. Etwa 2/3 der US-Erwachsenen und 1/3 der Kinder und Jugendlichen sind in den USA fettleibig oder übergewichtig und entwickeln in Folge z.T. schwerste Folgeerkrankungen, die letzlich zu einem frühzeitigen Tod führen. Die europäischen Länder holen jedoch auf.

(Quelle: Reuters; Bild:Hostess Brands)

Mar 13

Anorexie und Bulimie sind in der Bevölkerung zwar stark verbreitet und schwere Erkrankungen, werden aber aus Scham und Angst vor Stigmatisierung auch heute noch von den Betroffenen lange Zeit verschwiegen.

Wie Johann Kinzl von der Klinischen Abteilung für Psychosomatische Medizin der Universitätsklinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck am Freitag anlässlich des Ernährungskongresses in Wien referierte, suchen Betroffene meist viel zu spät – durchschnittlich erst nach fünf Jahren – professionelle Hilfe. “Selbst dann kommen die Patienten zumeist nicht aus eigenem Antrieb, sondern werden von ihren verzweifelten Eltern oder anderen Angehörigen in die Klinik geschleppt”, berichtet der Arzt. Nur ganz wenige von ihnen hätten eine “positive Motivation”, ihrer Krankheit zu begegnen, nämlich jene, die sich von ihr nicht weiter einschränken lassen wollen. “Meist verleugnen die Betroffenen ganz einfach ihr Problem – so lange, bis es manchmal zu spät ist”.

Hinsichtlich der zeitgerechten Diagnose sind Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen, Psychotherapeuten, Psychologen aber auch Schulärzte gleichermaßen gefragt. Das Bewußtsein bezüglich der Erkrankungen nehme zwar zu, nach wie vor sei jedoch manches verbesserungswürdig. “Es ist ganz einfach wichtig, dass jegliche Essstörung so früh wie möglich diagnostiziert wird, um mögliche negative körperliche und psychische Folgen zu verhindern”, so der Arzt. Genauso spielen Diätologen beim Aufspüren der Krankheit sowie bei der Therapie eine wichtige und unterstützende Rolle. Unterstützung ist im Regelfall zudem durch Psychotherapie notwendig, um das “Grundproblem” der Erkrankung aufzuspüren.

Die Liste der Folgen von Essstörungen ist lang und beunruhigend: Den Betroffenen ist ständig kalt (Untertemperatur), sie haben niedrigen Blutdruck oder Amenorrhoen (Ausbleiben der Menstruation) – im schlimmsten Fall kann dies zur Infertilität führen. Die Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko von Knochenabbau (Osteoporose), verbunden mit einer verstärkten Neigung zu Knochenbrüchen. Durch das ständige Erbrechen ist der Elektrolythaushalt gestört, die Speiseröhre erhält Risse und es kommt zu Zahnproblemen wie Karies. Genauso wird mit der Zeit die Hirnleistung immer schlechter. Betroffene fühlen sich zudem häufig antriebs- und freudlos, unterliegen Stimmungsschwankungen und Libidoverlust.

Weiterführende Links:

Artikel Essstörungen (Bulimie, Anorexie etc.)

Selbsttest auf Vorhandensein einer Essstörung

(Quelle: Der Standard 13.03.2010; Photo src:umkcwomenc.files.wordpress.com)

11.10.17