Oct 11
angst stress immunsystem genetik epigenetik

Angst – eine Belastung nicht nur f√ľr die Psyche, sondern auch f√ľr den K√∂rper. (Image: Getty)

Angst entsteht, wenn auf ausl√∂sende Reize eine √ľberm√§√üige Stressreaktion folgt – das ist ein wichtiger Schutzmechanismus des K√∂rpers … sofern die Reaktion angemessen ist.

Erfolgt sie jedoch unkontrollierbar und sind Betroffene l√§nger solch extremen Stressreaktionen ausgesetzt, f√ľhrt dies vermutlich sogar auch zu epigenetischen Ver√§nderungen, die sich ung√ľnstig auf den K√∂rper auswirken. Forscher des Helmholtz Zentrums M√ľnchen und des Max-Planck-Instituts f√ľr Psychiatrie gingen den Zusammenh√§ngen auf den Grund, indem sie Daten aus breiten Bev√∂lkerungsgruppen mit denen von Patienten verglichen. So konnten sie ihre Ergebnisse im klinischen Umfeld replizieren. Zus√§tzlich √ľberpr√ľften sie ihre Erkenntnisse im Tiermodell.

In einem Teil der Studie (KORA F4 an 1.522 Erwachsenen im Alter von 32 bis 72 Jahren) entnahmen die Forscher zuf√§llig ausgew√§hlten Personen mit und ohne Angstst√∂rung Blutproben, um mehr √ľber die sogenannte DNA-Methylierung (Teil der Epigenetik, ein wichtiger Vermittler zwischen Genen und Umwelt) zu erfahren. Bei an Angstst√∂rungen leidenden Personen wurde hierbei eine Zunahme der DNA-Methylierung des Gens ASB1 um fast 50 Prozent festgestellt, welches f√ľr das Nervensystem wie auch das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt.

In zwei weiteren Teilen der Studie wurden epigenetische Effekte zur Regulierung des stressempfindlichen ASB1-Gens im klinisch-psychiatrischen Bereich nachgewiesen. Diese Ergebnisse fanden danach sogar auch in Tierversuchen mit Mäusen Bestätigung.

Die betreffenden Ergebnisse k√∂nnen f√ľr die Diagnose, Therapie und Pr√§vention von Angstst√∂rungen und Stress-Syndromen eine wichtige Rolle spielen – insbesondere werfen sie aber einen Blick auf die erheblichen Auswirkungen dieser St√∂rungsbilder, die u.U. sogar erblich weitergereicht werden k√∂nnten. Die Resultate wurden vor Kurzem in der renommierten Zeitschrift ‚ÄěNeuropsychopharmacology‚Äú ver√∂ffentlicht.

(Quelle: MedAustria; Anxiety Associated Increased CpG Methylation in the Promoter of Asb1: A Translational Approach Evidenced by Epidemiological and Clinical Studies and a Murine Model; Neuropsychopharmacology advance online publication June 2017; doi: 10.1038/npp.2017.102)

Dec 06

r.l.f., 1994 ūüėČ

Das Universit√§tsklinikum Salzburg ver√∂ffentlichte k√ľrzlich eine Studie, welche bei Depression und Suizidalit√§t eine unterst√ľtzende Wirkung der Psychotherapie und Pharmakotherapie durch Bewegungstherapie nachweist.

Die Idee entstand bei gemeinsamen Film-Deharbeiten zum Thema ‚ÄěAlpen und Suizid‚Äú von Dozent Reinhold Fartacek und Reinhold Messner auf dem Rauriser Sonnblick. Die ver√∂ffentlichte wissenschaftliche Studie ‚ÄěPhysical exercise through mountain hiking in high-risk suicide patients. A randomized crossover trial‚Äú (siehe u.a. Quellverweise) best√§tigt eindrucksvoll die unterst√ľtzende Wirkung einer Bewegungstherapie zu Psychotherapie und Pharmakotherapie. Mit dieser Studie k√∂nnen auch erstmals Schwankungen der psychischen Befindlichkeit nicht nur beobachtet sondern auch verstanden werden.

Die √§u√üerst aufgrund der Vielzahl der abgefragten Parameter (z.B. t√§gliche Selbsteinsch√§tzung der TeilnehmerInnen, psychologische Daten, Prozesseinsch√§tzung, Vorher-/Nachher-Einsch√§tzung, sportphysiologsiche Messungen) √§u√üerst komplexe Wanderstudie “√úbern Berg” ist weltweit einmalig. Es wurde wie heute generell in der Suizidpr√§vention darauf gesetzt, auf individuelle St√§rken anstatt auf Krankheit zu achten. Die Patienten sollten durch die k√∂rperliche Aktivit√§t beim Bergwandern und das Erlebnis ‚Äď “√ľber den Berg zu gehen” ‚Äď f√ľr den Alltag seelisch und k√∂rperlich zu st√§rken. Diese Erfolge, aber auch das Erlebnis der Natur sowie die zwischenmenschlichen Begegnungen w√§hrend des Bergwanderns sollten ihnen Mut und Hoffnung f√ľr die Bew√§ltigung des Alltags geben. Mit Redewendungen wie ‚ÄěEs geht bergauf‚Äú oder ‚ÄěBerge versetzen‚Äú werden im Alltag positive Entwicklungen beschrieben. Doch obwohl in √Ėsterreich mehr als 74% der √ľber 15-J√§hrigen zumindest gelegentlich wandern, k√∂nnen sich gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen oder in Lebenskrisen nur schwer √ľberwinden, k√∂rperlich aktiv zu sein.

Synergetisches Navigationsystem (SNS)

Die interdisziplin√§re Studie (PsychiaterInnen, PsychologInnen, Sportmediziner, PflegemitarbeiterInnen) fand in der Salzburger Bergwelt statt. Die Selbsteinsch√§tzung wurde mittels der Nutzung eines vom Leiter des PMU-Instituts f√ľr Synergetik und Psychotherapie-forschung, Univ.-Prof. Dr. G√ľnter Schiepek entwickelten sog. ‚ÄěSynergetischen Navigationssystems‚Äú (SNS) messbar gemacht. Mit einem darin eigens angelegten Online-Fragebogen wurde 6 Monate hindurch t√§glich die pers√∂nliche Befindlichkeit mit 38 Einzelitems in einer Selbsteinsch√§tzung angegeben. Durch die hochfrequenten Messungen ergab sich eine Verlaufsdarstellung mit mehr oder weniger stark ausgepr√§gten Schwankungen und Phasen√ľberg√§ngen. Speziell in den Bereichen Freude und Selbstwertgef√ľhl kam es in der Wanderphase bei vielen Teilnehmern zu einer Steigerung ‚Äď wobei die √Ąngstlichkeit gleichzeitig abnahm.

Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen geteilt. Die Wandergruppe wanderte 9 Wochen lang, w√§hrend die Wartekontrollgruppe keine speziell geplanten Aktivit√§ten durchf√ľhrt. Nach 9 Wochen wurde gewechselt, und jeweils die empfundenen Ver√§nderungen der Hoffnungslosigkeit und Depressivit√§t wie auch die rein k√∂rperliche Ausdauerleistungsf√§higkeit gemessen. Hinsichtlich der empfundenen Hoffnungslosigkeit, Depressivit√§t, wie auch der k√∂rperlichen Ausdauerleistung ging es den TeilnehmerInnen signifikant besser als vor der Studie. Die Studienteilnehmer berichteten von einer neu angeeigneten Tagesstruktur, mehr Appetit, mehr Selbstvertrauen und weniger Stress. Dies berichteten selbst die meisten jener Patienten, die sich zun√§chst alles andere als “sportbegeistert” bezeichnet hatten.

Um √úberforderungen zu vermeiden, wurde zun√§chst der optimale Belastungspuls der PatientInnen ermittelt und bei jeder Wanderung mittels Herzfrequenzmesser √ľberwacht. Bald merkten die Wanderer, dass es bei dieser Sportart nicht darum geht, der Schnellste zu sein – so war es jedem m√∂glich, das eigene Tempo zu finden. Jede Wanderung startete mit einfachen Mobilisations√ľbungen und endete mit abschlie√üenden Dehn√ľbungen. Im Laufe der Studie war an Stelle der fehlenden Motivation die Vorfreude auf die n√§chste Wanderung so gro√ü, dass die Teilnehmer oft schon eine gute Weile vor dem vereinbarten Zeitpunkt am Treffpunkt warteten.

Die Teilnahme der Patienten am Wandern war nahezu l√ľckenlos und belegt, dass diese Form der Bewegung nicht nur akzeptiert sondern auch gerne ausge√ľbt wurde ‚Äď und das selbst bei Wind und Wetter. Die verbesserte k√∂rperliche Leistungsf√§higkeit ist insofern g√ľnstig, als k√∂rperliche Bewegung auch rein k√∂rperlich gesund ist, gerade von depressiven Personen aber h√§ufig zu wenig ausge√ľbt wird. Wandern jedoch kann gerade in Mitteleuropa nahezu das ganze Jahr √ľber ausge√ľbt werden.

Schlussfolgerungen

Im Rahmen der Salzburger Wanderstudie konnte mittels täglicher Selbsteinschätzung bestätigt werden, dass bereits nach einer Wanderung die Stimmung verbessert, von negativen Gedanken abgelenkt und Stresssymptome abgebaut werden können. Am Ende des Wanderprogramms konnten Selbstwert und Schlafqualität zusätzlich zur Wirkung der bestehenden psychotherapeutischen und psychopharmakologischen Behandlung verbessert werden, auch Angst- und Borderlinesymptome wurden reduziert. Die körperliche Fitness stieg aufgrund der sorgsam abgestimmten Routenplanung z.T. signifikant.

(Quellen: MedAustria 2012, Acta Psychiatr Scand 2012: 1‚Äď9 (doi: 10.1111/j.1600-0447.2012.01860.x)

Sep 18

Image Source: blog.winemag.com

Politische Einstellungen basieren auf freien Entscheidungen und jeder sollte die Freiheit haben, zu seinen √úberzeugungen zu stehen – das stellt einen Grundpfeiler der westlichen Demokratien dar. Doch j√ľngste Untersuchungen zeigen, dass diese Freiheit tats√§chlich vielleicht nicht so gro√ü ist, wie wir das bisher annahmen, da viele dieser Einstellungen im Hirn “fest verdrahtet” und z.T. auch genetisch pr√§determiniert sein d√ľrften – und dass die politische Einstellung dar√ľber hinaus auch R√ľckschl√ľsse auf spezifische, strukturelle Pers√∂nlichkeitsanteile zul√§sst.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Gehirne von Menschen mit konservativen Ansichten h√§ufig eine gr√∂√üere Amygdala (ein mandelf√∂rmiger Bereich im Zentrum des Gehirns) haben – ein Hirnbereich, der h√§ufig mit “primitiven” Reflexemotionen wie Angst und Emotionen assoziiert ist. Dar√ľber hinaus haben sie h√§ufig auch eine kleineres sog. anteriores Cingulum, eine Region im vorderen Hirnbereich, die wichtig f√ľr die Entwicklung von Mut und Optimismus ist und bei St√∂rungen mit Depressionen und neurotischen Verhaltensmustern in Verbindung gebracht wird.

Gelingt es, diese Ergebnisse wissenschaftlich abzusichern, k√∂nnten sie eine medizinische Erkl√§rung daf√ľr bieten, warum konservative W√§hler eher empf√§nglich f√ľr terroristische Bedrohungen sind als zum Beispiel Liberale. Und es w√ľrde dabei helfen, zu erkl√§ren, warum die Konservative eher auf der Grundlage von Worst-Case-Szenarien planen m√∂chten, w√§hrend die Liberalen eher zu rosigen Aussichten neigen.

Geraint Rees, Leiter des UCL Institute of Cognitive Neuroscience in London, wurde urspr√ľnglich halb im Scherz eingeladen, f√ľr eine Episode der “BBC 4 Today” Show die Unterschiede zwischen liberalen und konservativen K√∂pfen zu studieren. Nach dem Studium von 90 UCL-Studenten und zwei britischen Parlamentariern konnte der Neurologe, einigerma√üen schockiert, eine klare Korrelation zwischen der Gr√∂√üe der erw√§hnten Hirnregionen und politischen Ansichten entdecken. Er warnt jedoch, dass es auf der Basis des bisherigen Standes der Untersuchungen, bei denen nur die Gehirne von Erwachsenen untersucht wurden, noch keine M√∂glichkeit g√§be, zu sagen, was zuerst da war – die hirnorganischen Unterschiede oder die politischen Meinungen. Doch es scheint nicht weit gegriffen, dass die politischen Grundeinstellungen einer Person bald schon durch Gehirn-Scans – oder auch DNA-Tests ermittelt werden k√∂nnten.

Denn Untersuchungen an den Universit√§ten University of California, Harvard and UC-San Diego zeigten, dass eine Variante des Neurotransmitters DRD4 Menschen scheinbar zu liberalen Einstellungen pr√§disponiert, jedoch nur, wenn sie auch ein aktives soziales Leben als Jugendliche hatten. Tr√§ger des “liberalen Gens” haben auch eher den Wunsch, neue Dinge auszuprobieren sowie weitere, gemeinhin mit liberalen Einstellungen verbundene Pers√∂nlichkeitsmerkmale.

Sind Rassisten dumm?

Damit aber noch nicht genug. Weitere Untersuchungsergebnisse lassen vermuten, dass ein niedriger IQ (Intelligenzquotient) eine der Ursachen f√ľr rassistische Vorurteile und sozial-konservative politische Einstellungen sein k√∂nnte. Die zugrundeliegende im Jahre 2012 ver√∂ffentlichte Studie, (durchgef√ľhrt von der Brock University in Ontario und geleitet von Gordon Hodson) besagt, dass Kinder mit vergleichsweise geringerer Intelligenz im Erwachsenenalter eher konservative √úberzeugungen und Vorurteile entwickeln als Kinder mit vergleichsweise h√∂herer Intelligenz. Erkl√§rt wird dies damit, dass diese Menschen mehr Angst vor Ver√§nderungen haben. Sie streben also nach dem Gef√ľhl von Sicherheit – konservative Ideologien aber beinhalten mehr Struktur, bef√ľrworten gesellschaftliche “Ordnung” und f√∂rdern hierarchische Systeme. All dies und ihr Widerstand gegen√ľber gesellschaftlichen Ver√§nderungen macht es f√ľr Konservative ebenfalls leichter, mit einer komplizierten und komplexen Welt umzugehen. Gleichzeitig f√∂rdern solche Grundeinstellungen aber auch Vorurteile.

Hudson warnt jedoch, in den aktuellen Stand der Untersuchungen allzu viel hineinzuinterpretieren: zum einen ist das Konzept der IQ-Tests unter Psychologen nicht gerade unumstritten, zum anderen ist die Entwicklung von Vorurteilen zu komplex, um einfach nur mit Unterschieden der Intelligenz erklärt zu werden.
Lediglich der Zusammenhang, dass auf Menschen, die stärker zu Angst vor Veränderungen neigen, reaktionäre Positionen positiv und anziehend wirken, sei als abgesichert zu betrachten.

Allerdings kommen auch andere Forscher zu vergleichbaren Ergebnissen. So betrug gem√§√ü einer im Jahre 2010 von Satoshi Kanazawa auf Basis der IQ-Ergebnisse aus der “Add Health”-Umfrage analysierten Ergebnisse der Durchschnitts-IQ von Erwachsenen, die sich als “sehr liberal” beschrieben, 106 Punkte, w√§hrend solche, die sich als “sehr konservativ” bezeichneten, durchschnittlich nur 95 IQ-Punkte erreichten.
Eine weitere Studie von L. Stankov aus dem Jahre 2009 wiederum stellte fest, dass unter Studenten an US-Universit√§ten konservative Grundeinstellungen negativ mit SAT (“Scholastic Aptitude Test”, ein standardisierter Test f√ľr die Aufnahme an US-Colleges)-Scores, dem Wortschatz und Analogietest-Ergebnissen korrelierten. Eine noch gr√∂√üere Korrelation wurde hierbei allerdings hinsichtlich wirtschaftlicher Unterschiede gefunden.

Provokant formuliert: k√∂nnte der britische Philosoph John Stuart Mill mit seinem Ausspruch “Conservatives are not necessarily stupid, but most stupid people are conservatives” gar nicht so unrecht gehabt haben?

(Quellen: [1]; [2]; [3]; [4]; 5: Larry Stankov (2009-05) in: “Conservatism and cognitive ability“. Intelligence 37 (3): 294‚Äď304. doi:10.1016/j.intell.2008.12.007; 6: Satoshi Kanazawa (2010): “Why Liberals and Atheists Are More Intelligent“. Social Psychology Quarterly. doi:10.1177/0190272510361602.)

Jan 09

In einem Artikel stellte K. McGonigal, Psychologin an der Stanford University, eine praktische Anwendung f√ľr Erkenntnisse aus zwei k√ľrzlich ver√∂ffentlichten Studien vor, die den Wert selbst einfachster schriftlicher √úbungen auf unsere Psyche illustrieren.

In einer Studie reduzierte die Intervention Schadenfreude. Nach einer kurzen Schreibaufgabe berichteten die Teilnehmer, weniger Schadenfreude √ľber die Fehlleistungen einer anderen Person zu empfinden. Die meisten Menschen beschreiben Schadenfreude als positive Emotion – doch tats√§chlich kann sie ein gro√ües Hindernis f√ľr unser Gl√ľck darstellen. Je mehr wir uns am Leiden anderer erfreuen, desto schwieriger ist es f√ľr uns, aus dem Gl√ľck der anderen auch f√ľr uns selbst positive Gef√ľhle zu beziehen, Mitgef√ľhl f√ľr andere zu empfinden, aber auch eigene emotionale Bed√ľrfnisse ad√§quat wahrzunehmen und zu n√§hren.

Die Versuche in der zweiten Studie, welche unter etwa denselben Versuchsbedingungen stattfand, erh√∂hten den Mut der Teilnehmer, Details √ľber ihre eigenen medizinischen Risiken zu erfahren – etwas, das die meisten Menschen aus Angst, etwaige bedrohliche Krankheiten herauszufinden, instinktiv abwehren. Doch Offenheit gegen√ľber potenziell bedrohlichen Informationen kann nicht nur Leben retten, sie ist auch die Grundlage f√ľr die M√∂glichkeit, neue Perspektiven und Sichtweisen auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen.

Zusammen deuten diese Studien auf die M√∂glichkeit, mittels einer 15-Minuten-Aufgabe sowohl Mut als auch Mitgef√ľhl zu erh√∂hen, Stress zu reduzieren, die Selbstkontrolle und die Ausdauer im Angesicht von Herausforderungen zu erh√∂hen. So k√∂nnen Sie diese Methode McGonial zufolge auch f√ľr sich selbst nutzen:

  1. Machen Sie eine Liste der 3 f√ľr Sie wichtigsten Werte. “Werte”, das k√∂nnen Prinzipien, St√§rken, pers√∂nliche Qualit√§ten,¬† Rollen oder Erfahrungen sein, die subjektiv sinnvoll und wichtig f√ľr Sie sind. Typische Beispiele sind Tugenden (wie Ehrlichkeit, Geduld, Mut, Mitgef√ľhl), die F√§higkeit, die positiven Seiten und Potenziale des Lebens sehen zu k√∂nnen, Glaube, Verbindung zur Natur, Dienst an der Gemeinschaft oder Familie, Gesundheit, lebenslanges Lernen, Abenteuer, Tradition, Kreativit√§t, und √§hnliche Qualit√§ten.
  2. Wenn Sie kurzfristig eine Dosis zus√§tzlicher Selbstbest√§tigung ben√∂tigen, w√§hlen Sie einen dieser Werte und schreiben f√ľr 5-15 Minuten auf, warum gerade dieser Wert f√ľr Sie wichtig ist – und ein Beispiel daf√ľr, wie Sie ihn leben. Sie k√∂nnten beispielsweise √ľber eine vergangene Erfahrung schreiben, eine Zeit in Ihrem Leben, wo Ihnen dieser Wert half, eine Herausforderung zu bestehen. Oder auch etwas, bei dem Ihnen dieser Wert tagt√§glich hilft. Wenn Ihr Wert beispielsweise Gro√üz√ľgigkeit ist, k√∂nnten Sie √ľber ein Erlebnis schreiben, bei dem Sie einen Menschen in einer schwierigen Situation unterst√ľtzten, oder warum Sie regelm√§√üig Zeit und Geld f√ľr einen bestimmten wohlt√§tigen Zweck einsetzen.

Diese Technik hilft vermutlich nicht dabei, dauerhaft mehr Selbstwertgef√ľhl, Selbstkontrolle etc. zu erwerben, kann aber vor√ľbergehend dabei unterst√ľtzen, sich selbstsicherer und gelassener hinsichtlich bestimmter Herausforderungen zu f√ľhlen und diese damit besser zu bestehen.

(Quellen:¬† McGonial, K, “Find Your Courage and Compassion with One Question” in: psychologytoday.com; Howell JL & Shepperd JA, “Reducing information avoidance through affirmation. Psychological Science” in: Psychological Science; van Dijk WW, van Koningsbruggen GM, Ouwerkerk JW, & Wesseling YM (2011), “Self-esteem, self-affirmation, and schadenfreude.” in: Emotion, 11(6), 1445-1449. Photo Credit: lucilleroberts.com)

May 23

Bei Kindern und Jugendlichen bew√§hren sich psychotherapeutische Pr√§ventionsprogramme definitiv – die einj√§hrige Studie ‚ÄěSaving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE): Gesundheitsf√∂rderung durch Pr√§vention von riskanten und selbstsch√§digenden Verhaltensweisen“, die in Deutschland an der Universit√§tsklinik f√ľr Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg durchgef√ľhrt wurde, zeigt vielversprechende Ergebnisse und wies eine Reduktion psychischer Probleme bei den teilnehmenden Sch√ľlern sowie einen deutlichen R√ľckgang von depressiven Symptomen, selbstsch√§digenden Verhaltensweisen und Selbstmordgedanken insbesondere bei M√§dchen nach.

Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von Pr√§ventionsma√ünahmen zu √ľberpr√ľfen und effiziente Programme langfristig an bundesweit allen Schulen zu etablieren. Sie lief unter der Federf√ľhrung des Karolinska-Instituts in Stockholm gleichzeitig in neun anderen EU-Staaten sowie Israel.

‚ÄěEs gibt ein hohes Ma√ü an gef√§hrdeten Jugendlichen, doch viele von ihnen kommen nicht bei den Therapeuten an”, erkl√§rt Studienleiter R. Brunner. ‚ÄěBei psychischen Problemen gibt es eine immer noch ausgepr√§gte Stigmatisierung.” Viele Jugendliche haben Angst, von ihren Mitsch√ľlern ausgelacht zu werden. ‚ÄěWir waren im Vorfeld mehrfach in den Klassen, um Aufkl√§rung zu betreiben”, sagt Studienkoordinator M. Kaess, ‚Äěetwa dar√ľber, dass die vertrauliche Kommunikation mit den Sch√ľlern und ihre Anonymit√§t gew√§hrleistet sind.” Rund 70 Prozent entschlossen sich daraufhin zur Teilnahme.

√úber 1.400 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren waren an der Studie beteiligt. Sie kamen von 26 Gymnasien, Real- Hauptschulen des Rhein-Neckar-Kreises und Heidelberg. Zun√§chst beantworteten die Acht- und Neuntkl√§ssler bei der Eingangsuntersuchung im Januar 2010 einen Fragebogen, der unter anderem die Themenbereiche Suizidgef√§hrdung, Selbstverletzung, Angst, Depression, Delinquenz, gest√∂rtes Essverhalten, exzessiver Medienkonsum, Schulschw√§nzen und Mobbing abhandelte. Je eines von vier Pr√§ventionsprogrammen wurde den Schulen per Zufall zugeteilt. Beim sogenannten Professional Screening erhielten √ľber 60 Prozent der Sch√ľler aufgrund ihrer Antworten eine Einladung zu einem Interview. Bei 30 Prozent derer, die zum Termin erschienen waren, stellten die Psychiater einen Behandlungsbedarf fest.

In einem der anderen drei Pr√§ventionsprogramme nahmen etwa 100 Lehrer an einem Training teil, dass sie in die Lage versetzte, betroffene Jugendliche zu erkennen und mit ihnen umzugehen (‚ÄěGatekeeper-Training”). 450 Sch√ľler wurden im Rahmen von f√ľnf Unterrichtsstunden √ľber riskante und selbstsch√§digende Verhaltensweisen sowie den Umgang damit aufgekl√§rt (‚ÄěAwareness Training”). An anderen Schulen wurden den Klassenr√§umen Informationsplakate aufgeh√§ngt und den Jugendlichen Visitenkarten mit den Kontaktinformationen der Universit√§tsklinik f√ľr Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgeh√§ndigt (‚ÄěMinimal Intervention”).

Bei etwa 25 Prozent der Sch√ľler sank die Suizidgef√§hrdung im Laufe der Folgeuntersuchungen. Besonders bei den M√§dchen verringerten sich die psychischen Probleme. ‚ÄěEine genaue Analyse der unterschiedlichen Gruppen und Wirkfaktoren steht noch aus”, betont Brunner. ‚ÄěDiese ersten Ergebnisse stellen ausschlie√ülich Tendenzen bezogen auf die Heidelberger Gesamtstichprobe dar. Es fehlen allerdings noch genaue Analysen im Vergleich mit anderen EU-Staaten, die sicher noch weitere Erkenntnisse bringen werden.”

(Quelle: http://www.seyle.eu , Der Standard v 20.01.2011; Photo:Matthias Cremer)

Jan 14

Haben Sie manchmal starke Angst? Wenn Ihre √Ąngste immer wiederkehren und ihr Alltagsleben einschr√§nken, k√∂nnte es sich dabei um eine Phobie, eine spezielle Form von Angstst√∂rungen, handeln. Das Hauptsymptom einer Phobie ist eine intensive und anhaltende Angst vor bestimmten Situationen, Aktivit√§ten, Dingen, Tieren oder Menschen – aber in der Regel ist diese Angst irrational, oft gab es auch keine konkreten fr√ľheren Erfahrungen, welche die Phobie ausgel√∂st haben k√∂nnten. Phobiker bem√ľhen sich oft auf das √Ąu√üerste, die angstbehafteten Situationen zu vermeiden – oft in einem Ausma√ü, dass die Angst das t√§gliche Leben st√∂rt und beeintr√§chtigt, und zunehmend das Denken dominiert.

Ein fr√ľherer Klient etwa f√ľhlte sich in normalen sozialen Situationen wie Partys oder Gesch√§ftstreffen unwohl und versuchte, diese nach M√∂glichkeit zu vermeiden. Auch das Trinken und Essen in der √Ėffentlichkeit wurde f√ľr ihn zu einem Problem und f√ľhrte zu gro√üen inneren Spannungen. Diese spezielle Form der Phobie hei√üt “soziale Phobie”, da sie andere Menschen oder gesellschaftliche Situationen betrifft. Auftrittsangst (die Angst, Reden zu halten oder auf einer B√ľhne aufzutreten), ist etwas, unter dem viele Menschen leiden und ebenfalls eine Form der sozialen Phobie.

Die Schwierigkeit, Phobien wieder loszuwerden, liegt darin, dass rationale Erkl√§rungen und Bem√ľhungen der Umwelt so gut wie nie helfen, ja manches Mal den inneren Druck sogar noch zus√§tzlich erh√∂hen. Auch die im TV gern demonstrierte “Expositionstherapie” bew√§hrt sich nur bei wenigen Menschen langfristig. Gute Erfolge verzeichnen hingegen moderne psychotherapeutische Ans√§tze, die Methoden aus der Hypnotherapie und l√∂sungsorientierten Gespr√§chsf√ľhrung nutzen. In schweren F√§llen k√∂nnen Medikamente den Einstieg in Therapie und Beratung gut unterst√ľtzen. Danach ist eine kontinuierliche Arbeit am Problem wichtig, um zu vermeiden, bald wieder in die alten Angstmuster zur√ľckzufallen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2011; Image src:life123.com)

Oct 28

Die Psychosomatik beruht auf der Idee, dass zwischen Körper und der Seele eine Verbindung existiert Рdass das, was eine Person wahrnimmt und empfindet, ihren Körper beeinflussen kann. Heute anerkennt die Wissenschaft den Wert von Psychotherapie in der medizinischen Behandlung: in westlichen Kliniken stellt es daher ein Zeichen professioneller Behandlung dar, wenn Patienten, welche an schweren Erkrankungen wie Krebs, genetischen Krankheiten, Parkinson oder Herz- und Kreislauferkrankungen leiden, sowie vor und nach schweren Operationen ergänzend Psychotherapie angeboten wird. Therapeutische Beratung gehört nach vorherrschender Fachmeinung eigentlich auch zur seriösen Behandlung von Unfruchtbarkeit, psychosomatischen Erkrankungen, schweren chronischen Allergien oder anderen körperlichen Problemen, bei welchen psychische Faktoren eine Rolle spielen können.

Psychotherapie erh√∂ht nachweislich die Vertr√§glichkeit medizinischer Behandlung und reduziert √Ąngste, die h√§ufig mit der Behandlung verbunden sind. Auch kann sie Depression vermeiden oder reduzieren sowie die Kooperation mit den behandelnden √Ąrzten verbessern. Beobachtungsstudien, welche den psychosozialen Status von Patienten untersuchten, die unter schweren Erkrankungen wie Krebs litten, zeigten sogar, dass Patienten mit geringer sozialer und emotionaler Unterst√ľtzung eine erh√∂hte Sterblichkeitsrate aufwiesen. Studien der US-Krebsforscherin S. Levy zeigten auf, dass Brustkrebspatientinnen mit Anpassungsschwierigkeiten und geringer Unterst√ľtzung der Umwelt auch eine geringere Killerzellen-Aktivit√§t aufwiesen – diese jedoch hat unmittelbare Auswirkungen auf den Fortschritt der Erkrankung und ihr Wiederauftreten.

Auch wenn manche Studien keine signifikanten Unterschiede aufwiesen und noch viel Forschung √ľber die Zusammenh√§nge zwischen Wohlbefinden und k√∂rperlicher Erholung nach Krankheiten erforderlich sind, l√§sst sich das Faktum nicht verleugnen, dass erg√§nzende Beratung oder Psychotherapie w√§hrend der Behandlung und in der Regenerationsphase die Lebensqualit√§t deutlich erh√∂hen und zu einem ausgeglicheneren Seelenzustand f√ľhren kann. Sie stellt somit ein grundlegendes Element ganzheitlicher Behandlung dar. Viel zu h√§ufig entwickeln Patienten, die sich von schweren Operationen oder anderen Krankheitsfolgen erholen m√ľssen, Depressionen oder Angsterkrankungen, und h√§ufig genug liegt es an uns – guten Freunden oder Verwandten – sie beim Wiedererlangen ihres Wohlbefindens und ihrer St√§rke zu unterst√ľtzen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer wöchentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befaßt und in verschiedenen Medien Thailands veröffentlicht wird, 2010; Image src:nationalnursingreview.com)

Sep 10
Testosteron-Spiegel erhöhen

Testosteron-Mangel hat eine Vielzahl potenzieller Auswirkungen Рauf Psyche und Körper. (img:Getty)

Die Andropause ist eine meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr bei Männern einsetzende hormonelle Veränderung, welche durch einen reduzierten Testosteron-Spiegel ausgelöst wird.

Testosteron ist das wichtigste m√§nnliche Geschlechtshormon und wird in den Hoden gebildet. Es wirkt auf alle K√∂rperzellen und ist nicht nur f√ľr die Geschlechtsentwicklung zust√§ndig, sondern auch f√ľr den bei M√§nnern spezifischen Haut-, Knochen- und Muskelaufbau. Ebenso wichtig ist es f√ľr die Produktion der roten Blutk√∂rperchen, welche den K√∂rper mit Sauerstoff versorgen. Dem Testosteron f√§llt auch die keineswegs unbedeutende Aufgabe zu, f√ľr seelische Ausgeglichenheit und sexuelle Lust zu sorgen. Ab der Lebensmitte jedoch l√§sst die Produktion dieses Hormons sukzessive nach und der Testosteronspiegel sinkt ab. Diese Verminderung beschert vielen M√§nnern Beschwerden: “die Fitness ist kraftlos und die Lenden sind saftlos”… Die so genannte Andropause tritt ein: depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Abnahme der Konzentration und der Vitalit√§t.

Zu den möglichen Symptomen der eintretenden Andropause gehören:

  • Stimmungsschwankungen wie Angst, Reizbarkeit, Aggression
  • Neigung zu Depression
  • Erh√∂htes Gewicht und K√∂rperfett, wachsender Bauchumfang
  • Schlechter werdendes Kurzzeitged√§chtnis
  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne
  • Schlafprobleme und/oder st√§rkere M√ľdigkeit als fr√ľher
  • Reduzierter Wunsch nach Intimit√§t und niedrigerer Sexualtrieb
  • oder rationaler Wunsch nach Sex, aber Gef√ľhl von Lustlosigkeit
  • Erektile Dysfunktion
  • Weniger h√§ufige und intensive Ejakulation
  • Osteoporose
  • reduziertes Selbstwertgef√ľhl
  • Hitzewallungen und Nachtschwei√ü
  • weniger Energie und Ausdauer, langsamere Regeneration nach k√∂rperlicher Anstrengung

Es existieren jedoch in Fachkreisen betr√§chtliche Auffassungsunterschiede dar√ľber,¬† welche der genannten Symptome tats√§chlich auf eine sog. “m√§nnliche Menopause” bzw. Andropause hinweisen und letztlich auf Testosteron-Mangel zur√ľckzuf√ľhren sind. F√ľr jedes der Symptome k√∂nnten genauso gut andere Ursachen vorliegen – selbst dann, wenn tats√§chlich ein reduzierter Testosteron-Spiegel diagnostiziert w√ľrde. In gewissem Sinne stellen so genannte “Testosteron-Ersatz-Therapien” also einen “Schu√ü ins Blaue” dar.

Testosteronersatz-Therapie – ja oder nein?

Von manchen √Ąrzten und Kliniken werden heute M√§nnern ohne viel Z√∂gern Ersatztherapien zur Erh√∂hung des Testosteron-Spiegels angeboten – h√§ufig speziell mit dem Ziel, um die Lust auf das Liebesleben wieder zur√ľckzuerobern. Sogar bei drohenden Herz-/Kreislaufkrankheiten wird dieses Hormon gelegentlich pr√§ventiv eingesetzt, da Untersuchungen zeigten, dass Testosteron auch einen Schutzeffekt f√ľr Arterien und Venen hat, wodurch sich diese Art von Therapie (meist in Form von Tabletten, Gel, Pflaster oder Nasenspray) Patienten gegen√ľber gut “argumentieren” l√§√üt. Wichtig ist dabei jedoch zu wissen: eine Hormonersatztherapie n√ľtzt nichts, wenn man gleichzeitig Raubbau mit seiner Gesundheit und seinen Ressourcen betreibt. Es ist bemerkenswert, aber vielleicht nicht ganz zuf√§llig, dass viele M√§nner, die bereit sind, Hormonersatztherapien an sich durchf√ľhren zu lassen (oder diesbez√ľglich gar Selbstmedikation betreiben), h√§ufig auch leichtfertiger als andere zu anderen “Konditionsbooster-Arzneimitteln” greifen.

Im Idealfall nehmen bei einer k√ľnstlichen Testosteron-Gabe Muskelmasse, Knochendichte, Libido und Leistungsf√§higkeit zu. Unter gewissen Bedingungen kann die “Extra-Dosis” Testosteron jedoch auch die Entwicklung eines bereits bestehenden Prostatakrebs beschleunigen. Eine Vorsorgekontrolle (PSA-Kontrolle) ist deshalb unbedingt anzuraten.

Doch es gibt auch bew√§hrte Gesundheitstipps f√ľr M√§nner, welche – im Unterschied zu k√ľnstlichen Zuf√ľhrung von Testosteron – zuverl√§ssig keine Gesundheitsrisiken bergen und ebenfalls bestens geeignet sind, den Testosteron-Spiegel anzuheben:

  • Entwicklung von mehr Selbst-Disziplin f√ľr einen gesunden Lebensstil – etwas, das vielen M√§nner zeitlebens nicht erworben haben
  • Auf ausgewogene Ern√§hrung achten (vitaminreich: mehr Obst und Gem√ľse; fettarm: fettige, √∂lige Speisen und raffinierte Kohlenhydrate k√∂nnen zu √úbergewicht f√ľhren, Adipositas jedoch scheint die Produktion von Testosteron zu beeinflussen). Fastenkuren erh√∂hen verschiedenen kleinen Studien zufolge auch den Testosteron-Spiegel, vermutlich durch die dabei stattfindende Entschlackung und Entgiftung. Eier sind der wichtigste Cholesterin-Lieferant, welches wiederum ein wichtiger Baustein f√ľr die Testosteron-Produktion darstellt. Zucker senkt dagegen sukzessive den Testosteron-Spiegel im Blut: also lieber Fr√ľchte, die wenig Fruchtzucker enthalten, essen wie z.B. Granat√§pfel, Zitrusfr√ľchte, Mangosteen, Datteln, Kokosn√ľsse, Avokados oder Weintrauben. Softdrinks, Limonaden, Mehlspeisen und S√ľ√üigkeiten aller Art sind m√∂glichst radikal zu vermeiden.
  • Relevante Nahrungsbestandteile: Vitamin A und D sowie Zink (siehe auch weiter unten).
  • √Ėstrogene vermeiden: diese weiblichen Hormone kommen zunehmend in Nahrungsmitteln vor, speziell der Weichmacher Bisphenol-A auch in vielen Alltagsprodukten, v.a. solchen aus Plastik: man sollte deshalb Getr√§nke aus Plastikflaschen oder in Plastik verpackte Nahrungsmittel m√∂glichst umgehen.
  • weniger Stress: Stress erzeugt Cortisol, und dieses wirkt sich negativ auf den Testosteron-Spiegel aus.
  • der Taillenumfang sollte weniger als 100 cm betragen (siehe BMI-Test)
  • gen√ľgend Schlaf – mindestens 7-8 Stunden pro Tag. Testosteron wird w√§hrend der REM-Phasen produziert, insofern sollten gen√ľgend davon stattfinden k√∂nnen.
  • Achten Sie auf eine gesunde und m√∂glichst wenig belastete Psyche und holen Sie sich ggf. Unterst√ľtzung durch Psychotherapie oder Coaching: Optimismus und ein ausgeglichener Seelenzustand helfen, Stress zu vermindern. Wenn M√§nner dagegen (wom√∂glich sogar chronisch) belastet sind, produzieren die endokrinen Dr√ľsen signifikant weniger m√§nnliche Geschlechtshormone.
  • Rauchen und trinken Sie weniger. Die Leber baut normalerweise √ľbersch√ľssiges √Ėstrogen ab – ist sie aber mit dem Abbau vom Alkohol besch√§ftigt, kann sie das nicht.
  • nat√ľrliche Mittel – Hafer und Ginseng haben eine testosteron√§hnliche Wirkung, Bockshornkleesamen-Extrakt aktiviert den Testosteron-Umsatz und eine Extraportion Zink hilft dem Testosteron ebenfalls auf die Spr√ľnge: Hummer, Austern und Garnelen; Sojabohnen, Weizenkleie und K√ľrbiskerne. Casanova ass bekanntlich 40 Austern pro Tag!
  • Bewegung kurbelt die Testosteronaussch√ľttung ebenfalls stark an: beste Ergebnisse bietet diesbez√ľglich ein hochintensives Krafttraining (man muss wirklich schwitzen und dabei – im Rahmen der gesundheitlichen Vertr√§glichkeit – knapp √ľber seine Grenzen gehen!) mit Serien von 10-15 Wiederholungen, gespickt mit Pausen von 60-90 Sekunden (Pausen von 15-30 Sek. dagegen stimulieren vor allem die Aussch√ľttung von Wachstumshormon).
  • Pornografie: wenig oder gar nicht. Sucht√§hnliche Effekte von zu viel Pornografie-Konsum haben eine negative Auswirkung auf die Libido und die Testosteron-Produktion.
  • guter Sex: intensive Erregung und Spiele der Lust heben unseren Hormonspiegel √ľber einen Zeitraum von bis zu zwei Tagen an und wirken so auf nat√ľrliche Weise Mangelerscheinungen entgegen. Selbst erotische Fantasien kurbeln kurzfristig die Testosteronproduktion an. Der Zustand der Verliebtheit reduziert den Testosteron-Spiegel bei M√§nnern, bei Frauen hebt er ihn an.

Gerade Männer können ihre Hormonwerte durch ihren Lebensstil noch stärker beeinflussen als Frauen, weil sich ihre Hormonsituation mit dem Alter nicht so abrupt und radikal verändert.

Im Bereich “Selbsttests” auf meiner Website finden Sie einen Selbsttest auf Testosteron-Mangel, der Ihnen bei einer ersten Selbsteinsch√§tzung weiterhelfen kann. Im Zweifelsfall ist eine fach√§rztliche Untersuchung mit Blutbefund anzuraten.

Sep 07

Sein Herz schl√§gt mit jeder Sekunde st√§rker, Schwei√ü beginnt, den R√ľcken hinunterzulaufen und er bekommt kaum mehr Luft – als w√§ren seine Lungen blockiert. Pl√∂tzlich ein intensiver Schmerz in der Brustgegend: ist es nun soweit, ist das der erste Herzinfarkt? Panikgef√ľhle breiten sich in seinem K√∂rper aus: er k√∂nnte genau hier zusammenbrechen und sterben, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt – unaushaltbare Angst kriecht in seinen K√∂rper hoch…

Die Symptome von Panikattacken sind unterschiedlich – die meisten Personen aber empfinden intensivste Angst, entweder eine Herzattacke zu erleiden, verr√ľckt zu werden oder vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen. Eine Panikattacke zu erleiden, kann eines der schockierendsten, unangenehmsten und bedrohlichsten Erlebnisse sein, die eine Person in ihrem Leben erf√§hrt.
Aber im Unterschied zu landl√§ufigen Vermutung sind Panikattacken bei weitem nicht immer von hohem Stress verursacht, sondern k√∂nnen gerade auch Menschen ereilen, die eigentlich ein recht entspanntes Leben f√ľhren. Relativ h√§ufig sind die Attacken etwa Zeichen f√ľr eine Angstst√∂rung, Depression oder andere psychische Belastungen, die lange Zeit hindurch ignoriert, “beiseite gewischt” oder – etwa durch Selbstmedikation – unfachgem√§√ü behandelt wurden. Andere m√∂gliche Ursachen k√∂nnen Seiteneffekte von Medikamenten, Alkoholkonsum, Medikamenten- oder Drogenentzug oder chronische Erkrankungen sein.

Wenn Panikattacken unbehandelt bleiben, kann sich die sogenannte Agoraphobie entwickeln, bei der eine Person Angst davor entwickelt, an bestimmten Orten oder in bestimmten Situationen Panikattacken zu erleiden. In der Sorge, dass in solchen Situationen keine Fluchtm√∂glichkeit besteht oder eine Panikattacke auftreten k√∂nnte, vermeiden sie zunehmend Situationen, in denen sie in ein solches Risiko geraten k√∂nnten, wie z.B. offene Pl√§tze, Stra√üen, √∂ffentlichen Transport – zuletzt vermeiden manche von ihnen sogar, das Haus zu verlassen. Panikattacken und Agoraphobie treten h√§ufig im Zusammenhang mit sogenannter Sozialphobie auf, bei der sich die Angst auf soziale Situationen (etwa das Essen oder Sprechen in Gruppen) bezieht und die Sorge besteht, von den anderen beurteilt oder entbl√∂√üt zu werden. Dies wiederum kann eine der sch√§dlichsten Seiteneffekte der Panikst√∂rung darstellen, da es die Leidenden daran hindert, sich fr√ľhestm√∂glich fachliche Unterst√ľtzung zu suchen, und damit Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch beg√ľnstigt. Erfolgreiche Behandlung ist jedoch m√∂glich und besteht meist aus einer individuell bestimmten Anzahl von regelm√§√üigen Psychotherapie-Sitzungen, manchmal erg√§nzt durch unterst√ľtzende Medikation. Auf diese Weise k√∂nnen 90% der Agoraphobiker eine vollst√§ndige Befreiung von ihrem Problem erreichen.

(Dieser Kurzartikel ist Teil einer w√∂chentlichen Serie, die sich mit psychischen Problemen von Expats und generellen Themen psychischer Gesundheit befa√üt und in verschiedenen Medien Thailands ver√∂ffentlicht wird, 2010; Image src:Erin O’Brien/Getty Images)

Aug 16

Ein kleiner Streit zur rechten Zeit ist gut – vor allem dann, wenn es um gute Gr√ľnde geht. Diese Schlu√üfolgerung war es in etwa, die ein Forscherteam des Institute for Social Research an der University of Michigan k√ľrzlich beim Treffen der American Psychological Society in San Diego ver√∂ffentlichte. Unterdr√ľckter oder latent schwelender √Ąrger ist n√§mlich – egal ob in der Partnerschaft, im Beruf oder im Familienverband – schlecht f√ľr die Gesundheit.

Studienleiterin K. Birditt hatte sich bereits fr√ľher mit dem Konfliktverhalten von Paaren befa√üt – ihre letzte Studie hatte aufgezeigt, da√ü die meisten Menschen dazu neigen, Konflikte einfach “laufen zu lassen”, also nichts zu unternehmen, diese zu kl√§ren oder sich genauer mit ihren Ursachen auseinanderzusetzen: “Vogel-Strau√ü-Politik”. Nur 41% gingen zumindest gelegentlich offensiv vor und unternahmen pers√∂nliche Kl√§rungsversuche. In einer Folgestudie untersuchte sie nun die Gesundheitsdaten von mehr als 1.800 Erwachsenen zwischen 33 und 84 Lebensjahren, um herauszufinden, wie sich die unterschiedlichen Strategien, mit Konflikten umzugehen, gesundheitlich auswirkten.

Unterdr√ľckte Konflikte f√ľhrten den gefundenen Ergebnissen zufolge zum Anstieg des Stresshormons Cortisol (was mit eine Erkl√§rung f√ľr die Belastung des Herzens ist, die sie einer anderen Studie zufolge ebenfalls verursachen k√∂nnen). Besonders am Morgen zeigte der Cortison-Spiegel im Blut Spitzenwerte, und diese nahmen dann im Tagesverlauf nur langsamer ab als bei offensiver vorgehenden Personen, welche bemerkenswerterweise sogar am Morgen einen vergleichsweise niedrigen Cortisol-Spiegel zeigten. “Beziehungen haben einen gro√üen Einfluss darauf, wie wir uns tagt√§glich f√ľhlen – vor allem Probleme in unseren Beziehungen”, so Birditt. “Wie wir mit unseren Problemen umgehen, schl√§gt sich demnach auf unser Wohlergehen nieder.”

Vorhergehende Studien zeigten, dass verheiratete Paare, die Streitigkeiten vermeiden, fr√ľher sterben als jene, die expressiv sind. Eine andere Studie wiederum ergab, dass der Ausdruck von √Ąrger zu einem Gef√ľhl der Selbstkontrolle und zu Optimismus f√ľhrt. Bei jenen Menschen, die √§ngstlich reagieren, ist das nicht der Fall.

(Quelle: LiveScience.com 20100813; Image src:goodtherapy.org)

ÔĽŅ25.06.19