Waffenträger leben gefährlicher

Mit einer Waffe in der Hand steigt das Risiko, selbst erschossen zu werden. Epidemologen der University of Pennsylvania untersuchten die Opfer von 677 Schießereien, zu denen es in den Jahren 2003 – 2006 in der Stadt Philadelphia gekommen war und werteten aus, wie viele Opfer zum Tatzeitpunkt selbst eine Waffe mitführten. Das Ergebnis wurde mit den durchschnittlichen Bewohnern der Stadt gleichen Alters, Geschlechts und Herkunft verglichen und sozio-ökonomische Merkmale berücksichtigt.
Das im “American Journal of Public Health” veröffentlichte Ergebnis: Mit Waffe werden Menschen 4,5 mal häufiger angeschossen und 4,2 mal häufiger erschossen als ohne. Dieses Risiko stieg zusätzlich, wenn die Opfer noch Chance der Verteidigung hatten.

Eine Waffe schützt demnach ihren Träger meistens nicht davor, selbst erschossen zu werden. “Erfolgreiche Verteidigung durch Schusswaffen bei Zivilpersonen gibt es kaum”, so der Leiter der Untersuchung, welche die Binsenweisheit bestätigt, daß wenn man Menschen mit großer Gewalt (schwerer Verletzung oder Tod) droht, diese auch selbst eher zu Gewalt neigen, um ihr Leben zu schützen. “Wer Schusswaffen mit sich führt, die dem eigenen Schutz dienen sollen, sollte sich dies lieber noch einmal überlegen.”

Daß die Untersuchung dazu führt, daß etwa die amerikanische Waffenlobby – vehemente Verfechter der Grundsatzhypothese, wonach der freie Zugang zu Schusswaffen die (auch ganz persönliche) Sicherheit erhöhe – von ihren einschlägigen politischen Agitationen abläßt, darf bezweifelt werden.

Quelle: American Journal of Public Health: Investigating the Link Between Gun Possession and Gun Assault. Photo:Chronicle

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Richard L. Fellner, DSP, MSc.

Psychotherapeut, Hypnotherapeut, Sexualtherapeut, Paartherapeut



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10.07.20