Oct 30

Ein wenig verwundert war ich heute dann doch, als ich die oben genannte Schlagzeile las. Denn meine Erfahrung war bislang eigentlich, dass sich mit 1-2 Sitzungen Psychotherapie oder Hypnotherapie die meisten Schlafstörungen zumeist wenigstens drastisch verbessern lassen, ebenso selbstverständlich auch Albträume. Wieso also diese Pressemitteilung?

Leser meines Blogs wissen, dass selbst in unserer angeblich so aufgeklärten und gesundheitsbewußten Zeit nur die wenigsten Menschen den “Mumm” aufbringen, sich psychotherapeutische Hilfe zu suchen – oder aber vielleicht auch gar nicht wissen, wie hilfreich sie tatsächlich sein kann. So kommt es, dass etwa fünf Prozent aller Menschen regelmäßig unter Albträumen leiden – und das meist über Jahre.

Damit gehören diese belastenden Träume, die die Betroffenen oft den ganzen Tag über verfolgen, zu einer weit verbreiteten Schlafstörung. Im Institut für Psychologie der Goethe-Universität wurde nun eine neue, groß angelegte Studie durchgeführt, die zwei Behandlungskonzepte miteinander vergleicht.

In der ersten Therapievariante sollten sich die Betroffenen unter geschützten Bedingungen mit den Inhalten ihrer Albträume auseinandersetzen. Eine andere therapeutische Methode zielte darauf ab, dass die Betroffenen versuchen, in ihrer Vorstellung die Inhalte des Albtraums zu verändern. Eine Diplom-Psychologin nennt in der Pressemitteilung ein Beispiel: „Eine Studienteilnehmerin quälte sich nächtens mit folgendem Traum: Sie geht an einer Straße entlang, ein Auto mit verdunkelten Scheiben rollt langsam näher, plötzlich ist die Straße sehr steil, so dass sie nicht weglaufen kann. Von dem Auto geht eine große Bedrohung aus. Ihre Beine werden so schwer, dass sie gar nicht mehr gehen kann, das Auto bleibt direkt neben ihr stehen, maskierte Männer steigen aus.“ An diesem Punkt erwacht die Frau mit Herzrasen. In der Therapie lernt sie den Traum zu verändern, sie wählt eine Variante, in der Freunde aus dem Auto aussteigen.

Doch was wird von Psychotherapeuten und Psychologen als Albtraum bezeichnet? Träume, aus denen die Betroffenen erwachen und an die sie sich sehr detailliert und lebhaft erinnern; in diesen Träumen geht es zumeist um Themen wie Bedrohung des eigenen Lebens, der persönlichen Sicherheit oder der Selbstachtung. Nach dem Aufwachen wird Furcht oder Angst empfunden, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Herzrasen einhergeht. „Albträume wirken sich nicht nur negativ auf den Schlaf und das Ausmaß der Erholung aus, sondern können auch zu einer deutlichen Belastung in anderen Lebensbereichen führen. Beispielsweise lösen sie depressive Verstimmungen, Angst und ein erhöhtes Stressempfinden aus“, erläutert der Studienleiter. „Betroffene haben aus diesem Grund häufig starke Angst vor dem Einschlafen.“

Ich sage schon mal voraus: die Studie wird ein weiteres Mal bestätigen, dass die beschriebenen Verfahren erfolgreich und effektiv sind. Hoffentlich aber regt irhe Publikation so manche(n) Betroffene(n) dazu an, sich effiziente Hilfe zu suchen, statt weiter zu unter ihren psychischen Beschwerden zu leiden.

(Quelle: MedAustria, 10/20111; Image source:myvideo.de, author unknown)

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01.09.19