Dec 11

Für seelische Erkrankungen gilt dasselbe wie für die des Körpers: Je früher man sie behandelt, desto weniger schlimm verlaufen sie. Ein Konzept für die Früherkennung und Behandlung von Schizophrenie, das schon bei den ersten Vorzeichen der Erkrankung greift, entwickeln Forscher der RUB-Klinik für Psychiatrie um Prof. Dr. Martin Brüne. Denn auch eine frühe Behandlung von Schizophreniepatienten verringert in Vorstadien der Erkrankung das Risiko, dass die Störung chronisch wird.

Zur Früherkennung werden heute wahnhafte Symptome, flüchtige Halluzinationen, die kognitive Flexibilität und die allgemeine Intelligenz herangezogen. Dabei bleibt jedoch ein wichtiger Bereich unberücksichtigt, bemängeln die Bochumer Forscher: die “soziale Kognition”. Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und emotionale Reize zu verarbeiten, ist besonders in frühen Stadien einer Schizophrenie deutlich beeinträchtigt, und das unabhängig von anderen Symptomen. Entsprechend sind zur Behandlung psychoedukative Methoden wirksamer als antipsychotische Medikamente. Bildgebende Untersuchungen haben gezeigt, dass bei schizophrenen Patienten auch die für die soziale Kognition verantwortlichen Hirnbereiche vermindert aktiviert werden. Für Patienten in frühen Stadien gab es solche Untersuchungen bisher noch nicht.

Quelle: MedAustria, Ruhr-Universitätsklinik Bochum (www.lwl.org)

Zum Weiterlesen: Literaturtipps zum Thema “Psychosen”

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Gedanken zu “Frühbehandlung von Schizophrenie” (2):

  1. Kommentar von Janos:

    Unter Wasser – Ein bildlicher Vergleich

    Bild 1

    Ich stehe mit anderen im trüben Wasser unter der Wasseroberfläche. Die einzige Verbindung nach oben sind die langen Strohhalme, durch die wir mit Luft versorgt werden.
    Nach einiger Zeit beginne ich zu überlegen, ob es einen Ausweg aus dieser Lage gibt, eine Verbesserung der Situation.Gehen wäre eine Möglichkeit. Doch ist es effizienter unter Wasser Schwimmbewegungen zu machen.

    Bild 2

    Ich probiere zu schwimmen und tatsächlich bewege ich mich von der Stelle bis das Wasser klarer wird. Ich nähere mich der Oberfläche und sehe teilweise schon durch die Oberfläche durch. Schiffe passieren meine Position.

    Bild 3

    Ich frage mich:“ Was hindert mich daran aufzutauchen.“ Nachdem ich keine Antwort auf die Frage finde, mich also nichts hindern kann, durchdringe ich die Oberfläche. Kurzfristig ist das grelle Sonnenlicht ungewohnt. Doch derart klar zu sehen, gibt mir die Stärke das noch „unsichere“ Land anzupeilen.

    Bild 4

    Der Strand kommt immer näher. Ich frage mich wieder:“ Was hindert mich an Land zu gehen.“ Nachdem mich nichts zurückhält, und das Auftauchen bereits nur vorteilhaft war, schwimme ich an Land. Ich lasse mich bis ans Ufer treiben und steige langsam aus dem seichten Wasser. Die ersten Schritte sind ungewohnt und die trocknende Haut fühlt sich etwas unangenehm an. Doch an Land fühle ich mich wieder als Teil der Handelnden, als vollwertiges menschliches Wesen.

    Als Erinnerung nehme ich mir meine Zeit als unter Wasser Stehender, Tauchender und Schwimmender mit. Ich frage nicht nach, wie ich ins Wasser kam, sondern habe nur die Sicherheit, falls ich wieder im Wasser stehen sollte kann ich jederzeit an Land schwimmen.
    Es ist ein Gefühl der Sicherheit sich vergegenwärtigen zu können, wie hoch einem das Wasser zum Hals steht.

  2. Kommentar von M. Molle:

    Hallo! Bin eben auf diesen interessanten Beitrage gestoßen. Die “soziale Komponente” ist sehr wichtig bei der Früherkennung der Krankheit, allerdings ist die Forschung hier noch nicht sehr weit fortgeschritten. [neue-wege-psychiatrie.de]

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01.09.19