Mar 14

Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Neurodermitis in der frühen Kindheit und der psychischen Verfassung im späteren Leben ergab eine umfassende Geburtenkohortenstudie (GINIplus) zwischen dem Helmholtz Zentrum München, der Ludwig-Maximilians-Universität, der Technischen Universität München und dem Marienhospital in Wesel (NRW). Hierbei wurden 5991 zwischen 1995 und 1998 geborene Kinder untersucht, von denen Daten zur physischen Gesundheit und emotionalen Befindlichkeit im Alter von zehn Jahren, zur Familienhistorie und zum täglichen Leben gesammelt wurden. Schließlich wurde der Krankheitsverlauf mit besonderem Fokus auf die Diagnosen Neurodermitis, Asthma, allergischer Schnupfen, psychische Belastbarkeit und Verhaltensauffälligkeiten abgefragt.

Kinder, die während ihrer ersten beiden Lebensjahre an einer Neurodermitis litten, zeigten im Alter von zehn Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten als Gleichaltrige ohne Neurodermitis. Kinder, deren Neurodermitis über das Säuglingsalter hinaus bestand, seien von psychischen Auffälligkeiten noch häufiger betroffen als Kinder, die ausschließlich eine Neurodermitis im Säuglingsalter hatten. Daraus schlußfolgerten die Wissenschafter, daß “die Neurodermitis einer unausgeglichenen psychischen Konstitution von Kindern vorausgehen und sie fördern kann”.

Die Neurodermitis ist eine nicht-infektiöse Hauterkrankung, die durch schuppige und juckende Hautausschläge charakterisiert ist. Sie ist die häufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Es ist bekannt, dass Kinder, die unter einer Neurodermitis leiden, eine erhöhte Veranlagung für Heuschnupfen und allergisches Asthma haben. Ekzematöse Symptome ziehen ein breites Spektrum an Folgebeschwerden nach sich, wie beispielsweise Schlafstörungen.

“Wir vermuten, dass sich vor allem die Folgebeschwerden langfristig auf das Gefühlsleben der betroffenen Kinder auswirken”, so die Conclusio der Studie. Die Autoren empfehlen, das Auftreten einer Neurodermitis in der Krankheitshistorie von Kindern als Hinweis auf mögliche spätere psychische Probleme zu werten, selbst wenn die eigentliche Erkrankung im Verlauf der Kindheit abklingt.

(Quelle: Schmitt J, Apfelbacher C, Chen C-M, Romanos, M, Sausenthaler, S, Koletzko S, Bauer C-P, Hoffmann U, Krämer U, Berdel D, von Berg A, Wichmann H.-E, Heinrich J: Infant-onset eczema in relation to mental health problems at age 10 years: Results from a prospective birth cohort study (GINIplus). JACI 125 (2010), 404-410; Photo src:planet-wissen.de)

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Gedanken zu “Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Psyche”:

  1. Kommentar von Stillen & Ernährung:

    […] genießen sie gegenüber allen allergisch bedingten Krankheiten wie Asthma Bronchiale, Neurodermitis, Nesselsucht oder Heuschnupfen. Das Thema Stillen Ernährung führt zu der Aussage, dass […]

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01.09.19